Die neue Heizungsgesetz - Diskussion!!!

Begonnen von BAT, 02.03.2026 19:00

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BAT

Die Diskussion ist schon stark in Richtung Einfamlienhaus gesetzt, die meisten wohnen in Mehrparteienhäusern. Teils auch  dort im Eigentum.

Zudem gibt es ja doch noch so einige, die erstmal auf die abgeschlossene Wärmeplanung warten. Deutschland ist leider viel zu spät in den Quark gekommen, das lässt sich heute nicht mehr so schnell ausbügeln.

Den Hinweis auf extreme Parteien halte ich für richtig in Bezug auf die "Gefahren" des "Heizungsgesetzes". Die Technik und Umsetzung ist da etwas vernachlässigbar.

Rheini

Wohnungen, insbesondere wenn das MFH nicht in einer Hand ist, machen die Sachen nicht einfacher.

Johann

Zitat von: Rheini in Gestern um 10:02Das mag bei Dir und deinen fünf Bekannten so gewesen sein, allerdings in einem Haus was bisher mit Kohle oder (Direkt) Strom beheizt wurde frage ich mich, wie das warme Wasser, ausser Du hast ne geniale Idee, aus dem Heizungsraum in die Räume gelangen soll.
Bei Häusern, die bisher mit Direktstrom beheizt wurden und es daher keine Heizkörper und Verrohrung gab, bietet es sich häufig an, Klimaanlagen einzubauen.

Bei denen ist eigentlich das größte Problem, dass durch Lobbyarbeit immer gut gesteuert wurde, dass nur Installateure mit Stempel sowas machen dürfen. Eine kurze Zeit nach Erscheinen der ersten r290 (Propangas) Geräte war es für Privatleute möglich, regelkonform in Eigenleistung eine Klimaanlage selbst zu montieren, weil r290 kein flourierendes Gas ist und somit nicht unter die F-Gase-Verordnung fällt. Im ersten Jahr gab es dann eine Vorgabe der EU, die Arbeiten an Geräten mit Kältemitteln generell unter Stempelvorbehalt stellt.

Da ist man in Eigenleistung pro Klimaanlage bei etwa dem Betrag, den alleine die Installation des Heizkörpers im Raum und der wasserführenden Leitungen in einem Raum durch einen Fachbetrieb kosten würde mit ca. 1.200€ pro Stück. Stromleitungen liegen sowieso da, wo die bisherigen Stromdirektheizungen standen. Und Warmwasser kann ruhig weiterhin durch bspw. Durchlauferhitzer erzeugt werden. Bei 10 Minuten Warmwasserabnahme am Tag und angenommenen durchgehenden 10 kW Leistung sind das knappe 61h mit je 10 kWh, also 610 kWh Strom für Warmwasser im Jahr. Bei 33 Cent entspricht das ca. 200€. Das kann man durch eine abweichende, sparsamere Installation kaum bis gar nicht wieder einsparen.

MoinMoin

Zitat von: Rheini in Gestern um 10:02Das habe ich so nicht geschrieben. Ich habe geschrieben das es nicht sinnvoll ist heute eine WP einzubauen, wenn Du in den nächsten Jahren weitere energetische Sanierungen an der Immobilie vornimmst. Begründung siehe oben ....
Mein reden: Erst die notwendige Heizleistung reduzieren, sei es durch Flächenheizung, Dämmung bla blub....

Aber was hat das mit der Entscheidung WP oder nicht WP zu tun?
Nichts!

ZitatDaher wird geraten, erst die notwendigen Sanierungen vorzunehmen und dann eine WP einzubauen. Das verursacht aber eine Klumpenbildung bei dem benötigten Kapital, was früher zeitlich gestreckt investiert werden konnte.
Warum kannst oder konntest man jetzt nicht mehr zeitlich gestreckt investieren? Wer hindert dich denn daran?

ZitatAllerdings widerspreche ich Dir bei der Behauptung das durch Umrüstung auf WP, möglicherweise keine Anpassungen im Haus notwendig sind bzw. dein vorgetragener Einspareffekt in dieser Größe, falls überhaupt vorhanden, eintreten. Das mag bei Dir und deinen fünf Bekannten so gewesen sein, allerdings in einem Haus was bisher mit Kohle oder (Direkt) Strom beheizt wurde frage ich mich, wie das warme Wasser, ausser Du hast ne geniale Idee, aus dem Heizungsraum in die Räume gelangen soll.

Da wirst Du ohne Wände und Decken aufstemmen incl. der Materialien, der Arbeit und Renovierung der Räume nach den Arbeiten, nicht auskommen.
Und welche dieser Investitionen hättest du nicht, wenn du auf Brennwert oder Pellets oder ...  umstellst?
Auch da wird das eine mit dem anderen vermischt.

