Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion III

Begonnen von username, 14.02.2026 09:31

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highperformer

Zitat von: Warnstreik in 29.09.2026 14:05Die IG Metall fordert für die aktuellen Tarifverhandungen 5%.

In den aktuellen, ja. Sind aber auch schon u.a. bei der 35-Stunden-Woche. Letztlich kann man aber genauso gut die "aktuellen" Verhandlungserfolge im TV-Nahverkehr hernehmen, die sind demnächst bei 37,5 Stunden und haben 7 % erhalten.

Wenn schon kein Geld da ist, könnte man ja zumindest bei der Arbeitszeit großzügiger sein im TV-L. In guten Unternehmen gibt's schon 4-Tage-Wochen ohne 10-Stunden-Tage ...
Solange mein Dienstherr so tut, als würde er mich angemessen besolden, tue ich so, als würde ich arbeiten.

Garfield

Zitat von: highperformer in 29.09.2026 14:29In den aktuellen, ja. Sind aber auch schon u.a. bei der 35-Stunden-Woche. Letztlich kann man aber genauso gut die "aktuellen" Verhandlungserfolge im TV-Nahverkehr hernehmen, die sind demnächst bei 37,5 Stunden und haben 7 % erhalten.

Wenn schon kein Geld da ist, könnte man ja zumindest bei der Arbeitszeit großzügiger sein im TV-L. In guten Unternehmen gibt's schon 4-Tage-Wochen ohne 10-Stunden-Tage ...

Und trotzdem sind gerade alle dabei genau das rückgängig zu machen bzw. zu streichen.
Die IG Metall bekommt Druck wegen der 35 Stunden Woche, fordert schon von sich aus recht wenig Erhöhung, redet von "kämpferischem Realismus" in der nächsten Runde  und auch die Unternehmen im Einzelnen ziehen die Daumenschrauben an, wie Mercedes die diese Woche das Home Office in großen Teilen zusammengestrichen haben.

Wer in den nächsten Tarifrunden tatsächlich eine Arbeitszeitreduzierung erwartet, ist komplett von der Realität entkoppelt. Die Bild-Schlagzeile wird sich kein Politiker antun, wenn mitten in der großen deutschen Wirtschaftskrise der öffentliche Dienst verkündet zukünftig weniger zu arbeiten.


highperformer

Zitat von: Garfield in 29.09.2026 20:59Wer in den nächsten Tarifrunden tatsächlich eine Arbeitszeitreduzierung erwartet,

Die hatte ich eigentlich schon vor drei Tarifrunden oder so erwartet ... Man hat einfach die Gelegenheit verschlafen.
Solange mein Dienstherr so tut, als würde er mich angemessen besolden, tue ich so, als würde ich arbeiten.

Warnstreik

Zitat von: highperformer in Gestern um 08:56Die hatte ich eigentlich schon vor drei Tarifrunden oder so erwartet ... Man hat einfach die Gelegenheit verschlafen.

Da wurden die Mitglieder befragt und es wurde sich mehrheitlich für möglichst große Lohnerhöhungen aufgrund der verschiedenen Hochinflationsphasen gestimmt. Theoretsich kann man mit dem mehr an Geld seine Arbeitszeit dann auch entsprechend verkürzen.

Am Ende will bzw. wollte ich nur aufzeigen, dass es immer ein Auf und Ab bei den Forderungen und Abschlüssen geben wird. Ich sehe jetzt sogar die Chance für die ÖD aufzuholen. Gute Verwaltungsfachleute und ITler werden momentan in der Wirtschaft frei und einige nutzen die Sicherheit im ÖD, so kriegt man zumindest die Stellen besetzt. Das nimmt natürlich auch ein wenig den Druck in den oberen Gehaltgruppen noch wettbewerbsfähiger zu werden.

