Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion III

Begonnen von username, 14.02.2026 09:31

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hugodehippo

Woher nur kommt diese krude Idee, dass der Staat für die Alimentierung irgendwelcher vermögenden Pflegebedürftigen zuständig sein soll?

Auch die Schenkungssteuer fällt erst ab Schenkungen an Kinder ab 400k€ an; Du kannst alle 10 Jahre diesen Betrag steuerfrei an die Kinderchen verschenken.


Faunus

Zitat von: MoinMoin in Heute um 10:48Nein, das ist falsch. Du solltest dich mal informieren.


Was hier gerade an Falschbehauptungen rumschwirrt... ist das Absicht?

hugodehippo

Zum Thema Tarifrunde.... Das Ergebnis liegt leicht über der erwarteten Inflation.
Jeder hier hat mit dem AG einen Arbeitsvertrag geschlossen, dieser hat zum Zeitpunkt des Abschlusses eine definierte Kaufkraft als Entgeltzahlung enthalten.
Diese Kaufkraft ist doch weitgehend erhalten, also wo liegt euer Problem?

Bzgl. der Umfrage... welche Ergebnisse waren denn zu erwarten? Wenn ich eine Umfrage des Inhaltes "Verdienst Du genug bzw. hast Du genug Geld vs. Bist Du für Deine erheblichen Leistungen und Deine Raketentechnikerausbildung ausreichend vergütet/ darf´s ein wenig mehr sein" starte dann ist das Ergebnis voraussichtlich ähnlich der hiesigen Umfrage....

Btw, letztens in der Tagessschau: "Die vergangenen Krisen haben D 1 Billion Euro gekostet".
Was genau glaubt ihr wer diese Zeche bezahlt?

KeLiSi

Warum wird für uns keine 38-Stunden-Woche gefordert? Bund und Kommune haben das schon längst für sich durchgesetzt..

Das Ergebnis ist wieder mal enttäuschend.

Aleksandra

Zitat von: MoinMoin in Heute um 09:07Natürlich, aber die Diskussion dreht sich nicht im Amazonfahrer, die brauchen Gewerkschaften, sondern um >EG9 Berufe.
Und in dem Sektor kenne persönlich keine Firma, die nicht jährliche "freiwillige" Gehaltsanpassungen machen, damit man nicht in 100 Einzelgesprächen versandet.
so siehts aus. Wenn man nicht grade im allerletzten Ausbeuterbetrieb arbeitet, dann gibt es automatisch eine Lohnerhöhung ca. auf dem Niveau der allgemeinen Nettolohnentwicklungen. Nur wer darüber hinaus mehr will, der muss da aktiv verhandeln. Aber dann muss er dafür auch was leisten, da wären wir bei den Karriereschritten.

Und genau letzteres hat der ÖD Mitarbeiter an den Tareifvertrag ausgelagtert. Die Erhöhung des Gehaltes kommt über die Erfahrungsstufen oder eben über eine höhere Entgeltstufe.
Reallohnverlust seit Dienstantritt: 2,33%
2022: Inflation 6,9% - Verdi 1,8%
2023: Inflation 5,9% - Verdi 0%
2024: Inflation 2,2% - Verdi 9,03%
2025: Inflation 2,4% - Verdi 3,00%
2026/7: Inflation 2,75% - Verdi 3,99%

Ingenieur007

Zitat von: hugodehippo in Heute um 10:55Zum Thema Tarifrunde.... Das Ergebnis liegt leicht über der erwarteten Inflation.
Jeder hier hat mit dem AG einen Arbeitsvertrag geschlossen, dieser hat zum Zeitpunkt des Abschlusses eine definierte Kaufkraft als Entgeltzahlung enthalten.
Diese Kaufkraft ist doch weitgehend erhalten, also wo liegt euer Problem?

Der TV‑L konkurriert faktisch mit dem TVöD, und zwar besonders in den Berufsgruppen, in denen der Arbeitsmarkt eng ist – Ingenieurwesen, IT, Medizin, spezialisierte Verwaltung. Dass der TVöD in meiner Entgeltgruppe ab Mai rund 6.000 € voraus ist, ist kein Detail, sondern ein strukturelles Problem. Und genau deshalb eine Standort- und Wettbewerbsfrage. 

