Autor Thema: Corona - Homeoffice  (Read 32500 times)

Dienstbeflissen

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Antw:Corona - Homeoffice
« Antwort #390 am: 20.01.2021 08:30 »
Mal sehen wie die Verordnung genau ausgestaltet ist. Aber sie wird besagen, dass AG für AN die die im Homeoffice arbeiten können, dieses auch verpflichtend anbieten müssen.

Eleon

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Antw:Corona - Homeoffice
« Antwort #391 am: 20.01.2021 08:50 »
Es ist sicher wünschenswert, wenn die Arbeitgeber ein entsprechendes Angebot machen.

Allerdings fehlen oftmals die Voraussetzungen für mobiles Arbeiten. Homeoffice wäre wohl damit verbunden, dass der Arbeitsplatz daheim den entsprechenden arbeitsschutzrechtlichen Bedingungen entsprechen muss. Beim mobilen Arbeiten kann ich als Arbeitnehmer auch vor dem Küchentisch auf dem Hocker sitzen....

Hier arbeiten wir noch mit Akten. Ja, so richtig dicken und teilweise sehr schweren Akten. Diese enthalten persönliche Daten und müssten somit auch in der Wohnung geschützt werden. Was passiert, wenn mir eine Akte irgendwie abhanden kommt oder jemand darin  liest, der das nicht darf?

Einige Kollegen hier verfügen über keinen Internetanschluss in ihrer Wohnung. Diejenigen, die schon seit März mobil arbeiten, haben teilweise große Probleme mit ihrer Internetverbindung (zu langsam, Internetabbruch).




Dienstbeflissen

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Antw:Corona - Homeoffice
« Antwort #392 am: 20.01.2021 09:03 »
Wenn der AN es nicht kann oder nicht will findet es auch nicht statt. Es geht ja darum dass der AG Homeoffice verpflichtend anbieten muss wo es möglich ist. Dieses "möglich" wird sicher in der Verordnung konkretisiert werden. Vielleicht müssen >50% der gewöhnlich anfallenden Tätigkeiten Homeoffice-tauglich sein. Mal gucken.

Und wenn man noch arbeitet wie seine Ahnen geht es natürlich auch nicht.

Spid

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Antw:Corona - Homeoffice
« Antwort #393 am: 20.01.2021 09:15 »
Wenn wir betroffen wären, würden wir bei den zuständigen VerwG aller Standorte dagegen klagen und alleine durch die Vielzahl unterschiedlicher erstinstanzlicher Entscheidungen eine derartige Rechtsunsicherheit entstünde, daß eine Anwendung flächendeckend überhaupt nicht mehr denkbar ist.

BAT

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« Antwort #394 am: 20.01.2021 09:17 »
Ich verstehe immer noch nicht, wieso diese Gesellschaft von den Optionen räumliche oder zeitliche Trennung der Arbeitnehmer nur die eine sieht.

FGL

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Antw:Corona - Homeoffice
« Antwort #395 am: 20.01.2021 09:37 »
Klage schon vorbereitet, von denjenigen, die hier einen ungerechtfertigten Grundrechtseingriff sehen?
Dass Popularklagen in Deutschland nicht zulässig sind ist Dir nicht bewusst oder nur egal?

Kryne

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Antw:Corona - Homeoffice
« Antwort #396 am: 20.01.2021 10:07 »
Uns wurde nun Heute schon kommuniziert, dass die Verordnung (wie auch immer sie aussehen wird) uns nicht betreffen wird. Homeoffice bzw. mobiles Arbeiten wird aus technischen und datenschutzrechtlichen Gründen nicht angeboten werden und es soll ja keiner auf die Idee kommen auch nur noch einmal danach zu fragen.

Ich werde daraus jetzt meine ganz eigenen Schlüsse und Konsequenzen ziehen.

WasDennNun

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Antw:Corona - Homeoffice
« Antwort #397 am: 20.01.2021 10:18 »
Uns wurde nun Heute schon kommuniziert, dass die Verordnung (wie auch immer sie aussehen wird) uns nicht betreffen wird. Homeoffice bzw. mobiles Arbeiten wird aus technischen und datenschutzrechtlichen Gründen nicht angeboten werden und es soll ja keiner auf die Idee kommen auch nur noch einmal danach zu fragen.

Ich werde daraus jetzt meine ganz eigenen Schlüsse und Konsequenzen ziehen.
Bin ja gespannt, ob es irgendwann mal einen Fall gibt, wo jemand am Arbeitsplatz sich infiziert hat und derjenige dann seinen AG verklagt.

