Autor Thema: Tarifrunde 2019 - Diskussion (#3) - Tarifergebnis  (Read 110905 times)

Fakon

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion (#3) - Tarifergebnis
« Antwort #360 am: 19.03.2019 17:42 »
na da sind wir ja richtig gut weggekommen...

https://www.igmetall.de/tarif/tarifrunden/eisen-und-stahl/stahlwerker-bekommen-3-7-prozentmehr-geld

so wie es ausschaut rechnen alle dass die wirtschaft 2020-2021 komplett einbricht .. große rezession .. dann sind die unbefristeten e10/11er dann doch wieder ganz vorne ... man muss dann wenigstens nicht zum aamt. ;-)

Shinichi Kudo

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion (#3) - Tarifergebnis
« Antwort #361 am: 19.03.2019 21:38 »
Diese Perspektive auf den IG Metall Abschluss kann relativierend wirken.

Ich glaube jedoch, dass hier auch wieder vieles im Detail verborgen liegt, sodass ein Urteil oder ein Vergleich nicht so einfach möglich ist. Wir wissen ja, wie unterschiedlich die Auswirkungen unseres Tarifergebnisses auf jeden einzelnen von uns sind und was man nur oberflächlich in den Medien und von den Gewerkschaften gehört hat.

Und wenn ich nur mal kurz in die Materie der Entgelte dieser anderen Branche versuche einzutauchen, dann entnehme ich der Meldung: 3,7 % mehr Gehalt, + 1.000 Euro jährlich tarifdynamisch (müsste doch bei 3.000 Euro Monatsgehalt +2,7 %; bei 4.000 Euro + 2,0 % entsprechen), Laufzeit 26 Monate, Beschäftigungssicherung...
Also bei kürzerer Laufzeit lassen sich dann bei einer Lohnsteigerung zwischen 5,7 und 6,4 % doch eher gar keine so großen Abweichungen gegenüber uns finden.

Aber das alles nur ganz grob, gemittelt und geschätzt, um der vorausgegangenen Aussage ebenso etwas Relativierendes entgegenzusetzen ;)

Michael

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion (#3) - Tarifergebnis
« Antwort #362 am: 20.03.2019 08:47 »
Hallo, normalerweise lese ich und ärgere mich. Aber wenn das Tarifergebnis in NRW, wie in den Zeitungen zu lesen, übernommen wird, frage ich mich ob die Gewerkschaftsmitglieder zu Handlangern der Beamten werden. 3,2 Prozent auf die Tabelle, keine Kürzung der Jahressonderzahlung, ist ja in der monatlichen Alimentation verschwunden. Die durchschnittliche Erhöhung für alle Beamten, super, ich bekomme 3,01 und Kürzung der Jahressonderzahlung. Ach übrigens meine Einstufung als IT-Techniker wird seit Jahren verschoben. Wenn der Abschluss so kommt in NRW und wer dann nicht aus der Gewerkschaft austritt...

Ich schüttel nur noch mit dem Kopf und fühle mich veräppelt!!

MoinMoin

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion (#3) - Tarifergebnis
« Antwort #363 am: 20.03.2019 09:02 »
Ach übrigens meine Einstufung als IT-Techniker wird seit Jahren verschoben.
Hä? Wie wird verschoben?
Feststellen, fordern, klagen.

Feidl

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion (#3) - Tarifergebnis
« Antwort #364 am: 20.03.2019 14:04 »
Hallo, normalerweise lese ich und ärgere mich. Aber wenn das Tarifergebnis in NRW, wie in den Zeitungen zu lesen, übernommen wird, frage ich mich ob die Gewerkschaftsmitglieder zu Handlangern der Beamten werden. 3,2 Prozent auf die Tabelle, keine Kürzung der Jahressonderzahlung, ist ja in der monatlichen Alimentation verschwunden. Die durchschnittliche Erhöhung für alle Beamten, super, ich bekomme 3,01 und Kürzung der Jahressonderzahlung.
3,01 auch trotz der Mindesterhöhung von 100€? Die bekommen nämlich die Beamten nicht. Ebenso bekommen die jungen beamten in der Stufe 1 nicht die 4,5%, was auch nicht nötig ist, da der Abstand zur nächsten Stufe recht gering ist, ganz im Gegensatz zum TV-L.
Die 3,2 stellen halt das Gesamtvolumen dar, das eben unterschiedlich verteilt wird.

