Autor Thema: Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl  (Read 5888 times)

WasDennNun

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #30 am: 15.09.2021 13:39 »
wie sollte der niedergelassene Arzt es sich leisten, die letzten 10 Tage im Monat aufzumachen, wenn er die Deckelung für die Kassenpatienten bereits erreicht hat?
In dem das Geld von den KÄVs vernünftig verteilt wird.
Geld genug ist da, im Kern ein Verteilungsproblem.

Spid

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #31 am: 15.09.2021 13:45 »
PKV: Pay per Untersuchung -> kein Kunde kein Geld
GKV: Prepaid: Geld schon da, vor der Untersuchung und auch ohne Untersuchung, nur für das "Da sein", wird nur noch umverteilt. kein Kunde-> trotzdem Geld

Allein das zeigt Deine völlig unzureichende Durchdringung der kassenärztlichen Vergütung. Du machst Dich jetzt einfach mal schlau, wie sich diese zusammensetzt. Die Kassenärztlichen Vereinigungen machen Dir das einfach, die erklären das so, daß selbst ein Mediziner in der Lage ist, es zu verstehen - dann schaffst Du das erst recht.

Spid

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #32 am: 15.09.2021 13:45 »
wie sollte der niedergelassene Arzt es sich leisten, die letzten 10 Tage im Monat aufzumachen, wenn er die Deckelung für die Kassenpatienten bereits erreicht hat?
In dem das Geld von den KÄVs vernünftig verteilt wird.
Geld genug ist da, im Kern ein Verteilungsproblem.

Offenkundig ja nicht, wenn man die Vergütung deckeln muß.

mj23

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #33 am: 15.09.2021 14:00 »
Die ganzen Ärzte, die zum Monatsende die GKV-Patienten über die Einnahmen der Privatversicherten querfinanziert haben, können auf einmal nicht mehr den 2,7/3,5-fachen Satz abrechnen.
Das ganze Gesundheitssystem erhält aus den privaten KV Milliarden.
Blödsinn, reine PKV Propaganda.
Die Millarden kommen aus dem Steuersäckel (in dem wir PKVler auch einzahlen)
Die PKVen sind natürlich für die Ärzte nice, weil besser abzockbar mit unnötigen Zusatz gedöns und Cash auf Kralle.
[...]

Wieso sollen "die Milliarden" aus Steuermitteln kommen? Ich meinte die direkten Zahlungen der Privatpatienten an die Ärzte/Kliniken, die über die PKV geleistet werden. Was hat das mit Steuermitteln zu tun?

Spid hat Dich ja schon darauf hingewiesen Dir erstmal anzuschauen, wie die Bezahlung über die GKV läuft.
Aber sagen wir jetzt mal, dass Du Recht hättest und die ganzen PKV-Vergütungen sind nur "Cash auf die Kralle und Abzocke der Ärzte". Dennoch würdest Du sofort diese ganzen Summen aus dem Gesundheitssystem entfernen. Alle Kalkulationen der Konzerne, Gemeinschaftspraxen und einzelnen Ärzten wären sofort nicht mehr zutreffend. Was wird denn mit so einem Wirtschaftszweig passieren, wenn auf einmal ein wesentlicher Prozentsatz Umsatz fehlt? Entlassungen? Schließungen? Insolvenzen? Du glaubst doch nicht, dass jeder Arzt nur seinen zweiten Porsche verkaufen müsste.
Die Gesundheitsfürsorge würde stark leiden und auch die dort Beschäftigten würden sich sicher nicht bei Dir bedanken.

Max

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #34 am: 15.09.2021 14:38 »
So berichten es mir zumindest auch meine Ärztekollegen. Innovative Behandlungsmehoden, aber auch Medikamente kommen oft zunächst den PKVlern zu Gute, einfach weil die Gesetzliche nicht zahlt und somit ohne PKV gar kein Markt dafür vorhanden wäre. Stellt sich dann ein positiver Effekt ein und die Produkte werden massentauglich, kommt dies auch den Gesetzlichen zu Gute.
Blödsinn, jeder GKVler kann in entsprechenden Studien ebenfalls mitmachen.
Und das PKVler die Versuchskanickel sind für den Nachweis, dass ein Medikament "Massentauglich " ist, ist ja auch Humbug.

