Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion III

Begonnen von username, 14.02.2026 09:31

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

Arch

Zitat von: sigma5345 in Heute um 11:23Klar kannst du meckern - aber auch das wird halt nix ändern - außer du veränderst dich und arbeitest irgendwo, wo mehr Geld zu verdienen ist. Denn selbst wenn wir alle in der Gewerkschaft wären, würde über den dann besseren Abschluss jeder denken "da wäre mehr drin gewesen". Das ist nun mal die Natur des Menschen.

Ich meine mal im Ernst - jeder kannte vor der Unterschrift die Entgelttabelle und Dank solcher Seiten wie dieser hier kann man sich alle Tarifergebnisse seit 2006 anschauen. Wenn man dann mal Eins und eins zusammenzählt, weiß man wo die Reise finanziell hingehen wird (oder anders gesagt: es gab noch nie einen wirklich guten Tarifabschluss). Man bekommt regelmäßig mehr Geld, aber niemand wird reich.
Also entweder die Aufgabe ist geil oder/und man weiß einfach auch anderen Seiten des öD zu schätzen. Ich denke da hat jeder seine individuelle Motivation :-).

Sorry, mir geht es auch aktuell nicht um mehr % oder faktisch mehr Brutto.
Sondern eben um Arbeitszeit beim mir 40h/Woche zu 39h/Woche im TVöD, JSZ, Umwandlung JSZ, 1 Tag Urlaub für Gewerkschaftsmitglieder.

Das Umgerechnet ist viel Unterschied, der im Abstand zum TVöD oben drauf kommt.

Oder eben um 36-38h/Woche an vier Arbeitstagen.

Wenn man sich vor den Verhandlungen schon aufgegeben hat warum verhandelt man dann???




sigma5345

Zitat von: Arch in Heute um 11:41Ich könnte ja auch die Argumentation umdrehen, die im Pflegeberuf und Ärzte in Krankenhäusern und AN im Schichtdienst wußten doch auch vor Dienstantritt das es kein Ponyhof ist, warum bekommen die jetzt mehr als ich? Und warum machen die keinen andern Job?
Weil es davon nicht viele gibt und Krankenhäuser ohne Personal schlecht fürs Presseimage sind  ;D .

Im TVöD verhandelt der Bund mit .... und das die ganz gut darin sind Geld rauszuhauen wissen wir doch. Allerdings muss man auch sagen, dass die nur einen Bruchteils des Personals zu bezahlen haben wie die Länder.
Ich will das alles nicht schön reden, und ich denke auch, dass Wertschätzung anders aussehen sollte, aber wenn einen das unzufrieden macht und zerfrisst, sollte man lieber einen anderen AG suchen, denn es wird sich in den nächsten Jahren absehbar nicht ändern.

Arch

Zitat von: sigma5345 in Heute um 12:02Weil es davon nicht viele gibt und Krankenhäuser ohne Personal schlecht fürs Presseimage sind  ;D .

Im TVöD verhandelt der Bund mit .... und das die ganz gut darin sind Geld rauszuhauen wissen wir doch. Allerdings muss man auch sagen, dass die nur einen Bruchteils des Personals zu bezahlen haben wie die Länder.
Ich will das alles nicht schön reden, und ich denke auch, dass Wertschätzung anders aussehen sollte, aber wenn einen das unzufrieden macht und zerfrisst, sollte man lieber einen anderen AG suchen, denn es wird sich in den nächsten Jahren absehbar nicht ändern.

Ich vermute der eigt. Knackpunkt ist woanders, ich habe dies schonmal erfragt, aber keien ANtwort erhalten.

Wie ist die EG Verteilung in Gruppen zu Beschäftigten im Vergl. zu TVöD? Hat jemand solche Statistiken? oder den Weg dahin?

Warnstreik

Zitat von: Arch in Heute um 11:20Ingesamt hast Du hast leider den Aspekt der Kosten für das ehem. Studium, der zwei notwendigen Fahrzeuge, des schlecht getimten Kinder kriegens, etwaigen Fortbildungen, Berufsverbänden, Gewerkschaften uvw. überlesen oder nicht bedenken wollen.

Ich überlege grade ob du das ernst meinst. Ja, oder? Alles von dem oben genannten liegt/lag in deiner Verantwortund und hätte jeweils anders gelebt werden können. Wieso sollen alle besonders auf deine Lebensentscheidungen abstellen?