Dakmer

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« Antwort #398 am: 20.01.2021 10:30 »
Eine gesetzliche Verpflichtung zum Homeoffice würde ja bedeuten, der Arbeitgeber müsste Laptops und Diensthandys anschaffen. Woher sollen plötzlich die finanziellen Mittel kommen?
Bei uns ist Homeoffice teilweise mit Technik und teilweise mit Papier und Stift. Ich bin in der Gruppe Papier und Stift. ;-(  Das wird sich auch nicht ändern, bloß weil es ein Gesetz gibt.
Es gibt sogar Doppelbesetzungen in Büros.
Buchstaben auf Papier garantieren nicht praktische Umsetzung.  :'(  Ich mache mir da keine Hoffnungen auf modernes Arbeiten.

Eleon

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« Antwort #399 am: 20.01.2021 10:52 »
Wenn sich tatsächlich jemand am Arbeitsplatz infizieren sollte, dann wäre der Nachweis schwierig.

Mein Arbeitgeber stellt zwar die Mittel zur Verfügung (Laptops, Handys), in den letzten Jahren durften wir aber keine Fortbildungsmaßnahmen besuchen, weil angeblich kein Geld da war. Die aktuelle Software stammt aus dem Jahr 2004 und wurde trotz veränderter Anforderungen nicht oder nur sehr wenig fortgeschrieben.

Es gibt hier tatsächlich einige ältere Kollegen wie mich, die schon lange von der e-Akte träumen. Bin gespannt, ob ich es noch vor meinem Eintritt in die Rente erleben darf.
 

Britta2

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« Antwort #400 am: 20.01.2021 10:55 »
Nette Anekdote mal am Rande:  Homeoffice darf bei uns weiterhin nicht einfach jeder aus den vielen Büros mache.
Aber die monatlichen Gezügescheine werden von der Personalverwaltung in Homeoffce eingetütet. Datenschutz?
Am Familien-Küchentisch die monatlichen Gehaltsabrechnungen in die Briefumschläge tun ... Ich hätte es nicht für möglich gehalten, hätte ich auf Anfrage diese Aussage nicht schriftlich selbst von dort erhalten. Ich sag dazu nix mehr. Aber koscher kann das mMn  nicht sein.

Kryne

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Antw:Corona - Homeoffice
« Antwort #401 am: 20.01.2021 11:00 »
Eine gesetzliche Verpflichtung zum Homeoffice würde ja bedeuten, der Arbeitgeber müsste Laptops und Diensthandys anschaffen. Woher sollen plötzlich die finanziellen Mittel kommen?
Bei uns ist Homeoffice teilweise mit Technik und teilweise mit Papier und Stift. Ich bin in der Gruppe Papier und Stift. ;-(  Das wird sich auch nicht ändern, bloß weil es ein Gesetz gibt.
Es gibt sogar Doppelbesetzungen in Büros.
Buchstaben auf Papier garantieren nicht praktische Umsetzung.  :'(  Ich mache mir da keine Hoffnungen auf modernes Arbeiten.

Hat die Lufthansa nicht gerade erst mal wieder Milliarden Hilfen wegen Corona bekommen ?

Wie viele Arbeitnehmer hat der öffentliche Dienst ? 3 Millionen ca. ? Also ich sage bewusst der ÖD im gesamten. Ziehen wir davon mal 1 Millionen ab, für die kein Homeoffice in Frage kommt bzw. die keinen Laptop/Handy brauchen, weil sie auf Bauhöfen o.ä. handwerklich arbeiten oder ähnliches. Vermutlich sind das mehr, aber gehen wir mal davon aus.

Dann gibt's noch einige die schon einen Laptop oder Bootstick fürs mobile Arbeiten haben. Das werden in der Masse aber nicht so super viele sein.

Also sagen wir mal 2 Millionen bräuchten einen Laptop. Nehmen wir nen günstigen aber brauchbaren Office Laptop, sind wir bei ca. 800€. Wären wir bei 1,6 Milliarden. Das dürfte bei den Coronahilfen eigentlich untergehen.

Ja natürlich wird der Bund keine Laptops für Kommunen kaufen etc. etc. blabla...



Und wer sagt, dass Laptops gestellt werden müssen ? Ich fände es schon ausreichend den AN die Wahl zu lassen ins Büro zu gehen oder eigene Hardware zu nutzen mit einem Bootstick oder einer Software Lösung.

