[Allg] Nach Amtsarzt-Besuch wird nicht umgesetzt, was empfohlen wurde

Begonnen von Jimbo, 02.12.2025 08:44

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Jimbo

Guten Morgen,
ich war längere Zeit erkrankt, habe eine chronische Erkrankung die mich jedoch nicht Dienstunfähig sein lässt, dies wurde auch von dem Amtsarzt bescheinigt. Dieser hat jedoch empfohlen, aufgrund der Umstände und des Arbeitsplatzes, dass ich mindestens 70 % Homeoffice machen soll. Auch der behandelnde Arzt hat dies bescheinigt bzw. Attestiert, ebenfalls hat dieser attestiert, dass ich grundsätzlich noch Arbeitsunfähig bin, jedoch die Wiedereingliederung möchte.

Nun war und ist es so, dass ich nach dem BEM-Gespräch nur übergangsweise 50 % Homeoffice machen darf (man tat sich als heiliger Samariter auf, da man sonst wohl nur 25 % gewährt bzw. einen Tag, obwohl die Vorgabe von höherer Behörde 50 % ist...) und nach der Wiedereingliederung will man dies ggfls. dann einkassieren und nur maximal 25 % gewähren..

Meine Frage die sich mir stellt, ist der Befund des Amtsarztes nicht bindend?
Was würdet ihr jetzt tun? Ich habe täglich starke Schmerzen und muss schauen wie ich die Arbeitszeit überhaupt packe ohne dass ich auf Schmerzmedikamente, die die Heimfahrt schwer machen da ich dann bei einem Unfall wohl nicht versichert wäre, zurückgreifen muss.

Danke für jeden Tipp und Hinweis,

Grüße

HansGeorg

Zitat von: Jimbo in 02.12.2025 08:44
Guten Morgen,
ich war längere Zeit erkrankt, habe eine chronische Erkrankung die mich jedoch nicht Dienstunfähig sein lässt, dies wurde auch von dem Amtsarzt bescheinigt. Dieser hat jedoch empfohlen, aufgrund der Umstände und des Arbeitsplatzes, dass ich mindestens 70 % Homeoffice machen soll. Auch der behandelnde Arzt hat dies bescheinigt bzw. Attestiert, ebenfalls hat dieser attestiert, dass ich grundsätzlich noch Arbeitsunfähig bin, jedoch die Wiedereingliederung möchte.

Nun war und ist es so, dass ich nach dem BEM-Gespräch nur übergangsweise 50 % Homeoffice machen darf (man tat sich als heiliger Samariter auf, da man sonst wohl nur 25 % gewährt bzw. einen Tag, obwohl die Vorgabe von höherer Behörde 50 % ist...) und nach der Wiedereingliederung will man dies ggfls. dann einkassieren und nur maximal 25 % gewähren..

Meine Frage die sich mir stellt, ist der Befund des Amtsarztes nicht bindend?
Was würdet ihr jetzt tun? Ich habe täglich starke Schmerzen und muss schauen wie ich die Arbeitszeit überhaupt packe ohne dass ich auf Schmerzmedikamente, die die Heimfahrt schwer machen da ich dann bei einem Unfall wohl nicht versichert wäre, zurückgreifen muss.

Danke für jeden Tipp und Hinweis,

Grüße

Das ist sehr sehr einfach, wenn du nicht arbeiten kannst bist du krank und dein Arzt wird dich Arbeitsunfähig schreiben. Da du Beamter bist kann der Arzt dich so lange krank schreiben wie er möchte ohne, dass dir Konsequenzen drohen. Schau dir den fall der Lehrerin an die 16 Jahre Krank geschrieben war. Wenn deine Behörde es nicht anders möchte, dass soll sie es so bekommen.

Jimbo

Das ist nämlich genau das was ich mir da denke, aber ich will nicht den typischen Beamten (für Bildleser) darstellen sondern arbeiten, weil ich merke wie mir zuhause die Decke auf den Kopf fällt...

Offenbar will man mich gängeln, ich habe auch nicht den leichtesten Stand in meiner Behörde.

Mir stellt sich nun halt die Frage, während der Wiedereingliederung bzw. danach, falls alles einkassiert wird (ich komme theoretisch auch mit den 50 % klar, aber irgendwie geht es mir um das Prinzip, da man nicht einmal bei meinen Befunden die ich habe, mit irreparablem Schaden, der auch nicht besser wird, weshalb sie nicht sagen können "in 8 Wochen ist dann wieder alles gut und 25 % reichen", mir entgegen kommt und mich ernst nimmt) was ich dann tun soll.
Erneut ausfallen bis zum nächsten Amtsarzt-Termin (denn vorher lassen sie mich mit dem ja auch nicht sprechen um diesem mitzuteilen wie es hier abgeht) oder mit Anwalt sprechen und mit diesem weitere Schritte, wobei mich das wieder in ein Loch ziehen wird aus dem ich kaum rauskomme, da ich dann an nichts anderes denken kann als den Stress mit den Vorgesetzten in meiner relativ kleinen Behörde... Ich glaube das macht mich dann nur noch kränker.

