Bundesalimentationsgesetz

Begonnen von Admin, 15.04.2026 14:03

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Sputnik1978

(...)

Was machen die mit uns? Warum stellt sich der IM nicht mal vor uns?
[/quote]

Ehrlich gesagt ist das für mich schlimmer als das Thema aA.

Ich bin seit 19 Jahren im öffentlichen Dienst. Am Anfang wurde ich in meinem Umfeld dafür ausgelacht, weil ich weniger verdiene als in der freien Wirtschaft, nach Lebensalter bezahlt werde u.ä..

Heute wird man für genau das medial angefeindet. Dabei verdiene ich - bin Jurist - immer noch weniger als Bekannte in der Wirtschaft. Diese haben aber nicht selten eine 38 Stunden Woche (Vollzeit; Überstunden kommen bei Bedarf oben drauf) oder bekommen Firmenwagen o.ä..

Ich will hier nicht Lebensläufe vergleichen, aber das einzige echte Privileg, was ich aktuell bei mir sehe, ist, dass ich wegen PKV/Beihilfe beim Facharzt schneller Termine bekomme, als der Durchschnittsbürger. Wer hier ein Gerichtigkeitsdefizit sieht, meinetwegen. Aber vielleicht sollten wir alle die gleichen Autos fahren, in gleich großen Häusern wohnen u.ä., damit niemand was zu meckern hat.

Ich merke, dass ich durch diese medialen Diskussionen nicht mehr gerne zur Arbeit gehe.

Schneewitchen

Zitat von: Sputnik1978 in 28.06.2026 15:15(...)

Was machen die mit uns? Warum stellt sich der IM nicht mal vor uns?


Ehrlich gesagt ist das für mich schlimmer als das Thema aA.

Ich bin seit 19 Jahren im öffentlichen Dienst. Am Anfang wurde ich in meinem Umfeld dafür ausgelacht, weil ich weniger verdiene als in der freien Wirtschaft, nach Lebensalter bezahlt werde u.ä..

Heute wird man für genau das medial angefeindet. Dabei verdiene ich - bin Jurist - immer noch weniger als Bekannte in der Wirtschaft. Diese haben aber nicht selten eine 38 Stunden Woche (Vollzeit; Überstunden kommen bei Bedarf oben drauf) oder bekommen Firmenwagen o.ä..

Ich will hier nicht Lebensläufe vergleichen, aber das einzige echte Privileg, was ich aktuell bei mir sehe, ist, dass ich wegen PKV/Beihilfe beim Facharzt schneller Termine bekomme, als der Durchschnittsbürger. Wer hier ein Gerichtigkeitsdefizit sieht, meinetwegen. Aber vielleicht sollten wir alle die gleichen Autos fahren, in gleich großen Häusern wohnen u.ä., damit niemand was zu meckern hat.

Ich merke, dass ich durch diese medialen Diskussionen nicht mehr gerne zur Arbeit gehe.

Ich bin kein Jurist  nur einfacher Dipl. Kfm., teile aber Deine Empfindungen.

Ehemalige Kommilitonen haben mich früher immer bedauert, als sie hörten, dass ich in den öD gewechselt bin. Bei treffen sind selbige mit ihren dicken Dienstwagen vorgefahren.

In der ersten Wirtschaftskrise dann plötzlich anhaltende Arbeitslosigkeit. Statt dickem Dienstwagen dann gebrauchter VW Polo o.ä.. Irgendwann wurde ich dann gefragt, ob ich nicht in meiner Behörde ein Arbeitsplätzchen, gerne als Beamter, hätte.

Heute gelten wir allgemein als Parasiten. Ich habe zwei Bekannte, die in der SPD sind, die mich gerne mal wegen meiner Beamtenurkunde kritisieren. Am Anfang habe ich mich noch verteidigt. Fakten kommen aber nicht gegen Klischees an. Ich habe es aufgegeben.

Ich habe auch keine Lust mehr, bin aber auch in 4,5 Jahren in Pension....

