Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion II

Begonnen von Rowhin, 16.01.2026 17:02

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Warnstreik

Zitat von: Meierheim in Gestern um 09:51Unsäglich war auch die Abschaffung der Familienzuschläge, was dazu geführt hat dass die Schere zwischen Beamten und Angestellten auseinanderging.

Unsäglich? Die Familiensituation hat in einem Gehaltstarifvertrag nichts zu suchen - wäre meines Wissens auch nicht EU-Recht-konform. Gleiches gilt für Lebensalterstufen. BAT war damals genauso wenig zeitgemäß wie TVL und TVöD jetzt zeitgemäß sind.

TVLfan

Zitat von: Warnstreik in Gestern um 12:29Unsäglich? Die Familiensituation hat in einem Gehaltstarifvertrag nichts zu suchen - wäre meines Wissens auch nicht EU-Recht-konform. Gleiches gilt für Lebensalterstufen. BAT war damals genauso wenig zeitgemäß wie TVL und TVöD jetzt zeitgemäß sind.
Zitat von: Warnstreik in Gestern um 12:29Unsäglich? Die Familiensituation hat in einem Gehaltstarifvertrag nichts zu suchen - wäre meines Wissens auch nicht EU-Recht-konform. Gleiches gilt für Lebensalterstufen. BAT war damals genauso wenig zeitgemäß wie TVL und TVöD jetzt zeitgemäß sind.

Da gebe ich Dir Recht. Das ist heute nicht mehr zeitgemäß. Aber es kann auch nicht sein, dass ungelernte Kräfte, wie zur Zeit häufig in der Justiz, aus rechtsnahen Berufen eingestellt werden und in der gleichen Gehaltsklasse eingruppiert werden, wie das gelernte Fachpersonal. Auch hier muss nachgesteuert werden. Auch die Gruppenleiter in der Justiz müssen alle eine Gehaltsstufe hoch, unabhängig von der Kopfzahl. Das ist in den Ministerien wohl auch schon angekommen, man kann sich nur noch nicht durchringen......

Mal abwarten was rauskommt.

ignaz

Zitat von: Warnstreik in Gestern um 12:29Unsäglich? Die Familiensituation hat in einem Gehaltstarifvertrag nichts zu suchen - wäre meines Wissens auch nicht EU-Recht-konform. Gleiches gilt für Lebensalterstufen. BAT war damals genauso wenig zeitgemäß wie TVL und TVöD jetzt zeitgemäß sind.

Dann nehmen wir den Beamten diesen ganzen Zulagenblumenstrauß einfach weg und verteilen die dadurch gewonnenen Milliarden monatlich fair auf alle im TV-L.

Alle Single Beamten und alle TBs wären sicher mit einem Schlag um 500€ Netto+ monatlich reicher...die kinderreichen Beamtenfamilien dürften dann halt mal die Realität kennenlernen. Als TB kann ich mein Haus nicht durch Familienzuschläge gegenfinanzieren.

Der größte Irrsinn überhaupt so ein System zu installieren...als TB ist man mit 3 Kindern theoretisch "arm" der Beamte auf der gleichen Ebene dagegen "reich" durch viele Kinder.


Tagelöhner

#483
Gleich kommt der erste getriggerte Beamte und sagt: "Böser Neidhammel! Augen auf bei der Berufswahl, du hättest auch Beamter werden können!"

Ja die Karnickelprämie ist in der aktuellen Ausgestaltung schon irrwitzig und sorgt auch für viel Unmut in der Beamtenschaft. Der hochqualifizierte kinderlose Abteilungsleiter mit viel Verantwortung und vollem Terminkalender, der nachher weniger verdient als sein kinderreicher verheirateter Sachbearbeiter, der Dienst nach Vorschrift leistet und pünktlich Feierabend macht. Kinder sind eine hoch private Angelegenheit, wenn auch gesellschaftlich wichtig. Es ist daher schon lustig, dass diese einem Beamten vergoldet werden, während sich ein Tarifbeschäftigter vielleicht gar keine leisten kann.

Das Problem ist aber nicht der Beamtenstatus mit seinen Privilegien an sich, die einem als Staatsdiener per Gesetz nun mal zustehen, sondern wenn der Beamte in der Praxis so häufig keine hoheitlichen Aufgaben erledigt, die seinen Status überhaupt rechtfertigen.
Nur mit ausgeprägtem Sinn für Humor weiterlesen: Ich habe nichts gegen Beamte, wirklich! Die tun ja nix! :-)

MoinMoin

Zitat von: ignaz in Gestern um 15:44Dann nehmen wir den Beamten diesen ganzen Zulagenblumenstrauß einfach weg und verteilen die dadurch gewonnenen Milliarden monatlich fair auf alle im TV-L.