Klar wenn ich auf eine Zentrale WW Bereitung umstelle habe ich Stemmarbeiten.
Aber das hat doch nichts mit der WP zu tun.
Wenn man von Kohleöfen auf Zentralheizung umrüstet, dann hat man Stemmarbeiten.
Klar, aber egal ob man da auf WP, Öl oder Gasbrenner umrüstet, sind das gesonderte Kosten.


Rheini

Zitat von: MoinMoin in Gestern um 11:03Mein reden: Erst die notwendige Heizleistung reduzieren, sei es durch Flächenheizung, Dämmung bla blub....

1) Aber was hat das mit der Entscheidung WP oder nicht WP zu tun?
Nichts!
Warum kannst oder konntest man jetzt nicht mehr zeitlich gestreckt investieren? Wer hindert dich denn daran?
Und welche dieser Investitionen hättest du nicht, wenn du auf Brennwert oder Pellets oder ...  umstellst?
Auch da wird das eine mit dem anderen vermischt.

2) Klar wenn ich auf eine Zentrale WW Bereitung umstelle habe ich Stemmarbeiten.
Aber das hat doch nichts mit der WP zu tun.
Wenn man von Kohleöfen auf Zentralheizung umrüstet, dann hat man Stemmarbeiten.
Klar, aber egal ob man da auf WP, Öl oder Gasbrenner umrüstet, sind das gesonderte Kosten.



Zu 1) Na das hatte ich doch geschrieben. Ich möchte in z. B. drei Jahren die Kellerdecke dämmen, in sechs Jahren die Haustüre austauschen, in neun Jahren die Fenster sanieren usw. usw. Da ist es nicht sinnvoll jetzt eine WP zu installieren, da diese (siehe oben) überdimensioniert ist. Und das ist insofern der Sonderfall WP, weil Du diese Überdimensionierung bei z. B. einer Gasheizung nicht hast. Bei einer Gasheizung reduziert sich mit jeder Verbesserung der Gasverbrauch, die Gasheizung geht aber dadurch, anders als eine WP, nicht kaputt. Auch verschlechtert sich der Wirkungsgrad einer WP, sofern diese Überdimensioniert ist.

Zu 2) Das hat insofern damit zu tun, das die Leute eben nicht auf eine Zentralheizung gehen wollen, sondern weiter Ihren Kohleofen nutzen wollen. Wenn der Umstieg erzwungen wird, dann muss man diese Arbeiten machen.


Und warum ich jetzt nicht alles saniere und auf WP gehe, ist auch für mich klar. Erstmal liegt das an meinem DH der ungerne mich in die finazielle Lage bringen möchte das Geld zu haben und auf nichts was ich erleben möchte, zu verzichten und ich nicht genug Leben habe, damit sich das refinanziert. Und da ich nicht an die Reinkarnation glaube, ist es so wie es ist. Und ich bin ja noch in einer guten Lage. Wie geschrieben. Frag mal die "einfachen" Leute in der Eifel in Ihren nicht so ganz neuen Häusern. Was sollen die den machen? Nur "Pech gehabt" reicht da nicht. Dann kommt der Stinkefinger und die demokratischen Parteien bekommen vom Wähler dann auch ein "Pech gehabt" ...... Und das will ich nicht.

Rheini

Zitat von: Johann in Gestern um 10:59Bei Häusern, die bisher mit Direktstrom beheizt wurden und es daher keine Heizkörper und Verrohrung gab, bietet es sich häufig an, Klimaanlagen einzubauen.

Bei denen ist eigentlich das größte Problem, dass durch Lobbyarbeit immer gut gesteuert wurde, dass nur Installateure mit Stempel sowas machen dürfen. Eine kurze Zeit nach Erscheinen der ersten r290 (Propangas) Geräte war es für Privatleute möglich, regelkonform in Eigenleistung eine Klimaanlage selbst zu montieren, weil r290 kein flourierendes Gas ist und somit nicht unter die F-Gase-Verordnung fällt. Im ersten Jahr gab es dann eine Vorgabe der EU, die Arbeiten an Geräten mit Kältemitteln generell unter Stempelvorbehalt stellt.

Da ist man in Eigenleistung pro Klimaanlage bei etwa dem Betrag, den alleine die Installation des Heizkörpers im Raum und der wasserführenden Leitungen in einem Raum durch einen Fachbetrieb kosten würde mit ca. 1.200€ pro Stück. Stromleitungen liegen sowieso da, wo die bisherigen Stromdirektheizungen standen. Und Warmwasser kann ruhig weiterhin durch bspw. Durchlauferhitzer erzeugt werden. Bei 10 Minuten Warmwasserabnahme am Tag und angenommenen durchgehenden 10 kW Leistung sind das knappe 61h mit je 10 kWh, also 610 kWh Strom für Warmwasser im Jahr. Bei 33 Cent entspricht das ca. 200€. Das kann man durch eine abweichende, sparsamere Installation kaum bis gar nicht wieder einsparen.

