Wünsche für die nächste Tarifrunde 2027?

Begonnen von LisaSimpsonÖD, 04.08.2026 11:34

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ElBarto

Zitat von: MoinMoin in 14.08.2026 09:17In der Inflation sind solche Ausgaben mit drin!
Korrekterweise muss natürlich jeder seine individuelle Inflation errechnen, um zu wissen, ob er persönlich eine Reallohnsteigerung hat.
Ich durfte auch schon mal eine Deflation erleben, weil meine Zinsausgaben fürs Haus extrem gesunken sind (ist halt ein Unterschied ob man 6% oder 0,9% Zinsen bezahlen muss).

Das sehe ich minimal anders.

Denn verhandelt wird nach dem rückwirkenden Stand.

Wird ein neuer TV abgeschlossen und stellt die Krankenkasse 2 Monate später fest, sie braucht mehr Geld zum verpulvern, warte ich 2 bis 3 Jahre, dass dieses Minus berücksichtigt wird. Genauso ist es mit allem was der Regierung  einfällt und Späße wie Preissteigerungen aufgrund Krieg und Nachfragesteigerungen usw. werden auch nicht berücksichtigt.

Und das jeder seine eigene Inflationsrate berechnen muss stimmt definitv auch.


Apropos, hast Du schonmal erfolgreich einen kompletten Inflationswarenkorb gesehen? Also die Liste der einzelnen Artikel nicht nur Produktgruppen?
Ich finde das nicht.

Brutto Peter

Zitat von: ElBarto in Gestern um 08:35Das sehe ich minimal anders.

Denn verhandelt wird nach dem rückwirkenden Stand.

Wird ein neuer TV abgeschlossen und stellt die Krankenkasse 2 Monate später fest, sie braucht mehr Geld zum verpulvern, warte ich 2 bis 3 Jahre, dass dieses Minus berücksichtigt wird. Genauso ist es mit allem was der Regierung  einfällt und Späße wie Preissteigerungen aufgrund Krieg und Nachfragesteigerungen usw. werden auch nicht berücksichtigt.

Und das jeder seine eigene Inflationsrate berechnen muss stimmt definitv auch.


Apropos, hast Du schonmal erfolgreich einen kompletten Inflationswarenkorb gesehen? Also die Liste der einzelnen Artikel nicht nur Produktgruppen?
Ich finde das nicht.


Du vermischst hier gerade drei verschiedene Dinge.

Dass Tarifverhandlungen sich an der vergangenen Preisentwicklung orientieren, stimmt. Das heißt aber nicht, dass die Inflation rückwirkend berechnet wird. Der Verbraucherpreisindex misst die Preisentwicklung anhand eines Warenkorbs. Und in diesem Warenkorb stecken natürlich konkrete Güter und Dienstleistungen und nicht nur irgendwelche Produktgruppen.

Auch dein Beispiel mit den Kreditzinsen passt da nicht wirklich. Wenn dein Zinssatz von 6 auf 0,9 Prozent fällt, hast du persönlich deutlich weniger Ausgaben. Das ist für deine eigene finanzielle Situation natürlich relevant. Mit Deflation hat das aber nichts zu tun. Dafür müssten die Preise insgesamt sinken.

Dass jeder seine eigene Inflationsrate hat, stimmt dagegen. Wer zum Beispiel viel Geld für Miete, Energie oder Lebensmittel ausgibt, bekommt eine andere Preisentwicklung zu spüren als jemand, der wenig davon kauft.

Genau deshalb gibt es überhaupt einen Warenkorb. Er soll abbilden, wofür die Menschen im Durchschnitt ihr Geld ausgeben. Der eigene Warenkorb kann davon natürlich deutlich abweichen.

Dein günstiger gewordener Immobilienkredit kann deine persönlichen Kosten also ordentlich drücken. Trotzdem können die Verbraucherpreise gleichzeitig steigen. Das eine ist deine persönliche Situation, das andere die allgemeine Preisentwicklung.

