Wünsche für die nächste Tarifrunde 2027?

Begonnen von LisaSimpsonÖD, 04.08.2026 11:34

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Bildungskonfetti

Zitat von: LisaSimpsonÖD in 04.08.2026 11:34Es ist zwar noch ein bisschen Zeit, aber wünsche dürfen ja schon geäußert werden ;)

Na wenn das so ist...
*Traum an*
Meine persönlichen Forderungen für einen zukunftsfähigen TVöD:

- Schrittweise Einführung der 37-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich
    * 2027: 38 Stunden/Woche
    * 2030: 37 Stunden/Woche
        → mehr Vereinbarkeit, bessere Fachkräftegewinnung und Anpassung an moderne Arbeitswelten

- Stärkung der betrieblichen Altersversorgung
    * höherer Arbeitgeberanteil zur VBL
    * dynamische Weiterentwicklung der Zusatzversorgung
        → der öffentliche Dienst muss auch bei der Altersvorsorge konkurrenzfähig bleiben

- Modernisierung des Stufenmodells
    * dynamischere Stufenaufstiege bei nachgewiesener Leistung und besonderer Verantwortung
    * schnellere Entwicklungsmöglichkeiten für schwer zu gewinnende Fachkräfte
        → Erfahrung und Engagement sollten stärker honoriert werden

- Einführung von Funktionszulagen für besondere Verantwortung
    * z. B. für Fachbereichsleitungen, Projektleitungen oder vergleichbare Steuerungsaufgaben
        → Verantwortung, Führung und zusätzliche Belastung müssen sich stärker im Entgelt widerspiegeln
- ca. 4 % Tariferhöhung zur Sicherung der Kaufkraft und Ausgleich der gestiegenen Lebenshaltungskosten sowie zum Erhalt der Attraktivität des öffentlichen Dienstes als Arbeitgeber

Aus meiner Sicht sollte ein moderner Tarifvertrag nicht nur über Entgelterhöhungen sprechen, sondern über die Frage: Wie schaffen wir es, qualifizierte Menschen langfristig für den öffentlichen Dienst zu gewinnen und zu halten?

Damit wäre ich zufrieden, auch mit Teilen davon. 😄

*Traum aus*
,,Bildung ist Ländersache. Organisation auch."

Vollstrecker

Zitat von: JahrhundertwerkTVÖD in 05.08.2026 12:52Mittlerweile sind etliche Gemeinden nicht mehr Mitglied der Kommunalen Arbeitgeberverbände und Vergüten "in Anlehnung an den TVÖD".


Hast du da Beispiele?  ???

andi1504

Zitat von: JahrhundertwerkTVÖD in 05.08.2026 12:52Mittlerweile sind etliche Gemeinden nicht mehr Mitglied der Kommunalen Arbeitgeberverbände und Vergüten "in Anlehnung an den TVÖD".

Hat auch den Vorteil für die AG, dass die sog. "Unkündbarkeit" nach § 34 Abs. 2 TVöD entfällt.

SchrödingersKatze

Ich würde mir Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Kindern wünschen:

- grundsätzliche Gleichstellung von Krankengeldbezug und Elterngeldbezug bei tariflichen Leistungen (in der Vergangenheit zb bei Inflationsausgleich und Coronaprämie)
- Lohnfortzahlung bei Kindkrank
- Alternativ Kinderkrankengeldzuschuss
- flexible Arbeitszeitenregelung in Schulferien
- Zuschuss zur Kinderbetreuung
- in größeren Behörden: Einrichtung von Kinderbetreuungs-Arbeitsbüros für kurzfristige Betreuungsengpässe
- Prüfen von Angeboten zum Jobsharing und Führung in Teilzeit

UNameIT

Da bin ich teilweise bei dir:

Zitat von: Bildungskonfetti in 05.08.2026 13:23- Modernisierung des Stufenmodells
    * dynamischere Stufenaufstiege bei nachgewiesener Leistung und besonderer Verantwortung
    * schnellere Entwicklungsmöglichkeiten für schwer zu gewinnende Fachkräfte
        → Erfahrung und Engagement sollten stärker honoriert werden

- Einführung von Funktionszulagen für besondere Verantwortung
    * z. B. für Fachbereichsleitungen, Projektleitungen oder vergleichbare Steuerungsaufgaben
        → Verantwortung, Führung und zusätzliche Belastung müssen sich stärker im Entgelt widerspiegeln

Bzgl. Stufenmodell:
Wegfall der Stufenlaufzeiten - bzw. Kürzung auf 3 Stufen mit Stufe 3 = Stufe 6 zur Fachkräftegewinnung. Eine gelernte Fachkraft bewirbt sich nicht im ÖD, wenn sie die derzeitigen Stufen 1/2/3 sieht. Es sei den sie kommt aus dem ÖD und kennt sich aus bzgl. förderlichen Zeiten und Co. Außerdem welchen realen Unterschied hat man zwischen 5 Jahren, 10 Jahren und 15 Jahren Berufserfahrung?