Alle Single Beamten und alle TBs wären sicher mit einem Schlag um 500€ Netto+ monatlich reicher...die kinderreichen Beamtenfamilien dürften dann halt mal die Realität kennenlernen. Als TB kann ich mein Haus nicht durch Familienzuschläge gegenfinanzieren.

Der größte Irrsinn überhaupt so ein System zu installieren...als TB ist man mit 3 Kindern theoretisch "arm" der Beamte auf der gleichen Ebene dagegen "reich" durch viele Kinder.


Gute Idee, aber dir ist Bewusst, dass dazu das Grundgesetz geändert werden muss. Da aktuell der Beamte und seine Familie alimentiert werden muss.

ignaz

Die, die etwas ändern "könnten".... nun, wer sägt schon an seinem eigenen Ast?

(Aus TVL Neuigkeiten)
https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/chef-des-beamtenbundes-zur-sozialstaatsdebatte-die-beschaftigten-sind-sehr-fleissig-15220453.html

Dabei ist deren Einkommen deutlich gestiegen, eine Grundschullehrerin bekommt inzwischen gut 5000 Euro im Monat.
5000€ Netto verheiratet mit 2 Kindern meint er?
                    oder
e13 Stufe 2 4967€ Brutto? - das sind nur 3k Netto
-  für die Ausbildung unserer Kinder und 5-6 Jahre Studium ein laues Lüftchen...

Der Vorsitzende des Beamtenbundes plädiert für Stellenabbau durch KI?
"Wir werden einen Ersatz für alle diese Beschäftigten auf dem Arbeitsmarkt ohnehin nicht finden, deshalb brauchen wir Digitalisierung und KI"
- gibt's Kennzahlen im ÖD, wo man nachweislich Stellen durch KI ersetzt hat und somit entsprechend nachweislich spart?
bitte die KI Experten und Admins sowie Fachanwender für den Betrieb abziehen. Die Strom und Beschaffungskosten für das lokale "KI" Moped auch gegenrechnen.

BuzzWord Bingo in absoluter Höchstform wieder. KI wirds schon regeln, vermutlich, weiß nur keiner wie...auch egal

Warum ist eine Pension im Schnitt rund 1000 Euro höher als eine Rente?
- die Antwort dazu ist wieder maximaler Unsinn, dass Beamte sich in diesem Punkt stets selbst schlechter darstellen kennen wir...
- lass doch mal rechnen - 1000 Renten vs 1000 Pensionen gleicher EGs/A Gruppen im Vergleich, nach allen notwendigen Abgaben ...bin gespannt.


Nerostar

Das Interview und der Standpunkt klingen vielversprechend.

Ich habe auf Grund meiner Tätigkeit im TVöD natürlich in den vergangenen Jahren immer diese Verhandlungen verfolgt. Dort wurden immer große Forderungen gestellt und im Nachhinein hat man sich mit einem billigen Angebot der Arbeitgeberseite inklusive einer unverschämt langen Laufzeit abspeisen lassen.

Ich bin einfach mal so naiv und hoffe, dass der neue Abschluss den TVL wieder ein gutes Stück nach vorne bringen wird.

SoSo66

Zitat von: TVLfan in Gestern um 15:29Da gebe ich Dir Recht. Das ist heute nicht mehr zeitgemäß. Aber es kann auch nicht sein, dass ungelernte Kräfte, wie zur Zeit häufig in der Justiz, aus rechtsnahen Berufen eingestellt werden und in der gleichen Gehaltsklasse eingruppiert werden, wie das gelernte Fachpersonal. Auch hier muss nachgesteuert werden. Auch die Gruppenleiter in der Justiz müssen alle eine Gehaltsstufe hoch, unabhängig von der Kopfzahl. Das ist in den Ministerien wohl auch schon angekommen, man kann sich nur noch nicht durchringen......

Mal abwarten was rauskommt.

