amtsangemessene Alimentation in Nordrhein-Westfalen

Begonnen von Admin, Gestern um 17:32

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guzmaro

1,68% am 1.1 und dann aber 2,0% am 1.3 ? also 3,68% Erhöhung 2027 das echt mies.
wird zeit dass man sich umschaut nach einen neuen Dienstherrn.

Johnmod

Zitat von: guzmaro in Heute um 09:341,68% am 1.1 und dann aber 2,0% am 1.3 ? also 3,68% Erhöhung 2027 das echt mies.
wird zeit dass man sich umschaut nach einen neuen Dienstherrn.

Ich empfehle "Erhöhung" zu schreiben. Es ist diesem Forum noch unklar, ob der FamZ 1 halbiert ins Geundsold einfließt oder zu 100% und dann die zwei Stufen stattfinden.

Tendenzen gibt es eher in die Richtung, dass die circa 175€ halbiert auf das Geundsold umgelegt wird und bei Bestandsschutzsachverhalten eine Abschmelzung erfolgt. Somit hätten alle unter A11 Stufe 7 am 01.03.27 noch weniger als davor, alle inkl. A11 Stufe 7 mehr als davor.

BÜRGERFREUNDLICH

Zitat von: Schnarchnase81 in Heute um 09:23Es ist doch ganz einfach, was man sich da ausgerechnet hat:

1. man nimmt das aktuelle Volumen des FamZ1 und verteilt dies über das Grundgehalt auf alle, deswegen nur +1,68%. Keine Mehrkosten für das Land.
2. man bezahlt allen die bis 31.12.26 FamZ1 bekommen haben eine Ausgleichszulage, damit es keine sofortige Kürzung ist. Dies verursacht Mehrkosten für das Land.
3. mit der Besoldungsanpassung im nächsten Jahr verschwindet die Ausgleichszulage. Effektiv verringert sich für die Betroffenen die Besoldung zwar nicht, aber durch die ausbleibende Erhöhung ist dies faktisch eine Besoldungskürzung. Das Land hatte wenige Monate ein paar Mehrkosten, die jetzt durch Einsparungen, die auf ewig in die Zukunft wirken, wieder reingeholt werden.
4. man kann das ganze für die Öffentlichkeit als Erhöhung verkaufen, obwohl es eine Besoldungskürzung für alle mit Anspruch auf FamZ1, auch für Beamte, deren Anspruch erst ab dem 01.01.2027 entstehen würde.
5. man entzweit die Beamten, denn ein Teil bekommt ja tatsächlich eine Erhöhung. Leider denken viele nur kurzfristig und man freut sich über die gegenwärtige Erhöhung, auch wenn man im Falle einer Hochzeit dann auch weniger, als jetzt, bekommt.


Unterm Strich werden wir hier gerade richtig über den Tisch gezogen. Man gaukelt eine Erhöhung vor und kürzt! Man hat es geschafft, die Rechtsprechung so zu verdrehen, dass man durch Einsparung Kapital daraus schlagen kann! Eigentlich haben die Beamten vor Gericht gewonnen, im Ergebnis ist es jetzt aber wohl eher das Land NRW! Man missachtet nicht nur die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts, sondern man führt diese ad absurdum und spuckt drauf.
Das ist nicht keine Wertschätzung, das ist Geringschätzung!
Anscheinend glaubt man, wir würden das Konstrukt nicht durchschauen!

Ich bin kinderloser Single und bin entsetzt darüber, was die Landesregierung plant. Da helfen auch die 1,68% "üppige" Lohnerhöhung nicht.

Grundsätzlich bin ich seit Jahren gegen den FamZ 1, da für meine Begriffe eine AMTSANGEMESSENE Besoldung das Statusamt würdigen sollte und nicht einen Trauschein. Insofern ist es grundsätzliche zu begrüßen, dass dieser zukünftige entfallen soll. Jedoch nicht auf die Art und Weise, wie man es derzeit offenbar plant zu Lasten der Verheirateten.

Dieser Gesetzesentwurf, sollte er tatsächlich so kommen, wie wir vermuten, wäre ein Hohn und zwar nicht nur den Beamten gegenüber, sondern auch dem BVerfG. Im Umkehrschluss würde man nämlich zur Erkenntnis kommen, dass NRW mehr oder weniger alle seine Beamten verfassungskonform besoldet. Ich weiß immer noch nicht, ob ich hysterisch lachen oder lieber weinen soll.

