Wahlhelfer trotz genehmigten Urlaub?

Begonnen von reelain@gmail.com, 24.05.2026 14:44

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Alien1973

Persönliche Situation und Beispiele:
Bei uns werden auch Mitarbeiter angefragt. Unser AG versucht die beiden Wahlvorstände und die beiden Schriftführer mit Personal zu besetzen, die Beisitzer stammen aus dem Volk (Beispiel eines Zimmers mit Urnenwahl). Briefwahllokal ist ähnlich. Vom direkten Wahlamt rede ich jetzt mal nicht....

Dazu gibt es als "Zuckerl" etwas Kohle (Erfirschungsgeld) und je nach Wahl eine gewisse Anzahl an Stundengutschriften.

Es wird Monate vorher bereits eine E-Mail im Hause verschickt, dass man sich das Datum frei halten soll. Wenn man Urlaub hat und man bereits vorher gebucht hat, dann ist das halt so. Bestimmte Dinge bucht man halt bereits Monate vorher, bis zu einem Jahr im Voraus. Bei der vorgezogenen Bundestagswahl 2025 hatte ich als Organisator einen Fanbus organisiert zu einem mehrere Stunden entferntem Auswärtsspiel. Das habe ich mitgeteilt und gut war es. Das betreffende Datum der Wahl war hat nicht vorher bekannt. Bei der nächsten Kommunalwahl im Herbst 2025 war ich dann wieder dabei (mache das in einem Team bereits seit Jahren als Wahlvorstand im Urnenlokal). Ich mache das gerne und "opfere" da halt einen Sonntag. Vom Erfrischungsgeld kann ich einmal Essen gehen mit meiner Frau und die Stundengutschrift ist höher als die tatsächlich aufgewendeten Stunden am Sonntag. Also so what...

Zum Thema:
Man muss nicht immer was teures gebucht haben im Urlaub, trotzdem muss man sich vielleicht abstimmen mit anderen Personen. Die Frau muss auch Urlaub nehmen und das Datum mit ihrem AG abstimmen z.B. Oder man ist am Samstag auf der Hochzeit des Bruders und hat dann am Sonntag noch genügend als Trauzeuge zu tun. Oder man hat mit einer Wandergruppe die nächste Gipfelbesteigung geplant. Es gibt doch genügend Gründe warum man an einem Sonntag nicht Zeit haben kann.

Ich sehe das so, genehmigter Urlaub ist genehmigter Urlaub und ich muss dem AG sicher nicht darlegen warum ich keine Zeit habe. Dann müssen halt die verantwortlichen Personen das Datum der Wahl im Auge haben wenn Urlaube genehmigt werden. Wenn nicht die, wer dann...?

Ich sehe hier keinerlei wichtigen betriebliche Gründe, die es rechtfertigen würden seinen Urlaub zu unterbrechen. Es gibt sicherlich weitere Angestellte oder Bürger die in diesem Fall einspringen können. In meinen Augen handelt der TE hier nicht wie ein Kleinkind, sondern der AG hat in seiner Organisation versagt. Sollte ihm eine Lehre sein und er kann es bei der nächsten Wahl gerne besser machen...

BAT

Der Urlaub wird eben nicht unterbrochen. Eine Freistellung vom Hauptamt ist weiterhin vollumfänglich gegeben.

Leute, löst Euch mal von der Kombi AG/Wahlamt. Das ist im öD halt oft der gleiche. Würde eine Unterbrechung von Urlaub konstatiert werden, was ist dann mit anderen Ehrenämtern? Verstoß gegen des Urlaubsgesetz weil ich für den Fonds für Krebskanke, etc. am Wochenende was gemacht habe?

MoinMoin

Zitat von: Alien1973 in 29.05.2026 07:43Ich sehe hier keinerlei wichtigen betriebliche Gründe,
Es sind auch keine betrieblichen Gründe die hier eine Rolle spielen würden, wie BAT zutreffend anmerkt!

Und wenn der TE zuhause auf dem Sofa seinen Urlaubs-Sonntag verbringt, dann kann er doch auch seine Bürgerpflicht erfüllen.
Wenn er aber in einem Hotel irgendwo-jwd weilt, dann kann er das dem Wahlamt nachweisen und sie sollen sich jemanden anderes suchen.