Ich habe selbst in der Justiz gelernt und habe eine wunderbare Kollegin, die beim Anwalt gelernt hat. Sie ist fleißig und gibt sich sehr viel Mühe. Ich würde sie jetzt nicht als ungelernt bezeichnen denn sie hat schließlich eine abgeschlossene Ausbildung und macht die gleiche Arbeit wie ich. Dagegen hat der verheiratete Beamte mit 2 Kindern für die selbige Tätigkeit ein wesentlich höheres Einkommen. Das sollte erstmal geregelt werden. Ich habe nichts gegen Beamte aber in manchen Bereichen, wie im Servicebereich der Justiz sind sie überflüssig.

TVLfan

Zitat von: SoSo66 in Gestern um 19:37Ich habe selbst in der Justiz gelernt und habe eine wunderbare Kollegin, die beim Anwalt gelernt hat. Sie ist fleißig und gibt sich sehr viel Mühe. Ich würde sie jetzt nicht als ungelernt bezeichnen denn sie hat schließlich eine abgeschlossene Ausbildung und macht die gleiche Arbeit wie ich. Dagegen hat der verheiratete Beamte mit 2 Kindern für die selbige Tätigkeit ein wesentlich höheres Einkommen. Das sollte erstmal geregelt werden. Ich habe nichts gegen Beamte aber in manchen Bereichen, wie im Servicebereich der Justiz sind sie überflüssig.

Vielleicht etwas unglücklich formuliert, aber fakt ist, dass die Externen keine Ausbildung haben und trotzdem in vielen Fällen in die Entgeltgruppe 9a kommen. Über Beamte brauchen wir uns hier nicht unterhalten....Da wird sich ehe nix ändern. Mit der Änderung zum TVL und der Abschaffung dieser Zulagen für TB ist das Geschichte und wird auch so bleiben. Wenn man dies wieder einführen würde, müsste man dies auf Kosten der "Jüngeren" machen und man hat es geändert, um gerade Beginnern höhere Einstiegsgehälter zu ermöglichen. Wenn man den Schritt zurück geht, wird man gar keinen Nachwuchs mehr finden.


SoSo66

Zitat von: TVLfan in Gestern um 20:06Vielleicht etwas unglücklich formuliert, aber fakt ist, dass die Externen keine Ausbildung haben und trotzdem in vielen Fällen in die Entgeltgruppe 9a kommen. Über Beamte brauchen wir uns hier nicht unterhalten....Da wird sich ehe nix ändern. Mit der Änderung zum TVL und der Abschaffung dieser Zulagen für TB ist das Geschichte und wird auch so bleiben. Wenn man dies wieder einführen würde, müsste man dies auf Kosten der "Jüngeren" machen und man hat es geändert, um gerade Beginnern höhere Einstiegsgehälter zu ermöglichen. Wenn man den Schritt zurück geht, wird man gar keinen Nachwuchs mehr finden.


Korrekt. Meine Kollegin ist auch in 9a.
Mich wurmt einfach nur der unterschied zum TVöD weil unsere Azubis nach der Ausbildung alle wechseln. Das frustriert uns sehr. Sitzen pro Azubi 2 Monate in unserer Abteilung und wenn keiner da bleibt, ist es enttäuschend und die Lust auszubilden schwindet dann von Jahr zu Jahr.

Muschebubu


ignaz

Zitat von: Muschebubu in Gestern um 22:19https://oeffentlicher-dienst-news.de/dritte-runde-im-oeffentlichen-dienst-laender-beide-seiten-geben-sich-trotz-differenzen-optimistisch/

Hier wird sogar ,,erstmalig" eine vierte Verhandlungsrunde ins Gespräche gebracht. Man möchte im Strahl brechen...

Letzter Satz:
"Die Kritik der Gewerkschaften, der Einigungskorridor liege unter dem TVöD-Abschluss für Bund und Kommunen, weist die TdL zurück."

Mit welcher Begründung erfolgt die Zurückweisung dieser Kritik?

  • 39 statt 40 Wochenstunden?
  • JSZ deutlich höher?
  • 2 Jahre Zeitverlust und mittlerweile 10% Rückstand zum TVÖD
  • Stufengleiche Höhergruppierung
  • 1 Tag mehr Urlaub ab 2027 - den verkaufen Sie uns bestimmt als besonderes Naschi in der 4. Runde 

Rowhin

Zitat von: ignaz in Heute um 06:44Mit welcher Begründung erfolgt die Zurückweisung dieser Kritik?