Schneewitchen

Zitat von: Schnarchnase81 in Heute um 09:23Es ist doch ganz einfach, was man sich da ausgerechnet hat:

1. man nimmt das aktuelle Volumen des FamZ1 und verteilt dies über das Grundgehalt auf alle, deswegen nur +1,68%. Keine Mehrkosten für das Land.
2. man bezahlt allen die bis 31.12.26 FamZ1 bekommen haben eine Ausgleichszulage, damit es keine sofortige Kürzung ist. Dies verursacht Mehrkosten für das Land.
3. mit der Besoldungsanpassung im nächsten Jahr verschwindet die Ausgleichszulage. Effektiv verringert sich für die Betroffenen die Besoldung zwar nicht, aber durch die ausbleibende Erhöhung ist dies faktisch eine Besoldungskürzung. Das Land hatte wenige Monate ein paar Mehrkosten, die jetzt durch Einsparungen, die auf ewig in die Zukunft wirken, wieder reingeholt werden.
4. man kann das ganze für die Öffentlichkeit als Erhöhung verkaufen, obwohl es eine Besoldungskürzung für alle mit Anspruch auf FamZ1, auch für Beamte, deren Anspruch erst ab dem 01.01.2027 entstehen würde.
5. man entzweit die Beamten, denn ein Teil bekommt ja tatsächlich eine Erhöhung. Leider denken viele nur kurzfristig und man freut sich über die gegenwärtige Erhöhung, auch wenn man im Falle einer Hochzeit dann auch weniger, als jetzt, bekommt.


Unterm Strich werden wir hier gerade richtig über den Tisch gezogen. Man gaukelt eine Erhöhung vor und kürzt! Man hat es geschafft, die Rechtsprechung so zu verdrehen, dass man durch Einsparung Kapital daraus schlagen kann! Eigentlich haben die Beamten vor Gericht gewonnen, im Ergebnis ist es jetzt aber wohl eher das Land NRW! Man missachtet nicht nur die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts, sondern man führt diese ad absurdum und spuckt drauf.
Das ist nicht keine Wertschätzung, das ist Geringschätzung!
Anscheinend glaubt man, wir würden das Konstrukt nicht durchschauen!

Super zusammengefasst. So sehe ich das auch. Seit dem gestrigen Tag wird das Verhältnis des Landes gegenüber den eigenen Beamten auf eine völlig neue Ebene gestellt. Die Fronten sind jetzt klar gezogen. Wer jetzt noch seitens der Landesregierung das Wort "Wertschätzung" in den Mund nimmt, der ist ein eiskalter Zyniker.

Unser geschätzter Finanzminister wird sich über seine Zukunft keine Gedanken machen müssen. Er hat bewiesen, dass er aus berechtigten Forderungen der Beamten einen klaren Vorteil für den Landeshaushalt machen kann.

Die allgemeinen Kosten steigen beständig. In 2027 werden die Spritpreise noch einmal kräftig erhöht. Viele von uns werden im nächsten Jahr aber nicht einmal einen kleinen Ausgleich durch die beschlossenen 2 % Besoldungserhöhung erhalten. Viele von uns werden sogar nichts von der Besoldungserhöhung zum 01.01.2028 haben, weil auch die verrechnet werden wird.

Ich suche gerade verzweifelt nach einem großen Eimer, denn ich habe so das Gefühl, dass die Eimer in haushaltsüblicher Größe nicht mehr ausreichend sind, um meinem Bedürfnis Rechnung zu tragen.


Schnarchnase81

Zitat von: guzmaro in Heute um 09:341,68% am 1.1 und dann aber 2,0% am 1.3 ? also 3,68% Erhöhung 2027 das echt mies.
wird zeit dass man sich umschaut nach einen neuen Dienstherrn.

Alle die jetzt FamZ1 haben, bekommen genau nichts an Erhöhung im nächsten Jahr!

Schneewitchen

Hat der FM eigentlich schon verlauten lassen, dass er damit an die Maximalgrenze dessen gegangen ist, was der Haushalt noch tragen kann?

Mal eine andere Perspektive: Jetzt müssen sich die Gewerkschaften für die anstehenden Tarifverhandlungen ab April 2027 neu orientieren. Tendenziell wollte man sich vermutlich schon in die Richtung aufstellen, dass man die Forderungen an dem orientiert, was bei dieser Besoldungsreform herauskommen wird.

