Tarifrunde TVöD 2025 - Diskussion I

Begonnen von E15TVL, 09.10.2024 18:47

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burnoutWerner

Ich habe mit einem Insider gesprochen, der ganz oben bei Verdi mitmischt. Er teilte mit: "Frohe Botschaft, die Gespräche finden genau während dem Wahlkampf statt, da lässt sich, wenn es genug Protest gibt, einiges rausholen. Da wird die IG-Metall diesmal in den Schatten gestellt."

Zeit ist Geld. Deswegen bin ich im öD.
Arbeite sehr gerne von Zuhause aus.
Hobbykampfsportler, sieht man mir aber nicht an.

Tarifgeist

Ich denke eine Erhöhung von insgesamt 2,5-3% pro Jahr kann man nun durchaus als gesichert sehen. Mutmaßlich ohne Einmalzahlung, dafür mit sozialem Firlefanz

Tarifgeist

Zitat von: burnoutWerner in 12.11.2024 14:08
Ich habe mit einem Insider gesprochen, der ganz oben bei Verdi mitmischt. Er teilte mit: "Frohe Botschaft, die Gespräche finden genau während dem Wahlkampf statt, da lässt sich, wenn es genug Protest gibt, einiges rausholen. Da wird die IG-Metall diesmal in den Schatten gestellt."

Aha....jetzt kommen also wieder die Insider

7564

Zitat von: Tarifgeist in 12.11.2024 14:11
Ich denke eine Erhöhung von insgesamt 2,5-3% pro Jahr kann man nun durchaus als gesichert sehen. Mutmaßlich ohne Einmalzahlung, dafür mit sozialem Firlefanz

Sprich 5,5% auf zwei Jahre grob geschätzt.
Dazu noch 90% JSZ mit dann wäre es in Ordnung.

Garfield

Zitat von: BAT in 12.11.2024 11:37
Ich würde den Parteien gar nicht ans Zeug flicken wollen, insbesondere nicht bei den Verhandlungen zum Tarif. Bei so einem schwachen Gegner wie Verdi, würde ich auch keine großen Zugeständnisse machen.

Davon ab, ist es aber die Gesellschaft, der Wähler, der es ja nicht anders will. Sei es, weil er so langsam in der Mehrheit ist (Rentner), aber auch insgesamt sehr woke. "Wer sagt den was gegen Soziales" - "die armen Kinder" - "der arme Hund". Um Alles wird sich gekümmert, nicht nur um den, wer es bezahlt.

Der Volkswille wird insgesamt schon korrekt (also in meinen Augen dumm) umgesetzt. Allerdings hat es da in den letzten drei Jahren etwas gehakt...

Letztenendes hat sich das bewahrheitet, was vor 35 Jahren nach dem Fall der Mauer kolportiert wurde: Deutschland (die BRD) wird protestanischer und linker. Da hatten wir seinerzeit im Bekanntenkreis schon Bedenken wegen der Wiedervereinigung.

Endlich haben wir den Schuldigen ausgemacht. Verdammter Martin Luther.

BAT

Verdammt ist er nicht, aber exkommuniziert.  ;)

Keeper83

Zitat von: NelsonMuntz in 12.11.2024 14:06
Zitat von: Keeper83 in 12.11.2024 12:41
In meiner würde sich eine Versorgungssicherheit auf Basis von Freiwilligkeit, Eigenverantwortung und individueller Vertragsgestaltung ergeben.
In Ihrer Welt und mit Ihrem Menschenbild klappt das nur über Zwang und staatlicher Gewalt. Ob erfolgreich oder nicht mag jeder wieder selber beurteilen.

Sie unterfütterten Ihre Kritik am Libertarismus mit unserem Krankenversicherungssystem, das rein gar nichts mit libertaristischen Ansätzen zu tun hat. Was soll ich da entgegnen? Die Vorteile der PKV für die gesamte Gesellschaft habe Ich Ihnen aus eigenem Antrieb genannt, da Ich den Eindruck hatte Sie ständen dieser kritisch gegenüber.