Spid

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion (#3) - Tarifergebnis
« Antwort #365 am: 20.03.2019 14:20 »
Die 3,2 Prozent errechnen sich aus der überproportionalen Steigerung der Stufe 1 und der Steigerung um 3,01% der übrigen Stufen. Man kommt also maximal 1 Jahr in den Genuss der überproportionalen Steigerung, jede Höhergruppierung führt mindestens in Stufe 2 - und zumeist wird ohnehin nur in Stufe eingestellt, wenn keine Berufserfahrung vorliegt. Zudem wird die JSZ gekürzt. Mithin wäre eine Übertragung der 3,2% wäre also eine deutliche Besserstellung gegenüber den TB.

MoinMoin

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion (#3) - Tarifergebnis
« Antwort #366 am: 20.03.2019 16:07 »
Die 3,2 stellen halt das Gesamtvolumen dar, das eben unterschiedlich verteilt wird.
Ohne Berücksichtigung der "Kürzung" der JSZ.

Hier liegt doch der Hund begraben.


MaryPoppins

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion (#3) - Tarifergebnis
« Antwort #367 am: 21.03.2019 09:44 »
Man kann es drehen und wenden wie man will.... im Vergleich zum TVÖD ist der Abschluss KEINE Wertschätzung der Beschäftigten der Länder. Für diesen Unterschied gibt es keine Rechtfertigung.
Sollte die Zahl der Landesbeamten das Problem sein: Warum wird der Abschluss dann 1:1 übertragen? Dann sollte man auch für die Beschäftigten auch einen Familienzuschlag on Top geben und Beihilfen zahlen (Osteopath, Implantate....) Dann könnten wir nämlich mit einem Dauergrinsen im Büro sitzen.
(Der Familienzuschlag ist der familienbezogene Bestandteil innerhalb der Besoldung (Stufe 1: verheiratete bzw. in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft lebende Beamte; Stufe 2: verheiratete bzw. in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft lebende Beamte und Kinder) und wird als soziale Komponente zusätzlich zum Grundgehalt gezahlt)
Beim TV-L steht man immer unter auf der Treppe - Aber Hauptsache der Abschluss wird in der Presse gefeiert

TV-Ler

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion (#3) - Tarifergebnis
« Antwort #368 am: 21.03.2019 13:45 »
Man kann es drehen und wenden wie man will.... im Vergleich zum TVÖD ist der Abschluss KEINE Wertschätzung der Beschäftigten der Länder. Für diesen Unterschied gibt es keine Rechtfertigung.
Der Punkt ist, das es dafür auch keiner Rechtfertigung bedarf.
Sowenig wie es einer Rechtfertigung dafür bedarf, das es bei VW und beispielsweise BMW unterschiedliche Tarife gibt.
Es sind nunmal unterschiedliche Unternehmen, auch wenn sie der gleichen Branche angehören. Im öD ist das nicht anders ...

Man war es zwar in der Vergangenheit jahrzehntelang „gewohnt“, das bei Bund, Ländern und Kommunen) der gleiche Tarif galt, aber mit dem Austritt der TdL aus der Tarifgemeinschaft mit Bund und Kommunen ist es damit vorbei.

Wobei es auch damals nur bei oberflächlicher Betrachtung der gleiche Tarif war: Im BAT gab Unterschiede in den für Bund und Länder einerseits und den Kommunen andererseits geltenden Vergütungsordnungen inkl. unterschieden in der Vergütungstabelle und für den Bereich Arbeiter gab es ursprünglich drei Tarifverträge (MTB II = Manteltarifvertrag für Arbeiter des Bundes, MTL II = Manteltarifvertrag für Arbeiter der Länder und BMT-G II = Bundesmanteltarifvertrag Gemeinden), später noch zwei (MTB II + MTL II = MTArb) mit einer Fülle von bezirklichen Lohngruppenverzeichnissen.

Die TdL war auch damals, als es noch die Tarifgemeinschaft mit Bund und Kommunen gab, der Bremser in den Tarifverhandlungen. Die heutige Trennung in TVöD und TV-L kennt also nicht nur Verlierer, sondern auch Gewinner: Die TVöD-Beschäftigten haben seitdem das eine oder andere Zehntelprozent bei den Tarifabschüssen dazugewonnen, die ihnen ansonsten im gemeinsamen Fahrwasser mit den TV-L-Beschäftigten verwehrt geblieben wären ...


