Besoldungsrunde 2023-2025 Nordrhein-Westfalen

Begonnen von NWB, 12.12.2023 09:27

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

smiteme

Wenn ein Beamter so vorgehen würde gäbe das wahrscheinlich
ein Disziplinarverfahren.... und würde aus dem Dienst entfernt 🫢

philipph

Wie geht es denn jetzt weiter? Der Unterausschuss berichtet an das nächsthöhere Gremium. Und dann?

Reisinger850

Einen Beitrag in der Sitzung fand ich auch ganz passend: man wird finanziell benachteiligt, wenn man Verantwortung im Beruf statt Familie wählt. Das sollte denen zu denken geben, denke aber nicht, dass vor einem neuen BverG Urteil etwas verändert wird. Hier ging es ja eher darum, wie man mit den Widersprüchen in erster Linie überhaupt umgeht, da sie ja für 2023 nicht mehr ruhend gestellt werden sollten.

PS: einer nannte die aktuelle Politik sogar asozial 👌

nevarro

Zitat von: Reisinger850 in 22.01.2024 08:50
Einen Beitrag in der Sitzung fand ich auch ganz passend: man wird finanziell benachteiligt, wenn man Verantwortung im Beruf statt Familie wählt.

Quatsch. Die höhere Besoldungsstufe bleibt bis zur Pensionierung erhalten und auch die Pensionshöhe wird hierdurch maßgeblich beeinflusst. Der Familienzuschlag für Kinder fällt weg, wenn diese nicht mehr in Ausbildung sind und ist auch nicht pensionswirksam.

Floki

Nein nicht Quatsch. Und wieso legst Du für deine Argumentation eine höhere Besoldungsstufe zu Grunde?

nevarro

Zitat von: Floki in 22.01.2024 11:03
Und wieso legst Du für deine Argumentation eine höhere Besoldungsstufe zu Grunde?

Weil Reisinger von mehr Verantwortung sprach. Wenn ich nach A13 besoldet werde, habe ich in Vollzeit immer die gleiche Verantwortung, ob mit oder ohne Kind. Worum es hier geht, ist doch dass der Sachbearbeiter mit A9 und drölfzig Kindern mehr verdient, als der Abteilungsleiter.

Für beide war das Alimentationsprinzip vorher (hoffentlich) transparent. Das Einzige, was sich geändert hat, ist dass manche Bundesländer (z.B. NRW) Ortszuschläge eingeführt haben, die über die Familienzuschläge gewährt werden. An die will Reisinger ran, denn: nachdem er sich über A13 für alle gefreut hatte, merkte er aber, dass er kein A13Z bekommt. Und Transferleistungsbezieher fallen nicht hart genug auf's finanzielle Gesicht, wenn sie arbeitslos werden.

Die erhöhten Zuschläge sehe ich als Vater, der mit Kind definitiv mehr Raum benötigt, als hilfreich an. Ich hätte aber auch gerne gesehen, dass vielleicht 50% der Erhöhung der Familienzuschläge in die Grundbesoldung flössen und ich vielleicht an anderer Stelle Erleichterungen (steuerlich z.B.) erfahre, sodass das Ganze für mich auch nach Ausbildung der Kinder und für die Pension Bestand hat.

Floki

Reisinger hat jemanden aus der Anhörung zitiert. Anhand von deinen Ausführungen gehe ich davon aus, dass Dir diese und der Zusammenhang nicht bekannt ist, oder?


nevarro

Zitat von: Floki in 22.01.2024 11:20
Reisinger hat jemanden aus der Anhörung zitiert. Anhand von deinen Ausführungen gehe ich davon aus, dass Dir diese und der Zusammenhang nicht bekannt ist, oder?

Erleuchte mich, von welcher Konstellation wir hier sprechen. Er hat es ja offensichtlich für diejenigen angeführt, die die Aufzeichnung der Anhörung nicht gesehen haben. So liest sich zumindest sein Beitrag.

