Amtsangemessene Alimentation - und die Angestellten?

Begonnen von ahbeha, 15.05.2026 09:40

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BAT

Zitat von: Landesknecht in Gestern um 10:55Um nochmal auf den Ausgangspost einzugehen.
 
Ich bin auch extrem gefrustet als Tarifangestellter in einer Landesverwaltung. Wir sind 14 Leute in der Arbeitsgruppe, machen alle dieselben Tätigkeiten und je nach Einstellungszeitraum und damaligen Alter ist man verbeamtet oder nicht. Wir haben alle einen (Fach)hochschulabschluss. Alle Angestellten sind in E9 und die Beamten sehr schnell befördert in A10 oder A11. Die selbe Tätigkeit, die selbe Arbeitszeit von 40h. Ich habe letztens einen Blick auf den GEhaltszettel eines Kollegen ( 18 Jahre jünger, aber selber Familienstand, selbe Kinderzahl) geworfen, da wurde mir schlecht - Locker 1300 Euro mehr Gehalt. Abzüglich nur 210 Euro private Krankenkasse, dafür mit deren Vorteilen. Ist das fair?

Der Sold richtet sich nach Alimentation.
Das Beschäftigtengehalt nach Verhandlungsgeschick.

Man könnte auch 1300 € netto mehr verhandeln als ein Beamter bekommt.

Ist das fair?

DiVO

Manche Beamte geben ihren Status auch wieder zurück und gehen lieber in die Privatwirtschaft, weil sie dort mehr verdienen können. Ein Freund von mir war Gymnasiallehrer, ist jetzt Personalleiter bei einer Firma in München und hat 6-stelliges Gehalt plus Firmenwagen.

Man muss einfach für sich selbst wissen, was man möchte und dann dafür kämpfen.

Landesknecht

Zitat von: Rheini in Gestern um 11:22Auf welche Aspekte / Teilaspekte beziehst Du dein "Fair"???????? Welche Aspekte findest Du im Angestelltenverhältnis besser, als wenn Du in einem Beamtenverhältnis wärst? Warum bist Du nicht Beamter geworden (beworben - nicht genommen, nie beworben usw.).

Das Angestelltenverhältnis hat den einzigen Vorteil dass man keine Angst vor einer schlechten Beurteilung haben braucht und deshalb vielleicht sich nicht traut den Mund aufzumachen.

Und ja ich wäre gern verbeamtet wurden, bin aber in einer Zeit in diese Abteilung gekommen, als Verbeamtung kein Thema war und als plötzlich alle verbeamtet werden sollten, war ich (und einige Kollegen) natürlich schon 42 oder älter.
Und nein - wir können nicht verhandeln, es gibt keine Höhergruppierung, keine Stufenvorweggewährung - nichtmal Leistungsprämien, da das Land sparen muss.
Und wegbewerben hilft nicht, da es überall im Land und in den angrenzenden Kommunen ähnlich aussieht. Freie Stellen werden derzeit auch nicht neubesetzt.

Rheini

Zitat von: Landesknecht in Gestern um 14:59Das Angestelltenverhältnis hat den einzigen Vorteil dass man keine Angst vor einer schlechten Beurteilung haben braucht und deshalb vielleicht sich nicht traut den Mund aufzumachen.

Und ja ich wäre gern verbeamtet wurden, bin aber in einer Zeit in diese Abteilung gekommen, als Verbeamtung kein Thema war und als plötzlich alle verbeamtet werden sollten, war ich (und einige Kollegen) natürlich schon 42 oder älter.
Und nein - wir können nicht verhandeln, es gibt keine Höhergruppierung, keine Stufenvorweggewährung - nichtmal Leistungsprämien, da das Land sparen muss.
Und wegbewerben hilft nicht, da es überall im Land und in den angrenzenden Kommunen ähnlich aussieht. Freie Stellen werden derzeit auch nicht neubesetzt.

Und warum hast du dich nicht woanders als Beamter beworben?

Faunus

Weil man über 42 vielleicht ein Reihenhäuschen in Erbpacht zusammen mit seiner Frau, die eine Halbtagsstelle vor Ort hat, für die Kinder abzahlt, z.B.!

Ich habe seinerzeit eine Verbeamtung abgelehnt und mich tatsächlich durch die EGs "durchgeboxt" - das ist aber nicht jedermanns Sache und habe eine Vorstellung, warum Menschen gerne eine Verbeamtung anstreben.