BAT

Zitat von: Brutto Peter in Gestern um 09:15Dein günstiger gewordener Immobilienkredit kann deine persönlichen Kosten also ordentlich drücken. Trotzdem können die Verbraucherpreise gleichzeitig steigen. Das eine ist deine persönliche Situation, das andere die allgemeine Preisentwicklung.

Ist das so? Ich glaube dieser ganze Warenkorb ist auf Mieter fixiert. Obwohl doch massenhaft Leute auch im abbezahlten Eigentum wohnen.

Und allgemein zur Rente: das ist noch lange nicht beschlossen. Es muss erst mal in die Beratung in der Regierung / Bundestag und wir bekommen einen heißen September.

Ramirez

Zitat von: BAT in Gestern um 09:19Ist das so? Ich glaube dieser ganze Warenkorb ist auf Mieter fixiert. Obwohl doch massenhaft Leute auch im abbezahlten Eigentum wohnen.
...

Nein gerade nicht, sonst wäre die angegebene Inflationsrate brutal. Der Warenkorb bildet den Durchschnitt und enthält damit auch die durchschnittlichen Wohnkosten. Die sind anteilig viel geringer als sie bei Mietern sind, daher sind Mieten unterproportional enthalten, das gleiche gilt z.B. auch für Lebensmittel.

Weil das so ist, lässt sich schön mit Statistiken tricksen und mit nur ein bisschen Lüge erzählen, das die finanzielle Unter- und Mittelschicht doch gar nicht soviel verliert, wie die pösen Populisten es sagen.

MoinMoin

Zitat von: Brutto Peter in Gestern um 09:15Auch dein Beispiel mit den Kreditzinsen passt da nicht wirklich. Wenn dein Zinssatz von 6 auf 0,9 Prozent fällt, hast du persönlich deutlich weniger Ausgaben. Das ist für deine eigene finanzielle Situation natürlich relevant. Mit Deflation hat das aber nichts zu tun. Dafür müssten die Preise insgesamt sinken.
Ich denke du irrst.

Also wenn ich insgesamt weniger Geld benötige für die gleiche Leistung, dann habe ich persönlich eine Deflation. Auch wenn Teile meines Warenkorbes im Preis gestiegen sind.

Natürlich haben Wir dadurch keine Deflation, sondern nur Ich.

MoinMoin

Zitat von: Ramirez in Gestern um 09:32Weil das so ist, lässt sich schön mit Statistiken tricksen und mit nur ein bisschen Lüge erzählen, das die finanzielle Unter- und Mittelschicht doch gar nicht soviel verliert, wie die pösen Populisten es sagen.
Die Statistik lügt nicht. Die Menschen die sie falsch interpretieren täuschen sich und andere, dass ist wohl war.
Aber gerade Populisten haben es nicht so mit nachvollziehbaren Dingen, sondern leben davon diffuse Gefühle zu wecken und mit Tricksereien ihre "Wahrheit" zu erzählen.

Es steht jedem Frei seine Inflationsrate zu berechnen (leider können es nur recht wenig Menschen, wegen der fehlenden persönlichen Datenlage) und wenn der Lachs um 20% steigt, dann heißt das noch nicht, dass man eine zweistellige Inflationsrate hat, insbesondere wenn die eigene Miete seit 10 Jahren unverändert ist.
Oder -so wie bei mir- sich auf ein sechstel verkleinert.

MoinMoin

Zitat von: ElBarto in Gestern um 08:35Apropos, hast Du schonmal erfolgreich einen kompletten Inflationswarenkorb gesehen? Also die Liste der einzelnen Artikel nicht nur Produktgruppen?
Ich finde das nicht.

Meinst du so was:
https://genesis.destatis.de/datenbank/online/statistic/61111/table/61111-0004

oder der
https://service.destatis.de/inflationsrechner/


ElBarto


ElBarto

Zitat von: Brutto Peter in Gestern um 09:15Du vermischst hier gerade drei verschiedene Dinge.

