Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche

Begonnen von Franch, 21.10.2020 11:51

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WasDennNun

Zitat von: Lothar57 in 30.08.2021 11:47

  • Einer leitenden Redakteurin mit fast 20 Jahren Tätigkeit für eine Wochenzeitschrift wird von dem zuständigen Dezernenten der Status als Fachkraft abgesprochen. Begründung: Sie habe nicht Publizistik studiert.
  • Ein Personaler bestreitet den Fachkräftemangel, obwohl trotz mehrmaliger Ausschreibung auf eine Höhergruppierungsstelle nur der Singular bei der Bewerberanzahl erreicht wurde. Begründung: Das kommt öfter vor, dass sich nur ein Bewerber meldet.
Beides Versagen des AGs, welches auch mit TV Recht nicht zu verhindern ist
Beides zeigt die mindere Qualität der Personaler, mehr nicht.
Ähnliche Dinge sind bei uns auch passiert, bevor ich hier entsprechend die höheren Bereich eingebunden habe und aufgezeigt habe, was geht und was wir fachlich brauchen.
hat ne Zeit gedauert, und es gibt immer noch Probleme, aber der Denkprozess hat angefangen.
Zitat

Verschiedene Vorschläge zur Diskussion

  • Es wird vereinbart, dass die zuständigen HPR mit den AG einen Punktekatalog entwickeln, an dem sich die Personaler bei ihrer Entscheidung orientieren müssen. Das bloße Billige Ermessen lässt zu viele Schlupflöcher für willkürliche Ablehnungen.
Interessant: also Verwaltungsversagen mit mehr Verwaltung erschlagen.
Warum sollte das Tarifrecht für so etwas sorgen?
Warum sollte Tarifrecht in den Prozess der Stellenbesetzung eingreifen.
Warum macht der AG so etwas nicht auch ohne tariflichen Zwang?
Warum fordert der HPR so etwas nicht von seinem AG und weißt ihn auf dieses Versagen seiner Personaler hin.

Zitat
[/li][li]Die stufengleiche Höhergruppierung wird durchgesetzt. Da hier mit einer Stichtagsregelung zu rechnen ist, muss gleichzeitig der Garantiebetrag für alle vorherigen Höhergruppierungen auf das Niveau der nächsten Stufe angehoben werden.[/li][/list]
Klar, guter Punkt, hat aber nichts mit dem Thema direkt zu tun.
Zitat
  • Es wird eine Quote oder ein Budget für die Anwendung der o.g. Kann-Regelungen vereinbart, dessen Ausschöpfung rechenschaftspflichtig ist.
Nun warum eine Zwangs-Quote haben, wenn die Stellen besetzt werden.
Mehr Budgetfreiheiten für die Anwendung, klar (aber in NI eigentlich zu 2/3 schon gegeben.)
Rechenschaftspflicht klingt da schon besser:
Also Begründen, warum nicht mehr Bewerber da waren oder warum Bewerber abgesprungen sind, wg. wenig Geld.
Wenn da euer PR nicht entsprechend reingrätscht, dann habt ihr halt da loser, die sind ja schließlich mit in dem Gesamtenprozess eingebunden.
Es ist absolut Richtig, dass man das Versagen und die Verantwortlichkeiten der Personaler mal diskutiert.
Und sie bösgläubig macht, dass sie Schuld sind, dass die Stelle nicht besetzt wurde! UND das dadurch Schaden entsteht.
Die Karte habe ich schon einmal gezogen, da wurde aber flugs die Stufe 5 bewilligt.
Zitat
  • Einer Entscheidung über entsprechende Anträge muss zwingend ein persönliches Gespräch mit dem Antragsteller und dessen Vorgesetztem vorausgehen. Das Gesprächsergebnis wird protokolliert und muss in die Begründung miteinbezogen werden.
So wird es bei uns gehandhabt.

Also alles was du da vorschlägst sind ja richtige Dinge: Aber gehören die in einem Tarifvertrag für tausende, unterschiedlich agierende Behörden  mit unterschiedlichsten Bedürfnisse rein?

Meiner Meinung nach Nein!
Wenn der AG dem Personaler glaubt, dass er nicht machen kann, dann muss man dem AG einfach mal zeigen, was alles unterlassen wurde, dann wird der AG auch willig sein, es zu bezahlen.

WasDennNun

Zitat von: Keeper83 in 30.08.2021 12:27
Der blanke Hohn. Bei uns im FD Tiefbau sind aktuell 4 Ingenieurstellen unterschiedlicher Fachrichtungen zu vergeben. Bewerberlage = 0.
Was kann der Grund sein aus deiner Sicht?

Ein Nobelpreis ist übrigens nicht erforderlich.
Langweilige unattraktive Stellenanzeigen an Orten die keiner findet.

