Autor Thema: Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel  (Read 8827 times)

BStromberg

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Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
« Antwort #30 am: 10.12.2019 08:43 »
Ach was solls, da mussten schon ganz Andere durch:
Dein Problem ist, dass du als Objekt auftrittst. Als perfektes Objekt. Und glaubst, je perfekter, desto besser für dich. Du denkst in klar abgegrenzten Kategorien, ordnest ihnen Punkte zu, zählst sie zusammen. Alles auf hohem Niveau, klar durchdacht, logisch nachvollziehbar. Einen Wert habe ich, wenn ich das Sammelalbum voll habe. Fehlt auch nur ein Einkleber bin ich unvollständig. Ein Personaler ist aber kein rationaler Einkäufer von Ware für die Produktion. Er ist Seelenfänger. Und die zeigst du ihm nicht. Zeig dich als Mensch, mit Eigenarten, Fehlern, Wünschen, Gefühlen, Hoffnungen, Unsicherheiten, ... Es reicht, dem gegenüber einfach nur spüren zu lassen, dass soetwas in dir existiert, seelenlose Intelligenzbestien machen Angst. Definiere deine Person nicht über dein Wissen, Können, Intelligenz, Abschluss. Diese Dinge sollten nicht deine Persönlichkeit "sein", sondern sie nur schmücken. Wie können Punkte zählen, wenn sie nur das Unwesentliche aufsummieren?

Eine wahre Sternstunde in diesem Forum.

Inhaltlich meine volle Zustimmung.

In gewisser Weise sehe ich mich selbst in dieser Beschreibung.
Genau das hat mir mein ehemaliger Chef und Mentor eingebläut, bis es mir zu den Ohren rauskam.
Habe mich aber tatsächlich drauf eingelassen und seither läuft es mehr als rund.

Erstbeste Bewerbung auf einen Beförderungsdienstposten war ein absoluter Erfolg und ein daran anknüpfendes Assessment für interne Führungskräfte wahrlich "magisch".

Der Technokrat ist tot, es lebe der Mensch  ;)

Tatsächlich ein sehr wichtiger Faktor bei der Personalauswahl.
"Ich brauche Informationen.
Meine Meinung bilde ich mir selber."
(Charles Dickens)

Spid

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Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
« Antwort #31 am: 10.12.2019 09:04 »
Für den, für den es wichtig ist - für alle anderen nicht. Diese Feminisierung und Infantilisierung der Arbeitswelt mit dem ganzen „einzigartige Persönlichkeits“-Getue und „ach guck, ich habe meine Fehler, aber das macht mich doch so besonders“-Gewürge mag ein anhaltender Trend sein, ist aber nicht zu verallgemeinern. Mitarbeiter sind dazu da, um zu funktionieren, ihre Arbeitskraft ist eine handelbare Ware. Die ist es, die ich einkaufe und bezahle, ob dahinter ein verletzliches Einhorn steckt, daß einen Regenbogen kotzt, ist völlig egal. Wer schon im Vorstellungsgespräch mit mit seinen Gefühlchen kommt, ist genauso raus, wie „teamfähige“ Bewerber, die „die Leute mitnehmen“, für Führungspositionen. Führern folgt man, Taxifahrer nehmen Leute mit - und Teams sind die Bastionen der Verantwortungsdiffusion.

was_guckst_du

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Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
« Antwort #32 am: 10.12.2019 10:14 »
...einbinden...mitnehmen...wertschätzen... da bekommt Spid "Krätze"  ;D ;D ;D
Gruß aus "Tief im Westen"

Meine Beiträge geben grundsätzlich meine persönliche Meinung zum Thema wieder und beinhalten keine Rechtsberatung. Meistens sind sie ernster Natur, manchmal aber auch nicht. Bei einer obskuren Einzelfallpersönlichkeit antworte ich auch aus therapeutischen Gründen

Spid

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Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
« Antwort #33 am: 10.12.2019 10:21 »
Alle meine Mitarbeiter sind eingebunden - sonst wären es keine. Taxifahrer beschäftige ich nicht. Wertschätzung wird in Geld ausgedrückt, alles andere ist ohne Wert.

was_guckst_du

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Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
« Antwort #34 am: 10.12.2019 10:25 »
Mitarbeiter sind dazu da, um zu funktionieren, ihre Arbeitskraft ist eine handelbare Ware. Die ist es, die ich einkaufe und bezahle, ob dahinter ein verletzliches Einhorn steckt, daß einen Regenbogen kotzt, ist völlig egal.