Oliver1976

Zitat von: Coffee86 in Heute um 08:23Deswegen sagte ich ja bewusst. Es veranschaulicht das Problem der Diskrepanz sicherlich, nicht aber das es ein reales Problem ist. Wenn 2 Projektteams am gleichen Projekt arbeiten für zwei verschiedene Arbeitgeber, ist es auch Nonsens, wenn ich mich über das Gehalt des Kollegen des anderen AGs echauffiere. Es sind nun mal zwei verschiedene AGs. Da geht's auch um die Jobsicherheit. Auch bei Fraunhofer gab es letztes Jahr schon eine Institutsschließung inkl. Sozialplan und auch so schon Standortschließungen. Man ist hier deutlich enger an die wirtschaftliche Lage gebunden als an der Uni. Eine Dauerstelle an der Uni kann man eigentlich nicht verlieren.

Dass der TVöD dem TV-L immer mehr enteilt (zumindest ab EG9) ist aber natürlich nicht von der Hand zu weisen. Darum ging es mir auch nicht. Mehr Urlaubstage, höhere JSZ, stufengleiche HG, usw. - ist deutlich attraktiver als der TV-L. Mir gings nur darum, dass es i.d.R. kein Gespräch geben dürfte zwischen Uni und AuFEn, da man hier entsprechend schon Wissen sollte, worauf man sich eingelassen hat und welche Tarife wie laufen/verhandelt werden.

Für dich zur Info: Ein Team mit AN aus TV-L und TVöD durch Kooperationsvertrag. Teammitglieder reden nun mal untereinander und auch übers Geld. Ist bei uns vielleicht ein besonderes und seltenes Konstrukt. Es existiert aber.

hugodehippo

Der TVL konkurriert mit überhaupt gar nix, das ist ein eigenständiger TV.

Die Arbeitgeber ( öffentlich wie privat) konkurrieren ggf. hinsichtlich der Personalgewinnung.
Es steht jedem frei, sich auch außerhalb des TVL zu orientieren. Mit allen Vor- und Nachteilen.

Wenn ich mich in unserem Hause so umschaue beschleicht mich allerdings häufig das Gefühl, das es Gründe dafür gibt, das eben genau diese Umorientierung nicht erfolgt.

Solange der AG damit leben kann, dass Stellen eher mittelmäßig besetzt werden, sehe ich hier auch kein Problem.
Die wirklich guten Leute gehen doch sowieso in die pW, da konkurriert der öD ohnehin nicht.

NelsonMuntz

Zitat von: Ingenieur007 in Heute um 11:22Der TV‑L konkurriert faktisch mit dem TVöD, und zwar besonders in den Berufsgruppen, in denen der Arbeitsmarkt eng ist – Ingenieurwesen, IT, Medizin, spezialisierte Verwaltung. Dass der TVöD in meiner Entgeltgruppe ab Mai rund 6.000 € voraus ist, ist kein Detail, sondern ein strukturelles Problem. Und genau deshalb eine Standort- und Wettbewerbsfrage. 

Das würde ich so nicht verallgemeinern. Zum einen muss man ja nicht nur die EG vergleichen, sondern auch die konkreten Aufgaben und Rahmenbedingungen, die mit dem Arbeitsplatz einhergehen. Zum anderen sind die Kommunen bezüglich Zulagen noch knauseriger als das Land.

Am Ende muss jeder ganz individuell für sich selbst entscheiden, ob die erbrachte Leistung mit der Bezahlung konform ist. Ist das nicht der Fall, muss man sich bewegen.

Ich hätte auch schon in die IT im Bereich TVöD wechseln können - Aufgaben und Arbeitsbedingungen waren aber unterirdisch. Da helfen auch keine 6k+ im Jahr. Ist aber wie gesagt: Eine individuelle Entscheidung.

Daniel82

Zitat von: IchLiebeBeamtentum in Heute um 09:59Hat der Öffentliche Dienst denn überhaupt keine Vorteile mehr oder ist es hier überwiegend Jammern auf hohem Niveau?

