Bedenkzeit nach evtl Zusage?

Begonnen von Stefanie83, Gestern um 12:44

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Stefanie83

Guten Tag!

Ich bin derzeit beim bewerben im öffentlichen Dienst und habe gleichzeitig auch beim OLG, bei welchem ich mal verbeamtet war, um erneute Einstellung gefragt. Ich habe die Altersgrenze überschritten, es ist alles mögliche zu prüfen und anzufragen und es dauert. Nun hatte ich zwei Vorstellungsgespräche, Jobcenter und LRA. Das beim Jobcenter würde ich im Falle einer Zusage wohl eher absagen, oder recht entspannt um Bedenkzeit bitten, da mir persönlich der Ort zu weit weg ist von meinem sonstigen Umfeld. Bzw wirklich entspannt bin ich natürlich nicht, die Stelle könnte ich mir grundsätzlich gut vorstellen und keine Ahnung, ob ich im Endeffekt ne Wahl habe.

Das andere Gespräch war beim LRA, Stelle und Ort wären in Ordnung, mehr aber auch nicht. Bei beiden wurden gesagt wann der Personalrat tagt, LRA am Mittwoch, jobcenter am Mittwoch oder Donnerstag vermutlich, dann kommen Zusagen oder eben später absagen.

Lange Rede...wie kann ich gut um Bedenkzeit im Falle einer Zusage bitten bzw das formulieren? Kann ich sagen ich warte noch auf was anderes oder ein weiteres Vorstellungsgespräch, was ich zugesagt habe? Kommt das schlecht? Beim OLG wird es bestimmt noch 2 Wochen oder länger dauern, solange wartet natürlich niemand. Allerdings sind beide stellen eben auch nur okay.

Danke und schönen Sonntag noch!

Petar T.

Kein Problem, die anderen Arbeitgeber warten ohne mit der Wimper zu zucken gern, bis sich euer Gnaden entschieden hat.

Bubi11

Also wenn bei mir jemand länger als drei Tage "Bedenkzeit" benötigt weiß ich schon was da los ist. Meine Stelle wäre sozusagen der Notnagel und derjenige will eigentlich gar nicht. Also würde ich das Ablehnen und Nr. 2 nehmen. 

matzl

Ich würde mir deswegen überhaupt keinen Stress machen. Wenn sie sich bei dir melden und dir eine Zusage machen bedankst du dich einfach. Sollten sie dich um eine Zusage bis zu einem Stichtag bitten, so sagst du einfach so spät wie möglich zu. Bis dann der Vertrag zur tatsächlichen Unterschrift kommt, dauert es erfahrungsgemäß ein paar Wochen. Bis dahin hast du bestimmt die Rückmeldung der anderen Dienststelle. Dann kannst du, wenn du freundlich bist, sagen dass du den Vertrag doch nicht unterschreiben wirst, oder du machst es wie viele Arbeitgeber und ghostest diesen einfach.

Vollstrecker

Zitat von: Bubi11 in Heute um 07:00Also wenn bei mir jemand länger als drei Tage "Bedenkzeit" benötigt weiß ich schon was da los ist. Meine Stelle wäre sozusagen der Notnagel und derjenige will eigentlich gar nicht. Also würde ich das Ablehnen und Nr. 2 nehmen. 

Gleichstellungsbeauftragte, die das lesen, bekommen Schnappatmung.  ;D

Bubi11

Zitat von: Vollstrecker in Heute um 07:50Gleichstellungsbeauftragte, die das lesen, bekommen Schnappatmung.  ;D

Naja ... der zweite ist mit dem ersten natürlich gleichgestellt und bekommt die gleiche Frist. ;D
Spaß beiseite ... Solche die erst zusagen und dann wieder absagen, den Vertrag ununterschrieben zurückschicken, oder ähnlichen Quatsch abziehen die brauchen sich bei uns nicht mehr bewerben.

Ich habe ja alle Bewerber der vergangen Jahre bei mir abgespeichert und die kommen dann nicht mehr in die Auswahl bei mir. Die Erstauswahl treffe ja immer noch ich als Leiter.
Entweder jemand meint es ernst und will den Job oder halt nicht. Aber einfach bewerben weil man sonst nix vernünftiges bekommt finde ich nicht in Ordnung. Das merkt man in der Regel den Bewerbern (Zumindest bei mir so) auch im Gespräch an.