...die, die nach diesem Muster beschäftigt werden, erwarten wahrscheinlich auch nichts anderes als Geld und ziehen weiter, wenn irgendwo 1 € draufgelegt wird...
Gruß aus "Tief im Westen"

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Spid

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Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
« Antwort #35 am: 10.12.2019 10:34 »
Oh, sie erwarten so einiges. Straffe Führung, Aufstiegsmöglichkeiten, Leistungskultur... bekommen sie hier alles. Ich führte es andernorts bereits aus:
Es gibt genügend AN, die die Schnauze davon voll haben, daß ihr Arbeitsleben den gesamtgesellschaftlichen Mißstand widerspiegelt, daß Ressourcen dafür verschwendet werden, daß die Versager gepampert werden, anstatt die Elite zu fördern. Die keinen Bock darauf haben, für andere mitzuarbeiten, die irgendein Gefühlchen quersitzen haben. Die keinen Bedarf an der fortschreitenden Feminisierung und Infantilisierung von Arbeitsbeziehungen haben, bei denen Gefühlchen gestreichelt werden sollen, sondern die Leistung erbringen wollen, sich in Konkurrenz zu anderen sehen und die bei Versagen kein „immerhin hast Du Dich ganz doll angestrengt“ hören wollen, sondern es ertragen, wenn man ihnen ihr Versagen vor Augen führt, ohne sich in Tränen aufgelöst selbst in die nächste Nervenklinik einzuweisen. Die das ganze weichgespülte, vorgeblich wertschätzende, aber einfach nur leistungsfeindliche und konkurrenzdiffundierende Getue nicht ertragen. Kurz diejenigen, die die 80er dem Alt-68er-Gedriss vorziehen. Führung spiegelt sich in dem Personal wider, das man damit anzieht - und da bin ich hinsichtlich Leistung und Einstellung sehr zufrieden, insbesondere seitdem das tote Holz weg ist, das ich vom Vorgänger geerbt hatte.

Das nennt man Unternehmenskultur. Mit der zieht man - wenn man es richtig macht - die Arbeitnehmer an, die man sucht. Die wechseln übrigens ausgesprochen gern vom Zuwendungsgeber zu uns - sogar in eine niedrigere Entgeltgruppe, mithin also auch, wenn sie weniger wertgeschätzt werden.

BAT

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Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
« Antwort #36 am: 10.12.2019 10:41 »
Im öD wird mit straffer Führung, Aufstiegsmöglichkeiten, Leistungskultur zu mindestens 50 Prozent bürokratischer Unfug umgesetzt. Insofern haben wir es mit einer "gefühlten", aber nicht realen Leistungskultur zu tun.

Politische Stellschrauben sind wesentlich wichtiger als Gefühlchen aus der Exekutive.

Spid

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Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
« Antwort #37 am: 10.12.2019 11:01 »
Wenn der AG "bürokratischen Unfug", schöne Haare oder Döner als Ziel setzt, ist in einer Leistungskultur derjenige, der am meisten bürokratischen Unfug erzeugt, die Haare am schönsten hat oder am meisten Döner herstellt, derjenige, der am meisten leistet. Es kommt bei einer Leistungskultur im Unternehmen nicht darauf an, welchen Wert die Leistung des AG für Dritte hat, sondern darauf, wieviel Leistung der AN für die Ziele des AG erbringt.

was_guckst_du

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Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
« Antwort #38 am: 10.12.2019 11:05 »
Zitat von: Spid am 05.11.2019 04:00

...erwartest du von deinen Mitarbeitern auch, dass sie um "solche Uhrzeiten" auch zur Verfügung stehen?
Gruß aus "Tief im Westen"

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Spid

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Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
« Antwort #39 am: 10.12.2019 11:10 »
Manchmal. Wenn ich es mit der erforderlichen Ankündigungsfrist anordne und es betrieblich unabweisbar notwendig ist. Auch wenn ich es nicht erwarte, gibt es Mitarbeiter, die es vorziehen, zu solchen Zeiten zu arbeiten.

was_guckst_du

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Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
« Antwort #40 am: 10.12.2019 11:17 »
...der Betrieb befindet sich schon noch in Europa?... und es gilt deutsches Arbeitsrecht? ;)
Gruß aus "Tief im Westen"

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Spid

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Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
« Antwort #41 am: 10.12.2019 11:21 »
Selbstverständlich.

JC83

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Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
« Antwort #42 am: 10.12.2019 11:27 »
...der Betrieb befindet sich schon noch in Europa?... und es gilt deutsches Arbeitsrecht? ;)

Vllt operiert Spid hier:

Französische Süd- und Antarktisgebiete ?

BAT

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Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
« Antwort #43 am: 10.12.2019 12:22 »
Wenn der AG "bürokratischen Unfug", schöne Haare oder Döner als Ziel setzt, ist in einer Leistungskultur derjenige, der am meisten bürokratischen Unfug erzeugt, die Haare am schönsten hat oder am meisten Döner herstellt, derjenige, der am meisten leistet. Es kommt bei einer Leistungskultur im Unternehmen nicht darauf an, welchen Wert die Leistung des AG für Dritte hat, sondern darauf, wieviel Leistung der AN für die Ziele des AG erbringt.

Dann ist das bei Euch Administration aus dem 19. Jahrhundert. Wir gehen proaktiv die politische Ebene an, um eine effiziente, nicht nur leistungsstarke, Verwaltungsarbeit zu ermöglichen.

Spid

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Antw:Auswahlentscheidung: Was zählt wie viel
« Antwort #44 am: 10.12.2019 12:28 »
Nein, Du verstehst einfach nicht, daß das Leistungsvermögen des AG völlig unbeachtlich ist. Im Binnenverhältnis AG-AN bestimmt der AG was Leistung ist. Will der AG Bürokratie, ist Bürokratie Leistung, will er Döner, ist Döner Leistung und Bürokratie Nichtleistung.