Rentenreform 2026/2027 - Auswirkung auf das Beamtentum

Begonnen von wieauchimmer, 23.06.2026 12:08

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Comandante

Zitat von: GeBeamter in Gestern um 09:38Es ist traurig, dass wir es nicht hinbekommen, eine faire Gesellschaft zu bauen.
Na logisch, wenn sich die einzelnen Bevölkerungsgruppen gegeneinander ausspielen lassen, Rentner gegen Pensionäre, Arbeitnehmer gegen Beamt, Beamte gegen Transferleistungsempfänger, uswusf..
Ganz im Sinne von Warren Buffet, der zurecht behauptet: ,,Es herrscht Klassenkampf, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen".

lotsch

Wir wollten im Raum München eine Sekretärin (Angestellte) für den 1. Bgm einstellen. 3 Bewerbungen, allen war der Lohn zu niedrig, eine fragte, ob das für halbtags ist.

Knecht

Zitat von: lotsch in Gestern um 11:25Wir wollten im Raum München eine Sekretärin (Angestellte) für den 1. Bgm einstellen. 3 Bewerbungen, allen war der Lohn zu niedrig, eine fragte, ob das für halbtags ist.

Und irgendwann hat man eine gefunden und wundert sich nun über mangelnde Qualität? :D

GeBeamter

Zitat von: Knecht in Gestern um 11:29Und irgendwann hat man eine gefunden und wundert sich nun über mangelnde Qualität? :D

Irgendwann hat sich dieser afrikanische Laufvogel gemeldet und die Personalabteilung hat gesagt: Sekretär ist Sekretär, herzlich willkommen im Team.

Schneewitchen

Zitat von: lotsch in Gestern um 11:25Wir wollten im Raum München eine Sekretärin (Angestellte) für den 1. Bgm einstellen. 3 Bewerbungen, allen war der Lohn zu niedrig, eine fragte, ob das für halbtags ist.
Zitat von: lotsch in Gestern um 11:25Wir wollten im Raum München eine Sekretärin (Angestellte) für den 1. Bgm einstellen. 3 Bewerbungen, allen war der Lohn zu niedrig, eine fragte, ob das für halbtags ist.

Aber die langen Arbeitszeiten waren kein Problem, vor allem so mehrere Stunden am Stück?

Ich Frage nur, weil gerade das bei uns derzeit auch problematisch ist. Bewerber haben in letzter Zeit schon sehr, sagen wir mal, exklusive Vorstellungen davon, wie ihr Job auszusehen hat.

Es finden sich aber doch noch auch gute Leute. Die gibt es durchaus noch. Aber auch da erlebt man dann durchaus Überraschungen.

Vor einem Jahr wurde beim uns eine Mitarbeiterin als Angestellte eingestellt. Jung, fleissig, intelligent, durchsetzungsfähig und insgesamt bei allen Kollegen beliebt. Hat super gepasst. Sie hat jetzt im Frühjahr gekündigt und zieht jetzt für (zunächst) zwei Jahre auf eine spanische Insel, um sich selbst zu finden. Sie weiss noch nicht, ob sie dann wieder nach Deutschland zurück kommt oder da bleibt. In jedem Falle will sie  nur noch Dinge machen, die ihr Spass machen. Die Dame ist Mitte 20!

Wo soll das noch hinführen.......?

ultranoob

Zitat von: Schneewitchen in Gestern um 11:45Aber die langen Arbeitszeiten waren kein Problem, vor allem so mehrere Stunden am Stück?

Ich Frage nur, weil gerade das bei uns derzeit auch problematisch ist. Bewerber haben in letzter Zeit schon sehr, sagen wir mal, exklusive Vorstellungen davon, wie ihr Job auszusehen hat.

Es finden sich aber doch noch auch gute Leute. Die gibt es durchaus noch. Aber auch da erlebt man dann durchaus Überraschungen.

Vor einem Jahr wurde beim uns eine Mitarbeiterin als Angestellte eingestellt. Jung, fleissig, intelligent, durchsetzungsfähig und insgesamt bei allen Kollegen beliebt. Hat super gepasst. Sie hat jetzt im Frühjahr gekündigt und zieht jetzt für (zunächst) zwei Jahre auf eine spanische Insel, um sich selbst zu finden. Sie weiss noch nicht, ob sie dann wieder nach Deutschland zurück kommt oder da bleibt. In jedem Falle will sie  nur noch Dinge machen, die ihr Spass machen. Die Dame ist Mitte 20!

