Irgendein Laberthread über AfD und Co.

Begonnen von SonicBoom, 05.05.2026 12:06

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Fettschwanzmaki

Zitat von: NelsonMuntz in 09.09.2026 21:24Du meinst, wir sollten die Pommesbude öffnen, ein paar kalte Fritten auf das Pflaster werfen, und die herbeieilende Taubenschar ein wenig zanken? Ja, das könnte ein fröhlicher Zeitvertreib werden ;D

Letztlich habe ich aber tatsächlich Mitleid mit den in der Oblast Saksonsko‑Anhaltskaja verbliebenen Demokraten und hoffe, Niedersachsen hat (als Bundesland mit der einzig verbliebenen Grenze zur Feiheit) noch ausreichend Kapazitäten für Asylsuchende von dort.

"Oblast Saksonsko‑Anhaltskaja"  ;D

Ich halte nichts von der Einwanderung in unsere Sozialsysteme - das gilt natürlich auch für Bundesbürger. Außerdem unterliegt man hinsichtlich einer politischen Verfolgung ja der Darlegungslast. Genug Nonsens, eine ernste Partie Taubenschach wartet... (ich musste diesen Begriff tatsächlich erst recherchieren, im Normalfall versuche ich zumindest sittenkonform das WC aufzusuchen und mit äußerster Gewissenhaftigkeit keine Spielfiguren umzustossen...) i know, old school...


Organisator

Zitat von: Ozymandias in Gestern um 15:21Das ist eine absolute Milchmädchenrechung, da man somit nur die Vorteile von Solar einbezieht, aber die Nachteile außer Acht lässt. Nämlich vor allem massive Überkapazitäten bei Netzen und kostenintensive Speicherung, wenn die Sonne nicht scheint. Sieht billig aus, wenn man diese zwei sehr sehr teuren Faktoren nicht einbezieht, nur zeigt die Praxis etwas anderes.

Nicht wirklich. Das Speichern von Strom kostet auch nur einstellige Centbeträge pro kWh und ist dann weiterhin deutlich günstiger als Atomstrom. Die dezentrale Erzeugung benötigt noch nicht einmal neue Stromleitungen, diese sind eher für Windkraft erforderlich.

Das sieht übrigens nicht die "linksgrüne Politik" so, sondern hauptsächlich die Betreiber solcher Kraftwerke, wie z.B. enbw.

Petar T.

Zitat von: NelsonMuntz in Gestern um 13:25Petar, ich helfe Dir noch einmal kurz beim Verstehen der von mir formulierten Frage:

Von welcher die Verfassung schützenden Behörde wird die Linke rezent als "gesichert linksradikal" klassifiziert?

Ich sprach von gesichert linksextrem. Diese Klassifizierung beruht auf meiner persönlichen Einschätzung. Auf das Urteil weisungsgebundener Verfassungsschutzbehörden, die im Auftrag der jeweils regierenden Parteien Berichte über deren politischen Hauptgegner anfertigen, gebe ich nicht viel.

Man schaue sich Sachsen-Anhalt an. Dort ist die AfD als "gesichert rechtsextremistische Bestrebung" eingestuft. Begründet wird dies unter anderem damit, dass die Partei den Ethnopluralismus vertritt. Eine Vorstellung, bei der  jedes Volk in einem eigenen, ethnisch weitestgehend homogenen Staat gleichberechtigt mit andern Staaten und Völkern zusammenlebt. Dass dieser Standpunkt für sich genommen relativ wenig als Begründung taugt, sieht auch der Verfassungsschutz und legt sogleich noch Spekulationen und Mutmaßungen nach. Denn nach Einschätzung der Behörden läuft das bei der AfD langfristig darauf hinaus, dass Flüchtlinge, Migranten und generell Minderheiten ausgegrenzt und ausgewiesen werden sollen. Belegen kann man das, in der Natur der Sache liegend nicht, aber bestimmt ist man sich ganz sicher. Wir müssen das halt einfach mal glauben. Übersetzt: verfassungsfeindlich ist, wer gegen Multi-Kulti ist. Weitere "Belege" sind Kritik an Regenbogenfahnen oder der Vergleich der BRD mit Diktaturen. Überwiegend wird sich dabei auf Einzeläußerungen bezogen. Kritik am Staat oder gesellschaftlichen Entwicklungen ist also schlecht.
Laut Verfassungsschutz zielt das in der Gesamtheit darauf ab, die freiheitliche demokratische Grundordnung in ihrer jetzigen Form abzuschaffen oder massiv zu beschädigen. Wen das überzeugt - bitte.

