Tarifverhandlung TV-L ab 09/2021 - Vorschläge/Wünsche

Begonnen von Franch, 21.10.2020 11:51

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Spid

Man kann ja in unterschiedlichen Entgeltgruppen unterschiedliche Stufen streichen. Welche man streichen sollte, habe ich ja differenziert ausgeführt - und was das ggfs. kosten würde, hat ja ein anderer Nutzer freundlicherweise kalkuliert.

öfföff

Zitat von: Spid in 06.09.2021 11:23
Man kann ja in unterschiedlichen Entgeltgruppen unterschiedliche Stufen streichen. Welche man streichen sollte, habe ich ja differenziert ausgeführt - und was das ggfs. kosten würde, hat ja ein anderer Nutzer freundlicherweise kalkuliert.

Stimmt, aber das überproportionale Reduzieren von Löhnen in den unteren EGs ist bei den Tarifparteien nicht mehrheitsfähig, daher finde ich es müßig in diese Richtung zu hoffen. Das käme eine Selbstauflösung von verdi gleich. Auch die Arbeitgeberseite will das nicht um sich die Wähler nicht zu vergraulen.

Spid

Es ist bei einer Tarifpartei nicht mehrheitsfähig - und die würde sich ja dann selbst auflösen.

Bastel

Zitat von: öfföff in 06.09.2021 11:27
Das käme eine Selbstauflösung von verdi gleich. Auch die Arbeitgeberseite will das nicht um sich die Wähler nicht zu vergraulen.

Es ist bewiesen, dass die Wahlbeteiligung bei den "Besserverdienenden" höher ist.

öfföff

Das funktioniert nicht. Das wäre so wie öffentlich zu fordern Pflegekräfte und Putzfrauen sollen auf Gehalt verzichten. Damit bekommst du heute nirgendwo mehr Mehrheiten... Nichtmal mehr bei den Gutverdienern. Die Zeiten sind vorbei.

Spid

Selbstverständlich funktioniert das. Das Solidaritätsgebrabbel wird nämlich nur von denen ausgegraben, die Solidarität brauchen - und dann muß das verfangen. Und überbezahlte Ungelernte sowie (insbesondere!) Verwaltungsmenschen im öD bekommen Solidarität von wem? Da guckt doch jeder Bürokaufmann und jede Rechtsanwaltsfachangestelle auf den eigenen Lohnzettel und ballt die Faust in der Tasche - und nicht die Faust der Solidarität.

öfföff

Zitat von: Spid in 06.09.2021 12:55
Selbstverständlich funktioniert das. Das Solidaritätsgebrabbel wird nämlich nur von denen ausgegraben, die Solidarität brauchen - und dann muß das verfangen. Und überbezahlte Ungelernte sowie (insbesondere!) Verwaltungsmenschen im öD bekommen Solidarität von wem? Da guckt doch jeder Bürokaufmann und jede Rechtsanwaltsfachangestelle auf den eigenen Lohnzettel und ballt die Faust in der Tasche - und nicht die Faust der Solidarität.

Also ich sehe keine politische Kraft bei der das funktioniert um Mehrheiten zu bekommen. Wer in der Politik heute was gegen Geringverdiener sagt, und denen das Gehalt nicht erhöhen will, wird abgestraft. Von Gehaltskürzung will ich gar nicht reden... Das wäre der K.O.

Spid

Als ob sich daran nach einem halben Jahr noch jemand erinnerte oder erinnern wollen würde - erst recht nicht, wenn es um den öD geht, wo die ReFa die üppigen Gehälter der VFA mit ihren Steuern bezahlt.

thesisko

Das Beispiel mit der ReFa ist schon bezeichnend für den öffentlichen Dienst. Meiner Meinung nach, werden diese Entgeltgruppen tatsächlich im Vergleich sehr gut vergütet.
Jede Tarifrunde verschärft mit den hohen Sockelbeträgen.
Der Rest wird immer weiter abgehängt. Ich befürchte einer prozentuale Erhöhung der oberen Entgeltgruppen würde bei vielen nicht auf Gegenliebe treffen.
Das Vorenthalten des Entgelts durch die unsäglichen Stufen, vielleicht kann man da endlich mal ran.