Ich glaube aber nicht, dass die Gewerkschaften mit einer Forderung nach 1,68 % mehr an den Start gehen wollen.

Schnarchnase81

Zitat von: Schneewitchen in Heute um 09:50Hat der FM eigentlich schon verlauten lassen, dass er damit an die Maximalgrenze dessen gegangen ist, was der Haushalt noch tragen kann?

Mal eine andere Perspektive: Jetzt müssen sich die Gewerkschaften für die anstehenden Tarifverhandlungen ab April 2027 neu orientieren. Tendenziell wollte man sich vermutlich schon in die Richtung aufstellen, dass man die Forderungen an dem orientiert, was bei dieser Besoldungsreform herauskommen wird.

Ich glaube aber nicht, dass die Gewerkschaften mit einer Forderung nach 1,68 % mehr an den Start gehen wollen.

Der Haushalt wird ab nächstem Jahr nicht belastet, deswegen gibt es da nix zu verlauten. Im Gegenteil, der Haushalt wird ab nächstem Jahr durch vorenthaltene Erhöhungen entlastet.

AR76

Ich hoffe, das die Gewerkschaften, gerade der DBB, das auch so klar sehen wie wir hier. Vorausgesetzt, es kommt so im Entwurf.
Und das entsprechend kundtun - SPD und FPD werden da mit aufspringen, machen Parteien ja gerne, wenn sie gerade nicht an der Macht sind.

Und dann muss der Hanni-Effekt für Hendrik kommen, so lange der noch hier ist und nicht im Bund. Es muss weh tun bei jedem Auftritt in der Öffentlichkeit. Dafür gab es seinerzeit bei Facebook schöne Gruppen und es hat Hanni weh getan.

Schneewitchen

Zitat von: Schnarchnase81 in Heute um 09:45Alle die jetzt FamZ1 haben, bekommen genau nichts an Erhöhung im nächsten Jahr!

Und im Einzelfall auch die 1% ab 01.01.2028 nicht.

Das BVerfG sagt, dass die Besoldung in Deutschland tendenziell zu niedrig ist und der FM des Landes NRW tut alles dafür, dass dieser Zustand nicht nur erhalten bleibt, sondern weiter ausgebaut wird.

Wertschätzung, die mit einem hämischen Grinsen unter`s Volk gebracht wird.

In meiner Dienststelle sind schon zwei jüngere Kollegen zu einer Bundesverwaltung gewechselt. Ich hoffe nur, dass möglichst viele jüngere Kollegen jetzt einen derartigen Weg einschlagen. An den Rändern des Landes macht auch der Blick in andere Bundesländer Sinn. Da wir im Besoldungsranking jetzt wohl ziemlich nach unten durchgereicht werden, werden jetzt ja sogar schon Länder wie das Saarland attrakiv.

Meine spontane Wut sagt mir, dass das irgendwie nicht einfach so hingenommen werden kann. Klagen, die jetzt folgen, werden dann in 10 Jahren abgearbeitet. In der Zwischenzeit spart sich das Land einen ordentlichen Betrag zusammen, der für "schönere" Zwecke verballert wird.

nero

Wann ist denn damit zurechnen, dass man mal den Entwurf zu Gesicht bekommt? Er wird ja demnächst in die Beratung gehen und dafür sicherlich in der TO veröffentlicht.

SAS

Zitat von: Schneewitchen in Heute um 09:59Und im Einzelfall auch die 1% ab 01.01.2028 nicht.

Das BVerfG sagt, dass die Besoldung in Deutschland tendenziell zu niedrig ist und der FM des Landes NRW tut alles dafür, dass dieser Zustand nicht nur erhalten bleibt, sondern weiter ausgebaut wird.

Wertschätzung, die mit einem hämischen Grinsen unter`s Volk gebracht wird.

In meiner Dienststelle sind schon zwei jüngere Kollegen zu einer Bundesverwaltung gewechselt. Ich hoffe nur, dass möglichst viele jüngere Kollegen jetzt einen derartigen Weg einschlagen. An den Rändern des Landes macht auch der Blick in andere Bundesländer Sinn. Da wir im Besoldungsranking jetzt wohl ziemlich nach unten durchgereicht werden, werden jetzt ja sogar schon Länder wie das Saarland attrakiv.

Meine spontane Wut sagt mir, dass das irgendwie nicht einfach so hingenommen werden kann. Klagen, die jetzt folgen, werden dann in 10 Jahren abgearbeitet. In der Zwischenzeit spart sich das Land einen ordentlichen Betrag zusammen, der für "schönere" Zwecke verballert wird.