Gleichzeitig haben wir mit der Linken eine Partei, die ein großes Antisemitismusproblem hat und unsere Gesellschaftsordnung ablehnt. Ziel ist irgendeine Form des Sozialismus, die man nur nicht genau definieren kann. Im parteilichen Umfeld bewegen sich mit Antifa-Aktivisten Menschen, die Gewalt als legitimes Mittel ansehen und regelmäßig Beispiele dafür liefern.
Es ist schwer vermittelbar, wie man hierin keine Gefahr für die fdGO sehen kann.


Faunus

#543
Um was geht es eigentlich?
Die AFD kann in Saxonia-Anhalten AKWs nicht bauen lassen/betreiben - ob mit ohne ohne absolute Mehrheit. Die Diskussion hier ist für's Klo - m.M. nach Gott sein Dank. Apropos: wo ist jetzt das Endlager für den bisher angefallenen hochradioaktiven Müll der letzten 60 Jahre angedacht?

Was die AFD aber könnte, wäre in der Bildungspolitik Änderungen herbeiführen. Ist ja wohl auch seit der letzten und aktuellen PISA-Studie ganz dringend nötig. Da sind die politischen Vorstellungen der AFD reine Migrantenklassen und reine teutonische Klassen mit Abschaffung der Schulpflicht besonders hilfreich und werden uns weit vor 2015  zurückführen  - und nach der 1. PISA-Studie, bei der D vor über 25 Jahren ebenso durchgefallen ist. Da waren die Wähler ca. 15 Jahre alt + 25 Jahre = ca. 40 Jahre heute. Ein Schelm, der Böses denkt 8)





Fettschwanzmaki

#544
Zitat von: Petar T. in Gestern um 08:28Gleichzeitig zeigt sich, dass das linke Spektrum zunehmend nur noch in der eigenen Bubble diskursfähig ist. Wer überhaupt teilnehmen will, muss erst ein ideologisches Vokabular aus Identitätsbegriffen erlernen (Flinta, CIS, LGBTQ , BIPoC usw.) und sich einer künstlich erzeugten Gendersprache anpassen. Inhaltliche Argumente bleiben dabei meistens auf der Strecke.

Das scheint Dich wirklich in deinen moralischen Grundfesten zu erschüttern.

Als überzeugter CIS-Anhänger und alter weißer Mann nehme ich diese teils überempfindliche Nabelschau z. K., weil ich weiß, dass nach wie vor Diskriminierung stattfindet. Aber man kann es auch übertreiben (cancel culture, das "Umschreiben" von Märchen usw.usf.) - als ob das das grundlegende Problem lösen würde. Ich betrachte das als Diskursverengung, für die nächsten 30 Jahre benutzen wir einfach das generische Femininum, danach wechseln wir wieder, evtl. kreieren wir noch eine Zwischenlösung, das generische Zwitterninum - dann aber bitte ohne "* : Innen" usw.

Die "migrantische Lesung" sowie die Nennung der gewünschten Personalpronomen unter dem Namen könnte man sich auch sparen, vllt. sollte ich mir diesen Post auch sparen... zu spät!

Ich mache es mir einfach leicht: die Schnalle sieht nicht nur gut aus, sondern scheint sogar etwas im Kopf zu haben. Ich wünschte, meine Partnerin... ääh...

https://www.youtube.com/watch?v=aZaBzeVbLnQ

ZitatDiese Ablenkungsmanöver können jedoch immer seltener darüber hinwegtäuschen, dass man inhaltlich völlig blank dasteht.
Ob Migration und Kriminalität, die Explosion der Sozialausgaben, das marode Schulsystem oder unbezahlbare Energiepreise: Auf die drängenden Fragen unserer Zeit liefert Grün-Links keine Antworten. Über die eklatanten Leistungsunterschiede bei den PISA-Studien zwischen Schülern mit und ohne Migrationshintergrund schweigt man lieber.