Floki

Mir ist das offen gesagt zu umfangreich, um das hier im Detail zu erläutern. Ich kann nur empfehlen sich die Anhörung mit dem dazugehörigen Kontext selbst anzuhören. Dann macht das Zitat tatsächlich Sinn und ist zutreffend.

Reisinger850

#174
Zitat von: nevarro in 22.01.2024 10:59
Zitat von: Reisinger850 in 22.01.2024 08:50
Einen Beitrag in der Sitzung fand ich auch ganz passend: man wird finanziell benachteiligt, wenn man Verantwortung im Beruf statt Familie wählt.

Quatsch. Die höhere Besoldungsstufe bleibt bis zur Pensionierung erhalten und auch die Pensionshöhe wird hierdurch maßgeblich beeinflusst. Der Familienzuschlag für Kinder fällt weg, wenn diese nicht mehr in Ausbildung sind und ist auch nicht pensionswirksam.

Die bei drei Kindern aktuell allein durch Zuschläge gezahlten 300-500.000 Euro bis die Kinder aus dem Haus sind können durchaus als lebenslanger Vorteil gesehen werden, egal, ob die Zuschläge wegfallen oder nicht. Dann investiert man halt ein Drittel davon in Aktien und geniesst damit die Pension oder tilgt den Hauskredit.

,, Einen Beitrag in der Sitzung fand ich auch ganz passend: man wird finanziell benachteiligt, wenn man Verantwortung im Beruf statt Familie wählt.

—> das ist doch aktuell das Hauptproblem bei der NRW -Besoldung. Eine jüngere kinderlose Teilnehmerin hat diesen Satz gesagt. Sie stünde wie viele andere vor der Entscheidung, entweder eine Familie zu gründen und davon finanziell exorbitant zu profitieren. Oder aber sie arbeitet kinderlos in ihrem Amt weiter, mit weniger Aussicht auf finanziellen Ausgleich. Sie ist, glaube ich, beim
DBB und spricht sich ganz klar für eine nachträgliche Erhöhung der Grundgehälter aus.

Ganz ehrlich, wo ist denn aktuell der Anreiz, Karriere zu machen im ÖD, wenn du als A6 mit drei Kindern das gleiche rausbekommst wie ein Single A14? Die Zuschläge haben sich exorbitant erhöht.

Reisinger850

Zitat von: Floki in 22.01.2024 11:20
Reisinger hat jemanden aus der Anhörung zitiert. Anhand von deinen Ausführungen gehe ich davon aus, dass Dir diese und der Zusammenhang nicht bekannt ist, oder?

Genau. Und der Tenor war bei vielen der Wortmeldungen ähnlich...scheint also nicht nur von wenigen kritisch gesehen zu werden @nevarro

Und das was du über mich auswendig zu wissen scheinst, finde ich amüsant. Genau das habe ich gesagt und stehe sehr deutlich weiterhin zu alldem.

nevarro

Zitat von: Reisinger850 in 22.01.2024 14:05
—> das ist doch aktuell das Hauptproblem bei der NRW -Besoldung. Eine jüngere kinderlose Teilnehmerin hat diesen Satz gesagt. Sie stünde wie viele andere vor der Entscheidung, entweder eine Familie zu gründen und davon finanziell exorbitant zu profitieren. Oder aber sie arbeitet kinderlos in ihrem Amt weiter, mit weniger Aussicht auf finanziellen Ausgleich.
Ganz ehrlich, wo ist denn aktuell der Anreiz, Karriere zu machen im ÖD, wenn du als A6 mit drei Kindern das gleiche rausbekommst wie ein Single A14? Die Zuschläge haben sich exorbitant erhöht.