Ich stehe einer PKV überhaupt nicht kritisch gegenüber, sehe aber dennoch die grundsätzliche Notwendigkeit einer garantierten und für alle zugänglichen Grundversorgung. Ob man dies als "Zwang" oder "staatliche Gewalt" betitulieren sollte, überlasse ich gerne der übrigen Leserschaft im Raume. Auch über die Dimension von Sozialleistungen kann man trefflich diskutieren - Ich sehe z.B. Restaurant- oder Kinobesuche definitiv nicht als Teil einer über das Bürgergeld zu finanzierenden sozialen Teilhabe bei gesunden, arbeitsfähigen Menschen. Auch im Rahmen der GRV sähe ich eine Zunahme der eigenverantwortlichen Vorsorge durchaus positiv. Aber das ist weit weg vom Libertarismus.

Ich wiederhole mich an dieser Stelle gerne noch einmal: Libertäre Ideen setzen die Gleichwertigkeit von Fähigkeiten und Möglichkeiten für alle Individuen voraus. Das war/ist/wird nie gegeben sein.

Was mich dennoch befremdet: Warum arbeitet man überhaupt für diesen, die Menschen "versklavenden" Staat, wenn dies der eigenen Lehre so fundamental entgegensteht?

Eine Zwangsversicherung ist eine Zwangsversicherung.

Meinen Abreitsvertrag mit meinem Arbeitgeber habe ich aus freiem Willen auf Augenhöhe abgeschlossen und Ihm so meine Arbeitskraft gegen die Zahlung einer bestimmten Summe zur Verfügung gestellt. Es steht mir frei diesen Vertrag jederzeit wieder, unter den von mir und meinem AG vereinbarten Rahmenbedingungen, zu kündigen. Einen Widerspruch zum Libertarismus kann ich hier nicht erkennen.

Es gibt außerdem nicht "den Staat" als Arbeitgeber. Es gibt zig tausende Arbeitgeber im ÖD.
Meine Tätigkeit würde auch im Libertarismus nachgefragt. Ihre auch?
 

BAT

Wobei Zwangsversicherungen ja noch relativ milde sind.

Zwangsarbeit - wie die Wehrpflicht - halte ich da schon für wesentlich invasiver. Auch die Diskussion zur "Wiedereinführung" sowie die Forderung nach einem sozialen Jahr zeigt, welche Geistes Kind große Teile der Bevölkerung sind.

Bei der Schulpflicht tue ich mich noch schwer. Ist aber auch schone in starker, formender Eingriff.

Aber die SV? Naja...

Platten

#1328
Zitat von: 7564 in 12.11.2024 14:18
Zitat von: Tarifgeist in 12.11.2024 14:11
Ich denke eine Erhöhung von insgesamt 2,5-3% pro Jahr kann man nun durchaus als gesichert sehen. Mutmaßlich ohne Einmalzahlung, dafür mit sozialem Firlefanz

Sprich 5,5% auf zwei Jahre grob geschätzt.
Dazu noch 90% JSZ mit dann wäre es in Ordnung.

Wäääh, da will schon wieder einer das Großkapital ab EG9b bevorzugen. Spülhilfen-Fackelzug, sofort!

Ich freue mich eher auf (mindestens) die Verdoppelung des Grundfreibetrags.
Wenn demnächst der gebähraffine A1 Beamte mit Akademikergehältern alimentiert werden muss, wird man dem Rest ja wohl wenigstens das steuerfreie Existenzminimum in Höhe des Existenzminimum sichernden Bürgergeldes zugestehen, oder etwa nicht? xD

venice89

Zitat von: KingTut in 12.11.2024 12:14
Zitat von: UNameIT in 12.11.2024 12:01

... und Möglichkeit der Nahme von freie Tage statt Geld.