Deine "Explosion" der Sozialausgaben lässt sich relativieren (bitte den ganzen Text gegenlesen), https://www.sozialpolitik-aktuell.de/files/sozialpolitik-aktuell/_Politikfelder/Finanzierung/Datensammlung/PDF-Dateien/abbII1a.pdf

Zum Anstieg der Kriminalität bitte die PKS und andere Publikation aufmerksam lesen ("TVBZ", gerade im Zeitverlauf 2000 bis 2025, und ja, die Gruppe junger Migranten ist stärker vertreten: https://de.statista.com/themen/13642/auslaenderkriminalitaet-in-deutschland/).

Die "unbezahlbaren" Energiepreise haben wir uns selbst eingebrockt und die humaniode Androidin (gegendert!) "brockt" fleißig weiter. Auch das hatten wir schon hier: 20 Jahre verdaddelt, Netzausbau wurde und wird nicht priorisiert, unzureichende Förderung von BatterieGROßspeichern, stattdessen "ich will Spaß, ich gib Gas...", https://www.oeko.de/fileadmin/oekodoc/Kurzanalyse-Energieimporte-Kosten.pdf

ZitatAußer den altbekannten Rezepten von Enteignung, Umverteilung und dem naiven Glauben, mehr Sozialarbeit würde alle Probleme lösen, kommt da nichts. Ironischerweise sind es dann genau diese Menschen, die ihrem Gegenüber Begriffe wie "Taubenschach" um die Ohren hauen.
Gemeint ist der Vorwurf, der andere sei blind für sachliche Argumente und merke gar nicht, dass er die Diskussion längst verloren hat. Ein klassischer Fall von Projektion, um von der eigenen Diskursunfähigkeit abzulenken.

Hmmm, wer spielt denn hier jetzt Tschach?

"Steuerexperte Stefan Bach hat das AfD-Konzept für die ZEIT durchgerechnet. Ergebnis: Das Konzept ist ein Milliardengeschenk für die Reichsten, aber eine Farce für kleine und mittlere Einkommen. 116 Milliarden Euro würde das Konzept an Entlastung bringen. Während die ärmere Hälfte gerade einmal rund fünf Milliarden Euro an Einkommensteuer sparte, gingen 86 Milliarden an die reichsten zehn Prozent und davon 45 Milliarden allein an das reichste ein Prozent. Anders ausgedrückt: 75 Prozent der Entlastung geht nach oben, aber nur vier Prozent an die ärmere Hälfte.

Ein alleinstehender Geringverdiener mit einem Bruttoeinkommen von 28.000 Euro im Jahr würde 390 Euro sparen, ein Spitzenverdiener mit 231.743 Euro dagegen ganze 32.054 Euro entlastet. Je höher das Einkommen, desto größer die Entlastungen.

Tatsächlich würde die ärmere Hälfte sehr wahrscheinlich sogar schlechter dastehen, wenn man berücksichtigt, dass die Steuersenkung mit Kürzungen in Höhe von rund 100 Milliarden Euro gegenfinanziert werden soll. Wo genau, wie viel genau gekürzt würde, verrät die AfD nicht. Allerdings sollten Ausländer kein Bürgergeld mehr erhalten und Mittel für den Klimaschutz gestrichen werden, so der AfD-Abgeordnete König in der Bundestagsdebatte. ,,Diesen CO2-Schwindel hat Präsident Trump gerade beendet. Das können wir auch"
, fügte König noch hinzu.", https://www.geldfuerdiewelt.de/p/25-prozent-fur-alle-afd-plant-radikale

ZitatZur Kernkraft: (...) In einer ehrlichen Debatte müsste man aber ebenso kritisch über erneuerbare Energien sprechen. In den 2030er Jahren erreichen die ersten PV-Module ihr Lebensende. Eine gigantische Menge an Altmodulen muss entsorgt werden. Das Recycling ist zwar technisch möglich, die weltweite Infrastruktur ist aber noch gar nicht ausgebaut.

Jetzt muss ich glatt lachen, denn ein weltweites Endlager für den radioaktiven Müll ist ja noch gar nicht ausgebaut.

