Rentenreform 2026/ 2027

Begonnen von BAT, 23.06.2026 13:27

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MoinMoin

Zitat von: Bürohengst in Gestern um 12:58Beim ALG 1 zahlt die Agentur ja auch noch auf Basis von 80 Prozent des letzten Gehalts weiter in die Rentenkasse ein, diese 1-2 zusätzlichen Rentenpunkte fürs Entspannen und ein paar Pseudo-Bewerbungen schreiben machen den späteren Abschlag dann zumindest wieder etwas wett.
Wie gesagt, nach meinem Stand hast erst mal 12 Wochen Sperrzeit und deine Anspruchsdauer wird um 25% gekürzt.
Sprich man krisgt dann halt nur 1,5 Jahre Alg I
Aber klar ist es halt uU MehrGeld und weniger Abschlag bis zur Rente mit Abschlag.
Und außerdem kann man so auch noch steuerlich vergünstigt Städtereisen machen.
Klingt nach nem Plan. :P

BAT

Zitat von: MoinMoin in Gestern um 15:36Unabhängig ob sie die Berechnung der Abschlagshöhe ändern, ist es für die GRV für die ersten Jahre(zehnte) billiger nur 3 statt 4 Jahre vorgezogen Rente zuzulassen. Sie zahlt erst nach dem Kipppunkt in (~15-20Jahre nach Rentenantritt) für diese Person weniger und vorher zahlt sie mehr, was sie sich jetzt sparen kann.


Ernsthaft Moin Moin???

Das Gesamtvolumen bleibt gleich, da waren wir uns einige. Okay? So, dann sieht die Abschläge entsprechend anzupassen. Da waren wir uns einig. Okay. Du warst offenbar davon ausgegangen, dass Zinseffekte hier nicht eingerechnet werden müssen? Das ist Unfug. Das scheint dein - und auch der Fehler der Kommission zu sein.

MoinMoin

Zitat von: Warnstreik in Gestern um 14:07Weil sie für das Land und das Rentensystem deutlich mehr geleistet haben als jemand, der 10, 20 oder 35 gearbeitet und eingezahlt hat.
a) ob jemand in den Jahre etwas für das Land geleistet hat, wird mit der Dauer seiner Tätigkeit nicht gemessen. Also kein Argument.
b) wer länger einzahlt bekommt auch mehr Rente, dass ist also für die "Leistung" für das Rentensystem schon abgegolten.
c) wer länger eingezahlt hat darf auch früher in Rente gehen, absolut in Ordnung. Aber warum sie deswegen per Gießkanne mehr Rente bekommen sollen, als die, die diese Möglichkeit nicht hatten, weil sie ihre Ausbildung erstmal selbst finanzieren mussten, erschließt sich mir immer noch nicht.

Es ist kein Leistungssystem, sondern ein Umlageverfahren.

Wer jedoch durch seine Arbeit früher verstirbt, soll gerne mehr Rente bekommen.

MoinMoin

Zitat von: Bürohengst in Gestern um 14:21Sollte mein 7-jähriger Sohn mit Pflasterer oder Krankenpfleger als Berufswunsch um die Ecke kommen, werde ich ihm sicherlich dringend abraten.
Das machen aktuell gefühlte 90% eh die Migrantenkinder

MoinMoin

Zitat von: BAT in Gestern um 15:49Du warst offenbar davon ausgegangen, dass Zinseffekte hier nicht eingerechnet werden müssen? Das ist Unfug. Das scheint dein - und auch der Fehler der Kommission zu sein.
Ja, ernsthaft, ganz simple Mathematik.
Die GRV verdient an dem Abschlag erst, wenn der (statistische) Sterbezeitpunkt überschritten wird.
Bis dahin zahlt die GRV drauf.
Also diejenigen, die über den Sterbezeitpunkt leben, bezahlen durch die geringere Rente für die die vorher sterben.
Bis also diese "Einzahler" im System wirken, muss die GRV das Geld vorschießen.
Und mit der Reduktion von 4 auf 3 macht man sich da eben Luft.

