Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion III

Begonnen von username, 14.02.2026 09:31

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cyrix42

Zitat von: Oliver1976 in Gestern um 21:06Es sind am Ende über die komplette Laufzeit gerechnet halt 3,16 % Brutto mehr im Vergleich zur Summe, die man ohne Erhöhung monatlich weiter erhalten hätte.

Nein. Ausgezahlt wurde vielleicht entsprechend viel, aber die Tabellenentgelte sind um 5,9% gestiegen, was bei 27 Monaten eben genau die schon bezifferten etwas mehr als 2,5%/Jahr ausmacht.

MonteCristo

Zitat von: cyrix42 in Gestern um 21:50Nein. Ausgezahlt wurde vielleicht entsprechend viel, aber die Tabellenentgelte sind um 5,9% gestiegen, was bei 27 Monaten eben genau die schon bezifferten etwas mehr als 2,5%/Jahr ausmacht.


Sie WOLLEN gar nicht auf das angesprochene Problem eingehen, oder?

NelsonMuntz

Zitat von: cyrix42 in Gestern um 21:50Nein. Ausgezahlt wurde vielleicht entsprechend viel, aber die Tabellenentgelte sind um 5,9% gestiegen, was bei 27 Monaten eben genau die schon bezifferten etwas mehr als 2,5%/Jahr ausmacht.


Doch, weil das zwei unterschiedliche Betrachtungen sind. Die tabellenwirksame Erhöhung beträgt eben jene 5,9% nach 27 Monaten, über die Laufzeit werden aber 3,16% mehr Volumen ausgezahlt. Gäbe es die Erhöhung rückwirkend und in voller Höhe, dann wäre auch das Volumen entsprechend höher.

Edit: Wenn man das Volumen als Verhandlungsmasse betrachtet, dann sind Nullrunden sogar positiv, weil dadurch die tabellenwirksame Erhöhung stärker ausfallen kann.

cyrix42

Zitat von: MonteCristo in Gestern um 20:42Es macht dennoch einen großen Unterschied, ob ich die Erhöhung zu Beginn, oder am Schluss erhalte.

Nein, das macht für die Frage, wie viel die Tabellenentgelte über die Laufzeit durchschnittlich steigen, keinen Unterschied. Wohl unterschiedlich sind die Auszahlungsbeträge; das ist aber eine ganz andere Frage. Die Erhöhung ist und bleibt ober halb der erwarteten Inflationsrate.

ZitatWürden die Erhöhungen früher greifen, hätte nicht nur jeder deutlich mehr in der Tasche, die Inflation würde auch innerhalb der 27 Monate ausgeglichen werden. Ist ein Inflationsausgleich auch innerhalb der 27 Monate wirklich zu viel verlangt?!?

Deine Schlussfolgerung ist falsch: Die "Inflation wird ausgeglichen" heißt nur, dass die Tabellenentgelte mit mindestens der Inflationsrate angehoben werden. Und das werden sie im Durchschnitt über die gesamte Laufzeit. Ob die Gehälter am Anfang der Periode einen Satz machen und dann schrittweise durch die Inflation entwertet werden oder ob man sie erst entwerten lässt und am Ende den Kaufkraftverlust ausgleicht, macht für einen Vorher-Nachher-Vergleich keinen Unterschied.

Wohl aber führt eine spätere Erhöhung zu einem während der Laufzeit geringeren Auszahlungsbetrag. Das heißt aber noch lange nicht, dass es keinen Inflationsausgleich gegeben hätte, denn die Gehälter werden ja um sogar etwas mehr als die erwartete Inflationsrate angehoben (und bilden damit den Ausgangspunkt für die nächsten Tarif-Verhandlungen).

cyrix42

Zitat von: NelsonMuntz in Gestern um 21:57Doch, weil das zwei unterschiedliche Betrachtungen sind. Die tabellenwirksame Erhöhung beträgt eben jene 5,9% nach 27 Monaten, über die Laufzeit werden aber 3,16% mehr Volumen ausgezahlt. Gäbe es die Erhöhung rückwirkend und in voller Höhe, dann wäre auch das Volumen entsprechend höher.

Die Höhe der Auszahlung hat doch wenig mit der Frage zu tun, um wie viel im Durchschnitt die Gehälter angehoben werden.

Wenn man der Meinung wäre, die Lohnerhöhung wären nur 3,16%; von welchem Wert aus startet dann die nächste Tarif-Runde? Richtig, nicht von 103,16% des Ausgangswerts 2025, sondern von den 105,9%, die man bis dahin durch die Erhöhung erreicht hat; also eben jenen durchschnittlichen 2,56% Lohnerhöhung pro Jahr im Zeitraum November 2025 bis Januar 2028...

cyrix42

Zitat von: MonteCristo in Gestern um 21:55Sie WOLLEN gar nicht auf das angesprochene Problem eingehen, oder?