Im Gegensatz zu den Castorenmurks kann man die PV-Module wohl immerhin zu einem großen Anteil recyclen, zudem dürften diese auch im Fall einer Lagerung nicht ansatzweise die Kosten (und Sicherheitsrisiken) wie bei den radiokativen Abfällen verursachen.

https://www.kernenergie.ch/de/zahlen-und-fakten-_content---1--1079.html

"Wes Brot ich ess, des Lied ich sing...", sind ja nur ein paar Rappen...  ;D

https://de.statista.com/infografik/26886/stromgestehungskosten-fuer-erneuerbare-energien-und-konventionelle-kraftwerke-in-deutschland/

Und damit WEIT entfernt von den zwei €, trotzdem um ein Vielfaches teurer...

Mal sehen, wann ich zu den "Gefühlen und Befindlichkeiten" komme, die einer nüchternen Betrachtung anscheinend im Wege stehe.


Fettschwanzmaki

Zitat von: Faunus in Gestern um 16:57Um was geht es eigentlich? (...)

Was die AFD aber könnte, wäre in der Bildungspolitik Änderungen herbeiführen. Ist ja wohl auch seit der letzten und aktuellen PISA-Studie ganz dringend nötig. Da sind die politischen Vorstellungen der AFD reine Migrantenklassen und reine teutonische Klassen mit Abschaffung der Schulpflicht besonders hilfreich und werden uns weit vor 2015  zurückführen  - und nach der 1. PISA-Studie, bei der D vor über 25 Jahren ebenso durchgefallen ist. Da waren die Wähler ca. 15 Jahre alt + 25 Jahre = ca. 40 Jahre heute. Ein Schelm, der Böses denkt 8)

Den letzten Aspekt hatte ich so noch nicht vor Augen, aber die Kausalität ist bestechend!  ;D

Seit den 1970er Jahren doktern wir am Bildungssystem herum (Herkunft/Elterhaus = Bildungserfolg). Auch hier gibt es im europäischen Umland wesentlich wirksamere Konzepte. Pisa 2026 überrascht mich kein bißchen, mein Sohn wurde 2016 eingeschult, 2015, 2020 und auch 2022 waren da Meilensteine, die noch heute im Weg liegen.

Ein großes Problem, und da macht die AfD tatsächlich einen Punkt, war die unzureichend vorbereitete Inklusion. Der Gedanke mag ja erstrebens- oder auch moralisch lobenwert sein, ist aber an der harten Realität eindrucksvoll zerschellt.

"Was letzter Preis Inklusion?"

NelsonMuntz

Zitat von: Petar T. in Gestern um 16:44Ich sprach von gesichert linksextrem. Diese Klassifizierung beruht auf meiner persönlichen Einschätzung. Auf das Urteil weisungsgebundener Verfassungsschutzbehörden, die im Auftrag der jeweils regierenden Parteien Berichte über deren politischen Hauptgegner anfertigen, gebe ich nicht viel.
...

Wahnsinn! Wusstest Du, dass ein gewisser Xavier Naidoo behauptet, die Erde sei gesichert eine von einem großen Eiswall umschlossene Scheibe? Auf die Wissenschaft und die dort lehrenden Professoren gibt er auch nicht viel - Ob nun Lehrstühle an öffentlichen Universitäten oder die "Meinungsmanipulatoren des ÖRR": Die Besetzung erfolgt doch nach Gusto einer herrschenden, linksradikalen Elite.

Das ist so Dein Weltbild, oder?

Wenn man Deinen völlig diffusen Begriff des "gleichberechtigten Ethnopluralismus" mit einem Schuß Darvinismus würzt, dann ergibt die Einschätzung der verfassungsschützenden Organe auch vollkommen Sinn. Niemand hat den Menschen im heutigen Namibia verboten sich zu wehren, als Wilhelm seinen Platz an der Sonne suchte. Auch hat niemand die Polen vor 1939 daran gehindert, sich für einen möglichen Konflikt zu wappnen. So war es schlicht der natürliche Lauf der Natur, dass Deutschland (als ethnokulturell überlegene Nation) mit Panzern und anderem schweren Gerät problemlos gegen die zum Teil nur berittenen Soldaten Polens hinwegstürmen konnte.

