Tarifrunde TVöD 2020 - Diskussion

Begonnen von Admin, 06.06.2020 20:50

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Spid

Zitat von: Otto1 in 23.09.2020 06:52
Zitat von: Insider2 in 23.09.2020 06:34
Zitat von: Kryne in 22.09.2020 21:58
Zitat von: Bastel in 22.09.2020 17:20
Gibt's Hinweise ob der Bund auch knausern will? Seehofer könnte doch mal mit gutem Beispiel voran gehen. 38h Woche , +4% und 100% JSZ.

Warum sollte der Bund das tun ? Der Bund hat doch den Luxus sich hinter den ständig finanziell schlecht aufgestellten Kommunen zu verstecken.

Dem Bund ist es doch de facto relativ wurscht bzw. er hat ein Interesse, dass nicht allzu doll geknausert wird. Schließlich ist es in der Regel so, dass das Tarifergebnis auf die Beamten des Bundes übertragen wird. In den letzten Runden war der Bund nicht der treiben Keil um alles "klein" zu halten. Das waren die Kommunen. Deren Beamten im übrigen indirekt an den Tarifabschlüssen des TV-L hängen. Was dort beschlossen wird, wird auf die Beamten der jeweiligen Bundesländer übertragen. Nach deren Besoldungsordnungen werden auch die Beamten der Kommunen alimentiert. Eigentlich ist es an der Zeit, dass sich die Kommunen (VKA) in Richtung TdL orientieren. Dann man sich gegenseitig die Taschentücher reichen und der Bund macht sein eigenes Ding. Würde schneller gehen und auch mit höheren Abschlüssen einher gehen.

Oder die Länder kommen zurück und es wird wieder ein einheitliches Konstrukt...

Super, noch 15 Bremsklötze, von denen die Hälfte kein Geld hat...

Kaiser80

Zitat von: Kryne in 23.09.2020 06:52

Ich frage nochmal, warum sollte der Bund daran interesse haben ?

Der Bund kann in der aktuellen Konstellation die ganzen miesen Abschlüsse auf die Kommunen schieben und fährt damit doch ganz gut.

Mir ist klar, dass der Bund nicht treibende Kraft ist bei den Verhandlungen und das bringt ihn eben in eine äußerst angenehme Situation.

Nun, dass ist so nicht ganz richtig. Insbesondere die Erhöhung in den Eingangsstufen und die "Erhöhungen" in den Tabellenwerten der oberen EG in der letzten Tarifrunde gehen ganz klar auf den Bund zurück. Sicher, es war nicht der ganz große Wurf aber immerhin...

Britta2

Zitat von: Kaiser80 in 23.09.2020 07:27
... es war nicht der ganz große Wurf aber immerhin...

Copy & paste anderer Meinungen zum Thema.

Dieser Streik bedeutet Spaltung

Mitten in der Corona-Wirtschaftskrise fordern Gewerkschaftsvertreter ausgerechnet im öffentlichen Dienst massive Lohnsteigerungen und drohen mit Streiks.  ...
Lockmittel: Es sind quasi unkündbare, vor Insolvenzen geschützte Arbeitsplätze, regelmäßige, an klar definierten Entwicklungsstufen orientierte Lohnerhöhungen, keine nervenzehrenden individuellen Gehaltsverhandlungen, ausreichend Urlaub, geregelte Arbeitszeiten. Auch Sabbaticals, Elternzeit und Teilzeit sind im öffentlichen Dienst meist weniger problematisch als in anderen Sektoren. Wer in den öffentlichen Dienst geht, akzeptiert vergleichsweise weniger Gehalt für mehr Sicherheit.

https://www.cicero.de/wirtschaft/streik-oeffentlicher-dienst-verdi-steuergelder-pfleger-erzieher/plus

Spid

Ist schon cool, wenn der Autor es als Vorteil verkaufen möchte, daß man 15 Jahre wartet, bis man das volle Entgelt erhält.

Insider2

Aktuelle Wortmeldung der VKA  :-X ::)

Warnstreiks im öffentlichen Dienst: ,,Gewerkschaften haben die Bodenhaftung verloren"

Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) geht anlässlich der heute bundesweit einberufenen Warnstreiks mit den Gewerkschaften ver.di und dbb beamtenbund und tarifunion hart ins Gericht. 

Dazu VKA-Präsident Ulrich Mädge: ,,Wir halten die Arbeitskampfmaßnahmen der Gewerkschaften für völlig überzogen. Momentan befinden wir uns inmitten der Tarifverhandlungen. Wir haben uns mit den Gewerkschaften darauf verständigt, zur nächsten Verhandlungsrunde ein Angebot zu unterbreiten. Und an diese Absprache halten wir uns. Daher halte ich es für höchst unverantwortlich, dass gerade zum jetzigen Zeitpunkt – ich erinnere nur an die wieder steigenden Fallzahlen bei den Corona-Erkrankten und dass in vielen Bereichen eine fragile Normalität herrscht – Menschen in unseren Kommunen erneut beeinträchtigt werden.