Stepstone, XING, .... sind durchaus Orte, wo man (mit Geldeinsatz) Menschen dazu anregen kann, sich mal mit der Stelle zu beschäftigen.
Auch gezieltes Anschreiben von Kandidaten hat bei uns schon mal zu Besetzungen geführt.

Aber solange die Personaler und die Führenden denken, dass in solchen Berufszweigen auch des Gefühl herrscht, man hat den 6er im Lotte, wenn man die Stelle bekommt.....

Nein, das ist eben für MINT Berufe nicht so.
(allerdings schon hier und da für Migrationsmenschen)

Spid

Zitat von: WasDennNun in 01.09.2021 18:11
Zitat
  • Einer Entscheidung über entsprechende Anträge muss zwingend ein persönliches Gespräch mit dem Antragsteller und dessen Vorgesetztem vorausgehen. Das Gesprächsergebnis wird protokolliert und muss in die Begründung miteinbezogen werden.
So wird es bei uns gehandhabt.

Also alles was du da vorschlägst sind ja richtige Dinge: Aber gehören die in einem Tarifvertrag für tausende, unterschiedlich agierende Behörden  mit unterschiedlichsten Bedürfnisse rein?

Meiner Meinung nach Nein!
Wenn der AG dem Personaler glaubt, dass er nicht machen kann, dann muss man dem AG einfach mal zeigen, was alles unterlassen wurde, dann wird der AG auch willig sein, es zu bezahlen.

Ich finde es allein schon befremdlich, vom AN in Angelegenheiten seines Arbeitsvertrages als ,,Antragsteller" zu schreiben. Der AN ist Vertragspartner des AG auf Augenhöhe.

TVWaldschrat

Zitat von: WasDennNun in 01.09.2021 18:19
Zitat von: Keeper83 in 30.08.2021 12:27
Der blanke Hohn. Bei uns im FD Tiefbau sind aktuell 4 Ingenieurstellen unterschiedlicher Fachrichtungen zu vergeben. Bewerberlage = 0.
Was kann der Grund sein aus deiner Sicht?

Ein Nobelpreis ist übrigens nicht erforderlich.
Langweilige unattraktive Stellenanzeigen an Orten die keiner findet.

Stepstone, XING, .... sind durchaus Orte, wo man (mit Geldeinsatz) Menschen dazu anregen kann, sich mal mit der Stelle zu beschäftigen.
Auch gezieltes Anschreiben von Kandidaten hat bei uns schon mal zu Besetzungen geführt.

Aber solange die Personaler und die Führenden denken, dass in solchen Berufszweigen auch des Gefühl herrscht, man hat den 6er im Lotte, wenn man die Stelle bekommt.....

Das ist witzig, hatte heute das Gespräch mit unserer Personalchefin darüber, wie wir unser Bewerberportal gestalten können. Sie, und die Sachbearbeiterin für technisches Personal waren fest überzeugt, dass man damit (modernes Portal = moderner Arbeitgeber) die ganzen guten IT-Fachkräfte anlockt, weil wir ja sonst super interessant sind...

bis ich dann sagte, dass wir eigentlich die sind, die auf andere zugehen müssen.

öfföff


WasDennNun

Zitat von: TVWaldschrat in 01.09.2021 19:21

Das ist witzig,
Ironisch gemeint ? :o

Zitathatte heute das Gespräch mit unserer Personalchefin darüber, wie wir unser Bewerberportal gestalten können. Sie, und die Sachbearbeiterin für technisches Personal waren fest überzeugt, dass man damit (modernes Portal = moderner Arbeitgeber) die ganzen guten IT-Fachkräfte anlockt, weil wir ja sonst super interessant sind...
Ja, super interessant, man findet sie aber nicht.  :-[

Naja, letzte Erfahrungen und jetzt endlich umdenken:
Ausschreibung auf unserem modernen Portal = 2 Bewerber aus dem eigenen Stall.

Ausschreibung gegen Geld mit besseren Text (ironischer Unterton) ein paar Grafiken und blablab

14 Bewerbungen (ok davon 6 echt Müll)

Ergebnis: zwei echte Informatiker werden Eingestellt.
6 weitere waren leider ungeeignet.

Also müssen wir für den dritten Posten weiter suchen.

Zitat
bis ich dann sagte, dass wir eigentlich die sind, die auf andere zugehen müssen.
Und?
Kapiert haben sie es wahrscheinlich nicht.
das wird jetzt für uns der nächste Schritt.

