Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion I

Begonnen von Admin, 15.11.2025 17:26

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Rowhin

Zitat von: IchLiebeBeamtentum in Gestern um 16:46Naja klar.
Zurück zur Tarifrunde: Wird es diese Woche ein Ergebnis geben? Und wird es zeit- und wirkungsgleich auf uns Beamte übertragen? Was glaubt ihr?

In der Reihenfolge: Nein (es wird diese Woche kein Ergebnis geben). Ja, es wird, sobald es eins gibt, nahezu zeitgleich übertragen werden. Nein, es wird nicht wirkungsgleich sein.

Johann

Zitat von: Zinc in Gestern um 16:34Ich frage mich, warum überhaupt ein Informatiker verbeamtet werden soll/kann...aber diese Diskussion starte ich lieber gar nicht erst  :D
Die Frage stelle ich mir an sich auch. Zumindest in der Gesamtheit. In einzelnen Bereichen ist es durchaus sinnvoll, wenn man Leute hat, die da sind, wenns drauf ankommt. Bspw. hätte die Polizei heutzutage Schwierigkeiten, ihrer Arbeit nachzukommen, wenn deren IT nicht mehr will und möglicherweise gerade niemand greifbar ist, der das wieder repariert.

Aber der ganz überwiegende Teil der Informatiker kann vermutlich die Arbeit auch einfach auf nach dem Warnstreik schieben. Wobei das dann wiederum auch für Verwaltungsleute gilt. So eine Reisekostenabrechnung kann man durchaus auch mal eine Woche schieben.

Ach, an sich wird sowieso zu viel verbeamtet. Ginge auch vieles ohne. Aber verstehe jeden, der das macht, wenn er die Möglichkeit bekommt. :D

Muschebubu

Zitat von: IchLiebeBeamtentum in Gestern um 16:46Naja klar.
Zurück zur Tarifrunde: Wird es diese Woche ein Ergebnis geben? Und wird es zeit- und wirkungsgleich auf uns Beamte übertragen? Was glaubt ihr?

Und die Frage ist für was wichtig? Haben wir nicht gerade vom Bundesverfassungsgericht noch einmal eindrücklich erklärt bekommen, dass das völlig nebensächlich ist? Sollte bei uns 0 rauskommen, bekommst du trotzdem deine dir ,,zustehende" Anpassung, keine Sorge und ansonsten Widerspruch und Klage. Sorge, dass es doch nicht für den Champagner reicht?

Rentenonkel

Zitat von: Johann in Gestern um 18:10Aber der ganz überwiegende Teil der Informatiker kann vermutlich die Arbeit auch einfach auf nach dem Warnstreik schieben. Wobei das dann wiederum auch für Verwaltungsleute gilt. So eine Reisekostenabrechnung kann man durchaus auch mal eine Woche schieben.

Oder für Lokführer. Man kann seine Bahnfahrt ja dann auch einfach mal um eine Woche verschieben.

Halt, da war doch mal was? Ach ja, die bekommen jetzt als Tarifbeschäftigte tatsächlich mehr Geld als früher als Beamte. Komisch, wie konnte dass denn passieren?  ;)

Tarifbeschäftigte sind doch immer günstiger als Beamte, oder vielleicht doch nicht? Die können sich dann besser organisieren, weil ein Streik dann auch effektiv was bringt? Und durch Arbeitskampf und einen hohen Anteil an Gewerkschaftsmitgliedern kann man tatsächlich was bewegen?

Verrückt, wer hätte das gedacht ...

IchLiebeBeamtentum

Zitat von: Muschebubu in Gestern um 20:52Und die Frage ist für was wichtig? Haben wir nicht gerade vom Bundesverfassungsgericht noch einmal eindrücklich erklärt bekommen, dass das völlig nebensächlich ist? Sollte bei uns 0 rauskommen, bekommst du trotzdem deine dir ,,zustehende" Anpassung, keine Sorge und ansonsten Widerspruch und Klage. Sorge, dass es doch nicht für den Champagner reicht?

Vielleicht erhalten wir auch beides😁
Dann wäre Champagner angemessen.
Wann diese Woche wird in der zweiten Runde verhandelt?

Bibliothekar

Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 15. und 16. Januar geplant.

NelsonMuntz

Zitat von: Rentenonkel in Heute um 07:48Oder für Lokführer. Man kann seine Bahnfahrt ja dann auch einfach mal um eine Woche verschieben.

Halt, da war doch mal was? Ach ja, die bekommen jetzt als Tarifbeschäftigte tatsächlich mehr Geld als früher als Beamte. Komisch, wie konnte dass denn passieren?  ;)

Tarifbeschäftigte sind doch immer günstiger als Beamte, oder vielleicht doch nicht? Die können sich dann besser organisieren, weil ein Streik dann auch effektiv was bringt? Und durch Arbeitskampf und einen hohen Anteil an Gewerkschaftsmitgliedern kann man tatsächlich was bewegen?

Verrückt, wer hätte das gedacht ...

