Beiträge Debeka 2026

Begonnen von wizzard, 08.10.2025 07:58

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Hobbyjurist

Ich gebe zu bedenken, dass mit dem Begriff ,,Vollversicherte" wahrscheinlich nicht die Abgrenzung Vollversicherte (Nichtbeamte) vs. Restkostenversicherte (Beamte) gemeint ist, sondern eher Vollversicherte (Beamte + Nichtbeamte) vs. Zusatzversicherte (z.B. gesetzlich Versicherte mit einer privaten Zahnzusatzversicherung).

- Die Definition auf https://www.versicherungsmagazin.de/lexikon/krankheitskostenvollversicherung-1945759.html#definition spräche dafür.

- Auch statista sagt ,,Die privaten Krankenversicherungen (PKV) zählten zuletzt einen Bestand von 8,7 Millionen Vollversicherten."

- https://www.versicherungsbote.de/id/4912628/Private-Krankenversicherung-Fast-53-Prozent-der-Privatversicherten-sind-Beamte-und-Richter/ inkludiert die 4,6 Mio. Beihilfeberechtigten in die 8,7 Mio. Vollversicherten.

- Auch die Quellen https://www.sozialpolitik-aktuell.de/files/sozialpolitik-aktuell/_Politikfelder/Gesundheitswesen/Datensammlung/PDF-Dateien/abbVI29.pdf und https://www.krankenkassen.de/private-krankenversicherung/statistik/kranken-vollversicherte/ definieren ,,Vollversicherte" dergestalt.

Natürlich klingt der Begriff ,,Vollversicherte" etwas unglücklich, wenn sich da auf der einen knappen Hälfte zu 100 % Versicherte und auf der anderen reichlichen Hälfte zu 50 %, 30 % oder zu einem noch geringeren Prozentsatz Restkostenversicherte tummeln, zumal dann ja die Beitragshöhen sehr unterschiedlich ausfallen. Auch in den Geschäftsberichten der PKVen werden Vollversicherte immer nur zusammen ausgewertet. Ich hätte gerne mal eine Aufstellung gesehen, wie viele Beamte eigentlich bei welcher PKV versichert sind.

Unabhängig von der vielleicht nicht ganz klaren Verwendung des Begriffs ,,Vollversicherte" im DFSI-Rating gingen die von der Wahl der Versichertengruppe beeinflussten Faktoren Marktanteil mit 5 % und Entwicklung der Vollversicherten mit 10 % ohnehin nur mit geringen Gewichten in die Bewertung der Substanzkraft ein.

frankundfrei

ich bin zum 1.1.25 auf den WTarif gewechselt, also Abwahl der Wahlleistungen Stationär, denn 2024 wurde mit eine Erhöhung auf ü 400 € angekündigt. Daraufhin also vom P30+20 und Z30+20 in den W und damit um ca 24 % die P und Z Bausteine reduziert:

ab 1.1.25  gesamt 343,36 EUR    ab 1.1.26 nun 364,67 EUR.
aber darin erhöht sich vor alle ZAHN und der BE1 Tarif stark ---  siehe Foto.

Beamter aktiv, Vers.-Umfang also 50 %, Alter 56, Kommune BW, keine Kinder.

Mir kommt es regelmäßig so vor, als bekomme ich immer da ne Erhöhung (hier Zahn=, wenn ich im Vorjahr hohe Rechnungen einreichte, aber angeblich sind es ja keine personenbezogenen Kalkulationen.
*** memento mori ***

Saxum

#257
Es ist nicht nur "angeblich" sondern Fakt, dass es keine personenbezogene Kalkulationen sind.

Dieses subjektive Gefühl trifft nicht zu, dass die Rechnungseinreichung einen Einfluss auf die Beitragshöhe hat.

Außer natürlich gegebenenfalls auf das ganze Kollektiv gesehen, weil plötzlich alle im Kollektiv überdurchschnittlich krank geworden sind, als es üblich war und so die Rechnungseinreichungen die Kalkulation bzw. Schwellen langfristig gesprengt haben - das muss aber dann schon langfristig sein und nicht nur kurzfristig, um eine Änderung herbeizuführen. Beispielsweise bei einer neuen weit verbreiten Erkrankung bzw. unerwarteter schwerem Verlauf dieser, die alle Versicherten relativ gleichermaßen betroffen hat.

