Irgendein Laberthread über AfD und Co.

Begonnen von SonicBoom, 05.05.2026 12:06

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Scull

Die Kosten für neue KKW liegen im Bereich von 8 bis 12 Cent, wenn man dies realistisch betrachtet.
Zu den Ergebnissen kommt die NEA und IEA, und das halte ich für realistisch.

Wind und Solar sind mit allem anderen bei etwa 11 Cent, also vergleichbar, wenn man in die niedrigeren Produktionskosten noch Netzentgelte, Netzausbau usw reinhaut.

sachlich orientiert sollte D ein 50/50 oder 60/40 System anstreben.

Organisator

Solar Freifläche kostet 5 ct/kwh, Solar Dach 9ct/kwh.

Da kann Atomkraft nicht mithalten. Auch schon rein praktisch nicht, weil Deutschland keine Staatshaftung für Atomkraftwerke mehr übernehmen will und kein privater Versicherer in der Lage ist, die Risiken zu tragen.

Insoweit hat es keinen Sinn, eine gefährliche Stromerzeugungsform weiterzuverfolgen, die in Deutschland nie ohne staatliche Subventionen möglich war. Und mit den hochgefährlichen Abfällen auch keiner in seinem Backyard leben will.

Sachlich hätte es Sinn, Speichertechnologien zu fördern (bzw. regulativ endlich auch Elektroautobatterien zu ermöglichen) statt Gaskraftwerke zu subventionieren.

Hugo Stieglitz

Zitat von: Organisator in Heute um 15:39Solar Freifläche kostet 5 ct/kwh, Solar Dach 9ct/kwh.

Da kann Atomkraft nicht mithalten. Auch schon rein praktisch nicht, weil Deutschland keine Staatshaftung für Atomkraftwerke mehr übernehmen will und kein privater Versicherer in der Lage ist, die Risiken zu tragen.

Insoweit hat es keinen Sinn, eine gefährliche Stromerzeugungsform weiterzuverfolgen, die in Deutschland nie ohne staatliche Subventionen möglich war. Und mit den hochgefährlichen Abfällen auch keiner in seinem Backyard leben will.

Sachlich hätte es Sinn, Speichertechnologien zu fördern (bzw. regulativ endlich auch Elektroautobatterien zu ermöglichen) statt Gaskraftwerke zu subventionieren.
Wie hoch ist der Anteil der notwendigen Systemkosten? Das ist überhaupt nicht berücksichtigt in den Kosten, auch weil ein Teil der notwendigen Infrastruktur nicht existiert. Du schreibst von 5 ct/kwh und am Ende sind es mit Netzentgelten 35 und Du wunderst Dich warum die Menschen AFD wählen. Mal davon abgesehen das Photovoltaik mit einem dreistelligen Milliardenbetrag subventioniert wurde.

Organisator

Zitat von: Hugo Stieglitz in Heute um 16:00Wie hoch ist der Anteil der notwendigen Systemkosten? Das ist überhaupt nicht berücksichtigt in den Kosten, auch weil ein Teil der notwendigen Infrastruktur nicht existiert. Du schreibst von 5 ct/kwh und am Ende sind es mit Netzentgelten 35 und Du wunderst Dich warum die Menschen AFD wählen. Mal davon abgesehen das Photovoltaik mit einem dreistelligen Milliardenbetrag subventioniert wurde.

5ct/kwh sind die Gestehungskosten. So wie die von Scull genannten Gestehungskosten für neue KKW (die übrigens laut herrschender Meinung deutlich darüber liegen).
Somit vergleiche ich gleiches mit gleichem; Netzentgelte usw. kommen bei beidem on top. Außer beim Solar Dach, wenn der Strom selbst genutzt wird.

Netzkosten für Solar Dach sind wie beschrieben bis auf wenige Fälle nicht vorhanden da bestehende Netze genutzt werden können. Für Solar Freifläche sind sie eher gering, so solche Anlagen typischerweise in der Nähe von Mittelspannungsnetzknoten gebaut werden.