Wenn ich mit einer fadenscheinigen Begründung für die TdL ankommen müsste, würde ich was faseln von "irrelevanter Vergleich, die Tarifverträge sind grundsätzlich nicht darauf angelegt gleichzulaufen, außerdem sind die Länder in einer besonders schwierigen Haushaltslage, blah blubb, usw.".

Iunius

Zitat von: ignaz in Gestern um 16:38Dabei ist deren Einkommen deutlich gestiegen, eine Grundschullehrerin bekommt inzwischen gut 5000 Euro im Monat.
5000€ Netto verheiratet mit 2 Kindern meint er?
                    oder
e13 Stufe 2 4967€ Brutto? - das sind nur 3k Netto
-  für die Ausbildung unserer Kinder und 5-6 Jahre Studium ein laues Lüftchen...


Beamte bekommen halt kein E13 sondern A13:
Grundgehalt Stufe 3: 5185.88 €
Grundgehalt Stufe 7: 5916.75 €

Damit liegt der verbeamtete Kollege in BW, verheiratet, 2 Kinder, Lohnsteuerklasse 1 schon im Anfangsjahr bei 4.448 Netto. Über 5 - 7 Jahre Studium kann ich da nur müde lächlen. Und die 14 Wochen unterrichtsfreie Zeit sind da noch nicht bedacht. Also ja: das Gras ist grüner bei den Beamten, vor allem an Grundschulen (keine Nachmittagsschule wenn kein GTS-Betrieb) und Gymnasien (Aufstieg nach Zeit in A14 und möglicher Aufstieg in A15).

Aber das ist auch wieder nur eines: die Neiddebatte. JA der Staat gibt zu viel Geld für Beamte aus und diese Wahrheit setzt sich derzeit auch durch in der Politik, soweit gut.
Hilft uns hier aber reichlich wenig.
Als Tarifbeschäftigte über die Kollegen zu jammern gewinnt weder einen Blumentopf noch eine Lohnerhöhung denn das ist es was wir haben: Lohn und keine Alimentation und dafür muss halt gearbeitet werden.

Auch Dienst nach Vorschrift bringt uns nur weiter in Verruf und zementiert den allgemeinen Vorwurf an die Verwaltungen und Tarifbeschäftigten: Wenn du alt und/oder weniger Leistungsfähig wirst wirds Zeit für den öffentlichen Dienst.
Das dies mitnichten so ist (negative Beispiele gibt es überall) wird durch medien- oder öffentlichkeitswirksame (ja auch ein Forum ist öffentlich) zur Schau Stellung von Proletentum nicht gerade gestützt.
Es gibt durchaus Argumente für und gegen eine tarifliche Erhöhung über der Inflation und die Argumente dafür überwiegen meiner Meinung nach - alles andere würde auch nicht helfen.

cyrix42

Was genau soll dieses unreflektierte, weil offensichtlich nicht an der Realität orientierte Lehrer-Bashing hier?

Zitat von: Iunius in Heute um 09:23Und die 14 Wochen unterrichtsfreie Zeit sind da noch nicht bedacht.

Und hast du bedacht, dass die meisten Lehrkräfte während der Schulzeit deutlich mehr als 40h/Woche leisten?

Zitat(keine Nachmittagsschule wenn kein GTS-Betrieb)

Elternabende, Unterrichtsvorbereitung, Fortbildungen, Korrektur, ...

In BW beträgt das reguläre Lehrdeputat für Lehrkräfte an Grundschulen 28 Schulstunden / Woche. Das ist eine ganze Menge Aufwand. Und, btw: Ab dem neuen Schuljahr 2026/2027 haben die Erstklässler_innen bundesweit ein Anrecht auf Ganztagsschulbetreuung, was dann mit diesem Jahrgang bis zur vierten Klasse aufwächst.

ZitatAber das ist auch wieder nur eines: die Neiddebatte.

Eben, was soll das hier also?

Dass man Lehrkräfte nicht verbeamten müsste, da ihre Tätigkeiten zum Großteil nicht hoheitsrechtlich sind (bezüglich der Vergabe von Abschlusszeugnissen, die in die Berufsfreiheit eingreifen, weil man verschiedene Berufe nicht ohne entsprechende Abschlüsse ergreifen kann, mal abgesehen), ist eine andere Frage. (Das der Lehrer_in-Beruf auch so nicht attraktiv genug ist, als dass sich genügend Personen in relevanten Fächern dafür finden, ist aber auch festzustellen...)

Aber all dies hat wenig mit den Tarif-Verhandlungen für uns Angestellte zu tun.