Ich verstehe deine Punkte - das sind alles gut verhandelte Bestandteile, allerdings haben bei Tarifverhandlungen so gut wie immer Tabellenerhöhungen Vorrang und in den letzten Abfragen vor den Tarifrunden wurde das auch klar kommuniziert. Arbeitszeitverminderung wird derzeit defintiv nicht gewollt - die Boomer gehen raus, es fehlen Arbeitskräfte. In der Politik wird derzeit eher eine länger Arbeitszeit diskutiert. Die JSZ-Anpassung sollte wenn, dann im Interesse der Arbeitgeber sein um Spezialisten zu bekommen. Aus Gewerkschaftssicht ist es eine Anpassung für recht wenige - erst ab TG12 ist es überhaupt relevant. Aber wie gesagt: Am Ende geht es vom Gesamtkuchen ab, das hätte zum Beispiel für EG11 zur Folge sogar im Vergleich zum jetzigen Abschluss minus zu machen. Die ganzen Lehrer sind hier verdammt teuer so diese Erhöung auf die Beamten umgerechnet wird.

Im Vergleich mit anderen Tarifabschlüssen lag der TV-L in den letzten Jahren garnicht schlecht und auch dieser Abschluss ist nicht schlecht. Einzig der Vergleich mit dem TVöD in den höheren EGs ist für eben diese natürlich ernüchternd.

NelsonMuntz

Zitat von: Arch in Heute um 11:44Sorry, Laufbahngruppe 2.1.

Es gibt auch keine Laufbahngruppen für Tarifbeschäftigte ;)

... bei uns im Haus wird das seitens der PA aber auch mit präziser Beharrlichkeit falsch verwendet, sei Dir also verziehen.

cyrix42

Zitat von: NelsonMuntz in Heute um 12:11Es gibt auch keine Laufbahngruppen für Tarifbeschäftigte ;)

... bei uns im Haus wird das seitens der PA aber auch mit präziser Beharrlichkeit falsch verwendet, sei Dir also verziehen.

Das ist hier schon eine relevante Unterscheidung, die ich durchaus betonen würde: Während Beamte nach ihren Bildungsabschlüssen in verschiedene Laufbahnen einsortiert (und dann auch entsprechend besoldet bzw. alimentiert) werden, ist dies für Tarif-Beschäftigte explizit *nicht* der Fall. Hier zählen die dauerhaft zur Ausübung übertragenen Tätigkeiten.

Warum reite ich so darauf herum? Weil das Argument "Ich habe studiert" hier einfach keine Rolle spielt!

Oliver1976

Zitat von: MoinMoin in Heute um 10:16Du bist also der Meinung, dass die offizielle Inflationsrate nicht deiner individuellen gefühlten "realen" Inflation entspricht und die Politik die offizielle Inflationsrate manipuliert?

Das Problem bei allem ist doch immer, dass dies ein Durchschnittswert ist.

Persönlich liegt der bei, ich würde sagen, allen "Besserverdienern" durchschnittlich wesentlich höher. Man hat einfach mehrere Posten, die "bedient" werden müssen.

ich bin ein Mensch, der gerne in Prozenten rechnet. Für unseren Haushalt kann ich sagen, dass dieses Jahr gefühlt die Teuerungsrate über 10 % liegt.

Autoversicherung + 17,5 %
Gebäude und Hausrat etc. 11 %
Fahrkarten der Kinder 14,16 % (39,42 auf 45)
Müllgebühren 10 %
Zusatzversicherungen zur GKV wie Zahnspange für die Kinder von 23 € auf 31 €/Mo (= 37,78%)
usw usf

um nur mal einige wenige zu nennen. Das ist halt weitweg von 2-3 % und ich kenne keinen Posten, der wirklich billiger geworden wäre

Arch

#382
Zitat von: Warnstreik in Heute um 12:09Ich überlege grade ob du das ernst meinst. Ja, oder? Alles von dem oben genannten liegt/lag in deiner Verantwortund und hätte jeweils anders gelebt werden können. Wieso sollen alle besonders auf deine Lebensentscheidungen abstellen?