Es gibt kein Problem...

MonteCristo

Zitat von: cyrix42 in Gestern um 21:57Nein, das macht für die Frage, wie viel die Tabellenentgelte über die Laufzeit durchschnittlich steigen, keinen Unterschied. Wohl unterschiedlich sind die Auszahlungsbeträge; das ist aber eine ganz andere Frage. Die Erhöhung ist und bleibt ober halb der erwarteten Inflationsrate.

Deine Schlussfolgerung ist falsch: Die "Inflation wird ausgeglichen" heißt nur, dass die Tabellenentgelte mit mindestens der Inflationsrate angehoben werden. Und das werden sie im Durchschnitt über die gesamte Laufzeit. Ob die Gehälter am Anfang der Periode einen Satz machen und dann schrittweise durch die Inflation entwertet werden oder ob man sie erst entwerten lässt und am Ende den Kaufkraftverlust ausgleicht, macht für einen Vorher-Nachher-Vergleich keinen Unterschied.

Wohl aber führt eine spätere Erhöhung zu einem während der Laufzeit geringeren Auszahlungsbetrag. Das heißt aber noch lange nicht, dass es keinen Inflationsausgleich gegeben hätte, denn die Gehälter werden ja um sogar etwas mehr als die erwartete Inflationsrate angehoben (und bilden damit den Ausgangspunkt für die nächsten Tarif-Verhandlungen).


Sie wollen es tatsächlich nicht verstehen. Sie betrachten nur den vorher / nachher Vergleich (wie sie ja selbst sagen) nicht aber die 27 Monate selbst. Oder wollen es partout nicht.

Das Beispiel ist zugegeben geklaut.
Annahme: Arbeitnehmer 1 verdient 100 € im Monat (100 € weil sich´s leichter rechnen lässt), bekommt keine Gehaltserhöhung und hat nach 27 Monaten Laufzeit 27 * 100 € = 2700 € verdient.

Arbeitnehmer 2 bekommt entsprechend vorgestelltem Tarifabschluss in den ersten 5 Monaten keine Gehaltserhöhung = 5 * 100€ = 500 €

+ dann 2,8% für die nächsten 11 Monate = 11*102,8€ = 1130,80 €

+ 2% für die nächsten 10 Monate = 10 * 104,86 € = 1048,56 €

+ zuletzt 1 Monat + 1% = 105,90 €.

Das macht in Summe 500 € + 1130,80 € + 1048,56 € + 105,90 € = ca. 2785 €.

D.h. der Unterschied zwischen AN1 und AN2 beträgt nach 27 Monaten ca. 85 €.

85€ sind 3,16% von 2700 €, wohlgemerkt für 27 Monate Laufzeit = 2,25 Jahre. Umgerechnet nach der CAGR-Formel (durchschnittliche jährliche Wachstumsrate)

So ergibt sich eine jährliche Wachstumsrate von ca. 1,38% und liegt damit weit unter der prognostizierten Inflationsrate.

Nochmal: Es geht um den ZeiRAUM der 27 Monate!! Das sich die Entgelte am Schluss um 5,9% erhöht haben, bestreitet ja gar keiner.
Und doch: es macht für mich sehr wohl einen Unterschied wie viel in den nächsten 27 Monaten letztendlich auf mein Konto ankommen.



Warnstreik

Zitat von: MonteCristo in Gestern um 22:14Sie wollen es tatsächlich nicht verstehen. Sie betrachten nur den vorher / nachher Vergleich (wie sie ja selbst sagen) nicht aber die 27 Monate selbst. Oder wollen es partout nicht.

Das Beispiel ist zugegeben geklaut.
Annahme: Arbeitnehmer 1 verdient 100 € im Monat (100 € weil sich´s leichter rechnen lässt), bekommt keine Gehaltserhöhung und hat nach 27 Monaten Laufzeit 27 * 100 € = 2700 € verdient.

Arbeitnehmer 2 bekommt entsprechend vorgestelltem Tarifabschluss in den ersten 5 Monaten keine Gehaltserhöhung = 5 * 100€ = 500 €

+ dann 2,8% für die nächsten 11 Monate = 11*102,8€ = 1130,80 €

+ 2% für die nächsten 10 Monate = 10 * 104,86 € = 1048,56 €

+ zuletzt 1 Monat + 1% = 105,90 €.