Das ist übrigens ganz lustig, denn der rechtspopulistische Teil der polnischen Bevölkerung (den Du ja so verehren scheinst) hat da nicht wirklich eine gute Meinung von den Nachbarn im Westen. Es sind ja auch noch 1,3 Billionen Euro an Reparationen zu leisten. Wenn Du da in die richtige Ecke kommst, bist Du der deutsche Ausländer, der sich durch Nichtwiedergutmachung seiner Schuld bereichert und den großen Zampano spielt. Aus der "ethnokulturellen Perspektive" gehörst Du da nicht hin. Vielleicht hilft den Menschen dann "wohldosierte Gewalt", Dich zur Remigration zu bewegen, wenn Du Dich dorthinwanzt?  Wer weiß!

highperformer

Zitat von: Hugo Stieglitz in Gestern um 16:13Ob eine Photovoltaikanlage für den Einzelnen sinnvoll ist, kann und muss der Einzelne entscheiden und dafür kann es gute Gründe geben. Das ist aber ein andere Frage, als die des kostengünstigsten Strommix für ein Industrieland.

Das stimmt, aber du vergisst dabei, dass es durchaus auch PV-Anlagen von Nicht-Einzelnen gibt. Ob die jetzt ein Feld überdecken müssen, ist eine andere Frage, aber letztlich ändert es nichts daran, dass viele dezentrale Stromerzeuger und Batteriespeicher auch im industriellen Maßstab gebaut und genutzt werden können und dicke Leitungen erst mal weniger nötig machen (Windstrom von der Küste in den Süden und PV-Strom vom Süden in den Norden kann man transportieren und speichern, wenn gerade wenig Nachfrage ist), die Ausfallsicherheit erhöhen und vor allem eben keine teuren Gas-, Kohle- oder Atomkraftwerke sind. Und jede Eigenheim-PV mit Speicher reduziert die Netzlast ebenfalls zu Spitzenzeiten und wenn ein Großspeicher in räumlicher Nähe steht, passt es noch besser.

Zitat von: Fettschwanzmaki in Gestern um 17:45https://de.statista.com/infografik/26886/stromgestehungskosten-fuer-erneuerbare-energien-und-konventionelle-kraftwerke-in-deutschland/

Und damit WEIT entfernt von den zwei €, trotzdem um ein Vielfaches teurer...

Dafür steht da auch gleich schon mal weit oben ein "Die Folgekosten der Kernkraft sowie die Endlagerung sind nicht in die Stromgestehungskosten eingepreist." - das ist ja das Problem. Wenn wir ein Sonder"vermögen" bekommen, das unsere Zukunft absichern soll, ist das böse, aber wenn wir uns auf Jahrhunderte unnötige Kosten aufdrücken, ist das toll?

Petar T.

#548
Wow, ist das tiefgründig und sachlich...Oberdepp Xavier Naidoo und der Eiswall, Kolonialismus und Polen kurz vor dem Überfall. Das müssen die komplexen Antworten sein, von denen immer die Rede ist. Hat hier nicht kürzlich jemand behauptet, Linke haben nichts auf der Tasche als Nazi-Vergleiche und rhetorische Tricks?  Das Beispiel mit Xavier nennt man übrigens einen pejorativen Vergleich. Eine  Taktik, um den Gegner durch lächerliche oder unangemessene Parallelen persönlich anzugreifen und bloßzustellen. Die Bubble wird frohlocken vor Begeisterung.

Mal ein kleines Gedankenexperiment.

Die AfD schafft es tatsächlich, wie und mit wem auch immer, in Sachsen-Anhalt eine Regierung zu stellen (der wissensch. Fachbegriff dafür lautet Machtergreifung) und kontrolliert das Innenministerium.
Der Verfassungsschutz wird angewiesen, die Einstufung der AfD zurückzunehmen und die Linke zu beobachten.

Was glaubt ihr, wäre dann los? Rhetorische Frage, denn die Antwort ist zwangsläufig. Medien und Opposition würden sich Überschlagen vor Entsetzen und argumentieren, die AfD würde ihren politischen Einfluss nutzen, um der Opposition zu schaden. Ach, ist das so? Interessant. Wie man aus diesem Dilemma herauskommt, interessiert mich brennend. Denn wenn der Verfassungsschutz offensichtlich ein Spielball der regierenden Parteien ist, dann war er es schon immer.