Ich verstehe deine Punkte - das sind alles gut verhandelte Bestandteile, allerdings haben bei Tarifverhandlungen so gut wie immer Tabellenerhöhungen Vorrang und in den letzten Abfragen vor den Tarifrunden wurde das auch klar kommuniziert. Arbeitszeitverminderung wird derzeit defintiv nicht gewollt - die Boomer gehen raus, es fehlen Arbeitskräfte. In der Politik wird derzeit eher eine länger Arbeitszeit diskutiert. Die JSZ-Anpassung sollte wenn, dann im Interesse der Arbeitgeber sein um Spezialisten zu bekommen. Aus Gewerkschaftssicht ist es eine Anpassung für recht wenige - erst ab TG12 ist es überhaupt relevant. Aber wie gesagt: Am Ende geht es vom Gesamtkuchen ab, das hätte zum Beispiel für EG11 zur Folge sogar im Vergleich zum jetzigen Abschluss minus zu machen. Die ganzen Lehrer sind hier verdammt teuer so diese Erhöung auf die Beamten umgerechnet wird.

Im Vergleich mit anderen Tarifabschlüssen lag der TV-L in den letzten Jahren garnicht schlecht und auch dieser Abschluss ist nicht schlecht. Einzig der Vergleich mit dem TVöD in den höheren EGs ist für eben diese natürlich ernüchternd.


Das war ein Bsp. das ich mit dem gegebenem nicht ausgekommen bin obwohl doch so relativ gut bezahlt wird,
ich habe aber nicht mit 16 eine Ausbildung begonnen die niedrig bewertet war und werde jedes Jahr weiter nach oben gespült, aber dafür wurde in den hohen EG's (außer diesem Jahr) gestaucht.

Wenn ein Ingenieur in der pW für 140,-/Stunde abgerechnet wird und einen Lohn erhält und ich im TV-L einen Ingenieur haben möchte muss ich entsprechende TDB und Entgelt Eingruppierungen bereit stellen.
Ja, gewisse abstriche muss man als AN hinnehmen.
Ich muss doch aber immer am Markt orientieren ob 50% oder 25% Unterschied zum pW und nicht weiter stauchen und Ungleichheiten zum TVöD aufkommen lassen.

Und was ein reiches Söhnchen zu Arbeitszeiten trillert der bei Blackrock def. von Steuerbetrug wußte ist mir relativ egal.

Dafür gibt es Gewerkschaften und Arbeitskampf.

Allein machen Sie dich ein....


BVerfGBeliever

Zitat von: cyrix42 in Heute um 12:21Warum reite ich so darauf herum? Weil das Argument "Ich habe studiert" hier einfach keine Rolle spielt!
"Keine Rolle" ist nur die halbe Wahrheit. Sonst wäre beispielsweise die Entgeltgruppe 13 auf Seite 21 der Entgeltordnung des Bundes vermutlich nicht wie folgt definiert:

"Beschäftigte mit abgeschlossener wissenschaftlicher Hochschulbildung und entsprechender Tätigkeit sowie sonstige Beschäftigte, die aufgrund gleichwertiger Fähigkeiten und ihrer Erfahrungen entsprechende Tätigkeiten ausüben."

Arch

Zitat von: cyrix42 in Heute um 12:21Das ist hier schon eine relevante Unterscheidung, die ich durchaus betonen würde: Während Beamte nach ihren Bildungsabschlüssen in verschiedene Laufbahnen einsortiert (und dann auch entsprechend besoldet bzw. alimentiert) werden, ist dies für Tarif-Beschäftigte explizit *nicht* der Fall. Hier zählen die dauerhaft zur Ausübung übertragenen Tätigkeiten.

Warum reite ich so darauf herum? Weil das Argument "Ich habe studiert" hier einfach keine Rolle spielt!

Dann habe ich das System wirklich nicht verstanden, kenne keinen der nicht ohne Studium oder HGK in die hohen EG's gekommen ist.

Hier gibt es ja auch nochmal von Dienstherrn zu Dienstherrn Unterschiede in den HGK's.

MoinMoin

Zitat von: Arch in Heute um 12:09Ich vermute der eigt. Knackpunkt ist woanders, ich habe dies schonmal erfragt, aber keien ANtwort erhalten.