Und natürlich wundere ich mich, dass Menschen auf Demagogen reinfallen und AFD wählen, gerade weil die Behauptung falsch ist, dass KKW in Deutschland überhaupt möglich wären geschweige denn günstig sind.

NelsonMuntz

Zitat von: Hugo Stieglitz in Heute um 16:00Wie hoch ist der Anteil der notwendigen Systemkosten? Das ist überhaupt nicht berücksichtigt in den Kosten, auch weil ein Teil der notwendigen Infrastruktur nicht existiert. Du schreibst von 5 ct/kwh und am Ende sind es mit Netzentgelten 35 und Du wunderst Dich warum die Menschen AFD wählen. Mal davon abgesehen das Photovoltaik mit einem dreistelligen Milliardenbetrag subventioniert wurde.


Jetzt fabulierst Du aber auch ins Blaue (höhö, lustiges Wortspiel ;)) - Problematisch sind bei solchen Zahlenvorlagen ja immer die Quellen, die zumeist ja nicht unvoreingenommen ihre Berechnungen vornehmen. Und ja, die lügen alle(!) - so wie auch die Elbphilharmonie nur 70 Millionen kosten sollte. Und wenn in DE ein AKW für 20 Mrd. geplant wird, was wird es realistisch am Ende wohl kosten?

Wenn wir jetzt den Netzausbau beleuchten, dann entstehen auch durch die Elektromobilität Kosten, denn wenn in jeder Milchkanne im Winter abends die Autos ans Netz geklemmt werden, dann muss an vielen Ecken Leitungskapazität zugebaut werden (spreche hier durchaus aus Erfahrung). Wenn man sich nun hinstellt und sagt: "So ein Quatsch. Benzin und Diesel tun es doch auch. Für die nächsten 1000 Jahre" - dann muss man aktuell nicht mal den Klimawandel bemühen, um den Irrsinn dieses Unterfangens zu erkennen.

Man kann das alles kritisch diskutieren, aber AfD wählen ist keine Lösung. Bei mir im Dorf liegt kein Gas, 50% der Häuser sind mit Öl beheizt. und immer wieder sieht man einen Heizungsbauer eine Wärmepumpe installieren. Das nennt man Veränderung, Fortschritt, vorausschauendes Verhalten. Das können AfD-Wähler aber nicht - und deshalb tanken die dann auch bald Heizöl für 2,50 den Liter.

Zu den AKW noch mal: Ich stimme durchaus mit dem Gedanken überein, dass der "Schnellausstieg" seitens der Union im Angesicht Fukushimas ein Fehler war. Man hätte die bestehenden Kraftwerke maximal nutzen sollen - gerade weil EE noch nicht weit genug ausgebaut waren. Jetzt aber ist der Atom-Drops gelutscht.

Im Übrigen:

"Nukular, das Wort heißt Nukular!"
  -- H.S. / Fachangestellter für Reaktorsicherheit  8) 

Fettschwanzmaki

Zitat von: Hugo Stieglitz in Heute um 14:58Das ist klar aber highpeformer hat ja von den kostenintensiven Extremwetterereignissen gesprochen und die werden ja weniger, wenn wir in Deutschland Kernkraft oder Erneuerbare (oder beides) nutzen.

Nein, werden sie in absehbarer Zeit nicht - zumindest nicht innerhalb unserer verbleibenen restlichen Lebensspanne. Das Klima/die Atmosphäre mag träge sein, aber es/sie vergisst nicht.

Kernproblem ist die nach wie vor weltweite Steigerung der CO² -Emissionen, auch, wenn D in den letzten zwei Jahrzehnten den Eintrag hat nahezu halbieren können. Problematisch ist zudem, dass die jetzigen Einträge für die nächsten 12 bis mehrere hundert Jahre wirksam sein werden (je nach Gas). Selbst wenn wir heute global von heute auf morgen umsteuern würden, hätten wir Klimaentwicklungen, die wir nicht mehr beherrschen können und nachfolgend nur schwer quantifizierbare Kosten verursachen werden (Wechselwirkungen).