PKVler sind halt für die Ärzte attraktiver weil es Cash auf Kralle gibt und man einfach mehr abgreifen kann, da der Kunde sich mehr anschwatzen lässt und unnötiges einfach mitbezahlt.
Die meisten PKVler reichen es einfach durch und sagen scheiss egal. Bei den GKVler, muss man mehr Aufwand betreiben(zb IGE Leistungen), um von denen zusätzliche Kohle reinzubekommen.

BTW: Wie sorgen die PKVen denn für eine flächendeckende Versorgung?
Überhaupt nicht!
Allerdings versagen da die KÄVen ebenfalls grandios.

Zitat
Unabhängig davon gibt es sicherlich Verbesserungspotential, aber grundsätzlich ein System anzupassen, was weltweit führend (und fair) ist, ist geisteskrank. Never change a running system...
Nun, es wird seit Jahren in Salamitaktik den PKVen das lukrative Geschäft abgegegraben.
Früher konnte sie ja im letzten Lebensviertel die unangenehmen teuren Kunden loswerden, jetzt ist das nicht mehr so leicht.

Neue Arzneimittel sind in der Regel ab Zulassung und für die Dauer einer bestehenden Zulassung dem PKV Patienten zugänglich und erstattungsfähig. PKV versicherte sind also potentielle Kunden der ersten Stunde.

Für GKV Patienten schließt sich der Nutzen/Risiko Bewertung für die Zulassung auch eine wirtschaftliche Betrachtung und Prüfung des Zusatznutzen durch das IQWiG an,  bevor es in den GKV Katalog aufgenommen wird.

WasDennNun

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #35 am: 16.09.2021 07:27 »
wie sollte der niedergelassene Arzt es sich leisten, die letzten 10 Tage im Monat aufzumachen, wenn er die Deckelung für die Kassenpatienten bereits erreicht hat?
In dem das Geld von den KÄVs vernünftig verteilt wird.
Geld genug ist da, im Kern ein Verteilungsproblem.

Offenkundig ja nicht, wenn man die Vergütung deckeln muß.
Sie wird nicht in der Gesamtheit gedeckelt, sondern partiell und das nur temporär, wenn jemand unbegründete Ausreißer über die zu erwartenden Ausgaben hat.
Also mach du dich ebenfalls schlau.

Spid

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #36 am: 16.09.2021 07:35 »
Die Honorare aus der MGV sind grundsätzlich gedeckelt. Sie machen die Masse der kassenärztlichen Vergütung aus.

WasDennNun

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #37 am: 16.09.2021 07:39 »
Ich meinte die direkten Zahlungen der Privatpatienten an die Ärzte/Kliniken, die über die PKV geleistet werden. Was hat das mit Steuermitteln zu tun?
Zahlungen gegen Leistungen, ja. Aber wo wäre da ein Zuschuß als querfinanziert für die GKV Patienten drin enthalten?
Das wäre ja Veruntreuung meiner Beiträge!
Also bitte erst nachdenken!

Zitat
Spid hat Dich ja schon darauf hingewiesen Dir erstmal anzuschauen, wie die Bezahlung über die GKV läuft.
Brauche ich nicht, habe es plakativ dargestellt.
Zitat
Aber sagen wir jetzt mal, dass Du Recht hättest und die ganzen PKV-Vergütungen sind nur "Cash auf die Kralle und Abzocke der Ärzte". Dennoch würdest Du sofort diese ganzen Summen aus dem Gesundheitssystem entfernen. Alle Kalkulationen der Konzerne, Gemeinschaftspraxen und einzelnen Ärzten wären sofort nicht mehr zutreffend. Was wird denn mit so einem Wirtschaftszweig passieren, wenn auf einmal ein wesentlicher Prozentsatz Umsatz fehlt? Entlassungen? Schließungen? Insolvenzen? Du glaubst doch nicht, dass jeder Arzt nur seinen zweiten Porsche verkaufen müsste.
Die Gesundheitsfürsorge würde stark leiden und auch die dort Beschäftigten würden sich sicher nicht bei Dir bedanken.
Damit stellst du dich ja komplett ins Abseits:
Ups keine PKV mehr, bedeutet: ups ein paar Millionen Einnahmen und Ausgaben sind nicht mehr da, weil die Patienten sich aufgelöst haben.

