Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion III

Begonnen von username, 14.02.2026 09:31

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DiVO

Zitat von: ignaz in Gestern um 15:24Es geht um UNGLEICHBEHANDLUNG bei gleicher Tätigkeit!

Das findest du gut so? Bist du Beamter? Das hat doch im Kern nichts mit der Arbeit im ÖD zu tun...wir sind gerne hier, aber so ein ungerechtes 2-Klassen-System für gleiche Tätigkeiten ist einfach nicht begründbar in Zeiten von GenderPayGap, Antidiskriminierung, Gleichstellung und co.

Bei jeder Einstellung, jedem Verfahren usw. wird stets geprüft, dass niemand bevorteilt oder benachteiligt wird. Beim normalen Dienstbetrieb auf gleichartigen Dienstposten scheint das nicht zu gelten? Wo ist die Gleichstellung hier?

Bin wirklich auf TVÖD gespannt und vor allem auf die amtsangemessene 2020+ ...


Die Grundlage besteht in völlig unterschiedlich gestalteten Verträgen - einmal eben Tarifbeschäftigter und einmal Beamter. Beide Beschäftigungsarten haben Vor- und Nachteile. Vor Arbeitsaufnahme als Tarifbeschäftigter hast du mit deinem Arbeitgeber deine persönlichen Arbeitsbedingungen verhandelt und hast, nachdem diese für dich gepasst haben, den Arbeitsvertrag unterschrieben. Beide Vertragsparteien haben sich mit der Unterzeichnung auf bestimmte Rechte und Pflichten geeinigt.

Warum du heute, also nah Vertragsunterzeichnung, über diese von dir selbst unterzeichneten Arbeitskonditionen unzufrieden bist, verstehe ich nicht.

Ich bin, wie ich bereits mehrfach im Forum geschrieben habe, kein Beamter und möchte es auch nicht sein. Aus meiner Sicht überwiegen beim Beamtentum die Nachteile, die auch die vermeintlich bessere Bezahlung nicht ausgleicht. Ich habe für mich gute bis sehr gute Arbeitsbedingungen ausgehandelt. Diese umfassen neben Zulagen auch weitere Aspekte wie 60%+ Home-Office, flexible Arbeitszeiten, etc. Diese Punkte sind mir persönlich wichtig und für die habe ich gekämpft - und das in der echten Welt und nicht in irgendeinem anonymen Forum.

Wir erleben hier gerade wieder eine Dynamik, die ich an Foren und Social Media liebe. Jeder hat tolle Ziele und skandiert "man muss da etwas ändern!!1!!elf!!!". Aber wer ist denn eigentlich dieser "man"? Richtig - das bist du auch du. Werde Mitglied bei Verdi, engagiere dich in den dortigen Gremien, überzeuge dein Umfeld sich dort auch zu engagieren und es wird ein Schuh daraus.

Was hindert dich daran? Das einzige Problem ist dein innerer Schweinehund, denn der hat es sich inzwischen in der Komfortzone bequem gemacht, aus der heraus es sich super im Internet aufregen lässt. Das wird aber nichts verändern an den aus deiner Sicht bestehenden Problemen und der ungleichen Bezahlung von Tarifbeschäftigten und Beamten.

Rheini

#1096
@DiVO

So ist das halt. Es werden immer die "Rosinen" der Nachbarweide eingefordert ohne zu respektiren, dass mit diesen auch Nachteile verbunden sind. Wenn man diese dann benennt, werden diese Nachteile als faktisch gar nicht vorhanden oder marginal verniedlicht und damit in deren Augen, klein geredet.

Wenn jemand so wie Du auf die eigene Möglichkeit des Vehandelns hinweist, wird dies als Weltfremd oder unmöglich hingestellt also überhöht.

Am Ende ist man das Opfer was ungerecht behandelt wird weil man ja gerade "nachgewiesen" hat, dass man kann Chance hat.

Ende vom Lied ist, dass man spalterisch in der Kollegenschaft agiert und den Zusammenhalt zerstört. Wenn man am Ende gegenseitige Lager Angestellte-Beamte aufgebaut hat, wird dies dann auch noch als Beweis hingestellt, dass die anderen ja nichts mit einem zu tun haben möchten.

Klassenkampf pur an der falschen Stelle. Ich würde es besser finden wenn der das Ziel von Diskussionen ist, der etwas ändern kann. Nämlich der DH/AG. Der kommt für mich erstaunlicherweise in den Beiträgen oft nicht vor. Warum eigentlich?

Scull

Zitat von: DiVO in Gestern um 11:14Ich sehe hier keine Schieflage. Es handelt sich um zwei völlig unterschiedliche Beschäftigungsarten und daraus resultieren unterschiedliche Vergütungen.