Das macht in Summe 500 € + 1130,80 € + 1048,56 € + 105,90 € = ca. 2785 €.

D.h. der Unterschied zwischen AN1 und AN2 beträgt nach 27 Monaten ca. 85 €.

85€ sind 3,16% von 2700 €, wohlgemerkt für 27 Monate Laufzeit = 2,25 Jahre. Umgerechnet nach der CAGR-Formel (durchschnittliche jährliche Wachstumsrate)

So ergibt sich eine jährliche Wachstumsrate von ca. 1,38% und liegt damit weit unter der prognostizierten Inflationsrate.

Nochmal: Es geht um den ZeiRAUM der 27 Monate!! Das sich die Entgelte am Schluss um 5,9% erhöht haben, bestreitet ja gar keiner.
Und doch: es macht für mich sehr wohl einen Unterschied wie viel in den nächsten 27 Monaten letztendlich auf mein Konto ankommen.




Und du verstehst nicht, dass deine Rechnung über Prozente von absoluten Werten schlicht keine Relevanz hat, weil sie von niemandem beachtet und betrachtet wird. Die Erhöhung des Tabellenentgeltes beträgt eben diese 5,9% über die Laufzeit - dass wie das in den einzlenen Phasen ausgezahlt wird ist zwar nicht unerheblich aber doch egal für die Bemessung der Steigerung. Zoom dich mal auf eine Zehn-Jahres-Sicht und sag mir, welche Relevanz die Erhöhungszeitpunkte der Runden seit 2010 hat?

Iunius

Zitat von: Warnstreik in Gestern um 22:51Zoom dich mal auf eine Zehn-Jahres-Sicht und sag mir, welche Relevanz die Erhöhungszeitpunkte der Runden seit 2010 hat?

Zahlenspielerei:

Die verzögerten Erhöhungszeitpunkte der Runden seit 2010 haben allen Beschäftigten welche damals in 13/4 waren und noch 20 Jahre zu arbeiten hatten bei Renteneintritt 2030 ca. 98€ pro Monat Rentenverlust durch Verzögerungen verursacht, immer angenommen die Erhöhung sei ab dem Abschluss gezahlt worden.

TVWaldschrat

Für unsere Kolleg*innen aus dem Osten, scheint das doch oberflächlich ein gutes Ergebnis zu sein. Auch für Schichtarbeiter*innen. Sind das nicht die für die Gewerkschaften priorisierten Ziele? Machen die Organisationsgrade nicht genau das fest?

Das mit den studentischen Hilfskräften empfinde ich nur als etwas eigenartig. Ein Versuch im akademischen Bereich frühzeitig Wirkung zu erzielen?

MonteCristo

Zitat von: Warnstreik in Gestern um 22:51Und du verstehst nicht, dass deine Rechnung über Prozente von absoluten Werten schlicht keine Relevanz hat, weil sie von niemandem beachtet und betrachtet wird. Die Erhöhung des Tabellenentgeltes beträgt eben diese 5,9% über die Laufzeit - dass wie das in den einzlenen Phasen ausgezahlt wird ist zwar nicht unerheblich aber doch egal für die Bemessung der Steigerung. Zoom dich mal auf eine Zehn-Jahres-Sicht und sag mir, welche Relevanz die Erhöhungszeitpunkte der Runden seit 2010 hat?


Gerne.
Das Gehalt wäre unerheblich von den Erhöhungszeitpunkten der letzten Jahre so hoch wie jetzt. Das ist richtig.

Dennoch hätten wir alle seit 2010 mehr Geld auf unser Konto überwiesen bekommen.
Die Aussage das das von niemandem ,beachtet und betrachtet" wird ist schlicht falsch. Der spätere Erhöhungszeitpunkt wird hier im Forum häufig beanstandet. Zurecht.

Der Erhöhungszeitpunkt ist zwar unerheblich bei einer Vorher Nachher Sicht, richtig.
Aber wenn der Zeitpunkt ansonsten ,,keine Relevanz" hätte, dann könnte man die Prozente gleich vom ersten Monat drauf schlagen.
5,9% im ersten Monat, dann 26 Monate keine Erhöhung wären ja auch eine 5,9% Erhöhung.

Wenn ich ihnen eine 5% Gehaltserhöhung für 2026 anbieten würde, wäre es ihnen doch auch nicht egal, ob sie diese 5% in Januar oder Dezember bekommen würden, oder?
Als Arbeitgeber könnte ich natürlich so argumentieren, dass das ja unerheblich sei, schließlich erhöht sich ihr Gehalt ja um 5%.

So, danke für das Gespräch, nun muss ich aber für Heute Schluss machen.