Stefanie83

Guten Morgen,

wow also da hat man mich teilweise gewaltig missverstanden. Ich habe mich auf ca. 10 Stellen beworben da ich gerade in einer Umbruchsituation bin und mir ist selbstverständlich klar, dass ich mich ordentlich verhalte und mich zurückmelde usw. Auch ich habe Familie und Freunde und will da möglichst einigermaßen dran bleiben, aus lauter Angst nichts zu bekommen habe ich mich auch auf 1,2 interessante Stellen beworben die mir örtlich eigentlich zu weit weg sind. Die Antwort auf die ich warte um eben ganz grundsätzlich zu wissen, ob ich wieder dorthin kann oder eben gar nicht, dauert nun leider aus verständlichen Gründen sehr lang. Ich will niemanden hinhalten, habe tatsächlich nun wieder zwei Gespräche die örtlich näher sind. Ob ich überhaupt eine Wahl haben werden ist natürlich auch die Frage. Die beiden AG melden sich im positiven Fall am Mittwoch oder Donnerstag, zu einer Stelle (welche einer von den vorherigen ähnlich ist) hab ich am Montag nächste Woche ganz in der Nähe ein Gespräch, zu einer anderweitigen am Freitag.

matzl

Zitat von: Bubi11 in Heute um 09:07Ich habe ja alle Bewerber der vergangen Jahre bei mir abgespeichert und die kommen dann nicht mehr in die Auswahl bei mir. Die Erstauswahl treffe ja immer noch ich als Leiter.

Oh... mal wieder einer dieser Leiter, die meinen sie seien Fürsten in ihrem eigenen kleinen Fürstentum, wo ausschließlich ihre eigenen Regeln gelten.
Stellen im öffentlich Dienst werden gemäß unserem Grundgesetz ausschließlich nach Eignung, Leistung und Befähigung vergeben.
Aus einer zurückgezogenen Bewerbung vor Vertragsunterzeichnung eine Nicht-Eignung für zukünftige Ausschreibungen zu konstruieren, ist abstrus.
Dazu kommt ein möglicher Verstoß gegen den Datenschutz. Die Daten aus einer Bewerbung sind genau für die Besetzung dieser Stelle zu verwenden und anschließend zu löschen. Bewerber vergangener Jahre längerfristig ohne deren Zustimmung außerhalb deines eigenen Kopfes abzuspeichern, steht dem entgegen.

Bubi11

Zitat von: matzl in Heute um 10:07Oh... mal wieder einer dieser Leiter, die meinen sie seien Fürsten in ihrem eigenen kleinen Fürstentum, wo ausschließlich ihre eigenen Regeln gelten.
Stellen im öffentlich Dienst werden gemäß unserem Grundgesetz ausschließlich nach Eignung, Leistung und Befähigung vergeben.
Aus einer zurückgezogenen Bewerbung vor Vertragsunterzeichnung eine Nicht-Eignung für zukünftige Ausschreibungen zu konstruieren, ist abstrus.
Dazu kommt ein möglicher Verstoß gegen den Datenschutz. Die Daten aus einer Bewerbung sind genau für die Besetzung dieser Stelle zu verwenden und anschließend zu löschen. Bewerber vergangener Jahre längerfristig ohne deren Zustimmung außerhalb deines eigenen Kopfes abzuspeichern, steht dem entgegen.

Naja ... wenn ich diesem nicht vertrauen kann bzw. aufgrund seiner fehlenden Zuverlässigkeit nicht für geeignet halte dann ist das doch immer noch in meinem Ermessen ob ich ihn als meinen Mitarbeiter möchte oder nicht. Schließlich muss ich mit ihm ja auch zusammen arbeiten. Wenn ich dafür keine Vertrauensbasis finde, dann kann ich doch gar nicht mit diesem zusammen arbeiten.
Genauso kann der Bewerber ja die Eignung und Befähigung formell haben aber im Gespräch kommt raus das er zum Beispiel persönlich nicht geeignet ist.