Ich stelle mir gerade folgende Situation vor: Ein 23jähriger Beamter des gehobenen Dienstes befindet sich aktuell in A9 (Eingangsamt) und blickt neidisch auf seinen ehemaligen Klassenkameraden, der nach dem Bachelor an einer Uni direkt eine E12-Stelle bekommen hat.

Oder noch eine andere Konstellation: Der private Wachmann ist für Mindestlohn für den Objektschutz einer Kaserne zuständig. Warum bekommt er weniger Geld als der diensthabende UvD?

Wo ist hier der Aufschrei?



yes, aber wie siehts aus im hD?

A13 zu E13, meistens ist die Stelle auch angelegt als A14 zu E13, der Beamte kommt also ohne Probleme nach einigen Jahren in die A14, während man als Angestellter quasi für immer in der E13 bleibt, da die Voraussetzung für einen Aufstieg ja höherwertige Tätigkeiten sind, die entsprechend eingruppiert sind.

d.h. gleiche Tätigkeiten führen zu E13, aber beim Beamten zu A14 ;)

Und ja, da ist der Unterschied massiv, gerade mit den Besoldungserhöhungen durch die aA.

DiVO

Zitat von: Scull in Heute um 07:27yes, aber wie siehts aus im hD?

A13 zu E13, meistens ist die Stelle auch angelegt als A14 zu E13, der Beamte kommt also ohne Probleme nach einigen Jahren in die A14, während man als Angestellter quasi für immer in der E13 bleibt, da die Voraussetzung für einen Aufstieg ja höherwertige Tätigkeiten sind, die entsprechend eingruppiert sind.

d.h. gleiche Tätigkeiten führen zu E13, aber beim Beamten zu A14 ;)

Und ja, da ist der Unterschied massiv, gerade mit den Besoldungserhöhungen durch die aA.

Gerne greife ich dein Beispiel auf. Wir haben in unserem Bereich mehrere TBler in E13 bis E15. Diese kamen oftmals aus der PW und haben, große Überraschung, ihr Gehalt vor Vertragsunterzeichnung verhandelt. Alle wurden in Stufe 6 eingestellt und beziehen neben ihrem Gehalt jeweils eine persönliche Zulage, die monatlich zwischen 1.500 und 3.000 Euro beträgt. Diese Leute kennen ihren Marktwert und wissen, was sie zuvor bei einem anderen Arbeitgeber verdient haben. Und dementsprechend haben sie ihr Gehalt verhandelt.

Scull

Zitat von: DiVO in Heute um 08:55Gerne greife ich dein Beispiel auf. Wir haben in unserem Bereich mehrere TBler in E13 bis E15. Diese kamen oftmals aus der PW und haben, große Überraschung, ihr Gehalt vor Vertragsunterzeichnung verhandelt. Alle wurden in Stufe 6 eingestellt und beziehen neben ihrem Gehalt jeweils eine persönliche Zulage, die monatlich zwischen 1.500 und 3.000 Euro beträgt. Diese Leute kennen ihren Marktwert und wissen, was sie zuvor bei einem anderen Arbeitgeber verdient haben. Und dementsprechend haben sie ihr Gehalt verhandelt.

Glückwunsch dazu, geht halt nicht immer, die Frage ist eher, ist das die Regel oder die Ausnahme.
Ich hätte hier z.B. die Stelle damals gar nicht bekommen, da war ein Verhandeln gar nicht drin

Warnstreik

Zitat von: Rheini in Heute um 07:05Ende vom Lied ist, dass man spalterisch in der Kollegenschaft agiert und den Zusammenhalt zerstört. Wenn man am Ende gegenseitige Lager Angestellte-Beamte aufgebaut hat, wird dies dann auch noch als Beweis hingestellt, dass die anderen ja nichts mit einem zu tun haben möchten.

Klassenkampf pur an der falschen Stelle. Ich würde es besser finden wenn der das Ziel von Diskussionen ist, der etwas ändern kann. Nämlich der DH/AG. Der kommt für mich erstaunlicherweise in den Beiträgen oft nicht vor. Warum eigentlich?

Ein Beispiel: Wieso fordert man Jahrzehnte die Übernahme der Tarifergebnisse, die sich Angestellte erstritten haben und stellt es jetzt als vermessen hin, wenn Tarifangestellte ihr eigenes Gehalt in Hinblick auf die anstehenden Änderungen bzgl. der amtsangemessenen Alimentierung eben auch nicht mehr als angemessen ansehen? Was ist eigentlich naheliegender um eine Angemessenheit zu bestimmen: Der Abstand eines kleinen Beamten inklusive großer Alleinverdienerfamilie zu einer Bürgergeldfamilie (die übrigens zum Arbeiten verpflichtet ist und kein Vermögen haben darf) oder der Abstand von vergleichbaren Tätigkeiten innerhalb derselben Behörde? Das große Ganze muss im Verhältnis passen, sonst gibt es eben die von dir beschriebenen Gräben. Schuld ist wie du sagst der Arbeitgeber, aber eben nicht weil er einen zu gut und einen zu schlecht bezahlt sondern weil sie niemand traut den öffentlichen Dienst und das Beamtenrecht zu reformieren. Unten wird es dann ausgebadet.

