Autor Thema: [Allg] DU-Versicherung als Beamter  (Read 4800 times)

BAP2017

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[Allg] DU-Versicherung als Beamter
« am: 09.05.2019 08:24 »
Guten Tag,

Ich bin derzeit Beamter auf Probe bei einer Kommunalverwaltung. Ein Versicherungsvertreter hat mir eine Dienstunfähigkeitsversicherung ans Herz gelegt. Ich habe allerdings schon einen Anspruch auf eine Mindestpension, da ich die fünf Jahre Dienstzeit bereits erfüllt habe.
Ist eine DU-Versicherung dennoch sinnvoll? Wie seht ihr das?

LG
« Last Edit: 10.05.2019 02:45 von Admin2 »

MoinMoin

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Antw:DU-Versicherung als Beamter
« Antwort #1 am: 09.05.2019 08:58 »
Ist eine DU-Versicherung dennoch sinnvoll? Wie seht ihr das?
Ich denke das ist immer vom individuellen Sicherheitsempfinden abhängig.
Ich bin Angestellter und habe noch nicht mal eine BU, weil die Kosten/Nutzenanalyse mich davon abgehalten hat es zu machen.
Andere und in anderen Berufen, da sieht es wieder ganz anders aus....

Das muss man einfach mal für sich selber durchrechnen, was im Worst Case passiert.

Organisator

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Antw:DU-Versicherung als Beamter
« Antwort #2 am: 09.05.2019 09:22 »
Beamter auf Probe (...) Anspruch auf eine Mindestpension, da ich die fünf Jahre Dienstzeit bereits erfüllt habe.

Schau mal ins BBG, §§ 34 und 49. Als Probezeitbeamter wirst Du bei Dienstunfähigkeit eher entlassen als pensioniert.

Ansonsten wie moinmoin schon schreibt - Versicherungen decken ein Risiko ab, welches Du ansonsten selber tragen würdest. Die Abwägung Beitragszahlung vs. Risikoabdeckung musst Du selber treffen.

Am Rande: Bei Bürojobs muss schon einiges passieren, dass man gar nicht mehr arbeiten kann. Kannst Dich ja mal im Umfeld umschauen, wie viele Personen tatsächlich (und ohne eigenes aktives Betreiben) dienstunfähig geworden sind...

Ronnyempire

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Antw:DU-Versicherung als Beamter
« Antwort #3 am: 09.05.2019 09:24 »
Da das Mindestruhegehalt trotzdem zu Beginn relativ niedrig ist, macht es evtl. Sinn eine DU mit geringem Betrag bis zum 55. Lebensjahr abzuschließen. Kostet nicht viel und ist eine zusätzliche Sicherheit.

MoinMoin

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Antw:DU-Versicherung als Beamter
« Antwort #4 am: 09.05.2019 10:56 »
Am Rande: Bei Bürojobs muss schon einiges passieren, dass man gar nicht mehr arbeiten kann. Kannst Dich ja mal im Umfeld umschauen, wie viele Personen tatsächlich (und ohne eigenes aktives Betreiben) dienstunfähig geworden sind...
Eben, lange Krankheiten und eingeschränkte Einsatzfähigkeit etc. sind ja bei (Büro)Beamten kein finanzielles Risiko.

Hain

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Antw:DU-Versicherung als Beamter
« Antwort #5 am: 09.05.2019 11:31 »
Moin,

ich stimme der Aussage zu, dass jeder Aufwand und Risiko für sich bewerten muss. Der Aussage, dass es so gut wie keine Risiken gibt, stimme ich nicht zu. Bei rund 600 Beamten haben wir jedes Jahr mehrere Fälle in denen meist wegen psychischer oder Krebserkrankungen eine vorübergehende oder dauerhafte DU amtsärztlich festgestellt wurde. Zum Teil auch bei einem Lebensalter bis vierzig Jahren. Es gibt den Anspruch auf Grundversorgung, aber auch da muss jeder für sich bewerten, ob der in einem solchen Fall ausreichend ist.

Grüße
Hain

RsQ

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Antw:DU-Versicherung als Beamter
« Antwort #6 am: 09.05.2019 13:20 »
Ich weiß nicht, wie DU-Versicherungen sich von BU-Versicherungen abgrenzen. Aber die Abwägung zu letzteren lautet bei mir: Finger weg!

Natürlich decken die ein bedeutendes Risiko ab. Aber: BU-Versicherungen gehören auch zu jenem Bereich, der sich am meisten dagegen wehrt, in Anspruch genommen zu werden. Der Aufwand und die Nerven, Leistungen einer BU-Versicherung zu erhalten, stehen in keinem Verhältnis zu den (ohnehin recht hohen) Kosten.

