Tarifverhandlungen und die Inflation

Begonnen von Emmi87, 01.10.2021 08:33

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

daseinsvorsorge

Zitat von: MoinMoin in 05.08.2022 14:08
Zitat von: daseinsvorsorge in 05.08.2022 13:44
In welchem Zusammenhang steht Ihre Frage zur Zufriedenheit der verdimitglieder mit meiner Ausage zu Nichtmgliedern ?
Insofern, dass ja nur die Gewerkschaftsmitglieder die Leistung der Gewerkschaft beurteilen soll, nach ihrer Darstellung.
Daher meine Frage an den Gewerkschaftler, ob denn dessen Mitglieder mit den Abschlüssen zufrieden sind.

Die letzten Abschlüsse von verdi  SuE, Pflege UKs, Lufthansa Bodenpersonal sehe ich als sehr gut an. Wie sich zeigt, erhöht ein großer Organisationsgrad die Wahrscheinlichkeit von guten Ergebnissen. Gerne wird in diesem Forum ja auch auf bessere Ergebnisse der IGM verwiesen, die aber wiederum einen höheren Organsiationsgrad als verdi aufweist.

JesuisSVA

In Frankreich liegt der Organisationsgrad insgesamt im einstelligen Bereich. Streiks, seien es dort erlaubte politische oder tarifliche, werden größtenteils durch unorganisierte Arbeitnehmer getragen, die von den Gewerkschaftsforderungen überzeugt sind. Einen Zusammenhang zwischen Organisationsgrad und Gewerkschaftsmacht gibt es also nicht. Oder zweifelt jemand die Macht der Gewerkschaften in Frankreich an, wo der Organisationsgrad erheblich niedriger als in Deutschland ist? Es ist wohl eher eine Frage der Qualität.

MoinMoin

Zitat von: daseinsvorsorge in 05.08.2022 14:38
Zitat von: MoinMoin in 05.08.2022 14:08
Zitat von: daseinsvorsorge in 05.08.2022 13:44
In welchem Zusammenhang steht Ihre Frage zur Zufriedenheit der verdimitglieder mit meiner Ausage zu Nichtmgliedern ?
Insofern, dass ja nur die Gewerkschaftsmitglieder die Leistung der Gewerkschaft beurteilen soll, nach ihrer Darstellung.
Daher meine Frage an den Gewerkschaftler, ob denn dessen Mitglieder mit den Abschlüssen zufrieden sind.

Die letzten Abschlüsse von verdi  SuE, Pflege UKs, Lufthansa Bodenpersonal sehe ich als sehr gut an. Wie sich zeigt, erhöht ein großer Organisationsgrad die Wahrscheinlichkeit von guten Ergebnissen. Gerne wird in diesem Forum ja auch auf bessere Ergebnisse der IGM verwiesen, die aber wiederum einen höheren Organsiationsgrad als verdi aufweist.
Wenn Müllarbeiter streiken oder Kinder nicht mehr in der Kita geparkt werden können, dann bringt streiken eine Sichtbarkeit
Wenn 10% vom Bodenpersonal oder die Piloten streiken, dann merkt es auch jeder.
wenn 70% der Verwaltungsangestellten streiken, dann spürt das niemand, weil es kurzfristig niemanden ernsthaft berührt und es von den Beamten aufgefangen wird.

Insofern: Viel Spaß beim Organisationsgrad, anderswo nennt man das zahnloser Tiger.
Es kommt nicht darauf an wie viele streiken, sondern wer für alle streikt.

Das Ergebnisse bei Sue und Pflege nicht für den Rest der Kollegen genutzt wurden, zeigt das einmal mehr.

Also sollte sich doch ver.di um eine Attraktivität in den Bereichen, wo es dem Staat weh tut, wenn gestreikt wird kümmern, oder nicht?
Damit man dann für alle mehr er streiken kann, durch den qualitativ guten Organisationsgrad.


thesisko


daseinsvorsorge

Zitat von: MoinMoin in 05.08.2022 15:15
...
Wenn 70% der Verwaltungsangestellten streiken, dann spürt das niemand, weil es kurzfristig niemanden ernsthaft berührt und es von den Beamten aufgefangen wird.

Das kommt darauf an, wie lange gestreikt wird. Wenn es ein Warnstreik von wenigen Stunden oder nur ein Streiktag ist, dann sind die Auswirkungen gering. Wenn es schon eine Woche wäre, sieht´s schon anders aus. Und wenn die Beschäftigten (1)79 Tage wie UKs schaffen würden, ja dann könnt man tatsächlich deutliche höhere Ergebnisse erreichen.

Aber das wird nicht passieren, weil zum Einen ein Großteil der Beschäftigten viel zu bequem ist, zum Anderen  Nichtorganiserte sich Streiken über mehrere Tage nicht leisten "können" und letzlich selbst nicht alle Mitglieder den Streikaufrufen folgen. Somit wird es wieder zu den üblichen Ergebnissen kommen; ich tippe mal auf 7,8 % auf 24 Monate.