Es ist halt einfach Wahnsinn dass ich mehr als ein halbes Jahr weg war, Befunde etc. habe, Amtsarzt und beandelnde Ärzte mir Dinge attestieren und dann wird mir vor Ort wieder nur übergangsweise wie heilige erklärt wie gütig man ist wenn man mir für 2 oder 3 Monate 50 % HO bewilligt. Ich benötige häufige Pausen und die Möglichkeit, nicht Auto fahren zu müssen wenn ich starke Mittel nehme. Ist vor Ort aber gefühlt allen egal...

Organisator

Zitat von: Jimbo in 02.12.2025 09:12
Das ist nämlich genau das was ich mir da denke, aber ich will nicht den typischen Beamten (für Bildleser) darstellen sondern arbeiten, weil ich merke wie mir zuhause die Decke auf den Kopf fällt...
(...)

Vernunftbegabtes Handeln braucht hier zwei Seiten - nach deinen Schilderungen klappt das seitens der Dienststelle wohl nicht so recht.

Dann bleibt dir für deine Gesundheit wohl nichts anderes übrig, als das Spiel erstmal mitzuspielen. 2 Tage Homeoffice, 1 Tag Büro und dann 2 Tage krank. Und von vorne, bis in der Dienststelle jemand etwas merkt. Bis dahin genieß die langen Wochenenden und übe dich in Achtsamkeit ;)

Ansonsten wäre es noch denkbar, die üblichen Spieler (PR, GleiB, SBV, BEM-Beauftragter) mit einzubinden.

HansGeorg

Ich habe bereits ähnliche Fälle aus eigener Erfahrung mitbekommen und kann dir nur folgendes raten. Lasse dich, wenn du krank bist von deinem Arzt krank schreiben. Wenn dies dann längere Zeit so ist, dann ist das so. Wenn du das nicht machst und deine eigene Gesundheit (langfristig) opferst und damit meine ich auch die psychische, dann muss ich dir leider eröffnen, dass dies keine schlaue Entscheidung ist und viele Menschen in der Geschichte schon bessere getroffen haben. Die Zeit würde ich dann sinnvoll nutzen um mit meinem Hausarzt zu besprechen wie es weitergehen soll und ich würde mich auch schnellst möglich um einen Schwerbehindertengrad bemühen. Wenn es irgendwann einmal dann dein legitimes Ziel ist nur noch Teilzeitdienstfähig oder gar ganz Dienstunfähig (wobei du alle 2 Jahre wieder zurück kommen kannst) zu werden, dann solltest du das ernsthaft mit deinem Arzt besprechen, damit die Befunde die er dann erstell die richtige Sprache sprechen. Mit den richtigen Befunden und einem GdB beantragst du dann selber die Überprüfung auf DU und nimmst alles zum Amtsarzt mit.

Jimbo

Danke euch.

Problematisch eben dass ich bereits psychisch oft am Ende bin und denke, dass ich nichts wert bin, auch nicht für meine Kinder, wenn ich nicht wenigstens arbeite oder unterwegs bin.

Ich bin mehrmals pro Woche in der Physio und muss Gerätetraining machen um irgendwie die Muskeln dazu zu bringen das ganze auszugleichen. Bislang mit mäßigem Erfolg. Nach ca. 4 Std. Arbeit kommen derzeit die Schmerzen stark zurück.

Ich mach mir mal Gedanken und fahre sonst die Tage zu meinem Hausarzt.

Eine Schwerbehinderung ist bereits zu 20 Prozent gegeben, ich habe diesem jedoch Widersprochen da man meine Schmerzen gar nicht wirklich bescheinigt bzw. bedacht hat und das abtut. Leider wurde noch nicht neu beschieden, ich habe aber auch diesen Erstbescheid meiner Behörde vorgelegt, ebenfalls die Atteste etc., aber sie sind offenbar der Meinung sie müssten mich nicht für voll nehmen oder mir entgegenkommen. Zumal wir bei unserer Behörde mit der e-Akte arbeiten und das meiste sowieso von Zuhause ginge.

Puh, schwierig... ich bin eigentlich nicht der Mensch für sowas :(

Organisator

Zitat von: Jimbo in 02.12.2025 09:32
Problematisch eben dass ich bereits psychisch oft am Ende bin und denke, dass ich nichts wert bin, auch nicht für meine Kinder, wenn ich nicht wenigstens arbeite oder unterwegs bin.

