Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion III

Begonnen von username, Heute um 09:31

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daseinsvorsorge

Zitat von: Oliver1976 in Heute um 14:50Wir haben jedenfalls keine mehr und werden deswegen netterweise durch den gemeinsamen Betrieb von unseren TVöD-Kollegen mit abgedeckt.
Wenn Ihr Betrieb trotzdem so weiterläuft ohne gravierende Einschränkungen; waren die Informatiker zuvor überhaupt notwendig?

MrKrabappel

Achtung bei Höhergruppierung vs. Stufenlaufzeit: Zumindest von EG9b Stufe 5 lohnt sich nun direkt die Höhergruppierung nach EG10 Stufe 4, auch wenn man sich kurz vor Stufe 6 befindet. Das ist gekippt, also nachrechnen lohnt sich.

Oliver1976

Zitat von: daseinsvorsorge in Heute um 15:00Wenn Ihr Betrieb trotzdem so weiterläuft ohne gravierende Einschränkungen; waren die Informatiker zuvor überhaupt notwendig?

Es ist doch ganz einfach. Hätten wir nicht das große Glück hier durch einen gemeinsamen Betrieb aufgefangen zu werden, dann würden wir wieder, wie in der Steinzeit auf Schiefertafeln schreiben etc.. Ohne IT keine Server kein nix. Das wäre das Ergebnis. Daher sind Informatiker immer nötig, das ist mal gar keine Frage.

Muschebubu

Zitat von: öfföff in Heute um 12:50Ich (E13) finde die Einigung sehr gut. Das Mehr an Geld reicht völlig! Der eigentlich Lohn im öD ist ja die Quasi-Unkündbarkeit!

Herr Dressel, schreiben Sie unter Ihrem echten Namen, so wirkt es einfach lächerlich.

Nerostar

Kenne mich diesbezüglich nicht aus, aber besteht denn eine realistische Chance, dass das Ergebnis noch abgelehnt werden könnte?

Warnstreik

Ein mittelmäßig "Okay'er" Abschluss. Jährliche Erhöhung merkbar über der derzeitigen Infaltion und einige Schiefpunkte konnten behoben werden.

Was ein wenig Missstimmung erzeugt:
- Bund und Kommunen ziehen jetzt deutlich weiter davon, deren Abschluss war schlicht im Mittel einen Tick besser. (JSZ, Urlaubstag...)
- viel zu lange Nullrunden. Das MUSS sich in Zukunft ändern.
- nach meinem Dafürhalten auch wieder eine zu lange Laufzeit. 24 Monate sollte das absolut Maximum sein in Zukunft.

@Oliver1976
Dass Menschen mit unterschiedlichen Gehältern dieselbe Arbeit machen ist blöd aber absolut normal - aus der Wirtschaft gibt es das deutlich deutlich krasser: Zeitarbeiter oder Kapiazitätsverstärker träumen vom Verdienst eines Festangestellten. Der Festangestellt träumt teils von den Gehältern der externen Berater oder Freelancern, die in Projekten mitarbeiten. Im Öffentlichen Dienst sind Angestellte ihren verbeamteten Kollegen sogut wie immer deutlich schlechter gestellt.
Worauf ich hinaus will: Das ist nicht schön und vielleicht auch nicht fair - aber sicher kein Problem des TV-L-Abschlusses.

@Hamburgzulage
Weiß jemand, ob der Zuschuss zum Deutschlandticket jetzt damit durch ist?

Muschebubu

Zitat von: EDV Sachverständiger in Heute um 13:31Immer wieder das gleiche Geschimpfe nach Tarifverhandlungen:

... (vielleicht weil es dort die EG 9c gibt?)


Woraus leitest du eigentlich ab, dass sich auch der E9c im TVÖD ergibt, dass alle folgenden Entgeltgruppen im TV-L sich vergleichbar verschieben? Man kann auch in der E9 Gruppen zwischen a-z einführen, ohne die Vergleichbarkeit der übrigen Entgeltgruppen zu verlieren.

Muschebubu

Zitat von: Zwockel in Heute um 14:36Keine stufengleiche Höhergruppierung. Ich bin traurig.

Ich auch, insbesondere weil man den Eindruck haben könnte, es beträfe jedes Jahr hunderttausende von Beschäftigte, die sich auf höherwertige Tätigkeiten bewerben würden. Nun werden sie es sicherlich nicht. Was sollte jemandem motivieren, wenn nur der Unterschiedsbetrag rausspringt.

seberus

was man wenn man sagt "Inflationsausgleich" vergisst, ist dass man die Inflation aus dem Netto bezahlt. Die Lohnerhöhung aber Brutto ist. Unterm Stich kann ich mir halt bei einer Erhöhung im Bereich der Inflation am Ende weniger kaufen.

klebezettelcity

Zitat von: cyrix42 in Heute um 14:53Nope, "eingefroren" war sie nur bis 2022...

Korrekt, Danke für den Hinweis.

Wabi Sabi

Zitat von: Nerostar in Heute um 15:10Kenne mich diesbezüglich nicht aus, aber besteht denn eine realistische Chance, dass das Ergebnis noch abgelehnt werden könnte?