Dann scheint die junge Frau aber ganz andere Probleme zu haben. Sie will also wegen der Zuschläge vielleicht eine Familie gründen? Was ist das denn für ein Blick auf Familie? Sie kann sich ja mal durchrechnen, was sie 18-25 Jahre eine deutlich größere Wohnung, deutlich gestiegene Mobilitäts- und Urlaubskosten, Kinderbetreuung, Finanzierung eines Studiums o.ä. für das Kind etc. kosten würden. Ich glaube nicht, dass die Rechnung tatsächlich aufginge.

Was tatsächlich fatal wäre, also zumindest für die Kinder, wäre doch, wenn bspw. Reisinger sich doch noch verführen ließe, nur aufgrund des in ihm brodelnden Neids, Kinder in die Welt zu setzen.

Man fühle sich also nicht zu geehrt, wenn ich User hier in Beiträgen auch zu anderen, sehr dürftigen Argumenten von ihnen, weiterhin zitiere. Ich habe leider die Angewohnheit, mir geistigen Dünnpfiff Anderer besonders gut merken zu können. Besonders bei Menschen, die nach unten treten und nach oben die Hand aufhalten.

Floki

Das scheint nicht nur die junge Frau so zu sehen, sondern alle Vertreter. Ich kann hier insbesondere die Stellungnahme der Verwaltungsrichter empfehlen, die offensichtlich auch die nötige Expertise mitbringen.

Der Obelix

Zitat von: nevarro in 22.01.2024 14:45
Zitat von: Reisinger850 in 22.01.2024 14:05
—> das ist doch aktuell das Hauptproblem bei der NRW -Besoldung. Eine jüngere kinderlose Teilnehmerin hat diesen Satz gesagt. Sie stünde wie viele andere vor der Entscheidung, entweder eine Familie zu gründen und davon finanziell exorbitant zu profitieren. Oder aber sie arbeitet kinderlos in ihrem Amt weiter, mit weniger Aussicht auf finanziellen Ausgleich.
Ganz ehrlich, wo ist denn aktuell der Anreiz, Karriere zu machen im ÖD, wenn du als A6 mit drei Kindern das gleiche rausbekommst wie ein Single A14? Die Zuschläge haben sich exorbitant erhöht.

Dann scheint die junge Frau aber ganz andere Probleme zu haben. Sie will also wegen der Zuschläge vielleicht eine Familie gründen? Was ist das denn für ein Blick auf Familie? Sie kann sich ja mal durchrechnen, was sie 18-25 Jahre eine deutlich größere Wohnung, deutlich gestiegene Mobilitäts- und Urlaubskosten, Kinderbetreuung, Finanzierung eines Studiums o.ä. für das Kind etc. kosten würden. Ich glaube nicht, dass die Rechnung tatsächlich aufginge.

Was tatsächlich fatal wäre, also zumindest für die Kinder, wäre doch, wenn bspw. Reisinger sich doch noch verführen ließe, nur aufgrund des in ihm brodelnden Neids, Kinder in die Welt zu setzen.

Man fühle sich also nicht zu geehrt, wenn ich User hier in Beiträgen auch zu anderen, sehr dürftigen Argumenten von ihnen, weiterhin zitiere. Ich habe leider die Angewohnheit, mir geistigen Dünnpfiff Anderer besonders gut merken zu können. Besonders bei Menschen, die nach unten treten und nach oben die Hand aufhalten.

Die jüngere Kollegin, die dann Zuschläge mit A6 haben will, müsste dann aber überlegen, Vollzeit mit drei Kindern zu arbeiten. Die Zuschläge werden prozentual nach Teilzeitanteil gekürzt, daher sind auch die Kosten für das Land gar nicht so hoch wie sie sein könnten.

Reisinger850

Die Argumentation war eher, dass sich so immer weniger Leute für höherwertige Tätigkeiten finden liessen und generell ist es natürlich auch extrem demotivierend, wenn kinderlose weiterhin illegal besoldet werden. 

Aber guck es dir doch selber an, vlt. wirst du ein wenig demütiger wenn du siehst, dass die Mehrheit in NRW so denkt bei den Beamten.