Funktionszulagen für extra Aufgaben fänd ich super. Wir erhalten seit Jahren zusätzliche Aufgaben, die in Komplexität und Umfang wachsen, bekommen Projekte als Projektleiter und Co - es spiegelt sich aber nie im Entgelt wieder.

Ansonsten will ich (halbwegs) realistisch sein:
-2,5 % Erhöhung zum 1.6.2027 kein Sockel oder Mindestbetrag
-2,5 % Erhöhung zum 1.7.2028 kein Sockel oder Mindestbetrag
-Erhöhung des Mindestbetrags für die Vermögenswirksamen Leistungen auf 40€
-Beibehaltung des zusätzlichen Urlaubstags 2027
-Bessere Regelung der freiwilligen Erhöhung, die es möglich machen Mehrarbeitsstunden über die Erhöhung abzubauen.
-Verkürzung der Kündigungszeiten - im Extremfall kommt es zu einer Kündigungszeit von 9 Monate , dass ist auf beiden Seiten nicht realistisch und erschwert Jobwechsel

Laufzeit bis 1.3.2029

Aleksandra

wie realistisch haltet ihr das, dass der TV Flex AZ (Altersteilzeit) in den kommenden 20 Jahren noch mal aufs Tableau gebracht wird?
Reallohnverlust seit Dienstantritt: 1,96%
2022: Inflation 6,9% - Verdi 1,8%
2023: Inflation 5,9% - Verdi 0%
2024: Inflation 2,2% - Verdi 9,03%
2025: Inflation 2,2% - Verdi 3,00%
2026: Inflation 2,2% - Verdi 3,99%

ohjeee

Zitat von: Aleksandra in Gestern um 09:38wie realistisch haltet ihr das, dass der TV Flex AZ (Altersteilzeit) in den kommenden 20 Jahren noch mal aufs Tableau gebracht wird?
bei dem jetzt schon Fachkräftemangel und kommende Boomer-Renteneintritte: erst mal gar nicht.

JahrhundertwerkTVÖD

Zitat von: Vollstrecker in 05.08.2026 14:49Hast du da Beispiele?  ???

Hier eine Pressemitteilung aus dem Jahr 2025
https://bawue.verdi.de/presse/pressemitteilungen/++co++17b47f16-c9a7-11ef-a23f-af39524588b8

"Die Mehrheit der baden-württembergischen Kommunen, also 52,41 Prozent (in Zahlen: 577) orientiert sich lediglich am TVöD"

Faunus

Zitat von: Aleksandra in Gestern um 09:38wie realistisch haltet ihr das, dass der TV Flex AZ (Altersteilzeit) in den kommenden 20 Jahren noch mal aufs Tableau gebracht wird?

Unwahrscheinlich, weil die FLEX AZ dem AG Geld kostet, während das "Sabbatical" vom AN vollständig eigenfinanziert wird.
Wahrscheinlicher ist ein Konstrukt mit Ansparen ab 25-35 Jahre (binden an den AG) um 2-3 Jahre früher gehen zu können "erleichtert" wird. So wird man die "Alten" kostenfrei doch mit 64-65 (dann mit Abschlägen) früher los,
Du musst die AN in der Lebensarbeitsphase erwischen, wo sie am produktivsten sind: zw. 25 und 45 ;)

Faunus

Zitat von: ohjeee in Gestern um 09:52bei dem jetzt schon Fachkräftemangel und kommende Boomer-Renteneintritte: erst mal gar nicht.

Welcher Fachkräftemangel jetzt genau?
Wir haben 3 Mio Arbeitslose und in den nächsten 15 Jahren wird alleine für die Autoindustrie ein Abbau von rund 750.000 Stelle prognostiziert - auch jede Menge IT - und die Boomer will doch keiner. Wer bitte stellt AN über 60 noch ein?! Das ist doch alles Quark!

MeTe

Fachkräftemange sehe ich auch nicht wirklich.

Gibt genug Fachkräfte, nur derzeit noch nicht genug Fachkräfte die für die Konditionen des öD arbeiten möchten (zumindest hier, regelmäßige keine einzige Bewerbugn auf ausgeschriebene Stellen oder nur 1-2 die nicht die absoluten Mindestanforderungen erfüllen). Und die wenigen die wirklich zusagen, springen irgendwann ab, weil sie ihre Miete zahlen müssen unnd nicht 6+ Monate auf die Vertragsbearbeitugn warten können.

Mit zunehmend kollabierender Wirtschaft wird sich aber das Problem von selbst lösen, denke ich.

Daher sehe ich in der aktuellen wirtschaftlichen Lage auch eher keinen Fachkräftemangel auf uns zukommen, eher im Gegenteil. Insofern wohl schlechte Karten für Verhandlungen. Aber das nur meine Sichtweise.

Bob Kelso

Zitat von: MeTe in Gestern um 10:20Fachkräftemange sehe ich auch nicht wirklich.