TM100Nbg

Hallo,

bin neu im Forum - lese hier aber schon lange mit.
Vorschläge für die Tarifrunde - aus der Sicht eines Lehrers im Angestelltenverhältnis:

- Sonderzahlung auf 90-100%
- Erweiterung/Einführung der Stufen 7 und ggf. auch 8, nachdem auch die Stufe 6 endlich kam (die ich damit sofort hatte) - es kann nicht sein, dass man nach 15 Jahren "feststeckt".
- Zur Förderung der Nutzung im ÖPVN ggf. Sonderpreise/Nachlässe bei deren Nutzung für Angestellte im ÖD
- Kein "Einfrieren" der Sonderzahlung mehr! - der letzte Abschluss war damit und der Laufzeit für die Medien schön gerechnet, unterm Strich aber moderat
- Laufzeit 12 Monate hart bleiben - wenn 24 Monate, dann mindestens 7%

Grüße aus Nürnberg
Tom



Spid

Dir ist schon klar, daß das Stufensystem einzig dazu dient, über einen möglichst langen Zeitraum das eigentliche Entgelt vorzuenthalten - und 7 oder 8 Stufen dies nur verlängern?

Lothar57

Zitat von: TM100Nbg in 01.09.2021 20:22
Hallo,

bin neu im Forum - lese hier aber schon lange mit.
Vorschläge für die Tarifrunde - aus der Sicht eines Lehrers im Angestelltenverhältnis:

- Sonderzahlung auf 90-100%
- Erweiterung/Einführung der Stufen 7 und ggf. auch 8, nachdem auch die Stufe 6 endlich kam (die ich damit sofort hatte) - es kann nicht sein, dass man nach 15 Jahren "feststeckt".
- Zur Förderung der Nutzung im ÖPVN ggf. Sonderpreise/Nachlässe bei deren Nutzung für Angestellte im ÖD
- Kein "Einfrieren" der Sonderzahlung mehr! - der letzte Abschluss war damit und der Laufzeit für die Medien schön gerechnet, unterm Strich aber moderat
- Laufzeit 12 Monate hart bleiben - wenn 24 Monate, dann mindestens 7%

Grüße aus Nürnberg
Tom

Interessante Vorschläge für einen TB-Lehrer. Hast du schon mal über eine Beförderungsstelle nachgedacht? Auch das wäre eine Möglichkeit, das Entgelt zu verbessern. Die Stufen dienen - wie Spid sagt - ja nur dem Ziel, das eigentliche Entgelt  möglichst lange vorzuenthalten. Einziger Vorteil: Man kann eine Gehaltserhöhung durch bloßes Abwarten erzielen.
Was hältst du stattdessen von den Forderungen nach der Paralleltabelle oder der stufengleichen Höhergruppierung?
Ceterum censeo paralleltabellum esse einzufuehrendam.

Otto1

Zitat von: WasDennNun in 01.09.2021 20:09
Zitat von: TVWaldschrat in 01.09.2021 19:21

Das ist witzig,
Ironisch gemeint ? :o

Zitathatte heute das Gespräch mit unserer Personalchefin darüber, wie wir unser Bewerberportal gestalten können. Sie, und die Sachbearbeiterin für technisches Personal waren fest überzeugt, dass man damit (modernes Portal = moderner Arbeitgeber) die ganzen guten IT-Fachkräfte anlockt, weil wir ja sonst super interessant sind...
Ja, super interessant, man findet sie aber nicht.  :-[

Naja, letzte Erfahrungen und jetzt endlich umdenken:
Ausschreibung auf unserem modernen Portal = 2 Bewerber aus dem eigenen Stall.

Ausschreibung gegen Geld mit besseren Text (ironischer Unterton) ein paar Grafiken und blablab

14 Bewerbungen (ok davon 6 echt Müll)

Ergebnis: zwei echte Informatiker werden Eingestellt.
6 weitere waren leider ungeeignet.

Also müssen wir für den dritten Posten weiter suchen.

Zitat
bis ich dann sagte, dass wir eigentlich die sind, die auf andere zugehen müssen.
Und?
Kapiert haben sie es wahrscheinlich nicht.
das wird jetzt für uns der nächste Schritt.

Xing und Stepstone kosten Geld. Das eigene Portal nicht. Daher muss aus wirtschaftlichen Gründen das eigene Portal genutzt werden.

teclis22

Zitat von: Otto1 in 01.09.2021 20:59


Xing und Stepstone kosten Geld. Das eigene Portal nicht. Daher muss aus wirtschaftlichen Gründen das eigene Portal genutzt werden.

Naja das wäre doch mal ein Thema für eine Bachelor Arbeit.
Das könnte man ja mal untersuchen ob das wirklich wirtschaftlicher ist.

Auch das eigene Portal kostet Geld (Entwicklung, Pflege, Weiterentwicklung, Betrieb, etc.)
Über ein Zeitraum .. z. B. 6 Monate werden durch das Portal x Stellen besetzt. Man könnte also hochrechnen was über einen Nutzzeitraum von z. b. 5 Jahren (was wohl eine vermutete Lebensdauer solch eines Portals ist) betrachten was 1 Stellenbesetzung kostet. Das dann ins Verhältnis setzen was eine Stellenbesetzung über Kostenpflichtige Portale kostet.
Darüber hinaus könnte man noch Untersuchen über die Art der Bewerber anstellen.
Also.. für ein Bachelor Studi bestimmt ein denkbares Thema.