Naja, andererseits wird der Bahn heute von geneigten Kreisen eine immense Bedeutung für die Zukunft beigemessen, was sich dann final auch im Amt des Lokführers widerspiegeln würde. Die wären heute vielleicht schon alle im gD und ob die Tarife der GdL da mithalten können, wage ich zu bezweifeln. ;)

Das Grundschullehramt in NRW hat man ja auch von A11 auf A13 gehoben.

Und seien wir mal ehrlich: Gäbe es heute noch die Bundespost, würden wir die Zukunft fest im Auge mit Quadro-ISDN über Kupfer im Internet surfen. Mit fest verdrahteten Miet-Geräten und WLAN erst nach genehmigtem Antrag. Gibt schon so Sachen, wo der öD sich vielleicht besser grundsätzlich zurückhalten sollte.

Für den öD selbst denke ich, dass es einfach besser wäre, wenn man die Bereiche klar trennt und dann konsequent verbeamtet oder TB einstellt. Diese Mischbesetzungen erzeugen nur gegenseitigen Futterneid. Aber vielleicht ist das genau so gewollt? Wer weiß, wer weiß?


Pädi07

Aus der Geschichte lernen. Aber diesmal wird sicher alles ganz anders...

03.11.2023
Die zweite Verhandlungsrunde endet ergebnislos, die Gewerkschaftsseite kündigt für die nächsten Wochen Warnstreiks an. Seitens der Arbeitgeberseite wurde weiterhin kein Angebot vorgelegt.

02.11.2021
Die zweite Verhandlungsrunde endet ohne ein Angebot der Arbeitgeberseite. Seitens der Gewerkschaften werden Warnstreiks angedroht.

06.02.2019
Der erste Tag der zweiten Verhandlungsrunde zur Tarifrunde 2019 endet ohne Ergebnis. Wie erwartet legen die Arbeitgeber weiterhin kein Angebot vor.

Rheini

Wenn man den Geschichtsschreibern traut dann liegt die lange Kupfer Affinität nicht an der Bundespost, sondern an dem inzwischen verstorbenen Altkanzler (derjenige der gerne Saumagen gegessen hat).

xdreamer

Die Schnittchen bei den Verhandlungen sind einfach zu gut als das man direkt ein Angebot vorlegen würde ;-)

Rentenonkel

@Nelson: Leider mussten die Arbeitgeber in der Vergangenheit feststellen, dass der demografische Wandel auch vor dem ÖD keinen Halt macht. So hat man in einigen Bundesländern Lehrer nicht mehr verbeamtet und dann festgestellt, dass sich kaum jemand für den Job bewirbt und die Rolle rückwärts gemacht.

Insgesamt scheint die Einkommensstruktur des ÖD in vielen Bereichen von der allgemeinen Einkommensentwicklung abgekoppelt zu sein, von den Strukturen (Stichwort: Digitalisierung) mal ganz abgesehen. Daher sollte man überlegen, was man machen kann, um die Attraktivität für den ÖD zu erhöhen. Ein solcher Vorschlag, das strikt zu trennen und möglichst wenig Beamte zu ernennen, ohne gleichzeitig das Lohnniveau der TB spürbar anzuheben, würde in meinen Augen das Gegenteil bewirken. Von daher ist es in meinen Augen eine Scheindebatte, weil auch die Politik weiß, dass am Ende viele Stellen unbesetzt bleiben würden. Vielleicht ist das auch die Absicht hinter der Debatte, dann kann man noch mehr Geld einsparen, wenn Planstellen einfach unbesetzt bleiben. Der Bürger kann sein Auto ja auch noch in drei Monaten anmelden, ist ohnehin besser für die Umwelt wenn er weiter mit den Öffis fährt ;)

Jedenfalls sind TB und Beamte, auch wenn es im Alltag nicht so aussieht, strukturell unterschiedliche Konzepte und man kann und darf nicht nur die Vorteile des einen sehen und die Nachteile ausblenden. Eine Neiddebatte bringt in der Tat allerdings niemandem etwas. Ich wollte das auch nicht so verstanden wissen; ich wehre mich nur gegen das Vorurteil, dass Beamte immer teurer sind als TB und der Staat mit mehr TB und weniger Beamte sehr viel Geld einsparen kann. Das sehe ich anders, zumal eine gut funktionierende Verwaltung auch die fdGO stärkt.

Das Problem ist eher strukturell: Während für die TB ein großer Teil der Altersvorsorge in Form von Rentenbeiträgen während der aktiven Zeit angespart wird, ist im Rentenalter die Belastung für die AG in Form der betrieblichen Altersvorsorge deutlich kleiner. Bei Beamten hätten auch in der aktiven Zeit Rücklagen gebildet werden müssen, für die sogar Besoldungserhöhungen geringer ausgefallen sind; diese finden sich aber nur in wenigen Rechtskreisen, so dass die Pensionslast aus dem laufenden Haushalt zu stemmen ist und aufgrund des demografischen Wandels einen immer größeren Posten im Haushalt einnimmt.

Am Ende braucht man in meinen Augen beide: Gut ausgebildete TB und Beamte, um den Laden am Laufen zu halten.