Gibt genug Fachkräfte, nur derzeit noch nicht genug Fachkräfte die für die Konditionen des öD arbeiten möchten (zumindest hier, regelmäßige keine einzige Bewerbugn auf ausgeschriebene Stellen oder nur 1-2 die nicht die absoluten Mindestanforderungen erfüllen). Und die wenigen die wirklich zusagen, springen irgendwann ab, weil sie ihre Miete zahlen müssen unnd nicht 6+ Monate auf die Vertragsbearbeitugn warten können.

Mit zunehmend kollabierender Wirtschaft wird sich aber das Problem von selbst lösen, denke ich.

Daher sehe ich in der aktuellen wirtschaftlichen Lage auch eher keinen Fachkräftemangel auf uns zukommen, eher im Gegenteil. Insofern wohl schlechte Karten für Verhandlungen. Aber das nur meine Sichtweise.

Fachkräftemangel! Eine politisch motivierte Ideologie und durch die Medien getriebene Sau!

Wir ( Gesundheitswesen) können die meisten unserer Stellen nicht besetzen, trotz 3,2 Mio arbeitsfähiger und Arbeit suchender Menschen) Also wird 3 x die Großstadt Köln alimentiert!

Und wir meinen nicht die qualifizierten Beschäftigten, z.B. mit Approbation! Auch auf Sozialarbeiter-Ebene erleben wir, dass Menschen mit einem Hochschulabschluss in einer Großstadt ihre Familie nicht ernähren können. Vor ein paar Wochen hatte wir eine Bewerbung ( SD 12 /3) Der Bewerber meinte, er müsse mindestens 40 % seines Netto-Gehaltes allein für Miete ausgeben; zudem muss er sein privates KFZ zu Fahrten zu den durch ihn betreuten Arbeitslosen aufbringen und diese durch die Gegend fahren.
Er hat die Stelle nicht angenommen!
Eine Erhellung: Dieser  Bewerber würde auf Grund des Familienstandes durch das Jobcenter eine Kaltmiete von 910 Euro erhalten, Warm um 1300;00
Nein! In unserem Nachbarhaus können Operationen nicht durchgeführt werden, weil sich niemand findet, welcher außerhalb der Kernzeiten, die Säle reinigen will. Nach dem Motto: Da krieg ich mehr vom Hartz!
Die Güte von manchen "Bewerbungsschreiben" lässt sofort erkennen; Bitte belästigen Sie mich nicht mit Arbeit!

JahrhundertwerkTVÖD

Diese Schieflage zwischen ausufernden sozialen Leistungen und gefühlt nicht mehr lohnenswerten Arbeitstätigkeit ist doch ein Kernproblem.

Dies wird sich noch drastisch verschärfen mit weiteren Erhöhungen und Abzügen (Rente, Krankenkasse, Pflege usw)
Ich glaube dass es völlig außer Frage steht dass eine soziale Absicherung eine wichtige Errungenschaft eines modernen Staates ist. Leider profitieren mittlerweile nicht mehr nur diejenigen die unverschuldet oder krankheitsbedingt in eine Notlage geraten.
Hier müsste sich allerdings auch die Denkweise und Vorstellungen einiger Entscheidungsträger ändern.
Auch die Gewerkschaft kann ihren Teil dazu beitragen und ihre sozialistisch geprägten Vorstellungen überdenken.
Es ist ein deutliches Ungleichgewicht entstanden zwischen Leistung, Arbeiten, Abgaben und sozialen Leistungen (in der Masse und Höhe).

BAT

Auch bei der Struktur Arbeitsmarkt/ Sozialleistungen sehe ich kein ernsthaftes Bemühen/ Wollen der Regierung nach einem ernsthaften Umbau.

Isch over.

Hierbei seien aber auch die ausufernden Subventionen erwähnt inklusive 1,5 Milliarden jährlich von Bund und Ländern, um durch die Gegend zu fahren. Römische Dekadenz.

UNameIT

Zitat von: Faunus in Gestern um 10:12Welcher Fachkräftemangel jetzt genau?
Wir haben 3 Mio Arbeitslose und in den nächsten 15 Jahren wird alleine für die Autoindustrie ein Abbau von rund 750.000 Stelle prognostiziert - auch jede Menge IT - und die Boomer will doch keiner. Wer bitte stellt AN über 60 noch ein?! Das ist doch alles Quark!

Das Problem ist nicht die Ratio zwischen Arbeitnehmer und Stelle - das Problem ist, dass viele Arbeitnehmer Dinge gelernt haben, die heutzutage einfach Obsolet sind (bspws. Schlosser, wer braucht heutzutage den noch nen Schlosser?) Oder jemand der Mediengestalter, Bürokaufmann, Bankkaufmann, Reisebüroangestellte, Kürschner, Schuhmacher etc lernt.

Somit haben wir einen Fachkräftemangel, allerdings in ausgebildeten Fachkräften.

Genauso hoch ist das Problem, das die Sozialleistungen für manche Menschen lohnenswerter sind, als ein Job.