Tarifrunde TV-L 2025 - Diskussion III

Begonnen von username, 14.02.2026 09:31

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Johann

Zitat von: ignaz in 16.04.2026 13:17Jetzt mal ernsthaft. Als unbedarfter ÖD Kenner liest man nur Dobrinth fordert bis zu 19,6% mehr Gehalt für Bundesbeamte.
Wenn dem so ist und das kommt, wie wird sich das auf die Landesbeamten und dann natürlich auf die TVÖD und später TV-L Mitarbeiter auswirken?
Wird die Schere zwischen Beamten und Tarifbeschäftigten dadurch sehr viel größer? Wie wird die Belegschaft diese "Ungleichbehandlung" wahrnehmen? - ja ja...Grundgesetz und Allimentation

Bsp: A13 Bund soll sprunghaft auf 7164 in Stufe 8 steigen. Nicht nur, dass die Beamten deutlich mehr Netto vom Brutto erhalten, Familienzuschlag usw.. Mittlerweile haben wir hier Unterschiede zum Nichtbeamten von 1000€ Netto auf gleicher Ebene ohne Zuschläge absehbar.
Insgesamt begrüße ich die Steigerung, sofern sie denn auf alle ÖD Mitarbeiter ausgerollt wird und wir damit eine ansatzweise Konkurrenzfähigkeit zur Privatwirdtschaft erzeugen könnten.

Wenn ich beim Bund als Beamter mit A10 vergleichbar e14/15 TVÖD/TVL erhalte (ohne Zuschläge) läuft was extrem in die falsche Richtung.

Meine Gedanken dazu! Zerreißt den Kommentar gerne.
Das Ding ist, dass Beamte einen grundgesetzlichen Anspruch auf angemessene Vergütung haben. Der ist einklagbar, wie man jetzt (zugegeben nach sehr langer Zeit) langsam sieht.
Tarifbeschäftigte haben sowas nicht und müssen mit dem klarkommen, was sie mit den Arbeitgebern aushandeln. Bei TBs ist das Minimum der Mindestlohn, alles drüber muss verhandelt werden. Bei TBs ist es völlig egal, ob sie von ihrem Entgelt leben können und wenn sie sich entscheiden, 10 Kinder zu erzeugen und damit unters Existenzminimum zu rutschen, ist das nicht die Sache des Arbeitgebers. Bei Beamten sieht das anders aus. Da muss der Dienstherr seinen Beamten und seine Familie in angemessenem Maße alimentieren.

Die zu erwartende sich öffnende Schere zwischen Beamten und Tarifbeschäftigten dürfte aus Sicht der Arbeitgeber keinen Änderungsbedarf bei der Vergütung auf Seiten der TBs hervorrufen. Zumindest wenn man bei den Lehrern guckt, geht das ja schon seit Ewigkeiten so, dass verbeamtete Lehrkräfte erheblich besser dastehen als die angestellten Lehrkräfte. Das gibt zwar hier und da mal etwas Kritik, aber geändert hat sich da bis heute nichts.

Ich frage mich aber auch generell, was eigentlich passiert ist, dass es für normale Arbeitnehmer immer schlechter zu werden scheint. Die Tarifverträge werden in der ganzen Bandbreite seit Jahrzehnten immer schlechter. In meiner erweiterten Familie gabs noch Verträge aus den 90ern bei VW und Sparkassen mit jährlich garantierter mindestens 5% Entgeltsteigerung. Die sind als Sachbearbeiter in Rente gegangen mit über 200k Jahresgehalt, während die Tarifverträge der neueren Kollegen im selben Büro eine Entwicklung bis maximal 83k vorsehen.
Bei den TBs im öD habe ich auch den Eindruck, dass es vor der Umstellung weg vom BAT und auf VBL, dass es vorher eine Beamtenähnliche Versorgung bei TBs gab und es damals an sich weniger relevant war, ob man verbeamtet ist oder TB bleibt. Aber mittlerweile steht man für den klassischen Weg mit 2 Kindern und Partner als Beamter erheblich besser da.

Das ist auch keine Kritik daran, dass Beamte zu viel bekommen würden. Sie bekommen ja lediglich das, was angemessen ist. Ich finds nur unschön, dass nahezu überall sonst das, was mal als angemessen galt, erheblich reduziert wurde.

MoinMoin

Zitat von: Johann in Heute um 10:58Bei den TBs im öD habe ich auch den Eindruck, dass es vor der Umstellung weg vom BAT und auf VBL, dass es vorher eine Beamtenähnliche Versorgung bei TBs gab und es damals an sich weniger relevant war, ob man verbeamtet ist oder TB bleibt.
Also ich werde nicht müde darauf hinzuweisen, dass ein mD,gD Beamter keine wesentlich bessere Altersversorgung hat, als eine TB der im öD gelernt und lebenslang gearbeitet hat.
Wenn er sehr früh in seiner EndEG ist, dann kann er sogar eine höhere Altersversorgung bei Eintritt in die Rente haben (GRV+VBL).

ZitatAber mittlerweile steht man für den klassischen Weg mit 2 Kindern und Partner als Beamter erheblich besser da.
Jipp, da gewinnen die Beamten immer.
Und das kann der Staat nur ändern in dem es ein bedingungsloses Grundeinkommen für Kinder zahlt.

Johann

Zitat von: MoinMoin in Heute um 11:23Also ich werde nicht müde darauf hinzuweisen, dass ein mD,gD Beamter keine wesentlich bessere Altersversorgung hat, als eine TB der im öD gelernt und lebenslang gearbeitet hat.
Wenn er sehr früh in seiner EndEG ist, dann kann er sogar eine höhere Altersversorgung bei Eintritt in die Rente haben (GRV+VBL).
Das war nicht grundsätzlich auf die Versorgung im Alter bezogen. Beispielsweise gab es bis 1994 im BAT Entgeltfortzahlung nicht nur bis zum Ende der 6. Woche, sondern abhängig von der Zugehörigkeitsdauer bis zu 26 volle Wochen.