Eigenleistung ist immer gut. Allerdings stellt sich dann die Frage der Gewährleistung / Garantie bzw. nicht jeder kann das machen. Und dann bist Du wieder bei der Beauftragung eines Handwerkers.

MoinMoin

zu 1.) Korrekt und verständlich.
Und klar wer einen 20 Jahresplan verfolgt und heute eine neue Heizung braucht, der muss in der Tat diese Zeit überbrücken mit ner unter/überdimensionierten Heizung. Sei es, dass wenn wir mal minus 10 Grad haben man sich einen Heizlüfter in den Raumstellen muss, wenn man noch nicht so weit ist mit der Dämmung oder zu anderen Zeiten mit einer überdimensioniert  Heizung Geld raus jagt.

FYI: Eine überdimensionierte Brennwerttherme arbeite auch nicht korrekt und fängt an zu takten und geht dadurch ebenfalls schneller kaputt.


zu 2.) Stimmt das ist tragisch. Aber wer heutzutage mit dezentraler Kohlheizung heizt, hat seit 30 Jahren ein Investitionsstau. Und da finde ich es nicht tragisch, wenn die in naher Zukunft ihre Feinstaubschleudern nicht mehr betreiben dürfen.

Ansonsten verweise ich auf @Johann.

Rheini

Und wenn Du meine Argumente nicht nachvollziehen kannst, kannst Du ja mal bei den Grünen nachfragen, wieso die trotz Willen und Einsicht es selber nicht schaffen, eine WP in Ihrer Parteizentrale einzubauen. In der Wirklichkeit sieht es nämlich immer anders aus, als in der Theorie ...

https://www.welt.de/politik/deutschland/article245770810/Gruene-versuchen-seit-Jahren-vergeblich-eine-Waermepumpe-in-die-Parteizentrale-einzubauen.html

Rheini

#83
Eine Gastherme die überdimensioniert ist, wird sehr viel weniger belastet, als dies bei einer WP geschieht. Evtrl. mal googlen und sich einlesen.

Und zu 2 der Kommentar das es tragisch ist führt doch dazu, dass Du einigen Leuten sagen musst, dass die Ihre Lebensplanung über den Haufen werfen müssen und im schlimmsten Fall Ihr Zuhause aufgeben müssen, weil nicht wirtschaftlich rentabel. Wer macht es und wie viele davon wählen dann die Partei mit den einfachen Lösungen?

BAT

Zum Umweltgedanken:

Die 65 Prozent Erneuerbare stehen doch zunächst mal auf dem Papier. Ich denke auch im überarbeiteten Gesetz?

Bei der Fernwärme ist meines Wissens bis 2040 durchaus ein weit niedriger Anteil im Sinne des Gestzes.

Insofern ist doch altes und neues Gesetz irgendwo ein Feigenblatt, ähnlich wie bei Hybrid-Fahrzeugen, bei denen die Batterie nie geladen wird.


Organisator

Zitat von: Rheini in Gestern um 11:33Eine Gastherme die überdimensioniert ist, wird sehr viel weniger belastet, als dies bei einer WP geschieht. Evtrl. mal googlen und sich einlesen.

Um dir die Sorge zu nehmen. Eine WP taktet nicht wie eine einfach Klimaanlage (deren Kompressor nur an und aus kennt) sondern passt sich stufenlos mit ihrer Leistung dem Wärmebedarf an ("Inverter-Technik"). Insofern läuft eine Wärmepumpe idealerweise durchgängig mit z.B. 20% oder 50% oder 72,36% der Nennleistung.

BAT

Zitat von: BAT in 03.03.2026 11:03wenn es einer kennt, der auch an der Bahnstrecke wohnt: ein dauerhaftes Geräusch (langsam fahrender Güterzug) stört - zumindest mich - wesentlich mehr als ein kurzzeitiges Geräusch (Personenzug mit normaler Geschwindigkeit). Aber da fehlen sicher den meisten Leuten diese Erfahrungswerte.