Zumindest nicht gänzlich unrealistisch, wie die geringe Zustimmungsquote der ver.di-Mitgliedschaft zur Tarifeinigung TVöD letztes Jahr gezeigt hat.

https://hessen.verdi.de/++co++be321392-d9a3-11ef-ad57-90b11c4f1b2d

Zuvor hatten sich in einer Mitgliederbefragung 52,2 Prozent für die Annahme des Tarifergebnisses ausgesprochen. An der Befragung vom 10. April bis 9. Mai hatten sich 24,1 Prozent der ver.di-Mitglieder beteiligt.


Siehe in diesem Zusammenhang die Ausführungen in folgendem ver.di-Flugblatt vom heutigen Tage (am Ende):

https://cms-s3.verdi.de/drupal/public/2026-02/4080_88_FBL_allg_3%20VHR_03_WEB.pdf?VersionId=bfb59070-4a1f-49da-b4d9-7e76eefa9ae7

Jetzt seid Ihr gefragt
Nun geht es darum, die Diskussionen in Euren Dienststellen und Betrieben zur Tarifeinigung zu führen: Teilt Ihr die Einschätzung Eurer Bundestarifkommission? Möchtet Ihr diese Einigung annehmen oder möchtet Ihr das nicht und seid bereit Eure Kolleg*innen zu aktivieren und mit deutlicher Steigerung länger zu streiken? Die Mitgliederbefragung zur Einigung läuft bis zum 9. März 2026.
An dieser können sich alle ver.di-Mitglieder – auch alle, die noch neu eintreten – beteiligen. Anschließend entscheidet die BTK ö.D. am 12. März 2026 endgültig über die Tarifeinigung.
Ein Blick ins Gesetz erleichtert die Rechtsfindung ungemein!

Faunus

Zitat von: Oliver1976 in Heute um 14:06Problem an allem ist doch, dass Deutschland von der Forschungs- und Innovationskraft gelebt hat. Wo umso weniger geforscht wird, entstehen umso weniger neue Ideen, umso weniger Patente etc...

Mit € 70.000/a (E12/4 TV-L Stand Jan. 2026) ist man also weniger innovativ und wissbegierig als mit € 76.400/a  (E12/4 TVÖD, auch Stand Jan. 2026)? Ist das so?

Durchschnittsgehalt eines Forschers in anderen Ländern ist...?

https://www.manager-magazin.de/unternehmen/karriere/a-517428.html

Ich denke, in dem Maße, wie das Anspruchdenken gewachsen ist, ist die Innovation und Arbeitsleistung gefallen.
Das ist ein Problem vom Standort D.



Zitat von: Oliver1976 in Heute um 14:06Off Topic, weil das die Tage auch schon zu lesen war, dass Bachelor immer mehr verschult werden. Das liegt daran, dass man bei allem, immer den leichteren Weg gehen will und dieses auch von der Gesellschaft vorgelebt wird.

Und zwar die Generation der Lehrenden geht den immer leichteren Weg! Ein weiteres Problem!
Ja nicht die Kinder/Schüler/Studierenden/Auszubildenden fordern, dann müsste man sie fördern und das bedeutet Energie reinstecken, kreativ sein, kein Leben nach der Stechuhr mehr führen können, Konfrontationen leben.
Die Frustrationsschwelle bei den meisten Jungakademikern ist so schnell erreicht... Deshalb sind sie für die Forschung nicht zu gebrauchen. Da wird nur noch ohne etwas zu Hinterfragen völlig stumpf abgearbeitet, weil der nächsten Schein erreicht werden muss für einen "höheren Gehalt", als dem Gesellengehalt.
Und dann jault man wegen dem fehlenden Abstand in den EGs rum.

Der Tarifabschluss hat mich nicht überrascht, aber ich bin etwas verärgert, dass nicht rückwirkend zumindest zum 01.01.2026 erhöht wird, die Laufzeit auf 24 Mon. wäre auch schon zu lang gewesen, die jetzige Laufzeit ist hochärgerlich und was mich immer wieder enttäuscht, ist die Verweigerung der stufengleichen Höhergruppierung. Ich habe mich mit diesem Scheixx die letzten 20 Jahren nur rumgeärgert und hätte mir für die nachfolgende Generation gewünscht, dass der Mist endlich abgeschafft wird.







Nerostar

Vielen Dank! Sehr interessant. Bin gespannt was in der Abstimmung rauskommt. Könnte knapp werden.

cyrix42

Zitat von: seberus in Heute um 15:24was man wenn man sagt "Inflationsausgleich" vergisst, ist dass man die Inflation aus dem Netto bezahlt. Die Lohnerhöhung aber Brutto ist. Unterm Stich kann ich mir halt bei einer Erhöhung im Bereich der Inflation am Ende weniger kaufen.

Diese Schlussfolgerung ist im Allgemeinen so nicht korrekt. Die Einkommensteuer ist zwar progressiv, d.h., der Satz steigt bei steigendem Einkommen; aber um diese "kalte Progression" auszuschalten werden regelmäßig die Sätze -- bzw., ab wann sie greifen -- angepasst.

Die einzige Stelle, die zu geringerer Netto-Auszahlung führt, sind steigende Sozialversicherungssätze. Aber das ist kein Problem des Arbeitgebers sondern der Gesamtgesellschaft.

cyrix42

Zitat von: Nerostar in Heute um 15:34Vielen Dank! Sehr interessant. Bin gespannt was in der Abstimmung rauskommt. Könnte knapp werden.

Bräuchte es nicht eher eine 75%-ige Ablehnungsquote, weil man in einen Erzwingungsstreik treten müsste?