Autor Thema: Corona - Homeoffice  (Read 33516 times)

Kryne

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Antw:Corona - Homeoffice
« Antwort #405 am: 20.01.2021 13:10 »

Und nein, ich darf aus Datenschutzgründen meine private Technik nicht nutzen.

Ja das wird bei uns von Ahnungslosen Amtsleitern (60+) auch gerne gesagt. Völliger Schwachsinn. Der AG möchte diese Möglichkeit einfach nicht schaffen. Technische Möglichkeiten gibt es, man muss es nur wollen  und da scheitert es eben bei den meisten.

Ist bei uns ja genau der Fall. Der AG möchte einfach kein Homeoffice anbieten. Der Bürgermeister, der dem Thema offen gegenüber steht, hat keine Eier in der Hose und gibt gegenüber den verkalkten Amtsleitern kleinbei und damit ist das Thema vom Tisch, ganz salopp gesagt. Maßgeblich sind das Amtsleiter die auch einfach nicht nach Hause möchten, jeden Tag nach Möglichkeit bis 20 Uhr oder länger im Büro sind und vermutlich garkein anderes Leben mehr kennen als ihr geliebtes Büro. Für die ist Homeoffice natürlich der blanke Horror. 

Schokobon

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Antw:Corona - Homeoffice
« Antwort #406 am: 20.01.2021 13:15 »
Wieso arbeiten eigentlich die einen datenschutzkonform am heimischen PC und anderen wird es aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht erlaubt. Gibt es verschiedene Regelungen zum Datenschutz oder kann sich diese jede Behörde selbst überlegen?

WasDennNun

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Antw:Corona - Homeoffice
« Antwort #407 am: 20.01.2021 13:19 »

Und nein, ich darf aus Datenschutzgründen meine private Technik nicht nutzen.

Ja das wird bei uns von Ahnungslosen Amtsleitern (60+) auch gerne gesagt. Völliger Schwachsinn. Der AG möchte diese Möglichkeit einfach nicht schaffen.
Eben so etwas sagen die die Windows 10 auf dem Dienstrechner fordern und Offis 365 nutzen
Aber das ist dann ja plötzlich Datenschutzrechtlicht kein Problem.
 8)

Spid

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Antw:Corona - Homeoffice
« Antwort #408 am: 20.01.2021 13:28 »
Wieso arbeiten eigentlich die einen datenschutzkonform am heimischen PC und anderen wird es aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht erlaubt. Gibt es verschiedene Regelungen zum Datenschutz oder kann sich diese jede Behörde selbst überlegen?

Nun, wer einfach daheim seinen Rechner mit seiner privaten Software nutzt, dürfte in vielerlei Hinsicht bedenklich handeln, wer über eine gesicherte Verbindung in einer virtualisierten Umgebung auf dem Server arbeitet, dürfte - sofern die sonstigen Rahmenbedingungen stimmen - rechtskonform handeln.

Schokobon

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Antw:Corona - Homeoffice
« Antwort #409 am: 20.01.2021 13:39 »
Ja, das macht Sinn. Daran habe ich gar nicht gedacht (private Software am heimischen PC)  ;D

Gibt es einen guten Grund "1000 Laptops" teuer anzuschaffen (und zu warten) anstatt sichere VPN-Verbindungen zum Server einzurichten?
Verstehe das nicht ganz - bin aber auch kein IT-Mensch  :( Bestimmt gibt es dafür einen Grund...



Dienstbeflissen

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Antw:Corona - Homeoffice
« Antwort #410 am: 20.01.2021 13:51 »
Es geht ja darum dass der AG Homeoffice verpflichtend anbieten muss wo es möglich ist. Dieses "möglich" wird sicher in der Verordnung konkretisiert werden.

Oder auch nicht, Artikel auf LTO.de:
Zitat
Das eigentliche Herzstück der Verordnung ist aber weiterhin in § 2 Abs. 4 Corona-ArbSchV geregelt. Hier stimmen erster Entwurf und zu verabschiedende Fassung überein. Diese Regelung sieht vor, "den Beschäftigten im Falle von Büroarbeit oder vergleichbaren Tätigkeiten anzubieten, diese Tätigkeiten in deren Wohnung (Homeoffice) auszuführen, wenn keine zwingenden betriebsbedingten Gründe entgegenstehen". Was "zwingende betriebsnotwendige Gründe" sein sollen, lässt der Entwurf hingegen offen.

Wird hiergegen verstoßen, sollen die Ämter für Arbeitsschutz die Tätigkeit im Betrieb gem. § 22 ArbSchG untersagen; Arbeitgeber haben sich zudem zu dem Vorliegen einer Homeoffice-Tätigkeit entgegenstehender zwingender betrieblicher Gründe auf Aufforderung bei einer Prüfung durch die Behörden zu erklären.

In der Begründung findet sich zudem ein weiterer interessanter Hinweis: Ein subjektives Klagerecht von Beschäftigten solle, wie im Arbeitsschutzrecht üblich, nicht mit der Einführung der Homeoffice-Regelung verbunden sein. Der betroffene Arbeitnehmer solle sich an die Aufsichtsbehörden oder Unfallversicherungsträger wenden, führt die Begründung der Verordnung weiter aus.

Diese "Homeoffice-Verordnung" wird am Ende sowohl auf die Arbeitswelt als auch auf die Pandemieentwicklung den gleichen Einfluss haben, wie die Satzung der Volkshochschule Buxtehude.

Das wird ja an der HO-Quote messbar sein.