Herbertschumi

Die letzte große Rentenreform war im Jahr 2007 - da wurde die Rente mit 67 eingeläutet - langfristig.
Mein Jahrgang 1965 ist der erste der normal 67 Jahre als Renteneintritt hat. Jetzt soll ich schon wieder, dran sein.
Unglaublich- bin regelrecht schockiert über die Arroganz der Politik - das als großen Wurf zu verkaufen. Früher dachte ich, das Rentenpolitik langfristig ausgelegt wird und die Leute sich darauf einstellen können. Das zählt Heute scheinbar nicht mehr.

BAT

Zitat von: MoinMoin in Gestern um 15:58Ja, ernsthaft, ganz simple Mathematik.
Die GRV verdient an dem Abschlag erst, wenn der (statistische) Sterbezeitpunkt überschritten wird.
Bis dahin zahlt die GRV drauf.
Also diejenigen, die über den Sterbezeitpunkt leben, bezahlen durch die geringere Rente für die die vorher sterben.
Bis also diese "Einzahler" im System wirken, muss die GRV das Geld vorschießen.
Und mit der Reduktion von 4 auf 3 macht man sich da eben Luft.


Es werden Kohorten gebildet. Es geht um das System und nicht den Einzelfall.

Faunus

Zum einen ist es der Jahrgang 1964, der als erstes bis 67 arbeiten soll und zum anderen muss eine Reform her, sonst bricht uns das System weg. Das will keiner.

Die große Frage, die als Elefant im Raum steht, wie geht man mit dem theoretisch zu gewährenden Vertrauensschutz von 5 Jahren um?
Ignoriert man diesen? Betrifft es die Rentner, die ab Gültigkeit 5 Jahre später in Rente gehen oder eher die, die zu dem Zeitpunkt bereits 62 sind? Werden dynamisierte geringere Abschläge erst Mal eingeführt oder gleich volle Kanne 0,3%/mtl?....Was auch immer.

Ich bin gespannt!  :)



BAT

Der Vertrauensschutz gilt natürlich für sämtliche Rentenregelungen.

Nun hängen nach viel zu langem Rumtrödeln beide Seiten in der Matte, die Mitglieder müssen - eigentlich sofort - scharfe Einschnitte ertragen. Die Politik kann diese aber gar nicht zeitnah umsetzen.

Allerdings ziehen sich bei der Klientel Verfassungsverfahren bis über den Exitus hinaus ;)

Bürohengst

#69
Zitat von: MoinMoin in Gestern um 15:43Wie gesagt, nach meinem Stand hast erst mal 12 Wochen Sperrzeit und deine Anspruchsdauer wird um 25% gekürzt.
Sprich man krisgt dann halt nur 1,5 Jahre Alg I
Aber klar ist es halt uU MehrGeld und weniger Abschlag bis zur Rente mit Abschlag.
Und außerdem kann man so auch noch steuerlich vergünstigt Städtereisen machen.

Das mit der Sperrzeit und der Verkürzung der Leistungsdauer ist korrekt, aber das würde ich wohl in Kauf nehmen. Im Gegenzug habe ich dafür über 18 Monate weniger Abschläge. Denn das Problem mit den Abschlägen ist ja, dass sie nicht nur bei der gesetzlichen Rente greifen, sondern auch bei der VBL und der ggf. privaten Direktversicherung auf einen zukämen. Das läppert sich dann in Summe schon zusammen.
Die erste Idee war, sich mit 40-50 % Teilzeit noch bis zur abschlagsfreien Rente durchzuhangeln. Auf den zweiten Blick ist das ALG1 aber sinnvoller. Rutsche ich mit Teilzeit ins Krankengeld, lande ich schnell unter dem Existenzminimum. Mit ALG1 bleibt's stabil, ich sammle dazu mehr Rentenpunkte und am wichtigsten: Freizeit, Freizeit, Freizeit.