Wo soll das noch hinführen.......?

Aber das passt ja genau zu dem, auf das @wieauchimmer aufmerksam gemacht hat ;) Und ich persönlich kann es deiner ehemaligen Kollegin nicht verübeln. Ich selbst (Anfang 30) will aus diversen Gründen ebenfalls ins Ausland und arbeite aktiv an der Realisierung des Wunschs. Aber als Beamter ist das gar nicht mal so leicht, ohne seinen Beamtenstatus abzugeben, der einen goldener Käfig darstellt (aber immerhin ist er irgendwie eben doch golden - wenn auch nur 14-18 karätig).

Shuffle

Yo, ich bin mittlerweile auch so weit, daß ich es ungeheuerlich bereue, damals, wie ich konnte, nicht in die Schweiz abgehauen zu sein, sondern mir lebenslänglich verpassen zu lassen! Dort hätte ich jetzt ein gut mit harten Franken gefülltes, persönliches Pensionskassenkonto, das mit 65 entweder als Kapital oder als Rente bezogen werden könnte, dazu noch die AHV von dann ca. 2000,00 Franken, was in der Schweiz nicht viel ist, aber doch zusammen mit der Pensionskasse ein schönes Alterseinkommen ergäbe, davon daß man in der aktiven Zeit ca. das doppelte verdient hätte und daher auch bei deutlich niedrigeren Abgaben noch sehr ordentlichen privaten Vermögensaufbau betreiben hätte können gar nicht zu sprechen, aber man war halt jung...

Taigawolf

Zitat von: ultranoob in Gestern um 13:42Aber das passt ja genau zu dem, auf das @wieauchimmer aufmerksam gemacht hat ;) Und ich persönlich kann es deiner ehemaligen Kollegin nicht verübeln. Ich selbst (Anfang 30) will aus diversen Gründen ebenfalls ins Ausland und arbeite aktiv an der Realisierung des Wunschs. Aber als Beamter ist das gar nicht mal so leicht, ohne seinen Beamtenstatus abzugeben, der einen goldener Käfig darstellt (aber immerhin ist er irgendwie eben doch golden - wenn auch nur 14-18 karätig).

Profitip der alten Füchse hier: Suche nach Beiträgen von kimonbon und seinen Alias. Spaßfaktor inklusive.

Alexander79

Zitat von: Comandante in Gestern um 08:38Nur mal ein Blick auf die nackten Zahlen: Entwicklung BIP von 1990 bis heute: 170,5%
Entwicklung Löhne, Gehälter, Besoldung, Rente, Pensionen und Transferleistungen von 1990 bis heute: ca. 95%

Das sagt eigentlich alles aus, was in diesem Lande schief läuft, und dann gibt es noch Beamte die Selbstkasteiung betreiben, unfassbar.

Naja, also 1990 hat umgerechnet ein Inspektor (A9) 1.433€ bekommen, 2025 sind es 4.411€, als etwa 3,08 mal soviel.
Das Bip lag 1990 bei knapp 1.453 Mrd€ und 2025 bei 4.470€, also rund 3,05 mal soviel.

Somit ist zB das A9 Gehalt eines Bundesbeamten ziemlich genau gleich stark gestiegen wie das BIP.

Schneewitchen

Zitat von: Alexander79 in Heute um 06:36Naja, also 1990 hat umgerechnet ein Inspektor (A9) 1.433€ bekommen, 2025 sind es 4.411€, als etwa 3,08 mal soviel.
Das Bip lag 1990 bei knapp 1.453 Mrd€ und 2025 bei 4.470€, also rund 3,05 mal soviel.

Somit ist zB das A9 Gehalt eines Bundesbeamten ziemlich genau gleich stark gestiegen wie das BIP.

Schön und Gut. Jetzt werde ich aber mal unwissenschaftlich.1990 ist man aber mit einem Gehalt im Bereich von A9 noch super über die Runden gekommen. Wenn ich heute sehe, was man für 200 € im Einkaufswagen hat, dann wird einem schon ganz anders. Obwohl ich heute weit entfernt bin von A9, habe ich dennoch das Gefühl, dass ich heute viel mehr auf meine Kosten achten muss als 1990 mit A9.