Caesar42

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion (#3) - Tarifergebnis
« Antwort #369 am: 21.03.2019 14:37 »
Man kann es drehen und wenden wie man will.... im Vergleich zum TVÖD ist der Abschluss KEINE Wertschätzung der Beschäftigten der Länder. Für diesen Unterschied gibt es keine Rechtfertigung.
Der Punkt ist, das es dafür auch keiner Rechtfertigung bedarf.
Sowenig wie es einer Rechtfertigung dafür bedarf, das es bei VW und beispielsweise BMW unterschiedliche Tarife gibt.
Es sind nunmal unterschiedliche Unternehmen, auch wenn sie der gleichen Branche angehören. Im öD ist das nicht anders ...

Genau.... diejenigen die die Steuern erwirtschaften, werden schlechter bezahlt wie diejenigen, die diese verprassen.... das macht Sinn!

MoinMoin

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion (#3) - Tarifergebnis
« Antwort #370 am: 21.03.2019 15:31 »
Man kann es drehen und wenden wie man will.... im Vergleich zum TVÖD ist der Abschluss KEINE Wertschätzung der Beschäftigten der Länder. Für diesen Unterschied gibt es keine Rechtfertigung.
Der Punkt ist, das es dafür auch keiner Rechtfertigung bedarf.
Sowenig wie es einer Rechtfertigung dafür bedarf, das es bei VW und beispielsweise BMW unterschiedliche Tarife gibt.
Es sind nunmal unterschiedliche Unternehmen, auch wenn sie der gleichen Branche angehören. Im öD ist das nicht anders ...

Genau.... diejenigen die die Steuern erwirtschaften, werden schlechter bezahlt wie diejenigen, die diese verprassen.... das macht Sinn!
Seit wann wird VW schlechter bezahlt?

TV-Ler

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion (#3) - Tarifergebnis
« Antwort #371 am: 21.03.2019 19:12 »
Genau.... diejenigen die die Steuern erwirtschaften, werden schlechter bezahlt wie diejenigen, die diese verprassen.... das macht Sinn!
Wie meinen?

Wastelandwarrior

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion (#3) - Tarifergebnis
« Antwort #372 am: 25.03.2019 09:50 »
Die Übertragung mindestens der linearen Erhöhung auf die Landesbesoldungen ist verfassungsrechtlich geboten, weil die Besoldung im Anstieg (!) nicht von den Tarifen entfernen darf (Bundesverfassungsgericht). Das führt zu dem Kuriosum, dass in Form von Kommunalbeamten, die ja auch nach Landesbesoldungsrecht bezahlt werden, die Abstände zu deren Vergleichsgruppe (TVöD) größer oder zumindest nicht kleiner werden. Die Kombination von geringerer Vergleichserhöhung (TV-L-Basis) und höherer Erhöhung bei der Vergleichsgruppe der Beschäftigten nach TVöD ist derzeit das größte Pulverfass. Es klagen aber bisher nur Richter, Lehrer und andere Landesbeamte. Auf den Ausgang einer Verfassungsbeschwerde für Kommunalbeamte wäre ich echt gespannt.

Feidl

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion (#3) - Tarifergebnis
« Antwort #373 am: 27.03.2019 13:50 »
naja, 2019 gibts durchschnittlich 3,09% für die kommunalen Angestellten mehr.
Die kommunalen Beamten bekommen in den meisten Ländern 3,2%.
2020 ist das ähnlich.
Wirklich beschweren können sie sich da also nicht.
Ebenso das man meiner Erfahrung nach auch als kommunaler Beamter schneller befördert wird als beim Land.

Wastelandwarrior

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Antw:Tarifrunde 2019 - Diskussion (#3) - Tarifergebnis
« Antwort #374 am: 28.03.2019 08:58 »
Das halte ich für eine unzulässige Verallgemeinerung. In den Kommunen wird überhaupt nicht befördert, es sei denn, man bewegt sich (KGSt-Bewertungen). Das ist bei den Ländern mit teilweise gebündelten Dienstposten durchaus anders. In den Kommunen werden auch schon mal gD-Beamte mit A10 pensioniert.