Wünsche für die nächste Tarifrunde 2027?

Begonnen von LisaSimpsonÖD, 04.08.2026 11:34

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D-x

Zitat von: KlammeKassen in 01.10.2026 15:35Mag im Großen und Ganzen schon stimmen. Dennoch ist es ja ein Fakt, dass vermehrt jedes Mal mehr Entgelt für die unteren EG gefordert wird (bzw. Mindestentgelt). Hierdurch kommt es zu einer Verwässerung, welche langfristig das Signal sendet, dass Bildung/Qualifizierung nicht notwendig ist bzw. nicht finanziell honoriert werden muss.

Ich habe mir das als Statistik-Freund mal angesehen und anhand des Tabellen-Archivs dieser Seite nachgerechnet, um zumindest eine Grundlage für Diskussionen auf dem Tisch zu haben und uns weniger auf Gefühle verlassen zu müssen.
Dabei habe ich für die TVöD-VKA-Tabellen, die jeweils zum Jahresende 2011, 2016, 2021 und 2026 galten/gelten die Monatsentgelte der EG 6/2, EG 8/3, EG 10/4 und EG 12/5 gegenübergestellt. Zunächst hatte ich die EG 6, 9 und 12 genommen, was durch die Auffächerung der EG 9 aber schlecht vergleichbar wurde.

EG2011201620212026
EG 6 / 22.179,67 €2.526,62 €2.817,11 €3.440,25 €
EG 8 / 32.483,32 € (113,93 %)2.865,46 € (113,41 %)3.182,23 € (112,96 %)3.843,36 € (111,72 %)
EG 10 / 43.307,48 € (133,19 %)3.801,47 € (132,67 %)4.359,85 € (137,01 %)5.181,37 € (134,81 %)
EG 12 / 54.391,89 € (201,49 %)5.047,84 € (199,79 %)5.595,03 € (198,61 %)6.586,00 € (191,44 %)

Das ist zwar nicht schön formatiert, aber immerhin. Verglichen habe ich damit nicht primär die Jahre miteinander, sondern in erster Linie innerhalb des Jahres die entsprechenden Entgelte. Als Basis (100%) eben jeweils die EG 6/2. Ich kann und will nicht auf jeden Wert eingehen, jeder darf die für ihn interessanten Erkenntnisse ableiten.

  • Die EG 8 entwickelt sich nicht auffällig anders als die EG 6. Wollte man den gleichen Abstand zwischen EG 6/2 und EG 8/3 wie vor 15 Jahren, müsste man in der EG 8/3 heute rund 76€ mehr erhalten.
  • Die EG 10 entwickelt sich gegenüber der EG 6 2021 sogar deutlich vorteilhaft, das schmolz zuletzt aber wieder ab.
  • Die EG 12 hat tatsächlich ein höheres Defizit entwickelt. Wollte man den gleichen prozentualen Abstand zwischen EG 6/2 und 12/5 wie vor 15 Jahren, müsste man hier 346€ mehr erhalten (wer jetzt mit der gestiegenen JSZ argumentiert: Selbst damit betrachtet komme ich noch auf rund 312€ monatlichen Unterschied).

JahrhundertwerkTVÖD

Sind die oberen Vergleichswerte/Monatswerte inklusive der JSZ?
Dies wäre nicht ganz unrelevant

oberhaeo

Ich habe jetzt mal 23 Seiten übersprungen.

Tatsächlich habe ich nur einen Wunsch:

Aufnahme der Politiker von Land und Bund in den TVÖD VKA mit einheitlicher Anpassung aller Entgeltgruppen in allen Belangen.

Ach, was würde es uns dann gut gehen ...

ohjeee

Zitat von: JahrhundertwerkTVÖD in Gestern um 11:00Sind die oberen Vergleichswerte/Monatswerte inklusive der JSZ?
Dies wäre nicht ganz unrelevant
offenbar nicht, das sind nur die Grundentgelte/Tabellenentgelte.
Dein Einwand ist schon korrekt, da gerade die höheren EG nun ja bei der JSZ angehoben wurden.

JahrhundertwerkTVÖD

Zitat von: ohjeee in Gestern um 12:06offenbar nicht, das sind nur die Grundentgelte/Tabellenentgelte.
Dein Einwand ist schon korrekt, da gerade die höheren EG nun ja bei der JSZ angehoben wurden.