Dann wäre das vielleicht auch ein Punkt, an dem man arbeiten kann. Gerade, wenn du viel Zeit hast; vielleicht dann auch gerade für deine Kinder?

HansGeorg

Alle die ich kenne hatten am Anfang Angst die notwendigen Schritte zu gehen. Als es getan war haben aber alle ausnahmslos gesagt, dass sie eine Sache an dem ganzen tierisch bereut haben. Und zwar, dass sie die Schritte nicht schon früher gegangen sind.

clarion

Wenn deine Dienststelle der Empfehlungen des AA nicht nachkommt, dann wird er das bei der nächsten Vorstellung sicherlich nicht zugunsten deines Dienstherrn werten.

Jetzt ist die Frage, ob Du es erst einmal mit 50% Homeoffice probierst, oder Dich um eine Teil DU bemühst. Wurde Dir kein BEM angeboten?  Was sagt denn der BEM Beauftragte? Lässt Du Dich wegen der Schwerbehinderung vertreten? Beispielsweise vom VdK oder einem Anwalt mit Schwerpunkt Sozialrecht?

Jimbo

Also ich probiere gerade während der BEM 50% Homeoffice. Ich merke jedoch, dass ein halber bis dreiviertel Tag schon an der Substanz nagt. Ich habe noch diese und nächste Woche Wiedereingliederung, danach wieder täglich 8 Stunden. Ich habe die Schwerbehindertenvertretung schon gebeten am anschließenden Gespräch dabei zu sein. Vielleicht kann das etwas mehr bewirken.
Bei Teildienstunfähigkeit würde ich jedoch auch nur das halbe Sold bekommen oder nicht? Ich bin noch keine 5 Jahre Beamter, erst nächstes Jahr. Heißt ich riskiere aktuell noch dass ich keine Mindestpension bekomme sollte der Amtsarzt mich komplett raus nehmen. Wobei dieser sicher, wie du schon sagst, eher ein Problem mit der Dienststelle haben dürfte wenn er mitbekommt, dass man dort nicht auf die vorherige Empfehlung eingehen will.
Ich frage mich dann eben auch wieso ich überhaupt dorthin musste, wenn hinterher sowieso egal ist was dieser bescheinigt.

clarion

Hallo Jimbo, das ist natürlich Mist, dass Du noch nicht 5 Jahre verbeamtet bist.

Die Dienststellen sind generell dazu angehalten, Leute nach längerer Krankheit zum Amtsarzt zu schicken. Da musst Du RIr nichts bei denken.

AR76

Ggf. macht ein Fachanwalt Sinn. Oft gehen diese ja gegen die Gutachten vor, aber hier macht es Sinn, dass gegen die Behörde vorgegangen wird.

Jimbo

Guten Morgen, ich noch einmal. Nun ist bald die Zeit vorbei mit der 50 % Homeoffice-Regelung.

Ein Gespräch ergab folgenden Vorwurf (zur Info, vor Weihnachten war ich 5 Tage krank aufgrund Corona, dann noch einmal 3 Tage wegen starker Schmerzen) da ich ja sowieso oft krank bin würde das mit den 50 % Homeoffice eigentlich hinfällig sein da es ja nichts bringe. So offen diese Vorwürfe an den Kopf geknallt zu bekommen finde ich schon sehr erniedrigend. Darf eine Geschäftsleitung, die von sich ernsthaft behauptet sie sei ja nie krank und es allen anderen vorwirft, es so offen raushauen?

Zudem fragte Sie ob ein weiteres Gespräch bzgl. BEM überhaupt nötig sei. Ich habe gesagt ja, da ich die 50 % behalten will, da der Amtsarzt schon 70% empfohlen hat, der Facharzt ebenfalls. Und darauf kam nur wir sollen sprechen wenn ich weiß ob ich operiert werde oder nicht. Man ist nicht gewillt mir hier irgendwie entgegen zu kommen und hat mit mir einfach ein persönliches Problem, eine gewisse Vorgeschichte gab es hier bereits.

Dazu kommt noch dass viele, die sich mit mir halbwegs verstehen und Zeit verbringen, von ihr einen Spruch bekamen von wegen man müsse das im Auge behalten und auch erteilter Urlaubswunsch der Vertreterin der Geschäftsleitung wurde mit Hohn bedacht und gesagt sie hätte mir diesen Urlaub nicht geben sollen nur weil sie sich mit mir gut versteht.