MoinMoin

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Antw:DU-Versicherung als Beamter
« Antwort #7 am: 09.05.2019 13:24 »
Ich weiß nicht, wie DU-Versicherungen sich von BU-Versicherungen abgrenzen.
Ich würde es zunächst mal so formulieren
Beamten = DU
Angestellte = BU
BU muss mehr zahlen als DU, weil Beamte von Haus aus schon eine sehr gute Absicherung durch die Mindestpension haben. Angestellte haben Hartz4 (Wenn sie alleinstehend sind) - daher wesentlich teurer.

Organisator

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Antw:DU-Versicherung als Beamter
« Antwort #8 am: 09.05.2019 14:34 »
Ich weiß nicht, wie DU-Versicherungen sich von BU-Versicherungen abgrenzen.

DU = Dienstunfähig (wie erwerbsunfähig) = man kann gar nicht mehr arbeiten (weniger als 2 Stunden am Tag)

BU = Berufsunfähig = man kann im erlernten Beruf gar nicht merh arbeiten, in einem Verweisungsberuf aber schon. Daher ist der Streit mit der Versicherung vorprogrammiert, da letztere immer auf den Job als Pförtner verweist ;)

Eine Berufsunfähigkeit ist daher für einen Büro-Beamten aus meiner Sicht so gut wie unmöglich.

Yvonne

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Antw:DU-Versicherung als Beamter
« Antwort #9 am: 09.05.2019 14:37 »
Ich würde es zunächst mal so formulieren
Beamten = DU
Angestellte = BU
Formulieren kann man vieles, richtig ist es nicht unbedingt. ;)
Der wesentliche Unterschied zwischen BU und DU ist grob gesagt die Definition des Versicherungsfalls. Die DU ist für Beamte die sinnvollere Variante, denn wenn der Dienstherr die Versetzung in den vorzeitigen Ruhestand wegen Dienstunfähigkeit verfügt, muss die Versicherung leisten. Bei der BU wäre ggf. ein ärztliches Gutachten erforderlich, welches schlimmstenfalls zu dem Ergebnis kommt, dass keine Berufsunfähigkeit im Sinne der Versicherungsbedingungen vorliegt. Für Beamte denkbar ungünstig.
Es gibt unterschiedliche Klauseln, bessere und schlechtere. Als Laie sollte man sich vor Abschluss dringend von unabhängiger Seite beraten lassen.

BU muss mehr zahlen als DU, weil Beamte von Haus aus schon eine sehr gute Absicherung durch die Mindestpension haben. Angestellte haben Hartz4 (Wenn sie alleinstehend sind) - daher wesentlich teurer.
Da eine Anrechnung der Ruhestandsbezüge auf die Versicherungsleistung nicht erfolgt, kann deren Höhe auch keine Auswirkung auf die zu zahlende Versicherungsprämie haben. Diese Angabe ist also nicht korrekt
« Last Edit: 09.05.2019 14:48 von Yvonne »

Yvonne

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Antw:DU-Versicherung als Beamter
« Antwort #10 am: 09.05.2019 14:39 »
Ich weiß nicht, wie DU-Versicherungen sich von BU-Versicherungen abgrenzen.

DU = Dienstunfähig (wie erwerbsunfähig) = man kann gar nicht mehr arbeiten (weniger als 2 Stunden am Tag)

BU = Berufsunfähig = man kann im erlernten Beruf gar nicht merh arbeiten, in einem Verweisungsberuf aber schon. Daher ist der Streit mit der Versicherung vorprogrammiert, da letztere immer auf den Job als Pförtner verweist ;)

Eine Berufsunfähigkeit ist daher für einen Büro-Beamten aus meiner Sicht so gut wie unmöglich.

Nee, so passt es nicht. Siehe meinen vorigen Beitrag. Die Verweisung ist wieder ein anderes Thema.
« Last Edit: 09.05.2019 14:48 von Yvonne »

MoinMoin

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Antw:DU-Versicherung als Beamter
« Antwort #11 am: 09.05.2019 14:54 »
Ich würde es zunächst mal so formulieren
Beamten = DU
Angestellte = BU
Formulieren kann man vieles, richtig ist es nicht unbedingt. ;)
Der wesentliche Unterschied zwischen BU und DU ist grob gesagt die Definition des Versicherungsfalls. Die DU ist für Beamte die sinnvollere Variante, denn wenn der Dienstherr die Versetzung in den vorzeitigen Ruhestand wegen Dienstunfähigkeit verfügt, muss die Versicherung leisten. Bei der BU wäre ggf. ein ärztliches Gutachten erforderlich, welches schlimmstenfalls zu dem Ergebnis kommt, dass keine Berufsunfähigkeit im Sinne der Versicherungsbedingungen vorliegt. Für Beamte denkbar ungünstig.
Es gibt unterschiedliche Klauseln, bessere und schlechtere. Als Laie sollte man sich vor Abschluss dringend von unabhängiger Seite beraten lassen.