JesuisSVA

Man sollte die unzureichende Streikbereitschaft und überbordende Bequemlichkeit der Gewerkschaftsmitglieder nicht auf die Nichtmitglieder projizieren. Es gibt keinen Grund zu glauben, dass Nichtmitglieder ebenso phlegmatisch wie Gewerkschaftsmitglieder sind. Nichtmitglieder sind zudem sehr viel eher in der Lage zu streiken, schließlich haben sie nicht die finanzielle Belastung für einen fetten Funktionärsapparat und ideologische Spinnereien zu tragen, sondern können gegenüber den Gewerkschaftsmitgliedern eingesparten Betrag vollständig zum Ausgleich von streikbedingten Verdienstausfällen verwenden. Wie voll (oder muss man eher fragen: wie leer?) sind denn so die Streikkassen der Gewerkschaften? Sind die zu einem Erzwingungsstreik überhaupt in der Lage? Und wenn nicht: sind sie dann überhaupt noch tariffähig?

MoinMoin

Zitat von: daseinsvorsorge in 06.08.2022 15:18
Zitat von: MoinMoin in 05.08.2022 15:15
...
Wenn 70% der Verwaltungsangestellten streiken, dann spürt das niemand, weil es kurzfristig niemanden ernsthaft berührt und es von den Beamten aufgefangen wird.

Das kommt darauf an, wie lange gestreikt wird. Wenn es ein Warnstreik von wenigen Stunden oder nur ein Streiktag ist, dann sind die Auswirkungen gering. Wenn es schon eine Woche wäre, sieht´s schon anders aus.
Sorry, da fehlt mir aber die Phantasie zu sehen in welchem Bereich ein einwöchiger Streik der Verwaltungsangestellten auch nur einen Ansatz an Druck auf die Entscheidungsträger verursachen könnte, weil das Volk murrt.
(und wo ein "Notbetrieb" nicht von Beamten geleistet werden würde)

Bastel

Im Sozialhilfe Bereich kann das schon weh tun...

WasDennNun

Zitat von: Bastel in 06.08.2022 18:14
Im Sozialhilfe Bereich kann das schon weh tun...
Habe neulich gehört, dass wg Personalmangel, im Standesamt Probleme auftauchen, weil die Geburtsurkunden nicht erstellt werden und dadurch Elternzeit, KV und wer weiß was nicht von den Eltern beantragt werden kann.....

Emmi87

Zitat von: WasDennNun in 06.08.2022 19:20
Zitat von: Bastel in 06.08.2022 18:14
Im Sozialhilfe Bereich kann das schon weh tun...
Habe neulich gehört, dass wg Personalmangel, im Standesamt Probleme auftauchen, weil die Geburtsurkunden nicht erstellt werden und dadurch Elternzeit, KV und wer weiß was nicht von den Eltern beantragt werden kann.....

Ja stimmt, wir haben 8 Wochen in Köln auf die Geburtsurkunde gewartet.

skiveren

Hier und jetzt und gültig ab dem 01.01.2023 müssen mindestens 7%, mindestens 300 € her.., bei einer Laufzeit von 12 Monaten...
Vielleicht noch mal für die in Mathematik schwachen Ver.di Verantwortlichen im Klartext...
LAUFZEIT 12 MONATE....nochmal LAUFZEIT 12 MONATE..
Wie sich Ver.di in den letzten Jahren verhalten hat..Minilohnerhöhungen in Boom Jahren völlig unverständlich...
Es muss unbedingt eine, den öffentlichen Dienst vertretene Gewerkschaft her..
Was Ver.di mit den im öffentlichen Dienst Beschäftigten z.Zt. veranstaltet ist eine Zumutung...

Leid tun mir die Beschäftigten der Länder., Ver.di sei Dank..immer wieder Ver.di die nichts erreichen..
Ein katastrophaler Lohnabschluss.., der erst noch für Länderbeschäftigte beginnt.
Da werden viele "Straßenwärter/Kraftfahrer/Winterdienstmitarbeiter/Hausmeister/Gärtner/Elektriker usw.." die 39 - 40 Vollzeit arbeiten zum Sozialamt müssen..Wohngeld erstmals beatragen müssen..
Die Wissen noch gar nicht was auf die zukommt..

daseinsvorsorge

Zitat von: skiveren in 06.08.2022 23:09
Hier und jetzt und gültig ab dem 01.01.2023 müssen mindestens 7%, mindestens 300 € her.., bei einer Laufzeit von 12 Monaten...

Vielleicht noch mal für die in Mathematik schwachen Ver.di Verantwortlichen im Klartext...
LAUFZEIT 12 MONATE....nochmal LAUFZEIT 12 MONATE..

Auch mit Schaum vor´m Mund verbleibt die Frage: Wie schaffen es die Gewerkschaften, die Arbeitgeber dazu zu bringen, solchen Tariferhöhungen und Laufzeiten zuzustimmen ??

JesuisSVA

Erzwingungsstreik! Und wenn sie das nicht können, fehlt ihnen die Tariffähigkeit.

was_guckst_du

Zitat von: Emmi87 in 06.08.2022 22:11/quote]
Ja stimmt, wir haben 8 Wochen in Köln auf die Geburtsurkunde gewartet.
...das  ist noch gar nichts...wir haben damals über 9 Monate auf die Geburt gewartet...und beim zweiten Kind wars auch nicht besser 8)
Gruß aus "Tief im Westen"

Meine Beiträge geben grundsätzlich meine persönliche Meinung zum Thema wieder und beinhalten keine Rechtsberatung. Meistens sind sie ernster Natur, manchmal aber auch nicht. Bei einer obskuren Einzelfallpersönlichkeit antworte ich auch aus therapeutischen Gründen