Seitdem nehme ich zu fast allen KollegInnen Abstand, da ich auch niemanden da reinziehen will und dafür sorgen, dass die Personen dann von der Geschäftsleitung einen auf den Deckel bekommen. Heißt ich bin seit mehr als einem Jahr eher Eigenbrödler, gehe in mein Büro und rede kaum mit jemandem, um Ärger zu vermeiden. Für mich grenzt das alles langsam an Mobbing und Ausgrenzung...

Leider weiß ich auch nicht weiter. Die Depressionen werden immer weiter verstärkt und auch schlimmere Gedanken schleichen sich immer weiter ein. Mich macht das alles fertig, da ich eigentlich dachte ein ruhiges, anständiges Berufsleben führen zu können, jedoch macht dieser Druck und die Drangsalierung einiger in diesem Haus meinen Alltag auch privat langsam zur Hölle. Ich weiß nicht was ich noch tun kann oder soll, bei einem weiteren Gespräch werde ich definitiv die Schwerbehindertenvertretung mit hineinnehmen, da ich das nicht wieder alleine angehen werde.

Es macht mich verrückt, dass man mich behandelt wie man es tut und sich dann wundert, wenn Mitarbeiter psychisch und physisch am Stock gehen und keine Lust mehr haben.

Ich wollte mir hier mal Luft machen, ich weiß nicht mehr wie es weiter gehen soll, ich fühle mich seit langer, langer Zeit gemobbt, dazu dann diese scheiß Schmerzen die ich habe, es ist nicht mehr auszuhalten. Und meinen Versetzer, um endlich neu anfangen zu können, haben sie auch nicht bewilligt. Man hilft mir in keiner Richtung irgendwie -.-

Und noch ein Punkt, ich habe keine Lust auf finanziellen Schäden wegen solcher Schikanen, heißt ich will nicht dienstunfähig sein und kaum mehr Geld haben wegen solcher Machenschaften. Ich möchte nur dass man mir hilft dass ich arbeiten kann ohne krank zuhause zu sein. Dass ich dennoch mal ausfalle wegen zu starker Schmerzen kann ja nicht Grund sein mir gar nicht mehr zu helfen...

rs

Ich würde dringend davon abraten sich zu isolieren.
Einfach, weil man manchmal später Zeugen für die Darstellung der Situation braucht.

Gibt es denn bei euch keine übergeordnete Dienstbehörde und/oder einen Mobbingbeauftragten?

Ich rate auch dazu, alles zu dokumentieren.

Jimbo

Übergeordnete Behörde wäre zwar da und Mobbingbeauftragte wohl auch, ich befürchte aber dass es meine Situation nicht wirklich verbessert und nur dazu führt, dass man die Täter Opfer Umkehr erneut probiert. Bereits beim letzten Mal, als ich angesprochen habe dass eine Kollegin mir übel nachredet hieß es darauf nur ich solle doch eine Fortbildung machen zum Thema Konflikte lösen. Das wurde der Kollegin allerdings nie ans Herz gelegt, geschweige denn dem ganzen Mist Einhalt geboten. Es geht immer so weiter...

Du hast Recht, es braucht Zeugen, aber ich habe auch hier Angst dass diese am Ende doch lieber nichts sagen weil sie da nicht reingezogen werden wollen oder dass sie selber dann wirklich noch ins Kreuzfeuer geraten...

Dokumentieren klingt gut, tue ich teilweise auch schon. Ich weiß auch nicht ob ihr das verstehen könnt, ich sitze hier auf der Arbeit, schaffe mein Pensum, gebe mir größte Mühe nicht aufzufallen und dann kommt man mir wieder so daher. Es gibt da auch noch eine Kollegin in meiner Abteilung, sobald die nur droht auszufallen wird für sie alles getan damit sie wenigstens zuhause arbeiten kann. Bei mir dagegen passiert das nicht, ich bekomme keinen Drucker oder anderes um dies auch in größerem Ausmaß zu tun. Es wird mit zweierlei Maß gemessen und das nachweislich. Ich habe diese Anordnung schriftlich gesehen, also dass für die Kollegin dann schon voreilig bereits alles in die Wege geleitet wurde damit sie dann wenigstens zuhause eine Hilfe ist. Und das sind so Dinge die mich an der Gerechtigkeit zweifeln lassen, die mir zeigen dass sie mich zwar loswerden wollen, aber irgendwie auch nicht gehen lassen. Wahrscheinlich will man mich rausmobben damit ich den Beamtenstatus verliere...

Bereits vor zwei oder drei Jahren kam raus dass eine Kollegin, die im Personalrat ist, versucht hat mir Dinge anzuhängen. Das hat sie mir gegenüber dann auch zugegeben als ich sie darauf angesprochen habe. Es ist ein reinster Kindergarten hier.