Amtsangemessene Alimentation - und die Angestellten?

Begonnen von ahbeha, 15.05.2026 09:40

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

ohjeee

Zitat von: DiVO in Gestern um 09:51Die aktuelle Stigmatisierung durch die Politik. Die Betreuung ist unterm Strich nicht machbar, wenn beide, so wie politisch gewollt und gefordert, Vollzeit arbeiten. Stichwort "Lifestyle-Freizeit".

witzigerweise habe ich schon vor Jahren intern das Wort "Lifestyle-Freizeit" benutzt. Das sind für mich die Fälle (hauptsächlich junge KiTa-MA), die ohne "Not"/Grund Teilzeit arbeiten. Also nicht, weil sie familiäre Verpflichtungen haben, auf Kinder aufpassen müssen, kranke Eltern pflegen, etc. Da gehts nicht um die Kollegin, die nur halbtags arbeiten kann, weil die Grundschule (noch) keine Randzeitenbetreuung anbietet, oder an einem bestimmten Tag die Woche nicht arbeiten kann, weil die Tagesmutter nur 4 von 5 Tagen betreut.
 
Sondern weil es so stressig ist, 39h zu arbeiten. Weil man lieber mittags gar nicht arbeiten will. Weil man lieber ins Freibad oder Café sitzen will um dann tolle Selfies auf Insta hochzuladen. Weil mans sich leisten kann, wenn man bei den Eltern für Umme im Kinderzimmer oder Einliegerwohnung wohnen kann und außer 150€ Essen nichts für den Lebensunterhalt braucht.

War für mich nie nachvollziehbar und käme für mich persönlich nicht in Frage.
Die "pflichtenlosen" Mitarbeiter dürfen das bei usn gerne machen, wir bekommen das organisiert. Aber es lagen wirklich nach jeder TVöD-SuE-Anpassung bei ca. 45 Erzieherinnen mindestens 1-2 Anträge auf Reduzierung der Arbeitszeit auf dem Tisch.
Das beschreibt für mich Lifestyle-Teilzeit. Nicht das Elternteil, das eine Betreuung sicherstellen muss.

Verwaltungsfritze

Zitat von: ohjeee in Gestern um 16:12witzigerweise habe ich schon vor Jahren intern das Wort "Lifestyle-Freizeit" benutzt. Das sind für mich die Fälle (hauptsächlich junge KiTa-MA), die ohne "Not"/Grund Teilzeit arbeiten. Also nicht, weil sie familiäre Verpflichtungen haben, auf Kinder aufpassen müssen, kranke Eltern pflegen, etc. Da gehts nicht um die Kollegin, die nur halbtags arbeiten kann, weil die Grundschule (noch) keine Randzeitenbetreuung anbietet, oder an einem bestimmten Tag die Woche nicht arbeiten kann, weil die Tagesmutter nur 4 von 5 Tagen betreut.
 
Sondern weil es so stressig ist, 39h zu arbeiten. Weil man lieber mittags gar nicht arbeiten will. Weil man lieber ins Freibad oder Café sitzen will um dann tolle Selfies auf Insta hochzuladen. Weil mans sich leisten kann, wenn man bei den Eltern für Umme im Kinderzimmer oder Einliegerwohnung wohnen kann und außer 150€ Essen nichts für den Lebensunterhalt braucht.

War für mich nie nachvollziehbar und käme für mich persönlich nicht in Frage.
Die "pflichtenlosen" Mitarbeiter dürfen das bei usn gerne machen, wir bekommen das organisiert. Aber es lagen wirklich nach jeder TVöD-SuE-Anpassung bei ca. 45 Erzieherinnen mindestens 1-2 Anträge auf Reduzierung der Arbeitszeit auf dem Tisch.
Das beschreibt für mich Lifestyle-Teilzeit. Nicht das Elternteil, das eine Betreuung sicherstellen muss.

Es geht "lifestyle-Teilzeitlern" auch nicht zwangsläufig um tolle Insta-Selfies oder dass 39 Stunden zu stressig sind. Ich bin selber jemand mit "Lifestyle-Teilzeit" und mir geht es lediglich darum meine vorhandene, begrenzte Lebenszeit anders zu verbringen als 9 to 5 im Büro. Mein eigenes Leben ist mir zu viel wert und die Arbeit am Ende nur Mittel zum Zweck, als dass ich Vollzeit arbeiten will.
Andere wiederum betreiben einfach Abgabenoptimierung und sicherlich gibt es auch viele, die mittags ihr perfektes Selfie hochladen wollen.

Aber nur weil man es selber nicht nachvollziehen kann, ist es nicht automatisch verkehrt.
Am Ende betrifft dies eben auch nicht nur die "pflichtenlosen" Mitarbeiter sondern jeden einzelnen Arbeitnehmer.

Wenn die Workaholics gerne 40+ Stunden die Woche arbeiten, halte ich sie am Ende ja auch nicht davon ab.

Akzeptanz unterschiedlicher Meinungen und Lebensvorstellungen sollte selbstverständlich sein.