Johann

Zitat von: Organisator in Gestern um 16:28Um dir die Sorge zu nehmen. Eine WP taktet nicht wie eine einfach Klimaanlage (deren Kompressor nur an und aus kennt) sondern passt sich stufenlos mit ihrer Leistung dem Wärmebedarf an ("Inverter-Technik"). Insofern läuft eine Wärmepumpe idealerweise durchgängig mit z.B. 20% oder 50% oder 72,36% der Nennleistung.
Aber leider auch nicht alle. Habe in der Nachbarschaft einen Lebensmitteleinzelhandel, der bekannt für niedrige Preise ist. Der hat eine Kühlanlage, die scheinbar keinen Inverter hat. 2x pro Minute wird das Rauschen des unrund laufenden Ventilators langsam weniger, es hört sich teilweise wie ein Winseln an, es bleibt für 10-15 Sekunden ruhig und beginnt wieder mit Volllast zu drehen. Das hört man gut 800m weit und weil ich deutlich näher dran wohne, dringt es auch durch jede Ritze der 20 Jahre alten Fenster.

Man muss bei den Geräten also echt hoffen, dass die Nachbarn nicht nur möglichst günstige, sondern auch leise Geräte installieren. Selbst wenn das Geräusch unter den 40 dB bleibt, kann es nachts echt nerven. Wobei die Kühlanlage vom Lebensmittelhandel anders als Wärmepumpen auch im Sommer laufen und es daher vielleicht noch etwas anderes ist.

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Die Auslegung von Wärmepumpen ist trotzdem etwas komplizierter, wenn man nach und nach energetisch aufrüsten will. Auch wenn es mittlerweile Modelle gibt, die auf 30% modulieren können. Wenn die WP in Anbetracht der zukünftigen energetischen Maßnahmen zu klein ist, kann es sein, dass der Heizstab eigentlich dauerhaft noch bei Plusgraden laufen muss, weil es sonst nicht mehr ausreichend warm wird. Wenn man die WP aber passend auslegt für den noch unsanierten Bau und dann wirklich ordentliche Maßnahmen zur energetischen Sanierung trifft, kann es sein, dass bei knappen Plusgraden schon die Modulation nicht mehr funktioniert und die WP daher ins Takten kommt.

Deshalb ist eine WP auch perfekt geeignet bei Neubauten, die sich für eine lange Zeit nicht mehr verändern und im Moment etwas weniger geeignet für unsanierte Altbauten, die in den nächsten Jahren energetisch einen ordentlichen Sprung machen. Da muss man dann vorausplanen, wie lange es dauert, den Altbau so aufzuwerten, dass die WP nicht mehr so viel zu klein ist, dass ständig der Heizstab anspringt. Wenn das in 1-2 Wintern erledigt ist, muss man diese 2 Winter halt mal mit einer nicht so effizienten WP leben. Wenn man die großen Maßnahmen aber erst in 8-10 Jahren plant, muss man die restliche Lebenszeit der WP danach dann eben damit leben, dass sie häufiger taktet und auch wenige Jahre später den Geist aufgibt, wenn man sie dafür dann zu groß plant.

Organisator

Zitat von: Johann in Gestern um 17:23Aber leider auch nicht alle.

natürlich nicht - wer schlecht / billig kauft, kauft doppelt.
Seit dem ich mich eingehender mit dem Thema WP beschäftigt habe (ca. 2018) ist mir jedoch kein Modell mehr untergekommen, welches keine Inverterfunktion hat. Insoweit, und auch zu deinem Altbauthema, muss man natürlich seine Heizquelle so wählen, dass sie auch dauerhaft passt. Ob eine WP aber nun mit 80 % läuft oder mit 30 % ist einigermaßen egal. Das Lastgeräusch kommt ohnehin vom Lüfter und nicht von der WP selbst.

Hinzu kommt, dass die Geräuschentwicklung wie treffend beschrieben bei hoher Last hoch ist. Also wenns kalt ist - und da sind 50 dB hinter verschlossenen Fenstern - wie im Winter üblich - nicht hörbar. Genauso wie das Rauschen der Gasheizung über den Schornstein. Hört man auch nur im Vorbeigehen.

ImöDBeschäftigt

Oh dieses Rauschen im Schornstein bei unsrer Ölheizung war je nach Raum echt laut. Ich war immer froh, dass sich die Kids bicht beschwert haben, denn in deren Dachgeschosszimmern hörte man absolut jedes Anspringen der Heizung und für mein Empfinden störend laut zum Einschlafen. So laut ist die WP höchstens wenn man draußen direkt davor steht (laut Herstellerangabe sind es glaube ich 35db).
Fun fact ab Rande...was mir am negativsten auffällt seit der Umstellung ist, dass unser Keller merklich kälter ist, seit die Komponenten der Ölheizung dort nicht mehr stehen. Ist zwar schön für Getränke im Sommer, aber unschön, weil die Wäsche länger zum trocknen braucht.