Wünsche für die nächste Tarifrunde 2027?

Begonnen von LisaSimpsonÖD, 04.08.2026 11:34

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KlammeKassen

Zitat von: Bubi11 in 28.09.2026 15:01Wann haben wir zuletzt die Inflation als Lohnerhöhung bekommen? Also abzgl. der ganzen Nullrunden.

2024 waren wir mit +200 + 5,5 % gut dabei.
Dabei muss man halt ignorieren, dass 2022 und 2023 komplette Reallohnverluste waren (vom Feinsten), aber das verschweigen die Arbeitgeber. Stattdessen wird dann gesagt "In 2024 habt ihr so krass Reallohngewinne gehabt, also chillt mal"

KlammeKassen

Zitat von: JahrhundertwerkTVÖD in 29.09.2026 10:30Dann wäre es doch jetzt an der Zeit dass sich die entsprechenden Organisationen/ Vertretern der Beamten solidarisch zeigen.


das wäre ein schöner Traum, der natürlich nicht in Erfüllung gehen wird.
Denn Tarife sind ja "freiwillig" und leider ist die Kasse leer. Was das BVerfG sagt, ist nicht ganz so freiwillig.

Da sollten die Angestellten dann schon mal Verständnis für zeigen, dass nun nichts mehr übrig ist  ;)

KlammeKassen

Spannend:

"TVöD-Tarifrunde 2027: Stimmungslage gibt Vorgeschmack

Auch wenn ver.di und der dbb ihre Forderungen für die nächste Tarifrunde 2027 erst im März 2027 vorstellen, zeichnet sich die Grundstimmung schon jetzt ab. Öffentlicher Dienst News hat rund 10.500 Tarifbeschäftigte bei Bund und Kommunen zu ihrer Einschätzung der Gehaltsentwicklung befragt, die ausführlichen Ergebnisse veröffentlichen wir zum Jahresende. Ein Vorabbefund lässt sich schon nennen: Eine deutliche Mehrheit ist mit der Bezahlung der vergangenen fünf Jahre unzufrieden, viele Beschäftigte vergleichen ihr Netto zudem mit Beamten in ähnlichen Funktionen, deren Bezüge aktuell in mehreren Ländern spürbar angehoben werden. Dieses Spannungsfeld dürfte die Tarifrunde 2027 mitprägen, sobald sie im April 2027 beginnt. Die Ergebnisse zur großen Umfrage im öffentlichen Dienst veröffentlichen wir zum Ende des Jahres und berichten dazu im Newsletter."

Quelle: https://oeffentlicher-dienst-news.de/das-kommt-im-oktober-2026-auf-angestellte-und-beamte-zu/

JahrhundertwerkTVÖD

Zitat von: KlammeKassen in 29.09.2026 11:30das wäre ein schöner Traum, der natürlich nicht in Erfüllung gehen wird.
Denn Tarife sind ja "freiwillig" und leider ist die Kasse leer. Was das BVerfG sagt, ist nicht ganz so freiwillig.

Da sollten die Angestellten dann schon mal Verständnis für zeigen, dass nun nichts mehr übrig ist  ;)

Ich übersetze in Verdi-Deutsch: "Das BVerfG hat ein völlig weltfremdes Urteil gefällt und fordert ein Abstandsgebot zwischen den einzelnen  Besoldungsgruppen. Ein Zusammenschmelzen der Besoldungsgruppen sei sogar unzulässig. Dem widersprechen wir liebe Kollegen und setzen all unsere Macht hierfür ein dass die oberen Gehaltsgruppen sich solidarisch zeigen und zu Gunsten der unteren Gruppen auf Gehaltsteigerungen verzichten. Nur gemeinsam sind wir gegen die Oberen stark. Lasst uns gemeinsam für den eingeschlagenen sozialistischen Weg und die Vision einer Einheitsvergütungstabelle bzw. Einheitsvergütungszahl (aller Beschäftigten) auch gegen dem Urteil des BVerfG und der realitätsfremden verfassungswidrigen Unteralimentation kämpfen."
Ich schlage vor Enteignungen :-)

Pham Nuwen

Rein hypothetisch gesprochen, was würde denn die Anwendung dieses spannenden neuen Instrumentes (hier für die aktuelle Preiserhöhung zum Deutschlandticket) für die kommende Verhandlungsrunde bedeuten?