Alexander79

Zitat von: Schneewitchen in Heute um 07:24Schön und Gut. Jetzt werde ich aber mal unwissenschaftlich.1990 ist man aber mit einem Gehalt im Bereich von A9 noch super über die Runden gekommen.
Streite ich nicht ab.
Mein Vater war SF 1990 beim Bund.

Problem ist halt immer, kann man das so vergleichen?

Mach selbst mal ein Gedankenexperiment und versuche mal so zu leben wie damals.

1990 gabs praktisch gesehen für die Bevölkerung kein Handy.
1990 hatte man ein Röhrengerät im Haus, ja, war im Verhältnis teurer, hielt dafür aber weit über 10 Jahre.
1990 hatte kaum jemand einen PC, kein Tablet, keine Smartwatch.
Heute kaufen sich die Leute In Ear Kopfhörer von Apple die über 200€ kosten.
Steckdosen in der Wohnung? In jedem Zimmer vielleicht 2-3 und heute 8-10 Stück, pro Zimmer.
Mein Vater hatte mit A9 ein Auto, ich mit A8 zwei.

Und diese Liste kann man sehr lange fortsetzen.

Also ja, ich gebe dir Recht, 1990 kam man super über die Runden.
Das hat hatte aber weniger damit zu tun, weil man soviel verdient hat, sondern eher, weil man damit im Verhältnis zu heute so wenig kaufen konnte.

Rheini

#71
Zitat von: Alexander79 in Heute um 07:33Streite ich nicht ab.
Mein Vater war SF 1990 beim Bund.

Problem ist halt immer, kann man das so vergleichen?

Mach selbst mal ein Gedankenexperiment und versuche mal so zu leben wie damals.

1990 gabs praktisch gesehen für die Bevölkerung kein Handy.
1990 hatte man ein Röhrengerät im Haus, ja, war im Verhältnis teurer, hielt dafür aber weit über 10 Jahre.
1990 hatte kaum jemand einen PC, kein Tablet, keine Smartwatch.
Heute kaufen sich die Leute In Ear Kopfhörer von Apple die über 200€ kosten.
Steckdosen in der Wohnung? In jedem Zimmer vielleicht 2-3 und heute 8-10 Stück, pro Zimmer.
Mein Vater hatte mit A9 ein Auto, ich mit A8 zwei.

Und diese Liste kann man sehr lange fortsetzen.

Also ja, ich gebe dir Recht, 1990 kam man super über die Runden.
Das hat hatte aber weniger damit zu tun, weil man soviel verdient hat, sondern eher, weil man damit im Verhältnis zu heute so wenig kaufen konnte.

Nach der Rechnung waren ja die Könige und Kaiser früher max. Bürgergeldempfänger ...

Und Elon Musk rückblickend in 200 Jahren, auch,

Alexander79

Zitat von: Rheini in Heute um 07:41Nach der Rechnung waren ja die Könige und Kaiser früher max. Bürgergeldempfänger ...

Und Elon Musk rückblickend in 200 Jahren, auch,

Nö ... Warum?

Man muss schon unterscheiden zwischen Wohlstand und Inflation.

Wenn ich mir unterm Strich das gleiche vor 35 Jahren leisten kann wie heute, ist die Inflation ausgeglichen.
Wenn ich mir mehr leisten kann als vor 35 Jahren ist der Wohlstand gestiegen.

Und der Wohlstand durch die Bank ist bei allen in Deutschland gestiegen.

Wenn du dir von 35 Jahren nur einen Golf leisten konntest und heute ein Ferrari.
Hast du heute dann einen höheren Wohlstand oder ist er gleich geblieben?

Rheini

Zitat von: Alexander79 in Heute um 08:26Nö ... Warum?

Man muss schon unterscheiden zwischen Wohlstand und Inflation.

Wenn ich mir unterm Strich das gleiche vor 35 Jahren leisten kann wie heute, ist die Inflation ausgeglichen.
Wenn ich mir mehr leisten kann als vor 35 Jahren ist der Wohlstand gestiegen.

Und der Wohlstand durch die Bank ist bei allen in Deutschland gestiegen.

Wenn du dir von 35 Jahren nur einen Golf leisten konntest und heute ein Ferrari.
Hast du heute dann einen höheren Wohlstand oder ist er gleich geblieben?

Dein Argument war ja nicht "Golf zu Ferrari", sondern "damals kein Handy, heute sehr wohl" und "Röhrengeräte damals und heute" usw.