Wie ist die EG Verteilung in Gruppen zu Beschäftigten im Vergl. zu TVöD? Hat jemand solche Statistiken? oder den Weg dahin?
Ja es ist sehr unterschiedlich.TV-L 50% > EG9
Früher zufinden bei destatis Fachserie 14 Reihe 6


Rowhin

Zitat von: Arch in Heute um 12:09Wie ist die EG Verteilung in Gruppen zu Beschäftigten im Vergl. zu TVöD? Hat jemand solche Statistiken? oder den Weg dahin?

Bedingt belastbar vom dbb (Link geht auf PDF, S.16 ist relevant). Daraus gehen die Gesamtzahlen (TVL+TVöD) hervor.

Eine aufgeteilte, aktuelle Aufschlüsselung nach beiden Tarifverträgen ist mir nicht bekannt - gabs für frühere Jahre bei destatis. Die Nachfolgestatistik führt die EGs nicht mehr an. Wäre aber sehr nützlich.

cyrix42

Zitat von: BVerfGBeliever in Heute um 12:42"Keine Rolle" ist nur die halbe Wahrheit. Sonst wäre beispielsweise die Entgeltgruppe 13 auf Seite 21 der Entgeltordnung des Bundes vermutlich nicht wie folgt definiert:

"Beschäftigte mit abgeschlossener wissenschaftlicher Hochschulbildung und entsprechender Tätigkeit sowie sonstige Beschäftigte, die aufgrund gleichwertiger Fähigkeiten und ihrer Erfahrungen entsprechende Tätigkeiten ausüben."

Die Tätigkeitsbeschreibung geht weiter: "und entsprechender Tätigkeit sowie sonstige Beschäftigte, ..." . Du kannst auch mit abgebrochener Schule und ohne Berufsausbildung die entsprechenden Tätigkeiten übertragen bekommen (und würdest dann eine Bezahlung eine EG niedriger erhalten).

Umgekehrt bekommt auch der promovierte Pförtner nur eine kleine EG...

JahrhundertwerkTVÖD

Neben der Verhandlungsfolklore und dem bereits bekannten Ablauf kommt nun hinzu dass nun neuerdings mit den neuen Abschlüssen (VKA und TV-L) die alten Laufzeiten quasi verlängert werden.

Mit anderen Worten. Die bereits schlechten Abschlüsse werden ohne Zustimmung der Mitglieder noch künstlich verlängert.

Da wäre es durchaus angebracht, auf diese ganze Verhandlungsfolklore und Gespräche bis mitten in der Nacht zu verzichten.
Automatische Erhöhungen wie sich unsere Bundestagsabgeordnete selbst gönnen, sind daher ein gangbarer weg.
Die Verhandlungsparteien treffen sich dann nur noch für weitere Punkte des Vertrages.

MoinMoin

Zitat von: Oliver1976 in Heute um 12:38Das Problem bei allem ist doch immer, dass dies ein Durchschnittswert ist.

Persönlich liegt der bei, ich würde sagen, allen "Besserverdienern" durchschnittlich wesentlich höher. Man hat einfach mehrere Posten, die "bedient" werden müssen.
Deswegen kann ich jedem immer wieder nur empfehlen, den Inflationsrechner auszuprobieren.
Dazu muss man natürlich seine Ausgabenstruktur kennen.
Zitatich bin ein Mensch, der gerne in Prozenten rechnet. Für unseren Haushalt kann ich sagen, dass dieses Jahr gefühlt die Teuerungsrate über 10 % liegt.

Autoversicherung + 17,5 %
Gebäude und Hausrat etc. 11 %
Fahrkarten der Kinder 14,16 % (39,42 auf 45)
Müllgebühren 10 %
Zusatzversicherungen zur GKV wie Zahnspange für die Kinder von 23 € auf 31 €/Mo (= 37,78%)
usw usf

um nur mal einige wenige zu nennen. Das ist halt weitweg von 2-3 % und ich kenne keinen Posten, der wirklich billiger geworden wäre
Der Anteil der Autoversicherung an meinen Ausgaben liegt irgendwo im Promillebereich.
Also selbst wenn die sich um 1000% steigern würde, dann wäre es nicht "spürbar" bzgl. meiner individuellen InfRate.

So ist das halt mit den Gefühlen.
da ich seit über eine Dekade alle meine Ausgaben grob erfasse/zurodnen kann, habe ich zum Glück keine Gefühle mehr, sondern zahlen.

Fahrkosten sind bei meiner Frau durchs D-Ticket auf ein drittel gesunken.