Wünsche für die nächste Tarifrunde 2027?

Begonnen von LisaSimpsonÖD, 04.08.2026 11:34

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JahrhundertwerkTVÖD

Ich spreche ja die Verhandlungstaktik bzw. den Verhandlungsablauf aus genau den genannten Gründen an.

Treffen nur unter der Bedingung konkreter Vorschläge, sonst Absagen.
Die Argumente sind immer wieder die gleichen und die kann man sich schenken.

Meine Empfehlung: Automatische Erhöhungen wie bei unseren Bundestagsabgeordneten.
Mit welchen Argumenten gönnen die sich das selbst und dem öffentlichen Dienst nicht? Man will ja nichts anderes, als sie sich selbst als angemessen empfinden.
Wenn das Thema Vergütung nicht mehr als Verhandlungsmaße da ist, hat Verdi auch Zeit sich um den Inhalt des Tarifvertrages zu kümmern.

Petar T.

Dagegen sprechen mehrere Gründe.

Zuerst würde man die vom Grundgesetz geschützte Tarifautonomie untergraben. Ein Automatismus würde die Gewerkschaften schwächen. Wenn die Entlohnung nicht mehr Verhandlungssache ist, könnte man auch keine Sockelbeträge mehr für die unteren Entgeltgruppen durchsetzen (sog. "Sozialismuskomponente"). Somit würde man ausgerechnet die Gruppe treffen, von der die Gewerkschaften getragen werden.

Bei einem Automatismus wäre der Staat gezwungen, auch in Zeiten besonders angespannter Haushaltslage Steigerungen umzusetzen. Insbesondere die an der Belastungsgrenze dahinsiechenden Kommunen werden sich dagegen mit aller Kraft wehren.

Zuletzt werden Indexlöhne sehr kritisch betrachtet, unter anderem auch von der Bundesbank (Stichwort Lohnspirale).

Die Einführung eines Automatismus für Abgeordnetenentschädigungen hatte ganz praktische Gründe: man wollte die ständigen Debatten über Erhöhungen (Abgeordnete genehmigen sich mal wieder ein sattes Plus) hinter sich lassen.

JahrhundertwerkTVÖD

Zitat von: Petar T. in Heute um 11:17Dagegen sprechen mehrere Gründe.

Zuerst würde man die vom Grundgesetz geschützte Tarifautonomie untergraben. Ein Automatismus würde die Gewerkschaften schwächen. Wenn die Entlohnung nicht mehr Verhandlungssache ist, könnte man auch keine Sockelbeträge mehr für die unteren Entgeltgruppen durchsetzen (sog. "Sozialismuskomponente"). Somit würde man ausgerechnet die Gruppe treffen, von der die Gewerkschaften getragen werden.

Bei einem Automatismus wäre der Staat gezwungen, auch in Zeiten besonders angespannter Haushaltslage Steigerungen umzusetzen. Insbesondere die an der Belastungsgrenze dahinsiechenden Kommunen werden sich dagegen mit aller Kraft wehren.

Zuletzt werden Indexlöhne sehr kritisch betrachtet, unter anderem auch von der Bundesbank (Stichwort Lohnspirale).

Die Einführung eines Automatismus für Abgeordnetenentschädigungen hatte ganz praktische Gründe: man wollte die ständigen Debatten über Erhöhungen (Abgeordnete genehmigen sich mal wieder ein sattes Plus) hinter sich lassen.

Ich habe nicht gesagt, dass dies auf Dauer die beste Lösung ist, siehe Lohnspirale.
Ich habe gesagt aus verhandlungstaktischen Gründe sollte dies gefordert werden und sollte es verhandelt werden, kann sich die Gewerkschaft um andere wichtige Punkte im Tarifvertrag kümmern.
Die Einführung im TVÖD hätte genau die gleichen praktischen Gründe, wie oben aufgeführt. Hier ändert sich in der Argumentation nichts.
Auch der öffentliche Dienst wird nach jeder Tarifverhandlung als völlig überbezahlt dargestellt. Stammtischniveau!!!
Dieses Stammtischgerede und die Unzufriedenheitr bekommen die Mitarbeiter vor Ort (Gemeinden) auch noch massiv im persönlichen Kontakt zu spüren

KlammeKassen

Zitat von: Petar T. in Heute um 11:17Wenn die Entlohnung nicht mehr Verhandlungssache ist, könnte man auch keine Sockelbeträge mehr für die unteren Entgeltgruppen durchsetzen (sog. "Sozialismuskomponente"). Somit würde man ausgerechnet die Gruppe treffen, von der die Gewerkschaften getragen werden.

..... die dann wieder dazu führen, dass die Abstände bei den Beamten (weil ja immer zeit- und inhaltsgleich übertragen werden)nicht mehr verfassungskonform sind und für diese wieder mehr Mittel aufgewendet werden müssen, damit es amtsangemessen und verfassungskonform ist....