Dass Tarifverhandlungen sich an der vergangenen Preisentwicklung orientieren, stimmt. Das heißt aber nicht, dass die Inflation rückwirkend berechnet wird. Der Verbraucherpreisindex misst die Preisentwicklung anhand eines Warenkorbs. Und in diesem Warenkorb stecken natürlich konkrete Güter und Dienstleistungen und nicht nur irgendwelche Produktgruppen.

Auch dein Beispiel mit den Kreditzinsen passt da nicht wirklich. Wenn dein Zinssatz von 6 auf 0,9 Prozent fällt, hast du persönlich deutlich weniger Ausgaben. Das ist für deine eigene finanzielle Situation natürlich relevant. Mit Deflation hat das aber nichts zu tun. Dafür müssten die Preise insgesamt sinken.

Dass jeder seine eigene Inflationsrate hat, stimmt dagegen. Wer zum Beispiel viel Geld für Miete, Energie oder Lebensmittel ausgibt, bekommt eine andere Preisentwicklung zu spüren als jemand, der wenig davon kauft.

Genau deshalb gibt es überhaupt einen Warenkorb. Er soll abbilden, wofür die Menschen im Durchschnitt ihr Geld ausgeben. Der eigene Warenkorb kann davon natürlich deutlich abweichen.

Dein günstiger gewordener Immobilienkredit kann deine persönlichen Kosten also ordentlich drücken. Trotzdem können die Verbraucherpreise gleichzeitig steigen. Das eine ist deine persönliche Situation, das andere die allgemeine Preisentwicklung.

Der Kredit kommt nicht von mir.

Der ganze Warenkorb ändert für mich aber dennoch nichts daran, dass nach dem Abschluss bereits neue Kosten warten die das Plus aufzehren.

Wenn sich die Datenbank welche MoinMoin verlinkt hat ansieht gibt es zudem seit 2020 deutlich höhere Steigerungen als 2,x% pro Jahr vermuten lassen.

Zusätzlich kommt die individuelle Inflation dazu, denn die 2 Prozent sind nur der Schnitt. Vielleicht kaufst Du andere Sachen als ich und bist mit den 2,5 Prozent deshalb zufrieden.
Von meinem verhandelten Lohnplus gehen deshalb dennoch 50 oder mehr Prozent drauf. Die letzten Male war es sogar eher "wie gewonnen so zerronnen".




MoinMoin

Zitat von: ElBarto in Gestern um 11:26Wenn sich die Datenbank welche MoinMoin verlinkt hat ansieht gibt es zudem seit 2020 deutlich höhere Steigerungen als 2,x% pro Jahr vermuten lassen.

Anfang 2025 war die Butter 65% teurer als 2020 jetzt nur noch 7% (was weit unter 2% ist) - also eine kleine Erleichterung für die Butterfraktion. 8)

Und wenn von deinem Lohnplus nur 50% für die folgen der Inflation draufgeht, dann ist doch alle palletti.

Allerdings verstehe ich immer noch nicht was du mit neuen Kosten meinst.
Matcha zusätzlich zum Espresso?
Oder meinst du gestiegene Kosten (wie z.B. höherer KV Beitrag o.ä.)

Petar T.

Meine Forderung für eine der nächsten Tarifrunden: das Ergebnis-Dienst-Modell.

Es belohnt Leistungsträger und beendet die versteckte Untätigkeit in Behörden.

Die fixe 39-Stunden-Woche wird aufgehoben. Stattdessen werden Aufgabenbereiche in der Sachbearbeitung in wöchentliche Arbeitspakete aufgeteilt. Wenn das Soll fehlerfrei (oder mit akzeptabler Fehlerquote) erfüllt ist, gilt die Arbeitszeit als erbracht, auch wenn dafür nur 30 Stunden benötigt wurden. Das Gehalt bleibt unverändert bei 100%.  Die Messung der Arbeitszeit erfolgt nicht mehr über die Stechuhr, sondern über über Zielvereinbarungen und digitale Fallzahlen-Dashboards.