Bitte erstmal nachdenken.

Ein wirklich rechnender Arzt weiß am Anfang des Quartals ganz genau, welche Geldsumme im von der GKV "Zusteht". Unklar bleibt die Anzahl der Patienten, die er dafür versorgen muss.
Wenn dass keine klare Kalkulationsgrundlage ist....

BTW: Ich persönlich bin PKVler (ü50) und Nutznießer von diesem System (uA weil ich Selbstzahler bin und nicht jeder Rechnung vom Arzt akzeptiere)
habe persönlich auch nichts gegen die Fortführung von dem System, habe nur was gegen Unwissenheitspropaganda von wegen ohne PKV bricht der Laden zusammen.

Spid

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #38 am: 16.09.2021 07:44 »

Zitat
Spid hat Dich ja schon darauf hingewiesen Dir erstmal anzuschauen, wie die Bezahlung über die GKV läuft.
Brauche ich nicht, habe es plakativ dargestellt.
Zitat

Nö, Du hast völligen Unsinn geschrieben.

clarion

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #39 am: 16.09.2021 19:59 »
Ich bin durchaus dafür, dass Gesundheitskosten solidarisch von der Allgemeinheit getragen werden sollte und alle gleichermaßen Zugang zu guter medizinischer und pflegerischen Versorgung haben sollten, und zwar unabhängig persönlicher schicksalhafter Risiken. Wir haben aber zumindest Ansätze einer Drei Klassen Medizin und zwar in Reihenfolge der Basisversicherten, der GKV- Versicherten und der PKV - Versicherten. In anderen Ländern  sind die Unterschiede noch viel extremer, was ich persönlich  äußerst abschreckend finde.

Ein Systemumbau ist durchaus möglich, ohne dass es zu massenhaften Insolvenzen und Entlassungen käme. Man muss nur wollen. Es ist ein reines Verteilungsproblem, wie weiter oben schon jemand angemerkt hat.

Spid

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #40 am: 16.09.2021 20:01 »
Warum sollte jemand die Gesundheitskosten eines anderen tragen?

clarion

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #41 am: 16.09.2021 20:52 »
Dass der Begriff Solidarität Dir nichts bedeutet,  ist mir schon längst klar.

Was soll in Deinem Modell jemand tun, der noch vor Aufnahme der Erwerbstätigkeit krank wird oder behindert ist, dass er oder sie die individuellen Gesundheitskosten niemals wird allein tragen können?

Ich finde Denkweisen wie die Deine eher abstoßend und bin froh, dass das deutsche Staatswesen auch noch ein Stück  Sozialstaat beinhaltet.

Spid

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #42 am: 16.09.2021 20:56 »
Solidarität geschieht aus freien Stücken, sie kann mithin nicht duch Zwangsversicherungssysteme realisiert werden.

Mutmaßlich sterben.

Ich finde Deine Denkweise abstoßend und warte immer noch auf eine Antwort auf meine Frage.

clarion

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #43 am: 16.09.2021 21:17 »
Mal abgesehen von humanistischen christlichen Gedankengut möchte ich auf das Beispiel USA verweisen.  Das dortige Krankenversicherungssystem dürfte eher nach Spids Geschmack sein, mit dem Ergebnis, dass die USA von allen Industrienationen mit eines der teuersten Gesundheitssysteme haben, verbunden mit einer reduzierten Lebenserwartung und einem schlechten Gesundheitsstatus großer Bevölkerungsgruppen.

Spid

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Antw:Bürgerversicherung nach der Bundestagswahl
« Antwort #44 am: 16.09.2021 21:22 »
Gedankengut und Ideologien sind irrelevant. Ich konkretisiere: welchen rationalen Grund gibt es, die Gesundheitskosten eines anderen zu tragen? Dabei geht es auch nicht um einen konkreten einen oder konkreten anderen. Alles was nicht rational ist, ist irrational - und somit irre.