Keeper83

Zitat von: WasDennNun in 01.09.2021 18:19
Zitat von: Keeper83 in 30.08.2021 12:27
Der blanke Hohn. Bei uns im FD Tiefbau sind aktuell 4 Ingenieurstellen unterschiedlicher Fachrichtungen zu vergeben. Bewerberlage = 0.
Was kann der Grund sein aus deiner Sicht?

Ein Nobelpreis ist übrigens nicht erforderlich.
Langweilige unattraktive Stellenanzeigen an Orten die keiner findet.

Stepstone, XING, .... sind durchaus Orte, wo man (mit Geldeinsatz) Menschen dazu anregen kann, sich mal mit der Stelle zu beschäftigen.
Auch gezieltes Anschreiben von Kandidaten hat bei uns schon mal zu Besetzungen geführt.

Aber solange die Personaler und die Führenden denken, dass in solchen Berufszweigen auch des Gefühl herrscht, man hat den 6er im Lotte, wenn man die Stelle bekommt.....

Nein, das ist eben für MINT Berufe nicht so.
(allerdings schon hier und da für Migrationsmenschen)

Natürlich ist das auch ein Versagen des AG. Alles angesprochen unsererseits. Gezieltes ansprechen ist natürlich nötig. Eine Liste mit Kandidaten könnte die Personalbateilung inerhalb einer Stunde von mir bekommen. Ohne Xing.

Wird das Bauprogramm halt weiter zusammen gestrichen. Was solls.


WasDennNun

Zitat von: Otto1 in 01.09.2021 20:59
Xing und Stepstone kosten Geld. Das eigene Portal nicht. Daher muss aus wirtschaftlichen Gründen das eigene Portal genutzt werden.
Also sucht man nicht, sondern will gefunden werden.
Ergo: Kein Bedarf da.
Und da wunderst du dich?
Oder soll jetzt in TV aufgenommen werden, dass Professionell nach Leistungsträger gesucht werden muss?

Der wirtschaftliche Schaden ist also kleiner Stellen nicht zu besetzen, als sie zu besetzen und bisserl Geld dafür zu investieren?

WasDennNun

Zitat von: Keeper83 in 02.09.2021 10:41
Zitat von: WasDennNun in 01.09.2021 18:19
Zitat von: Keeper83 in 30.08.2021 12:27
Der blanke Hohn. Bei uns im FD Tiefbau sind aktuell 4 Ingenieurstellen unterschiedlicher Fachrichtungen zu vergeben. Bewerberlage = 0.
Was kann der Grund sein aus deiner Sicht?

Ein Nobelpreis ist übrigens nicht erforderlich.
Langweilige unattraktive Stellenanzeigen an Orten die keiner findet.

Stepstone, XING, .... sind durchaus Orte, wo man (mit Geldeinsatz) Menschen dazu anregen kann, sich mal mit der Stelle zu beschäftigen.
Auch gezieltes Anschreiben von Kandidaten hat bei uns schon mal zu Besetzungen geführt.

Aber solange die Personaler und die Führenden denken, dass in solchen Berufszweigen auch des Gefühl herrscht, man hat den 6er im Lotte, wenn man die Stelle bekommt.....

Nein, das ist eben für MINT Berufe nicht so.
(allerdings schon hier und da für Migrationsmenschen)

Natürlich ist das auch ein Versagen des AG. Alles angesprochen unsererseits. Gezieltes ansprechen ist natürlich nötig. Eine Liste mit Kandidaten könnte die Personalbateilung inerhalb einer Stunde von mir bekommen. Ohne Xing.

Wird das Bauprogramm halt weiter zusammen gestrichen. Was solls.
Wie gesagt, ich habe denen mal vorgerechnet, was es kostet, die Stelle nicht zu besetzten und welche Schaden dadurch entstehen wird und was es kostet, den Top Bewerber entsprechend seiner Vita zu entlohnen.

Da haben einige Personaler plötzlich Angst vor dieser Verantwortung bekommen.

Organisator

Zitat von: WasDennNun in 02.09.2021 11:10
Oder soll jetzt in TV aufgenommen werden, dass Professionell nach Leistungsträger gesucht werden muss?

Das wäre ja ein schönes Armutszeugnis. Als müssten sich AN und AG darüber verständigen, wie der AG die Personalauswahl ausführt. Als AN wäre es mir wichtig, meine eigene Situation zu verbessern, warum sollte ich mir die AG-Probleme zu eigen machen?