MoinMoin

Als nächstes werde ich stigmatisiert, weil ich mit 60 aufhöre zu arbeiten und mein selbst erarbeitetes Kapital verlebe und meine Kinder ein nicht noch dickeres Erbe übergebe.
Was bin ich dann? ein Nullzeit-Lifestyler?

Ich kann mich wenigstens nicht daran erinnern, dass Merz & Co die Teilzeitler, die Eltern sind oder Pflegende mit dem Begriff überzogen hat. Da muss ich Fiddi mal ausnahmsweise in Schutz nehmen.

daseinsvorsorge

Zitat von: ohjeee in Gestern um 16:12witzigerweise habe ich schon vor Jahren intern das Wort "Lifestyle-Freizeit" benutzt. Das sind für mich die Fälle (hauptsächlich junge KiTa-MA), die ohne "Not"/Grund Teilzeit arbeiten. Also nicht, weil sie familiäre Verpflichtungen haben, auf Kinder aufpassen müssen, kranke Eltern pflegen, etc. Da gehts nicht um die Kollegin, die nur halbtags arbeiten kann, weil die Grundschule (noch) keine Randzeitenbetreuung anbietet, oder an einem bestimmten Tag die Woche nicht arbeiten kann, weil die Tagesmutter nur 4 von 5 Tagen betreut.
 
Sondern weil es so stressig ist, 39h zu arbeiten. Weil man lieber mittags gar nicht arbeiten will. Weil man lieber ins Freibad oder Café sitzen will um dann tolle Selfies auf Insta hochzuladen. Weil mans sich leisten kann, wenn man bei den Eltern für Umme im Kinderzimmer oder Einliegerwohnung wohnen kann und außer 150€ Essen nichts für den Lebensunterhalt braucht.

War für mich nie nachvollziehbar und käme für mich persönlich nicht in Frage.
Die "pflichtenlosen" Mitarbeiter dürfen das bei usn gerne machen, wir bekommen das organisiert. Aber es lagen wirklich nach jeder TVöD-SuE-Anpassung bei ca. 45 Erzieherinnen mindestens 1-2 Anträge auf Reduzierung der Arbeitszeit auf dem Tisch.
Das beschreibt für mich Lifestyle-Teilzeit. Nicht das Elternteil, das eine Betreuung sicherstellen muss.
Wenn die kitamitarbeiterin nach vielleicht 30 Jahren an ihre Grenzen kommt, ist das natürlich ein Skandal.

Deshalb empfehle ich ihnen mal eine Woche Kita - vielleicht haben Sie dann mehr Einblick in dieses Arbeitsfeld und kommen zu einer differenzierten Aussage

BAT

Lifestyle-Teilzeit, wie von Merz angesprochen, ist für den TVÖD nicht einschlägig, da es tarifliche Regelungen zur Teilzeit gibt. Er bezog sich auf gesetzliche Regelungen.

Rheini

Wenn alle erstmal schauen würden wo es geht und nicht wo es nicht geht, wären vielen geholfen.

JahrhundertwerkTVÖD

Wie immer im Leben, gibt es nicht nur Schwarz-Weiss

"Work ohne Balance" ist für den Wohlstand unerlässlich. Für die eigene "Life Balance" halt nicht so. Absurde Steuerideen und immer höhere Kürzungen der Netto Gehälter, sowie Erhöhungen des Renteneintrittsalters sind kontraproduktiv und fördern keine Rückkehr zu "Work" und damit zu einer stabilen Wirtschaft. Der "Work" Mensch wird quasi noch hierfür bestraft.

"Life Balance" ist durchaus eine Möglichkeit, mit primären Augenmerk auf die eigenen Bedürfnisse. Was auch grundsätzlich nicht komplett falsch ist, bei der geringen Zeitspanne unseres Daseins. Dies kann aber nicht auf gleichem Niveau erfolgen. D.h. man muss sich dessen bewusst sein und verzichten.
Der Verzicht ist aber nicht nur im eigenen Umfeld, sondern entsprechend auch in der kompletten Gesellschaft. Wenn keine Umsätze und Gewinne erzielt werden, da weniger Arbeit, hat dies logischerweise Auswirkungen auf alle Bereiche unseres Lebens und nicht nur auf den eigenen Geldbeutel.
Kein Gewinn - Kündigungen und/oder Reduzierung der Ausgaben (Löhne)
Kein Gewinn- keine Steuer und auch keine Gewerbesteuer- Kürzungen vor Ort in den "nice to have" Ausgaben (Kultur, Freizeit, soziale Ausgaben, Freibäder, Veranstaltungen und vieles mehr). Somit auch Kürzungen in dem beliebten "Life" Rahmen.

Dazwischen gibt es natürlich auch noch Entwicklungen, Optimierungen, KI usw. welche bis zu einem bestimmten Punkt noch ausgleichen können. Irgendwann ist dieser Punkt überschritten.

Wie immer im Leben ist eine gesunde Mischung meistens der richtige Weg.

MaLa

Zitat von: MoinMoin in Gestern um 11:05und 40 Tage hat man gesetzlich mindestens zur freien Verfügung als Eltern, nennt sich Mindest-Urlaub.