Die Sachbearbeiter werden so motiviert, die eigenen Arbeitsabläufe zu beschleunigen. Davon profitieren sowohl die Mitarbeiter als auch die Empfänger der jeweiligen Leistung.

MoinMoin

Lustiger Gedanke.
Das kann man vielleicht bei 10% der Stellen so denken und was ist mit dem Rest?

SchrödingersKatze

Zitat von: Petar T. in Gestern um 14:55Meine Forderung für eine der nächsten Tarifrunden: das Ergebnis-Dienst-Modell.

Es belohnt Leistungsträger und beendet die versteckte Untätigkeit in Behörden.

Die fixe 39-Stunden-Woche wird aufgehoben. Stattdessen werden Aufgabenbereiche in der Sachbearbeitung in wöchentliche Arbeitspakete aufgeteilt. Wenn das Soll fehlerfrei (oder mit akzeptabler Fehlerquote) erfüllt ist, gilt die Arbeitszeit als erbracht, auch wenn dafür nur 30 Stunden benötigt wurden. Das Gehalt bleibt unverändert bei 100%.  Die Messung der Arbeitszeit erfolgt nicht mehr über die Stechuhr, sondern über über Zielvereinbarungen und digitale Fallzahlen-Dashboards.

Die Sachbearbeiter werden so motiviert, die eigenen Arbeitsabläufe zu beschleunigen. Davon profitieren sowohl die Mitarbeiter als auch die Empfänger der jeweiligen Leistung.


Spannend. Wie sieht das dann aus zB im Bürgerbüro in Kommunen? Oder in Personalabteilungen? Oder noch besser in Krankenhäusern?
Sorry, diese Woche schon 30 Personalausweise ausgestellt, kommen Sie nächste Woche wieder. Sorry, diese Woche schon 50 Verbände gewechselt, kommen Sie nächste Woche wieder...
Oder andersherum: Sie wollen eine Fischereischein? Hatten wir diese Woche schon, aber bei den Reisepässe hinken wir hinterher!

Petar T.

Genau wegen Menschen wie dir kommen wir in der Verwaltung nicht weiter. Die Zeit wird damit verschwendet, darzulegen, weshalb etwas nicht funktioniert, statt Wege zu finden, etwas umzusetzen.

Wenn du dir noch mehr Zeit genommen hättest, wären dir sicher noch mehr abwegige Beispiele eingefallen, bei denen die Idee nicht oder nur schwer umzusetzen ist.

Bei genauem Lesen wäre aufgefallen, dass ich von Aufgabenbereichen in der Sachbearbeitung gesprochen habe. Welchen Beitrag da das Beispiel mit dem Verbandwechsel leisten soll, wird wohl dein Geheimnis bleiben.

Natürlich kann man das Modell nicht für alle Mitarbeiter einführen. Sprech- und Öffnungszeiten müssen selbstverständlich weiter abgesichert werden. Haben wir von der Einführung flexibler Arbeitszeitmodelle Abstand genommen, nur weil die Kollegen im Bürgeramt, in der Notaufnahme oder im Schichtdienst nicht auch jeden Tag spontan mittags Feierabend machen können? Oder von der mobilen Arbeit, weil sich aus dem Homeoffice heraus nicht operieren oder die Straße reinigen lässt?










SchrödingersKatze

Ach, dafür hab ich nicht viel zeit gebraucht. Gerne kann ich dir aber bei bedarf noch anhand weiterer Beispiele aufzählen warum das bei uns bei maximal 10 Prozent der Stellen möglich wäre, also komplett an der Realität vorbei geht.

Aber dann müsstest du dir wieder irgendwas anderes ausdenken um behörden zu bashen.
Entgegen der landläufigen Meinung ist die "versteckte Untätigkeit in behörden" kein flächendeckend real existentes Problem.