Alien1973

Wenn ich einen Sexurlaub in Cap de Arc gebucht habe, würde ich das auch nicht mitteilen wollen.... ::)

Aber akzeptiert. Bei uns ist Wahlamt und Kommune eins, deswegen ist es da schon einfacher mit der Kommunikation.

Trotzdem gibt es genügend Gründe bei Urlaub (ohne teures Geld im Spiel) warum man nicht kann. Man hat viel Zeit für die Organisation des selben verbracht, hat sich mit anderen Personen zusammen getan, Plant seine Freizeit (Outdoor mit Zelt im Ausland z.B.). Alles ohne Buchungen und ohne großes Geld, aber trotzdem in meiner Freizeit und genau deswegen nehme ich ja Urlaub bei meinem AG. Da ist mir das Wahlamt erst mal egal und dieses hat in meinen Augen das auch zu akzeptieren und eine andere Person zu wählen.

Stur ist hier nicht nur der TE, sondern auch das Wahlamt. Bei dem Aufwand wäre schon längst eine andere Person rekrutiert worden...

BAT

Nö. Der TE verweigert dem Wahlamt Auskunft. Nochmals, er verweigert. Er kann es ja sagen, dass er auf einer Radtour mit Kumpels ist, die keine Buchungen benötigen, er kann sagen, dass seine Tochter heiratet, dass ein Bekannter gestorben ist und er in der Familien helfen muss.

Aber nochmals: ER VERWEIGERT jegliche Auskunft.

Alien1973

Nochmal beim TE nachgelesen....

=> akzeptiert

Johann

Ganz grundsätzlich fände ich es auch fairer, wenn für eine anstehende Wahl erstmal eine Weile, also für bspw. 14 Tage auf der kommunalen Webseite oder in Aushängen nach Freiwilligen für alle Wahlbezirke gesucht werden würde und die dann noch offenen "Stellen" per Zufallsprinzip an die wahlberechtigten Bürger der Wahlbezirke herangetragen werden.

Da machen Kommunen es sich meiner Erfahrung nach auch sehr einfach und verpflichten lieber direkt ihre eigenen Beschäftigten. An sich ist das nachvollziehbar, weil man von einem kommunal Beschäftigten erstmal eine höhere Zuverlässigkeit erwartet als von einer zufällig ausgewählten wahlberechtigten Person in einem Mehrfamilienhaus, das gemeinhin als Brennpunkt bekannt ist. Dennoch kann der Eindruck entstehen, es würde eben nicht jeder Bürger gleich behandelt werden, was Rechte und Pflichten anbelangt.

BAT

Es gibt auch Leute, die sich freiwillig melden. Ich verstehe echt das Problem nicht. Spätestens wenn es noch Goodies dazu gibt. :P

Du wirst hier bei der Kommunalwahl aber noch größere Probleme bei der Suche haben, weil es doch sicher zudem noch einige Stichwahlen am 27.09. geben wird.

Könnte sein, dass ich mir dafür zunächst den TE ziehe, wenn er so rumzickt.

Johann

Zitat von: BAT in 29.05.2026 13:35Es gibt auch Leute, die sich freiwillig melden. Ich verstehe echt das Problem nicht. Spätestens wenn es noch Goodies dazu gibt. :P
Ist ja auch kein Problem, wenns dann eben auch freiwillig ist. Es soll aber Leute geben, die sich mit voller Absicht einen Job im öD mit geregelten Arbeitszeiten von Montag bis Freitag suchen, damit sie am Wochenende Zeit mit ihrer Familie verbringen, zu Oma oder zum Baggersee fahren können. Oder sei es nur, dass man sich jeden Samstag als lediger, kinderloser Mensch gottlos betrinken und Sonntag bis 14 Uhr ausnüchtern will. Wenn rein zufällig im Wahlkreis ausgewählt werden würde, würde man vielleicht alle 40 Jahre mal mit dem erzwungenen Ehrenamt drankommen. Ich habe aber den Eindruck, dass es alle 1-2 Jahre die immer gleichen bei der Kommune beschäftigten Leute trifft.

MoinMoin

und spätestens nach dem ersten Male verweilen sie zukünftig in Thailand zur Wahl und betrinken sich dort.

BAT

Zitat von: Johann in 29.05.2026 21:36Ich habe aber den Eindruck, dass es alle 1-2 Jahre die immer gleichen bei der Kommune beschäftigten Leute trifft.