Bei 40 Tagen Mindesturlaub, müssen nicht alle frei Verfügbar sein, hier kann der Arbeitgeber immernoch Betriebsurlaub haben, da können dann schonmal 1/2 - 2/3 des Urlaubs weg sein.

ohjeee

Zitat von: Verwaltungsfritze in Gestern um 16:29Es geht "lifestyle-Teilzeitlern" auch nicht zwangsläufig um tolle Insta-Selfies oder dass 39 Stunden zu stressig sind. Ich bin selber jemand mit "Lifestyle-Teilzeit" und mir geht es lediglich darum meine vorhandene, begrenzte Lebenszeit anders zu verbringen als 9 to 5 im Büro. Mein eigenes Leben ist mir zu viel wert und die Arbeit am Ende nur Mittel zum Zweck, als dass ich Vollzeit arbeiten will.
Andere wiederum betreiben einfach Abgabenoptimierung und sicherlich gibt es auch viele, die mittags ihr perfektes Selfie hochladen wollen.

Aber nur weil man es selber nicht nachvollziehen kann, ist es nicht automatisch verkehrt.
Am Ende betrifft dies eben auch nicht nur die "pflichtenlosen" Mitarbeiter sondern jeden einzelnen Arbeitnehmer.

Wenn die Workaholics gerne 40+ Stunden die Woche arbeiten, halte ich sie am Ende ja auch nicht davon ab.

Akzeptanz unterschiedlicher Meinungen und Lebensvorstellungen sollte selbstverständlich sein.
darfst du doch gerne machen. Ich konnte es nur nie nachvollziehen, warum man als Berufsanfänger Teilzeit arbeitet und ohne Verpflichtung nicht Vollzeit, um Geld auf die Seite legen zu können, für einen großen Urlaub am anderen Ende der Welt, für den Fallschirmsprung den man immer mal machen wollte, den Motorradführerschein, etc. Wenn du (und alle anderen Teilzeitler) es dir leisten kannst, dann mach halt. Ich bin nicht Friedrich Merz und warte unter deinem Bett um dir schlaflose Nächte ob deiner Teilzeit-Entscheidung zu bescheren.

ohjeee

Zitat von: daseinsvorsorge in Gestern um 18:56Wenn die kitamitarbeiterin nach vielleicht 30 Jahren an ihre Grenzen kommt, ist das natürlich ein Skandal.

Deshalb empfehle ich ihnen mal eine Woche Kita - vielleicht haben Sie dann mehr Einblick in dieses Arbeitsfeld und kommen zu einer differenzierten Aussage
Nö, habe ich auch nirgends geschrieben.
Und Danke, aber ich habe einen sehr guten Einblick in die KiTa. Unsere KiTas sind voll besetzt, wir liegen deutlich über KVJS-Schlüssel (derzeit selbst nach unserem Standard drüber), haben 25% Vorbereitungszeiten, rechnen PiA und AJ nicht auf den Stellenschlüssel an, leisten uns Hauswirtschaftskräfte und FSJ in den Einrichtungen, deutlich mehr Leitungsfreistellung als vorgeschrieben,...
Mir geht es auch nicht um die altgediente, stressgeplagte, geräderte Mitarbeiterin Ü50, sondern die übernommene Praktikantin mit 20 ab dem ersten Arbeitstag außerhalb der Ausbildung.

Tagelöhner

"Lifestyle-Teilzeitler" sind oftmals auch Leute, die einfach gut rechnen können und die Gleichung Tausch von Lebenszeit, Stress, Arbeitsleistung gegen Geld verstanden haben. Das gilt besonders für leistungsfeindliche Systeme, wie es im ÖD eher die Regel die ist.

Wer z.B. 1x pro Woche weniger zur Arbeit fahren muss, und dadurch 50-100€ Kraftstoffkosten im Monat spart, noch dazu in der Steuerprogression nach unten rutscht und daher sein Netto-Stundenlohn steigt, dies vielleicht mit anderen Einkunftsquellen flankiert, ist eher intelligent und optimiert seine Erwerbsbiografie.
Nur mit ausgeprägtem Sinn für Humor weiterlesen: Ich habe nichts gegen Beamte, wirklich! Die tun ja nix! :-)

BAT

Zitat von: Tagelöhner in Heute um 15:08Wer z.B. 1x pro Woche weniger zur Arbeit fahren muss, und dadurch 50-100€ Kraftstoffkosten im Monat spart, noch dazu in der Steuerprogression nach unten rutscht und daher sein Netto-Stundenlohn steigt, dies vielleicht mit anderen Einkunftsquellen flankiert, ist eher intelligent und optimiert seine Erwerbsbiografie.

Und kommt evtl. auch an so einige Fördertöpfe ran. Werden ja immer mehr.

Aber es ging ja von der Alimentation aus. Den Teilzeitanspruch bei Beamten habe ich - ohne Prüfung der entsprechenden Vermögens- und Einkommensverhältnisse - nie verstanden.