Zur Wahrheit gehört allerdings auch dass, mit Wechsel des BAT in den TVÖD (Jahr 2005) die JSZ nach Entgeltgruppen gestaffelt reduziert wurde von fast 100% auf 90% / 80% / 60% und später bei höheren Entgeltgruppen weiter abgesenkt auf bis zu 51,78%
Nach 20 Jahren Reduzierung ist es doch angebracht die Streichungen wieder anzupassen, oder?
Dies wird aber sehr gerne ebenfalls "vergessen"



ohjeee

Zitat von: JahrhundertwerkTVÖD in Gestern um 14:04Zur Wahrheit gehört allerdings auch dass, mit Wechsel des BAT in den TVÖD (Jahr 2005) die JSZ nach Entgeltgruppen gestaffelt reduziert wurde von fast 100% auf 90% / 80% / 60% und später bei höheren Entgeltgruppen weiter abgesenkt auf bis zu 51,78%
Nach 20 Jahren Reduzierung ist es doch angebracht die Streichungen wieder anzupassen, oder?
Dies wird aber sehr gerne ebenfalls "vergessen"



natürlich. Da aber explizit 2011-2026 verglichen wurde und nicht von Anbeginn der Zeit, gehört das schon dazu. Die "vorübergehende" Wochendienstzeit-Erhöhung bei vielen Beamten wird, sollte sie je wieder zurückgenommen werden (wie versprochen) wahrscheinlich auch als Zugewinn verkauft. Wie halt so oft. Erst etwas wegnehmen, dann zurückgeben und sich dann beklatschen lassen, wie großzügig man doch sei...

Mamba

Wie stellt ihr euch denn die Annährung der Nettogehälter der Beamten zu den Angestellten vor? In meine Augen geht das nur über die deutliche Minderung der Anteile für die betriebliche Altersvorsorge (VBL, ZMV etc.). Es kann ja keine Bevorteilung der Abgaben ggü. der anderen Arbeitnehmer und der pW geben...

D-x

Zitat von: Mamba in Gestern um 15:28Wie stellt ihr euch denn die Annährung der Nettogehälter der Beamten zu den Angestellten vor? In meine Augen geht das nur über die deutliche Minderung der Anteile für die betriebliche Altersvorsorge (VBL, ZMV etc.). Es kann ja keine Bevorteilung der Abgaben ggü. der anderen Arbeitnehmer und der pW geben...

Die Abgaben sind doch verhältnismäßig gering. Rund 2% VBL-Eigenanteil, nebensächlich im Gegensatz zu den RV- und AV-Arbeitnehmerbeiträgen, wobei es auch dort mit 9,3% eher der Rentenbeitrag ist, als die 1,3% Arbeitslosenversicherung. Ja, diese drei zusammen läppern sich auf rund zwölfeinhalb Prozent, wobei man nicht vergessen darf, dass sie steuerlich anrechenbar sind.
Wenn jemand eine Annäherung der Nettoentgelte ins Auge fasst, was soweit ich sehe niemand von Bedeutung tut sondern eher diejenigen die träumen, muss es über die Bruttoentgelte gehen. Wobei Beamten-Netto auch nicht gleich Beamten-Netto ist, siehe Unterschiede je Bundesland, Familienstand etc. sodass ich seit jeher auch fernab von Beamten noch nie gern Nettogehälter verglichen habe.

D-x

Zitat von: ohjeee in Gestern um 12:06offenbar nicht, das sind nur die Grundentgelte/Tabellenentgelte.
Dein Einwand ist schon korrekt, da gerade die höheren EG nun ja bei der JSZ angehoben wurden.
In der Tat, das waren jetzt mal die Monatsbruttos ohne Jahresbetrachtung. Wobei ich beim letzten Fall mal den Vergleich gezogen habe und der Unterschied nicht so deutlich ausfiel, wie ich zunächst erwartete.

Und ja, man kann wahrscheinlich immer noch längere Zeiträume vergleichen, 15 Jahre hielt ich hier jedoch für probat, zumal ich auch noch nicht ganz so lange damit befasst bin, die Sozialismusbestebungen der verdi in noch früheren Zeiträumen einzuschätzen. Es steht aber jedem frei, entsprechende Vergleiche vorzunehmen und zu posten.