ZitatDer Abopreis wurde erstmals nicht politisch ausgehandelt, sondern mithilfe einer bestimmten Formel berechnet. Der Preisindex bildet auf Basis statistischer Daten die Kostenentwicklung etwa von Personal und Energie nach, die die Unternehmen schultern müssen. Je stärker also die Inflation ausfällt, umso teurer wird auch das Deutschlandticket.

Denn schließlich müssen die Arbeitnehmer in letzter Zeit auch so einiges "schultern" ...  :-X

KlammeKassen

Zitat von: JahrhundertwerkTVÖD in 29.09.2026 13:37Ich übersetze in Verdi-Deutsch: "Das BVerfG hat ein völlig weltfremdes Urteil gefällt und fordert ein Abstandsgebot zwischen den einzelnen  Besoldungsgruppen. Ein Zusammenschmelzen der Besoldungsgruppen sei sogar unzulässig. Dem widersprechen wir liebe Kollegen und setzen all unsere Macht hierfür ein dass die oberen Gehaltsgruppen sich solidarisch zeigen und zu Gunsten der unteren Gruppen auf Gehaltsteigerungen verzichten. Nur gemeinsam sind wir gegen die Oberen stark. Lasst uns gemeinsam für den eingeschlagenen sozialistischen Weg und die Vision einer Einheitsvergütungstabelle bzw. Einheitsvergütungszahl (aller Beschäftigten) auch gegen dem Urteil des BVerfG und der realitätsfremden verfassungswidrigen Unteralimentation kämpfen."
Ich schlage vor Enteignungen :-)

Ja das dürfte es ziemlich treffen.

daseinsvorsorge

Zitat von: JahrhundertwerkTVÖD in 29.09.2026 13:37Ich übersetze in Verdi-Deutsch: "Das BVerfG hat ein völlig weltfremdes Urteil gefällt und fordert ein Abstandsgebot zwischen den einzelnen  Besoldungsgruppen. Ein Zusammenschmelzen der Besoldungsgruppen sei sogar unzulässig. Dem widersprechen wir liebe Kollegen und setzen all unsere Macht hierfür ein dass die oberen Gehaltsgruppen sich solidarisch zeigen und zu Gunsten der unteren Gruppen auf Gehaltsteigerungen verzichten. Nur gemeinsam sind wir gegen die Oberen stark. Lasst uns gemeinsam für den eingeschlagenen sozialistischen Weg und die Vision einer Einheitsvergütungstabelle bzw. Einheitsvergütungszahl (aller Beschäftigten) auch gegen dem Urteil des BVerfG und der realitätsfremden verfassungswidrigen Unteralimentation kämpfen."
Ich schlage vor Enteignungen :-)
Na ja - insbesondere von den oberen Gehaltsgruppen höre ich hier nur noch wenig von Unterbezahlung. Und schon gar nicht, dass man sich überlegt, endlich den ÖD zu verlassen, um in der pw deutlich mehr Geld- ohne zusätzliche Anstrengungen zu verdienen.

Liegt vielleicht daran, das man froh ist, zb nicht wie die IT bei Mercedes von der Kündigung bedroht zu sein. Tja- so schön kann der ÖD sein.

KlammeKassen

Zitat von: daseinsvorsorge in Gestern um 14:58Na ja - insbesondere von den oberen Gehaltsgruppen höre ich hier nur noch wenig von Unterbezahlung. Und schon gar nicht, dass man sich überlegt, endlich den ÖD zu verlassen, um in der pw deutlich mehr Geld- ohne zusätzliche Anstrengungen zu verdienen.

Liegt vielleicht daran, das man froh ist, zb nicht wie die IT bei Mercedes von der Kündigung bedroht zu sein. Tja- so schön kann der ÖD sein.

Mag im Großen und Ganzen schon stimmen. Dennoch ist es ja ein Fakt, dass vermehrt jedes Mal mehr Entgelt für die unteren EG gefordert wird (bzw. Mindestentgelt). Hierdurch kommt es zu einer Verwässerung, welche langfristig das Signal sendet, dass Bildung/Qualifizierung nicht notwendig ist bzw. nicht finanziell honoriert werden muss.