Das einzige was personenbezogen ist ist das "Eintrittsalter" und etwaige "Risikozuschläge" bei Versicherungsabschluss. Selbst wenn Sie also letztes Jahr absolut keine Rechnungen eingereicht haben, hätten Sie die Erhöhungen auch in dieser Form und Höhe erhalten. Genauso kann es sein, dass der bisherige Tarif "mit Wahlleistungen" dafür in diesem Jahr und ggf. je nachdem nächsten Jahren (je nachdem ob man die Schwelle reißt oder nicht) dann nicht weiter gestiegen wäre. Die Kalkulation des Tarifs A ist auch eine andere als die von Tarif B und entsprechend werden die Schwellen unterschiedlich erreicht.

Ein Lied davon erzählen auch alle anderen Beiträge von Versicherten die "nie was einreichen" weil Sie die Beitragsrückerstattung haben wollen und trotzdem eine Beitragserhöhung erhalten.


Panel1

Noch mal kurz zum Thema Vorsorgeaufwendungen.

Ich habe heute (unaufgefordert) einen Brief von der Debeka bekommen, in dem mir die elektronisch übermittelten Beiträge genannt worden sind. Jetzt kann ich meine Berechnung für die Lohnsteuer 2026 abschließen.


Hefty

wenn denn die Beiträge beim Dienstherren ankommen ... sieht man das in Elster?

Hampelmann720

Wenn die Erhöhungen nicht individuell berechnet werden, also Personenbezogen, wieso fallen die dann soooo unterschiedlich aus? Bei mir wurde z.B. um 10 € gesenkt zum 01.01.26  :o

1000Baht

Zitat von: Hefty in 08.12.2025 06:02wenn denn die Beiträge beim Dienstherren ankommen ... sieht man das in Elster?

Ja, wenn du bei ELSTER eine "Auskunft zur elektronischen Lohnsteuerkarte" beantragst.

Wenn die Auskunft übermittelt wurde kannst du sehen, was und wieviel von der KV gemeldet wurde und ob dein Arbeitgeber die Informationen abgerufen hat.

BerndStromberg

#262
Nachdem ich alle 18 Seiten hier durchgelesen habe, hier einmal mein aktueller Beitrag zum Geschehen:

Ich bin vor kurzem vom Bisex- in den Unisex-Tarif der Debeka gewechselt.

Nachdem ich mit der Beitragshöhe bis 2023/2024 immer sehr zufrieden war, haben mich die saftigen Erhöhungen von 25% Anfang 2024(?) und 10% zum 1.1.2026 dazu veranlasst, mir von der Debeka mal meine Beiträge im Unisextarif ausrechnen zu lassen. Und dieser liegt zum 1.1.2026 mit 390 Euro sogar um 20 Euro niedriger als mein mehrfach erhöhter Bisextarif von zuletzt 410 Euro.

Die Leistungen sind beim Unisextarif auch noch besser (u.a. Einbettzimmer, 52 Sitzungen Psychotherapie, höherer Zahnersatz, Zahnreinigung).

Zwar wird  das Vergreisungsargument bei geschlossenen Tarifen wie dem Bisextarif immer wieder in das Reich der Mythen verwiesen, aber irgendwie leuchtet mir das damit verwandte Argument ein, dass Kostensteigerungen aufgrund höherer Lebenserwartungen in einem Tarif mit höherer Altersstruktur und älteren Kalkulationen eher durchschlagen als in besser durchmischten und mit aktuelleren Zahlen kalkulierte Tarife.

Letztlich hat für meinen Wechsel der Umstand den Ausschlag gegeben, dass ich aufgrund eines Dienstherrenwechsels binnen 6 Monaten ohne Gesundheitsprüfung wechseln konnte.

Diese Möglichkeit steht allerdings in ein paar Jahren zunehmend auch den in Pension gehenden Versicherten offen, die wegen Vorerkrankungen derzeit noch den Wechsel in Unisex unterlassen, um Risikozuschläge bzw Leistungsausschlüsse zu vermeiden. Dann dürfte auch die Altersstruktur des Unisextarifs wieder merklich ,,nachaltern" mit negativen Auswirkungen auf die Beitragsstabilität...