MoinMoin

Zitat von: Scull in Heute um 09:03Glückwunsch dazu, geht halt nicht immer, die Frage ist eher, ist das die Regel oder die Ausnahme.
Ich hätte hier z.B. die Stelle damals gar nicht bekommen, da war ein Verhandeln gar nicht drin
Nein, solange es Menschen gibt, die diese Stelle für weniger Geld ausüben, hat der AG halt besser verhandelt als der AN.
Verhandeln war nicht drin, heißt doch nur übersetzt: Ich bin in einer zu schwachen Position und der AG in einer zu starken, so dass der AG die Verhandlung sehr kurz hält: Er sagt NEIN. Und zu Recht, da du trotzdem JA sagst.

Also korrekt müsste es heißen, ich habe die Stelle trotzdem genommen, obwohl ich mir mehr gewünscht, aber nicht durchsetzen konnte.

Scull

Zitat von: MoinMoin in Heute um 09:20Nein, solange es Menschen gibt, die diese Stelle für weniger Geld ausüben, hat der AG halt besser verhandelt als der AN.
Verhandeln war nicht drin, heißt doch nur übersetzt: Ich bin in einer zu schwachen Position und der AG in einer zu starken, so dass der AG die Verhandlung sehr kurz hält: Er sagt NEIN. Und zu Recht, da du trotzdem JA sagst.

Also korrekt müsste es heißen, ich habe die Stelle trotzdem genommen, obwohl ich mir mehr gewünscht, aber nicht durchsetzen konnte.

Ja, so kann man es auch sagen.
Gab halt genug Bewerber

MoinMoin

Zitat von: Warnstreik in Heute um 09:09Ein Beispiel: Wieso fordert man Jahrzehnte die Übernahme der Tarifergebnisse, die sich Angestellte erstritten haben und stellt es jetzt als vermessen hin, wenn Tarifangestellte ihr eigenes Gehalt in Hinblick auf die anstehenden Änderungen bzgl. der amtsangemessenen Alimentierung eben auch nicht mehr als angemessen ansehen? Was ist eigentlich naheliegender um eine Angemessenheit zu bestimmen: Der Abstand eines kleinen Beamten inklusive großer Alleinverdienerfamilie zu einer Bürgergeldfamilie (die übrigens zum Arbeiten verpflichtet ist und kein Vermögen haben darf) oder der Abstand von vergleichbaren Tätigkeiten innerhalb derselben Behörde? Das große Ganze muss im Verhältnis passen, sonst gibt es eben die von dir beschriebenen Gräben. Schuld ist wie du sagst der Arbeitgeber, aber eben nicht weil er einen zu gut und einen zu schlecht bezahlt sondern weil sie niemand traut den öffentlichen Dienst und das Beamtenrecht zu reformieren. Unten wird es dann ausgebadet.

Solange man nur Grundbesoldung mit TV Lohn vergleicht ist es ein Argument.
Wenn man ebenso wie beim Beamten (wo es das GG verlangt) einen Familienanteil erstreiten will, dann sollte es verdi machen. Dafür wird es aber noch weniger Streikwillige geben.

und solange es erlaubt ist, das Angestellte hoheitliche Aufgaben war nehmen, ist es eh absurd dass es Beamte in dem Bereich gibt.

MoinMoin

Zitat von: Scull in Heute um 09:22Ja, so kann man es auch sagen.
Gab halt genug Bewerber
Eben. Alles eine Frage der Verantlungsbasis in der man sich bewegt.
Quasi dein "freier" Wille die schlechtbezahlte Tätigkeit aufzunehmen.

Ich sehe es wie DiVo, das geringer Gehalt ist es mir Wert, was ich dadurch an Zeit und FReiheiten habe.

Scull

Zitat von: MoinMoin in Heute um 09:25Eben. Alles eine Frage der Verantlungsbasis in der man sich bewegt.
Quasi dein "freier" Wille die schlechtbezahlte Tätigkeit aufzunehmen.

Ich sehe es wie DiVo, das geringer Gehalt ist es mir Wert, was ich dadurch an Zeit und FReiheiten habe.

Gibt hier halt leider in der Region nichts anderes + Partnerin hier, das verschlechtert natürlich die Situation.
Inzwischen würde ich aber woanders hingehen, wenn was frei wäre. Einfach auch zuviel negatives passiert