Rheini

Zitat von: Faunus in Gestern um 15:48Weil man über 42 vielleicht ein Reihenhäuschen in Erbpacht zusammen mit seiner Frau, die eine Halbtagsstelle vor Ort hat, für die Kinder abzahlt, z.B.!

Ich habe seinerzeit eine Verbeamtung abgelehnt und mich tatsächlich durch die EGs "durchgeboxt" - das ist aber nicht jedermanns Sache und habe eine Vorstellung, warum Menschen gerne eine Verbeamtung anstreben.


Man kann sich schon vor 42 um eine Beamtenstelle bemühen. Und dann hast Du auch noch eine Beamtenstelle abgelehnt und jetzt viele Jahre später findest Du was genau nicht "fair"?

Faunus

Zitat von: Rheini in Gestern um 15:58Man kann sich schon vor 42 um eine Beamtenstelle bemühen. Und dann hast Du auch noch eine Beamtenstelle abgelehnt und jetzt viele Jahre später findest Du was genau nicht "fair"?

HÄÄÄ?!
Du liest schon, wer was schreibt!


Faunus

Zitat von: Landesknecht in Gestern um 14:59Und ja ich wäre gern verbeamtet wurden, bin aber in einer Zeit in diese Abteilung gekommen, als Verbeamtung kein Thema war und als plötzlich alle verbeamtet werden sollten, war ich (und einige Kollegen) natürlich schon 42 oder älter.

Zitat von: Landesknecht in Gestern um 14:59Und warum hast du dich nicht woanders als Beamter beworben?

Und ich darauf:
ZitatWeil man über 42 vielleicht ein Reihenhäuschen in Erbpacht zusammen mit seiner Frau, die eine Halbtagsstelle vor Ort hat, für die Kinder abzahlt, z.B.!

Rheini

Nein hatte ich nicht, sry. Auf de handy habe ich es überlesen.

Faunus


Tagelöhner

#100
Wer will schon ernsthaft mit Übernahme der Ernennungsurkunde seine Seele an den Teufel, ähm pardon, natürlich Dienstherr verkaufen  ;D
Und dann heißt es im Anschluss nach erlebter Frustration und aufgebrauchter Frustrationstoleranz ein Berufsleben lang: "solange du Dienstherr so tust, als würdest du mich amtsangemessen alimentieren, tue ich so als würde ich besonders engagiert, mit voller Hingabe und treu Dienst leisten."

Und meistens nimmt man dann halt ein Leben lang die Privilegien des Beamtenstatus' mit und schaltet in den Pseudobeamtenmodus, der sich im Wesen von einem Arbeitsverhältnis mit innerer Kündigung in keiner Weise unterscheidet, aber sogar wegen der Unkündbarkeit noch heftiger ausgelebt wird.
Nur mit ausgeprägtem Sinn für Humor weiterlesen: Ich habe nichts gegen Beamte, wirklich! Die tun ja nix! :-)

Umlauf

Zitat von: Landesknecht in Gestern um 10:55Um nochmal auf den Ausgangspost einzugehen.
 
Ich bin auch extrem gefrustet als Tarifangestellter in einer Landesverwaltung. Wir sind 14 Leute in der Arbeitsgruppe, machen alle dieselben Tätigkeiten und je nach Einstellungszeitraum und damaligen Alter ist man verbeamtet oder nicht. Wir haben alle einen (Fach)hochschulabschluss. Alle Angestellten sind in E9 und die Beamten sehr schnell befördert in A10 oder A11. Die selbe Tätigkeit, die selbe Arbeitszeit von 40h. Ich habe letztens einen Blick auf den GEhaltszettel eines Kollegen ( 18 Jahre jünger, aber selber Familienstand, selbe Kinderzahl) geworfen, da wurde mir schlecht - Locker 1300 Euro mehr Gehalt. Abzüglich nur 210 Euro private Krankenkasse, dafür mit deren Vorteilen. Ist das fair?


So unterschiedlich kann es sein. Vor über 20 Jahren gnubbelten die Beamten auf der Stelle und kamen nicht weiter. Der Stellenplan war einfach voll.
Ich als Tarifler bin einfach dran vorbei gezogen. Zusätzlich habe ich noch den Aufstieg gemacht, der im technischen Bereich wesentlich einfacher als Tb umzusetzen ist.