BU muss mehr zahlen als DU, weil Beamte von Haus aus schon eine sehr gute Absicherung durch die Mindestpension haben. Angestellte haben Hartz4 (Wenn sie alleinstehend sind) - daher wesentlich teurer.
Da eine Anrechnung der Ruhestandsbezüge auf die Versicherungsleistung nicht erfolgt, kann deren Höhe auch keine Auswirkung auf die zu zahlende Versicherungsprämie haben. Diese Angabe ist also nicht korrekt
Ich wollte damit ausdrücken dass eine BU was für Angestellte ist (die können nicht dienstunfähig werden, oder irre ich mich da?) und die DU für den Beamten.

Und ein Angestellter bekommt keine Ruhestandsbezüge und ein Beamter kein Hartz 4 (nach 5 Jahren Dienstzeit. Oder irre ich mich da?

Und ein Angestellter hat einen höheren GAP von der Versicherung zu finanzieren als ein Beamter (der ja Ruhestandsbezüge erhält) um auf eine Summe X monatlich zu kommen, daher dürfte eine BU teuerer sein, weil mehr Geld gezahlt werden muss, oder sehe ich das falsch.

Wobei dass ganz ja offtopic ist ...

Organisator

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Antw:DU-Versicherung als Beamter
« Antwort #12 am: 09.05.2019 15:01 »
Und ein Angestellter hat einen höheren GAP von der Versicherung zu finanzieren als ein Beamter (der ja Ruhestandsbezüge erhält) um auf eine Summe X monatlich zu kommen, daher dürfte eine BU teuerer sein, weil mehr Geld gezahlt werden muss, oder sehe ich das falsch.

2 Sachen gebe ich zu Bedenken:
- Der Angestellte erhält nicht Alg 2, sondern eine Erwerbsminderungsrente
- Der GAP ist nicht zwingend höher als beim Beamten, da es auch noch eine Betriebsrente (VBL) gibt

Yvonne

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Antw:DU-Versicherung als Beamter
« Antwort #13 am: 09.05.2019 15:06 »

Ich wollte damit ausdrücken dass eine BU was für Angestellte ist (die können nicht dienstunfähig werden, oder irre ich mich da?) und die DU für den Beamten.

Und ein Angestellter bekommt keine Ruhestandsbezüge und ein Beamter kein Hartz 4 (nach 5 Jahren Dienstzeit. Oder irre ich mich da?

Und ein Angestellter hat einen höheren GAP von der Versicherung zu finanzieren als ein Beamter (der ja Ruhestandsbezüge erhält) um auf eine Summe X monatlich zu kommen, daher dürfte eine BU teuerer sein, weil mehr Geld gezahlt werden muss, oder sehe ich das falsch.

Wobei dass ganz ja offtopic ist ...
Ich kann als Angestellter nichts mit einer DU anfangen, soweit richtig. Nichts hindert einen Beamten aber am Abschluss einer BU, auch wenn sie nicht optimal passt. Möglicherweise hat der Beamte ja keinen Versicherer für eine DU finden können.
Natürlich erhalten Angestellte keine Ruhestandsbezüge. Ggf. erhalten sie eine gesetzliche Rente, je nach den Umständen des Falles. Ansonsten "Hartz IV" bzw. Leistungen nach SGB XII.
Es wird keine Summe X (Pension+irgendetwas) versichert, sondern eine feste Monatsleistung aus der DU. Was der VN sonst noch bezieht, ist für die DU egal, vorbehaltlich Überversicherung.

MoinMoin

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Antw:DU-Versicherung als Beamter
« Antwort #14 am: 09.05.2019 16:32 »
Es wird keine Summe X (Pension+irgendetwas) versichert, sondern eine feste Monatsleistung aus der DU. Was der VN sonst noch bezieht, ist für die DU egal, vorbehaltlich Überversicherung.
Genau und die feste Monatsleistung wird ein Mensch idR danach ausrichten was er benötigt um auf eine Summe X zu kommen.
 
2 Sachen gebe ich zu Bedenken:
- Der Angestellte erhält nicht Alg 2, sondern eine Erwerbsminderungsrente
- Der GAP ist nicht zwingend höher als beim Beamten, da es auch noch eine Betriebsrente (VBL) gibt

Ja aber ich gebe zu bedenken:
- ich kenne diverse Menschen, bei denen die Erwerbsminderungsrente nicht ausreicht und sie ALG 2 zusätzliche benötigen (nur zur Info: Wenn ein EG13er 25 Jahre EG13 Gehalt bezogen hat, dann bekommt er ca. 1300€ Erwerbsminderungsrente, nach 10 Jahren ~700€)
- Leider wird der GAP immer höher sein als beim Beamten, trotz Betriebsrente (VBL), die VBL gleicht schon lange nicht mehr diesen GAP aus. (siehe oben, wie hoch ist die Mindestversorgung nach 5 Jahren ~1700€? Brutto)

« Last Edit: 09.05.2019 16:44 von MoinMoin »