Faunus

Metall-AG wollen inzw. wieder eine Arbeitszeiterhöhung.
Die günstigste Variante für "sofort einsatzbereite qualifizierten MA" ist eine Arbeitszeiterhöhung.  Der TVÖD hat es vorgemacht: freiwillig mehr Stunden gegen Lohnerhöhung - aber nur, wenn der AG mitmacht. Bei 35-Std.-Wo. ist für die Metall-AG ordentlich viel Spieleraum drin, um den Teil der Belegschaft eher loszuwerden, den man nicht mehr möchte und den zu puschen, den man halten möchte.

Der TV-L hat da eher kaum Möglichkeiten mit z.B. Bayern und seinen 40 h/Wo.
Wenn ein Tarifvertrag mit

Null-Runde 4 Monate
2,0 % für 12 Monate
2,2 % die 2ten 12 Monate
1,5 % für 6 Monate
also eine "satte Erhöhung" von 2,0 +2,2 + 1,5 = 5,7% (so wird das doch immer verkauft) auf eine Gesamtlaufzeit von 34 Monaten bietet.
Vielleicht, dass man noch eine Einmalzahlung statt einer Erhöhung einbaut. Würde es noch mal "billiger" machen!


highperformer

Zitat von: Warnstreik in Gestern um 09:37Ich sehe jetzt sogar die Chance für die ÖD aufzuholen.

Abwarten, die amtsangemessene Alimentation wird jegliche Vorhersagen in diese Richtung mindestens schwierig machen ...
Solange mein Dienstherr so tut, als würde er mich angemessen besolden, tue ich so, als würde ich arbeiten.

troubleshooting

Zitat von: highperformer in Gestern um 08:56...Man hat einfach die Gelegenheit verschlafen.

Ist das nicht irgendwie sinnbildlich?

Garfield

Zitat von: highperformer in Gestern um 08:56Die hatte ich eigentlich schon vor drei Tarifrunden oder so erwartet ... Man hat einfach die Gelegenheit verschlafen.

Es gab mal ein Fenster (die Bahn hat in der Zeit reduziert) als das realistisch war.
Aber die Zeiten sind vorbei und daher braucht man daran keinen Gedanken mehr verschwenden.
Die nächsten Tarifrunden dürften richtig hart werden und da man vor im Länderbereich sehr schwache Gewerkschaften hat, erwarte ich außer marginalen Erhöhungen, vermutlich sogar unterhalb der Inflation gar nichts.

ignaz

Die Arbeitszeitreduzierung sollten wir wohl ganz vergessen. TVÖD hats diesbezüglich cleverer gemacht und reicht ab 2027 einen Urlaubstag pro Jahr extra raus. Nicht viel, aber immerhin mehr als wir. JSZ usw. mal nicht betrachtet. Bin wirklich auf den TVÖD gespannt, was da so gefordert wird.

Die Inflationsrate im September in Deutschland liegt bei 3,3%
- https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Preise/Verbraucherpreisindex/_inhalt.html

Reallohnverluste steigen weiter bei den Angestellten, die amtsangemessenen mit 10%+ für die Jahre bis 2020 (mal sehen was man für 2020-2026 fordert :)) merken davon dann nur wenig.


Rowhin

Joa. Die Eilmeldungen heute sprechen nicht gerade für tarifliche Verbesserungen in den nächsten Jahren:

Volkswagen kündigt fast alle Tarifverträge

ohjeee

Zitat von: Rowhin in Gestern um 15:22Joa. Die Eilmeldungen heute sprechen nicht gerade für tarifliche Verbesserungen in den nächsten Jahren:

Volkswagen kündigt fast alle Tarifverträge
Tarifverträge werden idR immer zum Ende der Laufzeit von einer der beiden Parteien gekündigt. Nichts ungewöhnliches. Meist von Gewerkschaftsseite, aber durchaus auch von AG-Seite. Das ebnet den Weg für neue Tarifverhandlungen.

https://publik.verdi.de/ausgabe-202206/was-ist-der-st%C3%A4rketest/?utm_source=chatgpt.com

"ver.di hat die Gehaltstarifverträge für die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst zum 31. Dezember 2022 gekündigt. Das ist die erste Voraussetzung, dass überhaupt über Lohnerhöhungen verhandelt werden kann."
direkt die ersten beiden Sätze auf der Verdi-Seite.