Das lässt sich auch auf andere Bereiche übertragen. Im Wahlkampf wurde von Parteien und Medien davor gewarnt, die AfD wolle nach einem Wahlsieg den Lehrplan an Schulen ändern. Es entstand der Eindruck, der gottgegebene Status quo wird angetastet im Sinne eines Machtmissbrauchs. Die AfD nutzt also ihre Macht, um Dinge zu ändern. Das ist ja schrecklich, so etwas gab es noch nie! Dass Unterrichtsinhalte über alle 16 Länder hinweg stets und ständig nach dem Willen der regierenden Parteien angepasst werden, wurde uns als Einordnung nicht mitgeliefert. Der Grund sollte klar sein: Es passt nicht zum Bild der Schreckensherrschaft nach der Machtergreifung.

Die AfD möchte behinderte Kinder in Förderschulen unterrichten. Behinderte werden also separiert, das erinnert an unsere schlimmsten Zeiten! Verschwiegen wird, dass nicht alle behinderten Kinder gemeint sind, sondern vorrangig lernbehinderte Kinder. Förderschulen sind keine Erfindung der Partei, sondern eine etablierte Schulform. Wo ist die Debatte über Inklusion? Wo sind die Stimmen der Lehrer und Verbände, die vor einer Überforderung durch Inklusion warnen? Auch hier liegt die Antwort auf der Hand: wenn etwas dem linken Weltbild der Gleichmacherei widerspricht, wird es verschwiegen.

Maßgeblich beteiligt daran sind die Medien, insbesondere die öffentlich-rechtlichen Medien. Zu denen ist mittlerweile alles gesagt. Man schaue sich nur die endlosen Beispiel rund um die Wahl in Sachsen-Anhalt an. Die Medien sind verantwortlich für Ängste und Sorgen der Menschen, die seit 15 Jahren eingetrichtert bekommen, Deutschland stehe kurz vor der Rückkehr der NS-Herrschaft.


Hugo Stieglitz

Zitat von: highperformer in Heute um 06:56Das stimmt, aber du vergisst dabei, dass es durchaus auch PV-Anlagen von Nicht-Einzelnen gibt. Ob die jetzt ein Feld überdecken müssen, ist eine andere Frage, aber letztlich ändert es nichts daran, dass viele dezentrale Stromerzeuger und Batteriespeicher auch im industriellen Maßstab gebaut und genutzt werden können und dicke Leitungen erst mal weniger nötig machen (Windstrom von der Küste in den Süden und PV-Strom vom Süden in den Norden kann man transportieren und speichern, wenn gerade wenig Nachfrage ist), die Ausfallsicherheit erhöhen und vor allem eben keine teuren Gas-, Kohle- oder Atomkraftwerke sind. Und jede Eigenheim-PV mit Speicher reduziert die Netzlast ebenfalls zu Spitzenzeiten und wenn ein Großspeicher in räumlicher Nähe steht, passt es noch besser.
Ob dezentral oder zentral erzeugt muss der Strom doch transportiert werden und zwar Massen davon in kurzer Zeit im Gegensatz zum immer gleichmäßig vorhandenen Strom fossiler Erzeugung. Du willst sicher nicht bestreiten, dass keinerlei Veränderungen an den Netzen in Deutschland notwendig sind. Das sind Kosten, die in den Vergleich mit aufgenommen werden müssen. Mehr sage ich ja nicht.
Wenn man sagt, es wird alles preiswert und es wird nachher teurer wird man sich nicht auf den Standpunkt zurückziehen können: ,,Naja, die Stromerzeugungskosten sind natürlich viel preiswerter, wie teuer der Transport zu euch nach Hause ist, darüber haben wir ja nie gesprochen". Deswegen müssen alle Kosten in die Vergleichsrechnung rein auch auf die Gefahr, dass eine Mehrheit sich vielleicht gegen den gewünschten Weg entscheidet oder man muss anders argumenteieren.