Die Gewerkschaften sollten einmal den Blick über den Tellerrand hinaus wagen und sich daran erinnern, dass wegen der Corona-Pandemie zahlreiche Dienstleistungen der öffentlichen Hand nicht erbracht werden konnten. Dass nunmehr Warnstreiks in Bereichen wie den Kindertagesstätten erfolgen, zeigt, dass die Gewerkschaften ihre Bodenhaftung verloren haben. Denn wie will man diese Aktionen gegenüber den Beschäftigten rechtfertigen, die schon während des corona-bedingten Lockdowns bei der Kita vor verschlossenen Türen standen und ihre Kinder zuhause betreuen mussten? Auch die Gewerkschaften müssen sich dieser besonderen Verantwortung bewusst sein. Das gilt umso mehr, wenn man bedenkt, dass sich Millionen Beschäftigte aktuell noch in Kurzarbeit befinden oder gar um ihre Arbeitsplätze fürchten. Das ist im Übrigen auch ein wesentlicher Unterschied zwischen dem öffentlichen Dienst und der Privatwirtschaft: Unsere Arbeitsplätze sind sicher!

Allein die Entgeltforderungen kosten 5,7 Milliarden Euro – das ist für die kommunalen Arbeitgeber mitten in der Rezession nicht machbar. Wir müssen aber auch im Auge behalten, dass wir die finanziellen Auswirkungen der Krise mindestens noch die nächsten beiden Jahre spüren werden. Das holzschnittartige Bild von 2,4 Millionen ,Corona-Helden' im öffentlichen Dienst, das die Gewerkschaften gern zeichnen, entspricht nicht der Realität. Bei vollen Bezügen haben Eltern zu Hause auf ihre Kinder aufgepasst, wenn Kita oder Schule geschlossen waren. Andere haben wiederum dank unseres Tarifvertrages zur Kurzarbeit 95 Prozent ihres Entgelts erhalten. Zahlreiche Beschäftigte haben während des Lockdowns über Wochen hinweg nicht arbeiten müssen – das Geld kam trotzdem pünktlich. Viele kommunale Einrichtungen, zum Beispiel Theater, Museen, Messen oder Sporteinrichtungen waren über Wochen und Monate geschlossen, sodass dort schlichtweg keine Arbeit erbracht werden konnte. Nun das Mittel Streik zu nutzen, um auf Mitgliederfang zu gehen, wird in der öffentlichen Wahrnehmung nicht verfangen. Auf unser Angebot werden die Streiks keinen Einfluss haben."

Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) ist der Spitzenverband der kommunalen Arbeitgeberverbände in Deutschland. Sie regelt die Arbeitsbedingungen für die kommunalen Beschäftigten und schließt Tarifverträge mit den zuständigen Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes. Die VKA vertritt mehr als 10.000 kommunale Arbeitgeber in Deutschland mit mehr als 2,4 Millionen Beschäftigten

Spid

Die Gewerkschaften müssen sich nur vor ihren Mitgliedern rechtfertigen. Unzufriedene Kita-Kunden sind ein AG-Problem.

Kryne

Das neue VKA Statement zu den Warnstreiks ist ja wohl mal ein Schlag ins Gesicht für jeden Angestellten des ÖD.

Selten war ich so angewidert beim Lesen eines Statements.

Aber das Statement kam gerade zur richtigen Zeit. War Heute irgendwie hochmotiviert richtig Gas zu geben. Gerade noch rechtzeitig gelesen und erstmal wieder auf Dienst nach Vorschrift zurückgefahren.

Insider2

Zitat von: Kryne in 23.09.2020 09:38
Das neue VKA Statement zu den Warnstreiks ist ja wohl mal ein Schlag ins Gesicht für jeden Angestellten des ÖD.

Selten war ich so angewidert beim Lesen eines Statements.

Aber das Statement kam gerade zur richtigen Zeit. War Heute irgendwie hochmotiviert richtig Gas zu geben. Gerade noch rechtzeitig gelesen und erstmal wieder auf Dienst nach Vorschrift zurückgefahren.

Ja, da gebe ich dir Recht.

Allerdings ist der Satz nicht von Hand zu weisen:

"Zahlreiche Beschäftigte haben während des Lockdowns über Wochen hinweg nicht arbeiten müssen – das Geld kam trotzdem pünktlich. Viele kommunale Einrichtungen, zum Beispiel Theater, Museen, Messen oder Sporteinrichtungen waren über Wochen und Monate geschlossen, sodass dort schlichtweg keine Arbeit erbracht werden konnte."

Spid

Annahmeverzug aufgrund des unternehmerischen Risikos des AG - inner- wie außerhalb des öD.