Garfield

Zitat von: ohjeee in Heute um 11:55Tarifverträge werden idR immer zum Ende der Laufzeit von einer der beiden Parteien gekündigt. Nichts ungewöhnliches. Meist von Gewerkschaftsseite, aber durchaus auch von AG-Seite. Das ebnet den Weg für neue Tarifverhandlungen.

https://publik.verdi.de/ausgabe-202206/was-ist-der-st%C3%A4rketest/?utm_source=chatgpt.com

"ver.di hat die Gehaltstarifverträge für die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst zum 31. Dezember 2022 gekündigt. Das ist die erste Voraussetzung, dass überhaupt über Lohnerhöhungen verhandelt werden kann."
direkt die ersten beiden Sätze auf der Verdi-Seite.

VW hat aber eben nicht nur die Entgelttabellen, bzw den Gehaltstarifvertag gekündigt, sondern nahezu alles inkl Mantel.

KlammeKassen

Zitat von: Albeles in 29.09.2026 10:39Ich verstehe nicht, wieso es bei Beamten noch die Zuschläge für Familien gibt, wenn Partner auch arbeiten. War es nicht so, dass ein Beamter früher die Familie alleine ernähren sollte/musste?
Das ist in der Konstellation überhaupt nicht mehr notwendig. Ich spreche da auch nur für mein Empfinden, vielleicht bin ich auch nicht gut informiert und es gibt triftige Argumente, weshalb das immer noch so gehandhabt wird.
Weil das BVerfG es gerne so möchte - ein Schelm, wer böses dabei denkt, dass Richter Beamte sind und dadurch eventuell selbst Vorteile erlangen könnten

KlammeKassen

Zitat von: Warnstreik in 29.09.2026 14:05Mal zur Einordnung der aktuellen Lage: Die IG Metall fordert für die aktuellen Tarifverhandungen 5%. Das ist vergleichsweise wenig, maximal die Hälfte wird dabei rauskommen. Gut finde ich, dass man einen Mechanismus für die Gewinnbeteilung verhandeln will, bei Unternehmen bei denen es gut läuft. Aber auch die IGM möchte die Tabellenentgente stauchen, indem man kleine Gehaltsgruppen stärker erhöht. Die Solidarität ist hier seitens der Besserverdiener aber auch besser ausgeprägt als in TV-L/B/VKA-Welt.

Naja die IG-Metall hat aber auch jahrelang richtig fett abgegrast (als wir auch immer wenig bekamen). Nun ist die Krise halt da und da müssen kleinere Brötchen gebacken werden.

Da die Inflation wieder sehr hoch ist, wird auch verdi wieder sehr stark mit Mindesterhöhungen arbeiten, da dies die "kleinen Leute" ja übermäßig stark belastet. Mal zur Orientierung:

https://www.focus.de/finanzen/single-braucht-700-euro-mehr-um-inflation-auszugleichen_1871ad79-fc69-471d-96ac-63ff2e725f90.html


Wahrscheinlich wird dennoch wieder (trotz der Nachzahlungen gerade) die zeit- und inhaltsgleiche Übertragung gefordert, so dass die Beamten dann wieder doppelt abkassieren können (erst das mitnehmen... und dann wird festsgestellt, dass das ja zu zu kleinen Differenzen zwischen den Gruppen führt).


Inflation 3,3 % und immer mehr Unternehmen kündigen an, die Preise anziehen zu wollen

MoinMoin

Zitat von: KlammeKassen in Heute um 13:42Weil das BVerfG es gerne so möchte - ein Schelm, wer böses dabei denkt, dass Richter Beamte sind und dadurch eventuell selbst Vorteile erlangen könnten
Nein, das GG verlangt es.
Um das zu verstehen muss man nicht Richter sein.
Und der Rest lässt tief Blicken, sehr peinlich dieser Vorwurf!
insbesondere wenn man bedenkt, dass einige Beamten seit Dekaden beschissen werden.