Und die Bewerbungen heben wir natürlich nicht auf Dauer auf. Aber wir lassen den Bewerbern eine Erklärung zur Speicherung der Namen für den Talentpool unterschreiben. Also wir speichern deren Namen wenn evtl. spätere Stellen frei werden. Dieser kann man auch widersprechen bzw. man kann sich auch jederzeit löschen lassen.
Weiterhin weisen wir ihn bei Absage auf nochmal speziell darauf hin das dafür bestimmte Daten gespeichert bleiben.

Flying

Zitat von: Stefanie83 in Heute um 09:48Guten Morgen,

wow also da hat man mich teilweise gewaltig missverstanden. Ich habe mich auf ca. 10 Stellen beworben da ich gerade in einer Umbruchsituation bin und mir ist selbstverständlich klar, dass ich mich ordentlich verhalte und mich zurückmelde usw. Auch ich habe Familie und Freunde und will da möglichst einigermaßen dran bleiben, aus lauter Angst nichts zu bekommen habe ich mich auch auf 1,2 interessante Stellen beworben die mir örtlich eigentlich zu weit weg sind. Die Antwort auf die ich warte um eben ganz grundsätzlich zu wissen, ob ich wieder dorthin kann oder eben gar nicht, dauert nun leider aus verständlichen Gründen sehr lang. Ich will niemanden hinhalten, habe tatsächlich nun wieder zwei Gespräche die örtlich näher sind. Ob ich überhaupt eine Wahl haben werden ist natürlich auch die Frage. Die beiden AG melden sich im positiven Fall am Mittwoch oder Donnerstag, zu einer Stelle (welche einer von den vorherigen ähnlich ist) hab ich am Montag nächste Woche ganz in der Nähe ein Gespräch, zu einer anderweitigen am Freitag.

Ich würde einfach offen kommunzieren, dass du dich für die Stelle bedankst. Aus persönlichen Gründen bräuchtest du aber noch X Tage, um bestimmte Dinge zu regeln. Darf natürlich nicht ewig viel sein, aber ein paar Tage sitzen sicherlich drin.
Und dann muss man halt einfach auch eine Entscheidung treffen. Okaye Jobs gibts aber auch einfach genug, so dass man jetzt auch nicht ewig drauf warten muss.

MaLa

Zitat von: Bubi11 in Heute um 09:07Ich habe ja alle Bewerber der vergangen Jahre bei mir abgespeichert und die kommen dann nicht mehr in die Auswahl bei mir. Die Erstauswahl treffe ja immer noch ich als Leiter.


Datenschutz und DSGVO lassen grüßen

Zitat von: Bubi11 in Heute um 09:07Und die Bewerbungen heben wir natürlich nicht auf Dauer auf. Aber wir lassen den Bewerbern eine Erklärung zur Speicherung der Namen für den Talentpool unterschreiben. Also wir speichern deren Namen wenn evtl. spätere Stellen frei werden. Dieser kann man auch widersprechen bzw. man kann sich auch jederzeit löschen lassen.
Weiterhin weisen wir ihn bei Absage auf nochmal speziell darauf hin das dafür bestimmte Daten gespeichert bleiben.

Also läst man die Leute unterschreiben um die Namen speichern zu können und missbraucht diese Daten später um sie nicht einzustellen. 

Läuft bei euch

Stefanie83

Ich werde sehen wie es läuft...ich habe zu allen Stellen (da noch nie in den jeweiligen Bereichen gearbeitet) jeweils schon eine gute Vorstellung was Aufgaben, Umfeld usw anbelangt, aber nichts so konkretes. Das macht mich alles etwas nervös, auch weil ich gerne jetzt wieder "normal" arbeiten will und gerne auch bald.

Stefanie83

Vielleicht noch eine andere Frage...gibt es hier Erfahrungen, auch wenn sich das pauschal so wahrscheinlich nicht sagen lässt, wer von Städte (Jobcenter und Unterhalt), Landratsämter oder Jobcenter (BA) tendenziell bessere Arbeitgeber sind? Auch hinsichtlich Fortbildungen, Arbeitsbelastung, Klima ist ja immer eher vom Personal insgesamt abhängig. Auch bei Rechtsanwälten habe ich mich beworben.