Dass die Arbeitsplatzsicherheit momentan wieder bedeutsamer ist, ist korrekt; ämndert jedoch nichts an dem Fakt, dass die oberen Entgeltgruppen den Gewerkschaften zufolge nach zugunsten der unteren EG "bluten" können

JahrhundertwerkTVÖD

Wenn die obersten 25% der Einkommen (ab 68.500 €) bereits 77,6 % der Gesamten Lohn- und Einkommensteuer tragen, ist doch bereits jetzt die Abgabelast ungleichmäßig verteilt.
Die oberen 5 % (ab 150.000 €) tragen rund 44,3 % des gesamten Lohn- und Einkommensteueraufkommens.

Weitere Erhöhungen/Abzüge in diesem Bereich in Kombination mit ungleichmäßigen Lohnsteigerungen im Vergleich zu niedrigeren Einkommen, führen halt nun rein mathematisch dazu dass irgendwann keine Unterschiede in den Nettovergütungen vorhanden sind.

Gut, der Vorteil ist, der Professor und der Pförtner erhalten Netto gleich viel und es muss sich keiner mehr Gedanken über mögliche Eingruppierungsregelungen machen.

Es wird ja auch immer noch über das Thema Rente und Renteneintrittsalter diskutiert.
Ist es eine Wertschätzung der Ärztin gegenüber, nach einer sehr langen Studien- und Praktikumszeit, welche deutlich später anfängt Geld zu verdienen, Studien Kredite abzuzahlen hat, wenn am Ende durch unverhältnismäßige Abzüge der Nettoverdienst nicht deutlich höher ist?
Plus einem späteren Renteintrit, da das Studium nicht zählt.

daseinsvorsorge

Zitat von: JahrhundertwerkTVÖD in Gestern um 16:40Wenn die obersten 25% der Einkommen (ab 68.500 €) bereits 77,6 % der Gesamten Lohn- und Einkommensteuer tragen, ist doch bereits jetzt die Abgabelast ungleichmäßig verteilt.
Die oberen 5 % (ab 150.000 €) tragen rund 44,3 % des gesamten Lohn- und Einkommensteueraufkommens.

Weitere Erhöhungen/Abzüge in diesem Bereich in Kombination mit ungleichmäßigen Lohnsteigerungen im Vergleich zu niedrigeren Einkommen, führen halt nun rein mathematisch dazu dass irgendwann keine Unterschiede in den Nettovergütungen vorhanden sind.

Wann wäre denn irgendwann? Oder kommt es gar nicht darauf an, wann irgendwann wäre?

MoinMoin

Zitat von: JahrhundertwerkTVÖD in Gestern um 16:40Wenn die obersten 25% der Einkommen (ab 68.500 €) bereits 77,6 % der Gesamten Lohn- und Einkommensteuer tragen, ist doch bereits jetzt die Abgabelast ungleichmäßig verteilt.
Die oberen 5 % (ab 150.000 €) tragen rund 44,3 % des gesamten Lohn- und Einkommensteueraufkommens.

Weitere Erhöhungen/Abzüge in diesem Bereich in Kombination mit ungleichmäßigen Lohnsteigerungen im Vergleich zu niedrigeren Einkommen, führen halt nun rein mathematisch dazu dass irgendwann keine Unterschiede in den Nettovergütungen vorhanden sind.

Gut, der Vorteil ist, der Professor und der Pförtner erhalten Netto gleich viel und es muss sich keiner mehr Gedanken über mögliche Eingruppierungsregelungen machen.

Es wird ja auch immer noch über das Thema Rente und Renteneintrittsalter diskutiert.
Ist es eine Wertschätzung der Ärztin gegenüber, nach einer sehr langen Studien- und Praktikumszeit, welche deutlich später anfängt Geld zu verdienen, Studien Kredite abzuzahlen hat, wenn am Ende durch unverhältnismäßige Abzüge der Nettoverdienst nicht deutlich höher ist?
Plus einem späteren Renteintrit, da das Studium nicht zählt.
Der Staat lebt nicht alleine von der Lohnsteuer, daher nervt mich der Vergleich immer sehr.
Denn das oberste Drittel trägt "nur" zu 50% zu den Staatseinkünften bei.
Ich finde das keine schiefe Abgabenlast.