Verstehe ich nicht... Das geht doch immer (unbezahlte Freistellung?!).

Wenn der AG aus rein Bürokratischen Gründen keine Lust drauf kann er einfach NÖ sagen. Deswegen bin ich da für eine flexible Lösung im TVöD mit Wahlmöglichkeit.
Aber bitte so, das ich jedes Jahr aufs neue entscheiden kann: Geld oder Zeit !

Auch so Themen wie Sabatical usw. würden die Attraktivität des ÖD steigern.

NelsonMuntz

Zitat von: Keeper83 in 12.11.2024 15:01
Eine Zwangsversicherung ist eine Zwangsversicherung.

Recht so: Weg mit Autohaftpflichtversicherung. ;)

Zitat
Meinen Abreitsvertrag mit meinem Arbeitgeber habe ich aus freiem Willen auf Augenhöhe abgeschlossen und Ihm so meine Arbeitskraft gegen die Zahlung einer bestimmten Summe zur Verfügung gestellt. Es steht mir frei diesen Vertrag jederzeit wieder, unter den von mir und meinem AG vereinbarten Rahmenbedingungen, zu kündigen. Einen Widerspruch zum Libertarismus kann ich hier nicht erkennen.

Auf Deutsch: Du hast Deine Eingruppierung und das tariflich zugesicherte Entgelt akzeptiert.  8)

Zitat
Es gibt außerdem nicht "den Staat" als Arbeitgeber. Es gibt zig tausende Arbeitgeber im ÖD.
Meine Tätigkeit würde auch im Libertarismus nachgefragt. Ihre auch?

Oh ja, mein Freund - Ich bin überhaupt nicht an den öffentlichen Dienst gebunden und würde in der pW sogar eine erkleckliche Ecke mehr verdienen. Aus meiner höchspersönlichen Gewichtung von Entgelt, Arbeitsbedingungen und Sinnstiftung bin ich aber sehr gerne hier. Ich denke, gerade mit der Sinnstiftung hast Du eher nicht so viel am Hut.

Lustig ist übrigens, dass man Wirtschaftsförderung in den USA (wo mit "Wiesel-auf-dem-Kopf" bald ein vermeintlich libertärer Führer die Regentschaft übernehmen wird) vornehmlich über die Akzeptanz eines erheblichen Haushaltsdefizites realisiert. Wenn's für die Wirtschaft ist, dann jucken keine Schulden, gell? Dass der IRA im internationalen Kontext eine hochinterventionische (und damit überhaupt keine libertäre) Politik darstellt, ist ebenfalls egal, stimmt's?

Von übergeordneten Herausforderungen wie der Klimaerwärmung rede ich hier erst gar nicht (aber laut libertärer Ideologie ist das eh alles nur Humbug).

Ne, mach mal weiter. Und nicht vergessen: Montags immer schön Spazieren gehen! ;)

MoinMoin

Zitat von: NelsonMuntz in 12.11.2024 15:32
Zitat von: Keeper83 in 12.11.2024 15:01
Eine Zwangsversicherung ist eine Zwangsversicherung.

Recht so: Weg mit Autohaftpflichtversicherung. ;)
BTW: Die Krankenversicherung ist ja noch nicht sooo lange eine Zwangsversicherung für alle.

BAT

Im Kern ist sie es bis heute nicht. Stichwort: Kinder bzw.. Familienangehörige.

öfföff

Die moderate Traifeinigung der IG Metall heute ist angemessen. Gut für die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt! Und damit gut für alle.

burnoutWerner

Super wäre so eine Kinderzulage. So 100€ pro Kind.
2-4% Steigerung pro Jahr und eine Kinderzulage.
Die Boomer gehen und man hebelt an den falschen Hebel.
Zeit ist Geld. Deswegen bin ich im öD.
Arbeite sehr gerne von Zuhause aus.
Hobbykampfsportler, sieht man mir aber nicht an.