Auch da gibt es unterschiedliche Modelle mit unterschiedlichen Prognosen - gut oder beruhigend ist keines davon [außer das von "EIKE", aber das nimmt ja sowieso niemand mehr für voll (außer interessierte Kreise)]

"EIKE ist sowohl im deutschsprachigen Raum in AfD, CDU und FDP sowie in rechtslibertären Organisationen und der Bundesinitative Vernunftkraft vernetzt, als auch international im einflussreichen Heartland Institute und CFACT.", https://lobbypedia.de/wiki/Europ%C3%A4isches_Institut_f%C3%BCr_Klima_und_Energie#Alternative_f.C3.BCr_Deutschland_.28AfD.29

Das ist wie mit der Zahnpasta-Tube - einmal draußen bekommt man das Zeug nicht wieder rein.

"Bereits die Schäden bis 2049 seien jedoch sechsmal höher als die Vermeidungskosten zur Begrenzung der globalen Erwärmung auf zwei Grad.", https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Schlaglichter-der-Wirtschaftspolitik/2024/07/04-kosten-des-klimawandels.html

Das Modell "Kapitalismus" bedarf dringend einer intelligenten Neuausrichtung, sonst wird das nichts mehr.



Organisator

Zitat von: NelsonMuntz in Heute um 16:34Wenn wir jetzt den Netzausbau beleuchten, dann entstehen auch durch die Elektromobilität Kosten, denn wenn in jeder Milchkanne im Winter abends die Autos ans Netz geklemmt werden, dann muss an vielen Ecken Leitungskapazität zugebaut werden (spreche hier durchaus aus Erfahrung). Wenn man sich nun hinstellt und sagt: "So ein Quatsch. Benzin und Diesel tun es doch auch. Für die nächsten 1000 Jahre" - dann muss man aktuell nicht mal den Klimawandel bemühen, um den Irrsinn dieses Unterfangens zu erkennen.

Selbst das nicht unbedingt. Das Problem sind nur unsere dummen Netze, die auf maximale Last ausgelegt sind, damit ja nie die Sicherung rausfliegt.
Wenn man das schlau steuert, kann man ohne großen Zubau überall Elektroautos laden. Ist dann eine Kostenfrage - wers sein Elektroauto jetzt und schnell laden muss zahlt eben mehr, als der, der übernacht Zeit hat. Oder sogar besonders günstig zu Randzeiten, wenn gerade viel Strom da ist.

NelsonMuntz

Zitat von: Organisator in Heute um 17:08Selbst das nicht unbedingt. Das Problem sind nur unsere dummen Netze, die auf maximale Last ausgelegt sind, damit ja nie die Sicherung rausfliegt.
Wenn man das schlau steuert, kann man ohne großen Zubau überall Elektroautos laden. Ist dann eine Kostenfrage - wers sein Elektroauto jetzt und schnell laden muss zahlt eben mehr, als der, der übernacht Zeit hat. Oder sogar besonders günstig zu Randzeiten, wenn gerade viel Strom da ist.

Die Anfrage unserer Kommune, 6 öffentliche 22kW-Ladepunkte aufstellen zu können, mündete in heiterem Gelächter beim Netzbetreiber. Ferner wäre auch Solarstrom in die andere Richtung zu transportieren. Eine höhere Kapazität macht schon Sinn ... und so manche "smarte" Idee scheitert an realen Bedürfnissen: Die vierköpfige Familie will am Wochenende vielleicht ein paar Maschinen Wäsche waschen, aber nicht "intelligent" warten, bis Nachbars Auto aufgeladen ist. Ich bin da schon ein Freund der Einfachheit in der Funktion ;)