Organisator

Zitat von: Hugo Stieglitz in Heute um 08:06Ob dezentral oder zentral erzeugt muss der Strom doch transportiert werden und zwar Massen davon in kurzer Zeit im Gegensatz zum immer gleichmäßig vorhandenen Strom fossiler Erzeugung. Du willst sicher nicht bestreiten, dass keinerlei Veränderungen an den Netzen in Deutschland notwendig sind. Das sind Kosten, die in den Vergleich mit aufgenommen werden müssen. Mehr sage ich ja nicht.
Wenn man sagt, es wird alles preiswert und es wird nachher teurer wird man sich nicht auf den Standpunkt zurückziehen können: ,,Naja, die Stromerzeugungskosten sind natürlich viel preiswerter, wie teuer der Transport zu euch nach Hause ist, darüber haben wir ja nie gesprochen". Deswegen müssen alle Kosten in die Vergleichsrechnung rein auch auf die Gefahr, dass eine Mehrheit sich vielleicht gegen den gewünschten Weg entscheidet oder man muss anders argumenteieren.

für dezentrale Anlagen reichen die bestehenden Netze aus. Ganz besonders für heimische PV-Anlagen, da der Strom im Umkreis gleich wieder verbraucht wird. Größere Anlagen brauchen entsprechende Anschlüsse, werden aber schlauerweise in der Nähe dieser Anschlüsse gebaut. Ähnliches gilt für Großspeicher.

Gewerbler

Zitat von: Petar T. in Heute um 07:35Wie man aus diesem Dilemma herauskommt, interessiert mich brennend. Denn wenn der Verfassungsschutz offensichtlich ein Spielball der regierenden Parteien ist, dann war er es schon immer.

War es nicht so, dass man die Einstufungen der Verfassungsschutzbehörden auch gerichtlich überprüfen konnte und kann? Die Gerichte sind meines Wissens unabhängig und nicht weisungsgebunden.

Wenn ich mich nicht irre, wurden da Einstufungen durchaus bestätigt. Leider macht sich das in der Erzählung nicht so gut...

highperformer

Zitat von: Hugo Stieglitz in Heute um 08:06Ob dezentral oder zentral erzeugt muss der Strom doch transportiert werden und zwar Massen davon in kurzer Zeit im Gegensatz zum immer gleichmäßig vorhandenen Strom fossiler Erzeugung.

Natürlich muss der Strom transportiert werden, aber es ist nun mal ein Unterschied, ob der vom Feld am Stadtrand oder dem Batteriespeicher im nächsten Industriegebiet bis zum Verbraucher kommen muss, oder der einmal halb durch Europa geschickt wird.

Oder, um es für unsere Autofahrer noch anschaulich zu erklären: Wenn jeder Produzent seine Waren nach Hamburg bringt und jeder Verbraucher zum Einkaufen nach Hamburg fährt, sind die Straßen jedenfalls deutlich ausgelasteter als wenn hier und da ein Warenlager ist, welches Produkte erhält und verteilt und der Verbraucher einfach nur zum nächsten Aldi muss.

Zitat von: Hugo Stieglitz in Heute um 08:06Du willst sicher nicht bestreiten, dass keinerlei Veränderungen an den Netzen in Deutschland notwendig sind. Das sind Kosten, die in den Vergleich mit aufgenommen werden müssen. Mehr sage ich ja nicht.

Natürlich sind Veränderungen notwendig, alleine schon, weil die Netze extrem anfällig sind gegen Angriffe von wem auch immer. Wenn jeder Linke oder jeder Wegwerfagent oder jeder gelangweilte Schüler einfach so ein Umspannwerk lahmlegen kann, ist was falsch. Das gleiche gilt übrigens auch für das Schienennetz, das sogar von spielenden Kindern ein paar Stunden blockiert werden kann und Kupferdiebe das quasi nebenbei auf weiter Ebene machen.

Die Frage ist ja immer nur, welche Kosten und welche Veränderungen. Ziel sollte natürlich sein, möglichst wenig Transport nötig zu haben und damit möglichst wenig Ausbau von ewig langen Leitungen, dafür viele kurze und die parallel. Und jetzt rate mal, welche Stromerzeugung dafür geeigneter ist - vermutlich die, wo der Eigenheim-mit-PV-Besitzer den Strom einfach an seinen Nachbarn verkaufen kann.

Zitat von: Hugo Stieglitz in Heute um 08:06Deswegen müssen alle Kosten in die Vergleichsrechnung rein auch auf die Gefahr, dass eine Mehrheit sich vielleicht gegen den gewünschten Weg entscheidet oder man muss anders argumenteieren.