Zitat von: MoinMoin in Gestern um 15:43Klingt nach nem Plan. :P

Ja, man kann nur hoffen, dass dieser Plan nicht schon vorher zur Mode wird, sonst gehen sie da in Berlin als nächstes dran.

Faunus


MoinMoin

Zitat von: Herbertschumi in Gestern um 16:02Die letzte große Rentenreform war im Jahr 2007 - da wurde die Rente mit 67 eingeläutet - langfristig.
Mein Jahrgang 1965 ist der erste der normal 67 Jahre als Renteneintritt hat. Jetzt soll ich schon wieder, dran sein.
Unglaublich- bin regelrecht schockiert über die Arroganz der Politik - das als großen Wurf zu verkaufen. Früher dachte ich, das Rentenpolitik langfristig ausgelegt wird und die Leute sich darauf einstellen können. Das zählt Heute scheinbar nicht mehr.
Jipp 2007 hätte man schon einen Automatismus einführen sollen, der klar macht mit 67 ist nicht Schluss, wenn die Menschen länger leben.

MoinMoin

Zitat von: BAT in Gestern um 16:19Es werden Kohorten gebildet. Es geht um das System und nicht den Einzelfall.
Korrekt und dadurch das man um ein Jahr reduziert, spart man sich zunächst eine Menge Geld, da man für diese Jahr nichts auszahlen muss.
Und man bringt einige Menschen dazu länger zu arbeiten.

Und das ist offensichtlich der Grund.
Sich Luft zu verschaffen.

BAT

Zitat von: MoinMoin in Heute um 05:52Und das ist offensichtlich der Grund.
Sich Luft zu verschaffen.

Abgesehen vom Einzelfall. Glaubst Du das ist DER Gamechanger? Ich denke, dass ist symbolisch, also politisch motiviert.

Und damit komme ich zu meiner Gesamteinschätzung: ein Desaster. Eine Kommission soll klar wissenschaftliche Konzepte abliefern, keine politischen. So wie es ein Mitglied der Kommission bei Lanz kolportiert hat, wollte man - mindestens - die neue Mütterrente abschaffen. Da diese aber erst vor einem halben Jahr beschlossen/ aktiv wurde, hat man davon abgesehen.

Ich habe nicht den Eindruck, dass dieser relativ junge Mann, wusste, was er dort sagt. Diese Kommission ist noch schlechter als jene zu Corona.

BAT

Zitat von: Faunus in Gestern um 21:13https://www.bundesregierung.de/resource/blob/975228/2444780/0fcbf810775351c64007ee6cb2c7cad9/2026-06-24-bericht-alterssicherungskommission-data.pdf?download=1


Danke schön. Damit hat MoinMoin auch den Nachweis, dass diese Regelung keine finanziellen Aspekte beinhaltet, sondern Paternalismus (also politische/ gesellschaftliche Aspekte AUSSERHALB des Renteeystems) mit einbezieht, was meines Wissens nicht Aufgabe der Kommission war.

Vorgeschlagene Maßnahme
Die Kommission empfiehlt eine Anhebung der Altersgrenze für langjährig
Versicherte und eine anschließende parallele Erhöhung zur Regelaltersgrenze (siehe
Empfehlung 5). Die parallele Altersgrenzenanhebung soll für alle Altersrenten gelten.
Damit werden das Renteneintrittsfenster und die maximale Höhe der Abschläge auch
bei einer Anhebung der Regelaltersgrenze festgeschrieben. Das soll vermeiden, dass
Versicherte einen zu frühen Rentenbeginn zulasten der Höhe ihrer Rente wählen. Dies
könnte zu geringen Renten und zum vermeidbaren Bezug von
Grundsicherungsleistungen führen. Internationale Erfahrungen zeigen, dass
Versicherte ihre Rentenansprüche oft überschätzen und ihren Bedarf während der
Rente unterschätzen.


Es ist zudem auch immanent unlogisch, Einzelfallprüfungen beim Zugang ob der Gesundheit vorzuschlagen, dies aber bei der reinen Gesamtversorgung im Alter nicht vorzuschlagen.