Aber die müssen dann halt auch können, haben also Freizeit, so what? Wer halt zuhause sitzt und nichts anderes macht, kann das Ehrenamt ausfüllen.

Bei halbwegs aktiven Menschen wirst du sowieso mindestens jede zweit Wahl nicht können.

Und gerade im öD bekommst Du oft Zeitausgleich, womit Du unter dem Strich gar nichts extra gearbeitet hast bzw. sogar noch einen wesentlich ruhigeren Job hattest. Insofern ist GERADE der öD auszuwählen. Das wäre der Nachteil der Goodies.



Johann

Zitat von: BAT in 30.05.2026 14:20Aber die müssen dann halt auch können, haben also Freizeit, so what? Wer halt zuhause sitzt und nichts anderes macht, kann das Ehrenamt ausfüllen.

Bei halbwegs aktiven Menschen wirst du sowieso mindestens jede zweit Wahl nicht können.

Und gerade im öD bekommst Du oft Zeitausgleich, womit Du unter dem Strich gar nichts extra gearbeitet hast bzw. sogar noch einen wesentlich ruhigeren Job hattest. Insofern ist GERADE der öD auszuwählen. Das wäre der Nachteil der Goodies.
Sehe ich weiterhin anders. Nur weil du nicht schon 12 Monate im Voraus geplant 300km weg sein wirst, kannst du an deinem arbeitsfreien Sonntag ja trotzdem etwas anderes vor haben. Nur wird "Da bin ich bei meinen Eltern zum Gulasch Essen" nicht als ausreichend wichtiger Grund gesehen werden. Da nützt es dir dann auch wenig, wenn du dann die Zeit gutgeschrieben bekommst und dir dann mal einen Dienstag Zeitausgleich nehmen kannst, weil deine Kinder dann in der KiTa, dein Partner auf der Arbeit und deine Eltern auf Kurzurlaub in den Niederlanden sind.

Ich habe von Kollegen, die aus der Industrie in den öD gewechselt sind relativ häufig gehört, dass die geregelten Arbeitszeiten von Mo-Fr ein ausschlaggebender Grund für den Wechsel waren. Wenn man dann wegen seines Arbeitgebers doch wieder am Wochenende fremdbestimmt ist, konterkariert das den Zweck.

Am Ende wäre es für den Steuerzahler womöglich günstiger, wenn schlicht per Zufall Ehrenamtliche aus dem Wahlkreis rekrutiert werden als wenn kommunale Beschäftigte im Grunde zu ihrem individuellen Stundensatz von der Kommune dafür bezahlt werden, Aufsicht zu treiben. Und wenn man dann auch als kommunal Beschäftigter im Schnitt alle 40 Jahre mal nur fürs Erfrischungsgeld aushelfen muss, zieht man das eben durch, aber hats dann auch für die nächsten 40 Jahre geschafft. Dann braucht man auch nicht mit Anreizen und Arbeitszeitanrechnung um die Ecke kommen.

MoinMoin

Dann hätten diese Menschen, die aus der pW kommen, sich nicht eine Kommune als AG aussuchen dürfen. Als Bundes/Landesangestellter gibt es diese Sonderstellung, dass man in einen anderen Wahlbezirk verdonnert wird, doch nicht, oder?
Und zu guter Letzt kann es auch einem Menschen aus der pW treffen, dass er am Sonntag zum Ehrenamt verdonnert wird und der bekommt null Zeitgutschrift.
Traurig, wenn der Staat zu zwangsmaßnahme greifen muss, weil es zu wenig aktive Bürger gibt.

So ein Wahl-Sonntag ist schnell abgefrühstückt, aufwendiger ist es wenn du zum Schöffen gewählt wirst.

BAT

Zitat von: Johann in 30.05.2026 22:47Sehe ich weiterhin anders.

Kannst Du gerne machen, aber das ist schon arg mimimi. Wir reden von ganz seltenen Einsätzen, zudem gibt es auch im öD ausreichend Bereitschaft, Wochenenddienst, etc.

Ich kann solche Einstellungen nicht nachvollziehen.

clarion

Ich schließe mich BAT an. Es ist ja nicht so, dass jeden Monat eine Wahl wäre...

Den Tag Zeitausgleich kann man ja auch am Brückenta nehmen, oder wenn Kinder oder Eltern mal keine Schule oder Kurzurlaub haben. Wirklich sehr Mimimi...