AchimDH

Zitat von: Julianx1 in 28.06.2026 12:19https://www.n-tv.de/politik/Oekonom-will-besonders-beguenstigende-Regel-fuer-Beamte-einschraenken-id31022587.html

Längere Wartezeiten in der letzten Besoldungsgruppe bis Pensionswirksamtkeit.

..
Hatten wir während meiner 42 Jahre als Berufssoldat doch bereits mehrfach - man ist auf einen höherwertigen DP versetzt worden, aber frühestens 2 Jahre später in eine Haushaltsstelle der entsprechenden Besoldungsgruppe eingewiesen worden, die man dann wiederum 2 Jahre innehaben musste, bevor sie pensionsrelevant wurde. Machte in Summe 4 Jahre vor Pensionseintritt aus, in denen eine Beförderung kurzfristig nett, aber langfristig unwirksam war.

wizzard

Zitat von: GeBeamter in 28.06.2026 09:26Interessant wie lapidar du das wieder siehst.


Nicht nur er. 12 Minuten täglich mehr im Homeoffice kriege ich auch noch rum. Wenn es den Bund glücklich macht, mich belastet das eher weniger. Und im Büro gucke ich halt 12 Minuten aus dem Fenster bevor ich ausstempel

tunnelblick

Zitat von: GeBeamter in 28.06.2026 09:26Interessant wie lapidar du das wieder siehst.

Mich lässt eine solche Überlegung fassungslos zurück, weil ich mir die Folgen gut ausmalen kann. Eine Erhöhung der WAZ wird zwangsläufig zu einer Soldkürzung für Teilzeitkräfte. Damit wird der ÖD noch unattraktiver für die Leute, die meiner bescheidenen Küchentisch-Empirie nach das Gros der Bewerber stellt: gut ausgebildete, junge Leute mit einem festen Plan, eine Familie zu gründen und kürzer zu treten.
Hinzu kommt, dass ich nicht glaube, dass in Industrie- und Dienstleistungsgewerbe trotz Gepolter des Kanzlers zeitnah Tarifverträge mit Arbeitszeiten über 39 Stunden vereinbart werden. Damit wäre der ÖD was die Attraktivität angeht noch stärker als jetzt benachteiligt.
Man muss hier aber auch mittlerweile schauen mit wem man im Forum diskutiert.
Alex will bspw lieber den aktuellen Entwurf nicht annehmen, entgegen manch anderem, weil *er* in seiner Konstellation am wenigsten mehr bekäme. So eine Meinung kann man natürlich vertreten, stößt nur bei anderen auf wenig Verständnis.
Zum Thema Mehrarbeit durften wir erst kürzlich erfahren, dass Alex 48 Stunden die Woche arbeitet. Da wundert mich seine Meinung zu dem Thema auch nicht.
Viele posten hier nur ihre Meinung, aber manche sind dann doch immer etwas spezieller.

1000Baht

Zitat von: Julianx1 in 28.06.2026 12:19Längere Wartezeiten in der letzten Besoldungsgruppe bis Pensionswirksamtkeit.

Zitat33 Abs. 5 GG umfasst den Grundsatz der Versorgung aus dem letzten Amt mit der Modifikation, dass der Beamte das letzte Statusamt vor dem Eintritt in den Ruhestand bereits einen Zeitraum innehatte, der zwei Jahre nicht überschreiten darf.
Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 4. Mai 2022 – 2 BvR 1330/16
https://www.dienstrecht-aktuell.de/das-ruhegehalt-eines-beamten-und-die-wartefrist-nach-der-letzten-befoerderung-3138803/
inPension.org - Als Pensionär in Thailand wohnen

Alexander79

Zitat von: tunnelblick in 28.06.2026 17:45Man muss hier aber auch mittlerweile schauen mit wem man im Forum diskutiert.
Alex will bspw lieber den aktuellen Entwurf nicht annehmen, entgegen manch anderem, weil *er* in seiner Konstellation am wenigsten mehr bekäme.
Ist das verwunderlich, wenn man als A8, wenn wie bei mir die Kinder aus dem Haus sind, nicht mal 10€ Brutto mehr hätte?