Ich bin tatsächlich zumindest was die Dauer der Klagen angeht etwas optimistischer umso offensichtlicher der Verstoß ist umso zügiger kann das abgeurteilt werden immerhin war dies der Zweck der neuen Berechnung der Untergrenze.

Schneewitchen

Zitat von: AR76 in Heute um 09:58Ich hoffe, das die Gewerkschaften, gerade der DBB, das auch so klar sehen wie wir hier. Vorausgesetzt, es kommt so im Entwurf.
Und das entsprechend kundtun - SPD und FPD werden da mit aufspringen, machen Parteien ja gerne, wenn sie gerade nicht an der Macht sind.

Und dann muss der Hanni-Effekt für Hendrik kommen, so lange der noch hier ist und nicht im Bund. Es muss weh tun bei jedem Auftritt in der Öffentlichkeit. Dafür gab es seinerzeit bei Facebook schöne Gruppen und es hat Hanni weh getan.
Richtig! Dem MP bei der Wahl Stimmen vorzuenthalten ist die einzige zeitnahe Möglichkeit die wir haben, um auf diese unerhörte Regelung zu reagieren.

Wer so gegenüber seinen Beamten agiert, dem sind auch 100.000 Widersprüche egal. Bis mögliche Klagen beim BVerfG bearbeitet werden sind Wüst und Optendrenk längst nicht mehr in ihren jetzigen Ämtern in NRW. 

Schneewitchen

Zitat von: SAS in Heute um 10:02Ich bin tatsächlich zumindest was die Dauer der Klagen angeht etwas optimistischer umso offensichtlicher der Verstoß ist umso zügiger kann das abgeurteilt werden immerhin war dies der Zweck der neuen Berechnung der Untergrenze.

Das wäre in der Tat wünschenswert und angemessen gegenüber dieser offen zur Schau gestellten Dreistigkeit.

Schmiss

Nichtsdestotrotz muss ja eine Rechnung gezeigt werden, dass A5 Stufe 3 4K die geforderte Untergrenze überschreitet. Es wird also weiterhin Kinderzuschläge geben müssen.

Schneewitchen

Zitat von: Schnarchnase81 in Heute um 09:54Der Haushalt wird ab nächstem Jahr nicht belastet, deswegen gibt es da nix zu verlauten. Im Gegenteil, der Haushalt wird ab nächstem Jahr durch vorenthaltene Erhöhungen entlastet.

Sorry, das war von mir ironisch gemeint. Klar, dass ist ja diese Dreistigkeit, die ihresgleichen sucht.

Selbst in Bundesländern wie Hamburg, Bremen oder Saarland gibt es Verbesserungen zu der aktuellen Tarifübernahmen. Diese Verbesserungen habe ich vor zwei Tagen noch als sehr sparsam empfunden. Die Kollegen in den betreffenden Ländern auch, zumal es eben auch Länder gibt, die deutlich mehr machen. Bislang ist es aber so, dass sich lediglich Bayern einer strukturellen Verbesserung verweigert hat. Aber selbst dort kommen, mit zeitlicher Verzögerung, alle Beamten in den Genuss der Tarifübernahme.

Es bleibt also festzuhalten, dass NRW hier sicherlich der unangefochtene Gewinner der roten Laterne sein wird.

Das muss angemessen honoriert werden. Im April 2027 sind Landtagswahlen. Für mich und mein unmittelbares Umfeld ist die Wahl der CDU hiermit sicherlich absolut ausgeschlossen. Insgesamt hoffe ich auf den Hanni-Effekt.

Die Dame wollte uns seinerzeit ja auch zeigen, dass man mit den Beamten des Landes nach belieben umspringen kann. Damals standen auch Wahlen an und ihr Verhalten wurde auch zeitnah abgestraft.

Wir sind rd. 282 Tausend aktive Landesbeamte und noch einmal rd. 250 Tausend Pensionäre. Dazu kommen dann noch die aktiven und pensionierten Kommunalbeamten. Das ist ein Stimmenpotenzial auf das Herr Wüst offenbar bei den kommenden Wahlen verzichten möchte. Nun, wenn man mich so sehr darum bittet, so werde ich denn diesem Wunsch gerne entsprechen. Meine Frau und meine wahlberechtigten Kinder werden sich dem sicherlich anschließen.