ACDSee

Für mich erscheint es problematisch eine Forderung von 5% bei einer Inflation von 3,9% zu erheben.
Dies sehe ich mit Blick auf die vorangegangenen Verhandlungsrunden, wo teils bei 0% Inflation bereits 6% gefordert wurden als wirklich sehr unglücklich an.

M.E. ist die Forderung bereits geringer, als der Kompromiss auf den man sich aus meiner Sicht einigen müsste. Selbst wenn tatsächlich 5% auf 12 Monaten rauskommen sollten, wäre die Reallohnerhöhung echt gering.

cyrix42

Zitat von: ACDSee in 06.09.2021 13:45
Für mich erscheint es problematisch eine Forderung von 5% bei einer Inflation von 3,9% zu erheben.

Hast du letztes Jahr eine Lohnsenkung bekommen, als die Mehrwertsteuer abgesenkt wurde? Nein? Ok, warum willst du dann eine Lohnerhöhung dafür haben, dass die temporäre Mehrwertsteuersenkung zurückgenommen wurde?

Von den 3,9%, die die Preise im Vergleich zum letztjährigen August gestiegen sind, entfallen ca. 2,6%-Punkte auf die Wiederherstellung der Mehrwertsteuer auf den Stand vom letztjährigen Juni- (Weitere Anteile entfallen auf die Energiekosten, die im Corona-Lockdown natürlich auch künstlich gefallen waren...)

BTSV1

Zitat von: cyrix42 in 06.09.2021 13:53
Zitat von: ACDSee in 06.09.2021 13:45
Für mich erscheint es problematisch eine Forderung von 5% bei einer Inflation von 3,9% zu erheben.

Hast du letztes Jahr eine Lohnsenkung bekommen, als die Mehrwertsteuer abgesenkt wurde? Nein? Ok, warum willst du dann eine Lohnerhöhung dafür haben, dass die temporäre Mehrwertsteuersenkung zurückgenommen wurde?

Von den 3,9%, die die Preise im Vergleich zum letztjährigen August gestiegen sind, entfallen ca. 2,6%-Punkte auf die Wiederherstellung der Mehrwertsteuer auf den Stand vom letztjährigen Juni- (Weitere Anteile entfallen auf die Energiekosten, die im Corona-Lockdown natürlich auch künstlich gefallen waren...)

Träum weiter. Ich hatte einen Kassenbon von Aldi knapp vor Corona gefunden und habe mir dann den Spaß gemacht und habe die Artikel genauso nachgekauft wie damals. Also beide Einkäufe mit der normalen Mehrwertsteuer. Beim ersten Einkauf hatte ich 31,04 Euro und bei zweiten Einkauf 36,47 Euro bezahlt. Dann rechne dir mal Teuerungsrate aus.

cyrix42

Du hast sicherlich darauf geachtet, dass bei beiden Testeinkäufen Sonderangebote im gleichen Maße vorkommen. Und natürlich, dass die Discounter die Mehrwertsteuersenkung auch schon etwas durch eigene Preissenkungen vorweggenommen hatten...

Kaiser80

Zitat von: cyrix42 in 06.09.2021 14:32
Du hast sicherlich darauf geachtet, dass bei beiden Testeinkäufen Sonderangebote im gleichen Maße vorkommen. Und natürlich, dass die Discounter die Mehrwertsteuersenkung auch schon etwas durch eigene Preissenkungen vorweggenommen hatten...
Und auch sicherlich beachtet dass der Aldi Einkauf für gemittelt 33€ die Inflation vollumfänglich abbildet. Und sicher auch berücksichtigt, dass "vor" Corona ja 2019 bzw Anfang 2020 war...

Die Welt ist so schön einfach...

Steve 69

Schau dir doch mal die Spritpreise an der Tankstelle an. Schon die Heizkostenabrechnung bekommen? Und da ist das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht. Die höheren Energie- und Transportkosten der Hersteller und Lieferanten werden auch bei Dingen des täglichen Bedarfs an den Endkunden weitergegeben. Um das alles ein wenig auffangen zu können muss schon eine anständige Lohnerhöhung her. Die wird es in diesem Ausmaß aber nicht geben.