Kryne

Zitat von: Insider2 in 23.09.2020 09:46
Zitat von: Kryne in 23.09.2020 09:38
Das neue VKA Statement zu den Warnstreiks ist ja wohl mal ein Schlag ins Gesicht für jeden Angestellten des ÖD.

Selten war ich so angewidert beim Lesen eines Statements.

Aber das Statement kam gerade zur richtigen Zeit. War Heute irgendwie hochmotiviert richtig Gas zu geben. Gerade noch rechtzeitig gelesen und erstmal wieder auf Dienst nach Vorschrift zurückgefahren.

Ja, da gebe ich dir Recht.

Allerdings ist der Satz nicht von Hand zu weisen:

"Zahlreiche Beschäftigte haben während des Lockdowns über Wochen hinweg nicht arbeiten müssen – das Geld kam trotzdem pünktlich. Viele kommunale Einrichtungen, zum Beispiel Theater, Museen, Messen oder Sporteinrichtungen waren über Wochen und Monate geschlossen, sodass dort schlichtweg keine Arbeit erbracht werden konnte."

Das ist aber nicht Problem der AN, sondern des AG.

Ich war auch 2 Wochen daheim, weil mein AG weder Telearbeit, Homeoffice, noch andere Dinge umsetzen konnte die ein sicheres Arbeiten ermöglicht hätten.

Es hat sicherlich kaum ein AN die Arbeit verweigert, falls doch hätte man diesen ja kündigen können. Viel mehr wurden AN vom AG nach Hause geschickt, weil die jeweiligen AGs absolut unfähig sind.


Wdd3

AG aus der fW haben MA in Kurzarbeit geschickt. Annahme Verzug abgewehrt. AN bekommt noch 65% der Bezüge. Solche Probleme hatte niemand im öD.

Spid

Die AG, die die arbeitsrechtliche Möglichkeit dazu hatten, haben das teils getan - innerhalb wie außerhalb des öD.

Insider2

Zitat von: Kryne in 23.09.2020 09:53
Zitat von: Insider2 in 23.09.2020 09:46
Zitat von: Kryne in 23.09.2020 09:38
Das neue VKA Statement zu den Warnstreiks ist ja wohl mal ein Schlag ins Gesicht für jeden Angestellten des ÖD.

Selten war ich so angewidert beim Lesen eines Statements.

Aber das Statement kam gerade zur richtigen Zeit. War Heute irgendwie hochmotiviert richtig Gas zu geben. Gerade noch rechtzeitig gelesen und erstmal wieder auf Dienst nach Vorschrift zurückgefahren.

Ja, da gebe ich dir Recht.

Allerdings ist der Satz nicht von Hand zu weisen:

"Zahlreiche Beschäftigte haben während des Lockdowns über Wochen hinweg nicht arbeiten müssen – das Geld kam trotzdem pünktlich. Viele kommunale Einrichtungen, zum Beispiel Theater, Museen, Messen oder Sporteinrichtungen waren über Wochen und Monate geschlossen, sodass dort schlichtweg keine Arbeit erbracht werden konnte."

Das ist aber nicht Problem der AN, sondern des AG.

Ich war auch 2 Wochen daheim, weil mein AG weder Telearbeit, Homeoffice, noch andere Dinge umsetzen konnte die ein sicheres Arbeiten ermöglicht hätten.

Es hat sicherlich kaum ein AN die Arbeit verweigert, falls doch hätte man diesen ja kündigen können. Viel mehr wurden AN vom AG nach Hause geschickt, weil die jeweiligen AGs absolut unfähig sind.

Natürlich sind die AG in dem Kontext absolut unfähig......aber da Emotionen ja bekanntlich unbeachtlich sind, sind natürlich auch die subjektiven Argumente dahingehend (volle Kohle für nix, Freizeit, Sonne, usw.) an dieser Stelle nicht von Belang. Dennoch hat die VKA mit der o.g. Aussage vollkommen Recht auf Sachebene. Das Schuld dafür bei Ihnen selbst liegt, wird natürlich nicht kommuniziert.

Wdd3

Zitat von: Spid in 23.09.2020 09:59
Die AG, die die arbeitsrechtliche Möglichkeit dazu hatten, haben das teils getan - innerhalb wie außerhalb des öD.

Ja, innerhalb des öD mit Aufstockung. Das haben sich viele in der fW gespart.

Spid

Nur dann, wenn der öffentliche AG rechtswidrig Entgelt vorenthalten hat, schließlich entband der TV COVID nur von der Beschäftigungspflicht. Ansonsten gab es in Ermangelung einer Entgeltreduzierung durch Kurzarbeit keine Möglichkeit zur Aufstockung. Dafür sehen aber auch nicht wenige Tarifverträge in der Privatwirtschaft eine Aufstockung vor.