Ich würde meinen privaten PC zur Verfügung stellen. Da hätte ich wenigstens zwei Bildschirme und eine gescheite Maus + Tastatur und nicht den elenden Rotz den ich im Büro stehen habe. 





Dakmer

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« Antwort #402 am: 20.01.2021 11:50 »
Ich stelle da die Beweglichkeit von Behörden in Frage. Wer sich nicht kümmert, der bekommt nix.
Wir sind seit Mitte März im "Homeoffice". Na ja, ich habe in meinem Home eine Art Office. Ich habe Stifte und Zettel und kann Papierakten bearbeiten, soweit welche da sind. Das ist nicht gerade ein modernes Büro.
Ab Ende 2021 soll die eAkte eingeführt sein und ich bin mir sicher, dass das nichts wird.
Es wurden in den letzten 10 Monaten nicht viele Laptops angeschafft, sodass ich das Gefühl habe, niemand tut was.
Klar werden Millionen/Milliarden in die Lufthana und andere große Firmen gesteckt, weil die jammern. Die Behörden verlassen sich eher drauf, dass sich die Mitarbeiter etwas einfallen lassen und kreativ werden, was ja auch funktioniert.
Und nein, ich darf aus Datenschutzgründen meine private Technik nicht nutzen.
Irgendwann, in weiter Ferne, wenn ich wahrscheinlich schon in Rente bin, gibt es echtes Homeoffice.  :-\

Schmitti

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Antw:Corona - Homeoffice
« Antwort #403 am: 20.01.2021 11:54 »
Es geht ja darum dass der AG Homeoffice verpflichtend anbieten muss wo es möglich ist. Dieses "möglich" wird sicher in der Verordnung konkretisiert werden.

Oder auch nicht, Artikel auf LTO.de:
Zitat
Das eigentliche Herzstück der Verordnung ist aber weiterhin in § 2 Abs. 4 Corona-ArbSchV geregelt. Hier stimmen erster Entwurf und zu verabschiedende Fassung überein. Diese Regelung sieht vor, "den Beschäftigten im Falle von Büroarbeit oder vergleichbaren Tätigkeiten anzubieten, diese Tätigkeiten in deren Wohnung (Homeoffice) auszuführen, wenn keine zwingenden betriebsbedingten Gründe entgegenstehen". Was "zwingende betriebsnotwendige Gründe" sein sollen, lässt der Entwurf hingegen offen.

Wird hiergegen verstoßen, sollen die Ämter für Arbeitsschutz die Tätigkeit im Betrieb gem. § 22 ArbSchG untersagen; Arbeitgeber haben sich zudem zu dem Vorliegen einer Homeoffice-Tätigkeit entgegenstehender zwingender betrieblicher Gründe auf Aufforderung bei einer Prüfung durch die Behörden zu erklären.

In der Begründung findet sich zudem ein weiterer interessanter Hinweis: Ein subjektives Klagerecht von Beschäftigten solle, wie im Arbeitsschutzrecht üblich, nicht mit der Einführung der Homeoffice-Regelung verbunden sein. Der betroffene Arbeitnehmer solle sich an die Aufsichtsbehörden oder Unfallversicherungsträger wenden, führt die Begründung der Verordnung weiter aus.

Diese "Homeoffice-Verordnung" wird am Ende sowohl auf die Arbeitswelt als auch auf die Pandemieentwicklung den gleichen Einfluss haben, wie die Satzung der Volkshochschule Buxtehude.

WasDennNun

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Antw:Corona - Homeoffice
« Antwort #404 am: 20.01.2021 12:37 »
Allerdings fehlen oftmals die Voraussetzungen für mobiles Arbeiten.
Tkja der öD ist halt vielfältig, von Versagern und Looser Ämter bis zu moderne Strukturen.

Bei uns wurden am Anfang der Pandemie flugs 1000 Laptops besorgt und verteilt.
Die VPN karten haben bisserl länger gebraucht, sind aber auch da.

HomeOffice wird nicht angeordnet, aber alle können wie sie wollen arbeiten, nur zu zweit in einem Büro wird "verboten".
Die Referatsleiter, die kein HomeOffice mögen, wurden die Flügel gestutzt.
inzwischen haben 95% der RL die HO als Teufelswerk angesehen haben eine 180 Grad Wende vollzogen.

Fazit: wenn man will dann geht es auch.