Spid

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Antw:Corona - Homeoffice
« Antwort #411 am: 20.01.2021 13:56 »
Inwiefern? Zu messen wäre schließlich, wer „Homeoffice“ aufgrund der Verordnung umsetzt und es ansonsten nicht getan hätte.

Dienstbeflissen

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« Antwort #412 am: 20.01.2021 13:57 »
pff

Kaiser80

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Antw:Corona - Homeoffice
« Antwort #413 am: 20.01.2021 14:00 »
Da es i.d.R. eine Pflicht des AG ist, einen Arbeitsplatz und entsprechende Arbeitsmittel zur Verfügung zu stellen und diese Pflicht NICHT einseitig auf den AN übertragen werden kann, ist dies ein Grund.

Stellt der AG keinen Platz/Mittel zur Verfügung, kann ich meiner Leistungspflicht nicht nachkommen und er gerät in Annahmeverzug. Ganz simpel. Wenn ich meine private Hardware oder meine Räume nicht zur Verfügung stellen will, kann ich dazu nicht gezwungen werden.

Bei uns läufts glücklicherweise für 'ne kleine Kommune prima. Seit April/Mai 2020 Nutzung privater Räume/Hardware, Abgabe Datenschutzerklärung (pro forma...) über Citrix. Sehr gutes Übereinkommen ohne großes Aufsehen zwichen AN AG (und PR).






Dienstbeflissen

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« Antwort #414 am: 20.01.2021 15:20 »
Wenn wir betroffen wären, würden wir bei den zuständigen VerwG aller Standorte dagegen klagen und alleine durch die Vielzahl unterschiedlicher erstinstanzlicher Entscheidungen eine derartige Rechtsunsicherheit entstünde, daß eine Anwendung flächendeckend überhaupt nicht mehr denkbar ist.
Na, ob das politisch klug wäre...

Spid

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« Antwort #415 am: 20.01.2021 15:22 »
Das ist die Frage, die man sich stellen sollte, bevor man mich herausfordert.

WasDennNun

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« Antwort #416 am: 20.01.2021 15:37 »
Ja, das macht Sinn. Daran habe ich gar nicht gedacht (private Software am heimischen PC)  ;D

Gibt es einen guten Grund "1000 Laptops" teuer anzuschaffen (und zu warten) anstatt sichere VPN-Verbindungen zum Server einzurichten?
Verstehe das nicht ganz - bin aber auch kein IT-Mensch  :( Bestimmt gibt es dafür einen Grund...
Zum einen weil wir z.B. keine Citrix Umgebung haben, die es ermöglichen würde per USB-BootStick die Heimische Hardware zu nutzen.
Zum anderen weil auch Offline gearbeitet wird und werden soll.
Zum dritten, weil die VPN Karten und deren Freigabe/Zertifizierung ein prozess ist, der nicht alleinig von unserem haus abhängt.

Kryne

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« Antwort #417 am: 21.01.2021 07:39 »
Nach massivsten Nachfragen dutzender Angestellter zur Thematik und genug ausgeübtem Druck, gibt es bei uns nun doch noch ein minimales Einlenken der "Obrigkeit", allerdings bisher im sehr sehr begrenzten Rahmen.

Es wurde ein Fragenkatalog erstellt, den jeder quasi beantworten soll:

1. Muss zum erreichen der Arbeitsstätte der ÖPNV genutzt werden ?

2. Sind mindestens 90% der Tätigkeiten theoretisch von Zuhause aus machbar ?

3. Ist es datenschutzrechtlich möglich diese Tätigkeiten von Zuhause zu erledigen ?   (Anmerkung von mir: Wie soll das der einzelne Sachbearbeiter beurteilen !? Das hängt ja wohl mal stark von der technischen Umsetzung ab und dafür zu sorgen, dass dies im ausreichenden Rahmen geschieht ist ja wohl nicht Aufgabe des einzelnen Sachbearbeiters...)

4. Wird der Kontakt auf der Arbeit dadurch wesentlich reduziert ?

5. Sprechen weitere Gründe wie z.B. Erleichterung der Kinderbetreuung oder der Pflege von Angehörigen für das mobile Arbeiten ?


Wer nun alle diese Fragen mit Ja beantworten kann, der darf sich auf die Möglichkeit des mobilen Arbeitens bewerben.  ::)

WasDennNun

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Antw:Corona - Homeoffice
« Antwort #418 am: 21.01.2021 08:04 »
zu 3.)
Da geht es ja eher darum, ob man am Küchentisch sitzend die Arbeit verrichten muss, während Partner und Kinder drumherum zuhören, Einblick nehmen könnten.
Und ob die technische Umsetzung datenschutzrechtlich umgesetzt wird, ist nicht die Frage.
Denn technisch ist eine datenschutzrechtliche Umsetzung von HO immer möglich. Diesen Teil kann man mit JA beantworten.

Kommunalgenie

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Antw:Corona - Homeoffice
« Antwort #419 am: 21.01.2021 09:11 »

3. Ist es datenschutzrechtlich möglich diese Tätigkeiten von Zuhause zu erledigen ?   (Anmerkung von mir: Wie soll das der einzelne Sachbearbeiter beurteilen !? Das hängt ja wohl mal stark von der technischen Umsetzung ab und dafür zu sorgen, dass dies im ausreichenden Rahmen geschieht ist ja wohl nicht Aufgabe des einzelnen Sachbearbeiters...)

Schreibst du diesen Satz tatsächlich so an deinen Vorgesetzten? Find das schon arg frech.