Der Standardtarif, der häufig als Argument für den Verbleib in Bisex angeführt wird, hätte mir übrigens auch bei einem Verbleib in Bisex nicht zur Verfügung gestanden, weil ich erst nach dem 1.1.2009 verbeamtet und privatversichert wurde. Ausserdem denke ich, dass wenn Beamte, die zu einem Grossteil bei der Debeka versichert sind, mal flächendeckend ihre Beiträge nicht mehr stemmen können, wir ganz andere Probleme haben, die aus Gründen des Alimentationsprinzips
ein Eingreifen des Gesetzgebers erforderlich machen dürften, sei es durch eine Öffnung der GKV oder durch Erhöhung des Beihilfesatzes oder des Grundgehalts o.ä.

Insgesamt muss ich leider sagen, dass ich meine Entscheidung für die Debeka zunehmend bereue. Sie ist mittlerweile eine der teuersten PKV mit eher mittelmäßigen Tarifen (auch Unisex). Bei der HUK würde ich zB heute 100 Euro weniger zahlen. Leider ist aufgrund einiger Vorerkrankungen der Wechsel zu einer anderen PKV vom Tisch...

oscar0307

Mein Debeka Vertreter hat mir vom Wechsel in den Unisex Tarif abgeraten, da er davon ausgeht, dass auf Grund der Mehrleistungen im Vergleich zum Bisex Tarif in Zukunft die Beiträge deutlicher steigen werden. Nicht jetzt aber auf die nächsten 10 Jahre und weiter gesehen. Das der Bisex deutlich teurer wird liegt seiner Meinung nach auch nicht an mehr ,,Alten" im geschlossenen Bisex Tarif, weil die Altersstruktur global, über alle Tarife hinweg gesehen wird.

Ozymandias

Bisex ist weiterhin für Männer versicherungstheoretisch langfristig günstiger.
Nur weil heute etwas günstiger ist, muss das nicht auf die ganze Lebensdauer des Vertrags so sein. Da man aber keine Wechsel- und Vergleichsmöglichkeit hat, muss man mit seiner Entscheidung so leben.


BerndStromberg

Zitat von: oscar0307 in 27.12.2025 09:34Mein Debeka Vertreter hat mir vom Wechsel in den Unisex Tarif abgeraten, da er davon ausgeht, dass auf Grund der Mehrleistungen im Vergleich zum Bisex Tarif in Zukunft die Beiträge deutlicher steigen werden. Nicht jetzt aber auf die nächsten 10 Jahre und weiter gesehen. Das der Bisex deutlich teurer wird liegt seiner Meinung nach auch nicht an mehr ,,Alten" im geschlossenen Bisex Tarif, weil die Altersstruktur global, über alle Tarife hinweg gesehen wird.
Aber woran denn sonst?

Ein Bisex-Tarif, der weniger Leistungen umfasst als sein Unisex-Pendant und gleichzeitig mehr kostet, scheint mir kein Zukunftsmodell zu sein.

oscar0307

Zitat von: BerndStromberg in 27.12.2025 14:54Aber woran denn sonst?

Ein Bisex-Tarif, der weniger Leistungen umfasst als sein Unisex-Pendant und gleichzeitig mehr kostet, scheint mir kein Zukunftsmodell zu sein.

Jedes Mitglied in der PKV ist ab Unterschrift bis zum Tod doch schon durchkalkuliert. Das einzige, was meines Erachtens dafür spricht ist, dass mehr Gesunde in den Unisex-Tarif wechseln und mehr Kranke in den Bisex-Tarif bleiben. Das erhöht die Kosten in den alten Tarifen dann. Allerdings darf man nicht vergessen, dass mehr Leistungen (Unisex) auch mehr kosten. Die Beiträge können momentan auch zu niedrig kalkuliert sein, um mehr neue Versicherte zu werben. Nachdem es den Tarif erst seit 2012 gibt, kann man nur in die Glaskugel schauen. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Unisex-Tarife mittelfristig deutlich teurer werden. Ob es auch so kommt? Keine Ahnung.

clarion

Doch es wird deutlich teurer werden. Der Haken ist bloß: nicht nur die Debeka. Ein Schlagzeile von gestern: 42 GKVen erhöhen die Zusatzbeiträge.

Das Problem ist, dass niemand den Mut hat, Reformen anzugehen, die nötig wären,  um den Kostenanstieg im Bereich der Inflation zu halten.