Rheini

#2092
Zitat von: 1000Baht in 29.06.2026 00:59https://www.dienstrecht-aktuell.de/das-ruhegehalt-eines-beamten-und-die-wartefrist-nach-der-letzten-befoerderung-3138803/


Hier wird wider besseren Wissen, von der Politik was anderes versprochen. Kann man machen und würde mich auch nicht interessieren, wenn das nur nicht bei Nichteinlösung Frust auf "die Beamten" schüren würde.

Knarfe1000

Zitat von: Schneewitchen in 28.06.2026 15:52Ich habe auch keine Lust mehr, bin aber auch in 4,5 Jahren in Pension....
Knapp 6 Jahre bei mir, die halte ich noch irgendwie durch.

Schneewitchen

Zitat von: Knarfe1000 in 29.06.2026 07:56Knapp 6 Jahre bei mir, die halte ich noch irgendwie durch.

Ab einem gewissen Punkt, der sehr individuell ist, wird man mit jedem Monat weniger etwas gelassener.

Ich bedaure unsere jetzigen Anwärter. Die haben noch viele Jahre Frust und Ärger vor sich.......

kleinerluis

Mit welchen Lebensalter wollt ihr denn in die Pension gehen? 67 ist ja derzeit das Regelpensionsalter, von Sonderregelungen wie Polizei, BW, Feuerwehr mal abgesehen.
Einen Antrag auf frühere Pensionierung mit Abschlägen kann man stellen, der DH muss dem aber zumindest meines Wissens nach zustimmen.
Ich würde gern mit 65 gehen, dass wären dann noch 7 Jahre. Aber wer weiss schon was bis dahin für Regeln gelten.

1000Baht

Zitat von: Schneewitchen in 29.06.2026 08:31Ab einem gewissen Punkt, der sehr individuell ist, wird man mit jedem Monat weniger etwas gelassener.
Das ist aber nicht bei Jedem so, ganz im Gegenteil!  8)
inPension.org - Als Pensionär in Thailand wohnen

Schneewitchen

Zitat von: kleinerluis in 29.06.2026 08:34Mit welchen Lebensalter wollt ihr denn in die Pension gehen? 67 ist ja derzeit das Regelpensionsalter, von Sonderregelungen wie Polizei, BW, Feuerwehr mal abgesehen.
Einen Antrag auf frühere Pensionierung mit Abschlägen kann man stellen, der DH muss dem aber zumindest meines Wissens nach zustimmen.
Ich würde gern mit 65 gehen, dass wären dann noch 7 Jahre. Aber wer weiss schon was bis dahin für Regeln gelten.

Ich gehe mit 67. Meine Bürotür ist etwas schmaler. Mit Rolli käme ich da nicht durch....

Bei uns werden derzeit alle Leute, die kurz vor der Pension stehen bearbeitet, damit sie noch etwas bleiben.....!

Schneewitchen

Zitat von: 1000Baht in 29.06.2026 08:35Das ist aber nicht bei Jedem so, ganz im Gegenteil!  8)

Auch das ist eben sehr individuell.😉

Rheini

Zitat von: kleinerluis in 29.06.2026 08:34Mit welchen Lebensalter wollt ihr denn in die Pension gehen? 67 ist ja derzeit das Regelpensionsalter, von Sonderregelungen wie Polizei, BW, Feuerwehr mal abgesehen.
Einen Antrag auf frühere Pensionierung mit Abschlägen kann man stellen, der DH muss dem aber zumindest meines Wissens nach zustimmen.
Ich würde gern mit 65 gehen, dass wären dann noch 7 Jahre. Aber wer weiss schon was bis dahin für Regeln gelten.

In NRW gilt derzeit die Regelung, dass man mit 45 Dienstjahren ab 65 ohne Abschläge sich pensionieren lassen kann. Das ist für mich eine Option.