Ich weiß ich werde hier jetzt nicht auf Beliebtheit treffen, aber meines Erachtens ist das hier Jammern auf hohem Niveau.
Wenn man sich mal die Mediangehälter anschaut, da steht der öD auch der TVL gar nicht mal so schlecht dar. Dazu hat man noch, in den meisten Bereichen, ein ruhigeres leben, einen sicheren Arbeitsplatz und man ist im Rentenalter nicht ausgelaucht, wie in vielen anderen Berufen, die unter dem Mediangehalt arbeiten.
Wie schon viele hier gesagt haben, wenn man mit dem TVL unzufrieden ist, dann wechselt in den TVöD, wenn es doch angeblich so leicht ist. Viele machen es aber nicht, weil sie am Ende doch ihre Vorzüge genießen.
Auch ich bin nicht voll zufrieden mit dem Abschluss, gerade in Bezug auf JSZ und Arbeitsstunden, aber was das Gehalt angeht  bin ich zufrieden und komme auch gut über die Runden.

hugodehippo

Der öD ist nach wie vor recht attraktiv für Nichtakademiker oder auch für Akademiker mit in der pW wenig bis nicht nachgefragten Ausbildungen.

Unattraktiv für IT´ler, MINT-Menschen u.ä., wobei hier meiner Erfahrung nach das Anforderungsprofil im öD auch ein anderes als in der pW ist. Hier gilt es dann abzuwägen.

Faunus


Zitat von: Daniel82 in Heute um 12:14Ich weiß ich werde hier jetzt nicht auf Beliebtheit treffen, aber meines Erachtens ist das hier Jammern auf hohem Niveau.


+ ;)

BVerfGBeliever

Zitat von: MasterNoname89 in Heute um 10:15Das Erbe wird doch besteuert, nämlich bei direkten Nachkommen ab 400.000 €

1.) Das monatliche Gehalt eines E15/6-Angestellten steigt ab April um 213,94 € (von 7.640,58 € auf 7.854,52 €). Von diesen 213,94 € werden ihm in Steuerklasse I unter anderem Steuern (85,91 €), Soli (8,45 €), RV (20,99 €), ALV (2,93 €) und VBL (3,88 €) abgezogen. Insgesamt werden ihm also 57,1% (!) von den 213,94 € abgezogen, so dass sein Nettogehalt um lediglich 91,78 € steigt.

2.) Im Gegensatz dazu kann sich der genannte Angestellte von jedem seiner beiden Elternteile alle zehn Jahre völlig leistungslos bis zu 400.000 € schenken lassen, ohne auch nur einen einzigen Cent Steuern oder sonstige Abgaben bezahlen zu müssen.


Du findest es also "angemessen", dass ihm einerseits mehr als 57% einer Gehaltserhöhung abgezogen werden, er sich aber andererseits alle zehn Jahre bis zu 800.000 € völlig steuer- und abgabenfrei von seinen Eltern schenken lassen kann? [Und für den 800.001-ten geschenkten Euro muss er übrigens nicht 57%, sondern gerade mal 7% zahlen, aber das nur am Rande.]

Tagelöhner

Wenn ihr Neiddebatten führen wollt, geht doch in die Beamtenbereiche dieses Forums, die kennen sich damit aus.  ::)  ;D
Nur mit ausgeprägtem Sinn für Humor weiterlesen: Ich habe nichts gegen Beamte, wirklich! Die tun ja nix! :-)

TVLfan

Hallo. Warum hat sich die Arbeitgeberseite erneut auf den Arbeitsvorgang gestürzt. Wenn das jetzt die Taktik ist, werden wir auch in den kommenden Tarifrunden keine vernünftigen Abschlüsse erhalten.
Ich dachte eigentliche, dass mit den Urteilen zu der Eingruppierung "9a" jetzt das Thema durch ist.

Wenn nicht, haben wir wahrlich schlechte Karten. Weil dann wird das Fass wohl ja wohl immer erneut aufgemacht, oder?