Ja, müssten sie natürlich. Ist leider nur bedingt möglich, und das gilt für Ausschläge in beide Richtungen. Aber die grobe Hausnummer ist bekannt, und da die variablen Kosten so extrem stark für Erneuerbare sprechen und die Fixkosten auf Jahre verteilt werden, kann man das auch ohne Rechnungen schon grob abschätzen.

Ganz abgesehen davon, dass die Mehrheit sich sowieso nicht für Argumente interessiert bzw. die teilweise nicht versteht. Insofern ist das eh erst mal eine theoretische Diskussion. Problematisch finde ich nur, dass es auch Berufspolitiker nicht verstehen. Genauso wie die Tatsache, dass uns (bzw. die heilige Wirtschaft) Extremwetterereignisse viel, viel Geld kosten.

NelsonMuntz

Och Petar, Du musst meine Ausführungen schon im Kern erfassen und mit meinen überhöhten Vergleichen habe ich nur versucht, Dir einige offensichtlich große, kognitive Hindernisse aus dem Weg zu räumen.

Wer an den Eiswall glaubt, ist doof. Da sind wir einer Meinung. Wer hingegen glaubt, der eigene Glaube sei das alleinige Maß der Dinge, der hat als Kind eben auch ein wenig zu nah an der Hauswand geschaukelt. Da spielst Du mit Xaviers Eiswall und Deinem "gesichert linksextrem" einfach in der gleichen Liga.

Die weiteren Beispiele zum "gleichberechtigten Ethnopluralismus" sollten Dir nur verdeutlichen, dass genannte Ereignisse mit zu jenem von Dir idealisierten Konzept in keinem Widerspruch stehen. Sollte ein Volk also seine gleichberechtigten Interessen verletzt sehen, dann wäre auch Krieg als verlängerter Arm der Politik hierzu nicht im Widerspruch stehend. Damit unterstelle ich Der AfD nicht, dass sie aktiv darauf hinarbeitet, aber sie grenzt sich davon auch nicht ab und belässt dies im Diffusen. Ohnehin wissen wir ja Dank der AfD, dass Verweise auf den "Fliegenschiss" der Geschichte mangels Bedeutungslosigkeit ohnehin kaum greifen. Sollte das deutsche Volk nun auf die Idee kommen, die verlorenen Ostgebiete zurückzufordern, würde sich die AfD als höchstdemokratische Partei diesem Wunsch entgegenstellen? Wird man ja wohl noch so sagen/fragen dürfen, oder?

Auch intern verbleibt völlig offen, wie jene von Dir so geschätzte ethnokulturelle Homogenität definiert und umgesetzt werden sollte. Wie ebenfalls schon mehrfach ausgeführt, schreckt man zumindest in Aussagen von Funktionären dieser Partei nicht davor zurück, selbst sogenannte "Passdeutsche" mittels wohldosierter Gewalt zur Ausreise zu bewegen. Auch hier wird programmatisch natürlich keinem Nagel auf den Kopf gehauen, aber es verbleibt die vorgeblich demokratische Hintertür, mit der es ja Volkes Wille werden könnte(!), dies so zu tun. Hier kommen wir dann aber in Konflikt mit den Grundrechten unserer Verfassung, die dann offenbar auch so ein "linksradikales" Konstrukt ist und entsprechend einer Überarbeitung bedarf.

Die Verfassung und die FDGO haben für die AfD keine Relevanz mehr, wenn diese "Volkes Willem" im Weg steht. Und das gilt recht offensichtlich auch für Dich. Besprich das Thema mal mit Deiner (sicher auch links indoktrinierten) Behördenleitung.

---

Man kann viele Probleme und Fehlentwicklungen sachlich besprechen. Auch sehe ich ein großes Problem in mangelnder Bürgerbeteilugung bei politischen Prozessen, die in unserer modernen Wissens- und Informationsgesellschaft einfach erforderlich zu werden scheint. Ich wähle nicht mal links, aber ich habe klare Grenzen nach rechts. Ich glaube an eine gleichberechtigte Welt und Selbstwirksamkeit in eigener Verantwortung. Manche hingegen fühlen sich nur benachteiligt und gekränkt, suchen ihr Seelenheil in einem identitären Kollektiv und wünschen eine dieses verteidigende Führerschaft. Is so!