Deshalb mein Argument, dass man den technischen Fortschritt heraus rechnen muss ansonsten würde es bedeuten das falls in 200 Jahren alle mit einem fliegenden Robotertaxi herumfliegen, alle klimatisierte Wohnungen haben usw, automatisch sehr viel reicher sein müssen, als viele heutige Millionäre.

P. S. Ich meine genauso wird der Warenkorb berechnet. Da ist auch kein VW Golf von vor 40 Jahren drin oder dein Röhrengerät. https://de.wikipedia.org/wiki/Warenkorb


Schneewitchen

Zitat von: Alexander79 in Heute um 07:33Streite ich nicht ab.
Mein Vater war SF 1990 beim Bund.

Problem ist halt immer, kann man das so vergleichen?

Mach selbst mal ein Gedankenexperiment und versuche mal so zu leben wie damals.

1990 gabs praktisch gesehen für die Bevölkerung kein Handy.
1990 hatte man ein Röhrengerät im Haus, ja, war im Verhältnis teurer, hielt dafür aber weit über 10 Jahre.
1990 hatte kaum jemand einen PC, kein Tablet, keine Smartwatch.
Heute kaufen sich die Leute In Ear Kopfhörer von Apple die über 200€ kosten.
Steckdosen in der Wohnung? In jedem Zimmer vielleicht 2-3 und heute 8-10 Stück, pro Zimmer.
Mein Vater hatte mit A9 ein Auto, ich mit A8 zwei.

Und diese Liste kann man sehr lange fortsetzen.

Also ja, ich gebe dir Recht, 1990 kam man super über die Runden.
Das hat hatte aber weniger damit zu tun, weil man soviel verdient hat, sondern eher, weil man damit im Verhältnis zu heute so wenig kaufen konnte.

Ich wollte nicht zum Ausdruck bringen, dass man damals so viel verdient hat. Ich denke mal, dass das Verhältnis zwischen den Kosten der Lebensführung und dem Einkommen besser war.

Es gibt heute Dinge, die es 1990 noch nicht gab. Das ist richtig. Allerdings reden wir da auch von einmaligen Anschaffungskosten. Heute kauft man sich ein Handy, 1990 vielleicht den neuesten Walkman? Diese Sicht findet sich ja auch im sog. Warenkorb zur Bemessung der Inflation wieder.

Dort werden ja auch die Preise für bestimmte Elektronikartikel berücksichtigt. Da die Preise derartiger Artikel wenig steigen und teilweise sinken, wird die Inflationsrate dadurch gedrückt. Daher der Unterschied zwischen der ausgewiesenen und der gefühlten Inflation.

Hier ist das der gleiche Effekt. Wenn ich für meine Familie einkaufen gehe, dann sehe ich halt, dass für einen Betrag von 200€ immer weniger im Einkaufswagen liegt. Da ist es dann wenig tröstlich, wenn der neue Fernseher, der vielleicht alle 8-10 Jahre fällig wird, dann noch zu einem Preis aus 2010 zu haben ist.

Vor Corona haben wir keine Prospekte nach Sonderangeboten durchgesehen und haben unsere Einkäufe danach geplant. Heute schon. Und ich bin über A9 schon länger weit hinaus.

Ich rede hier nicht von einer persönlichen Armutsgefahr. Die ist natürlich nicht gegeben. Ich möchte aber nochmals zum Ausdruck bringen, dass es nach meinem Empfinden, was von meiner Frau und vielen meiner Freunde geteilt wird, so ist, dass die Gehälter/Besoldung seit 1990 zwar kräftig gestiegen sind, jedoch dennoch das Verhältnis zwischen den Kosten der allgemeinen Lebensführung und eben diesen Gehältern heute schlechter ist als 1990.

Am vergangenen WE war ich mit meiner Frau auf einem Musikfestival. Wir haben 3 Biere, 2 Wasser und zwei kleine Eis gekauft. Zusammen mit dem Eintrittspreis von zusammen 24 Euro haben wir für diese Veranstaltung 70€ bezahlt!

Wie soll man denn heute mit A 9 eine solche Veranstaltung besuchen und noch Freude daran haben? Und das hat dann doch nichts damit zu tun, dass man heute auch Ausgaben für Dinge hat, die es 1990 noch nicht gab.