Autor Thema: Tarifverhandlungen und die Inflation  (Read 703885 times)

thesisko

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1830 am: 22.08.2022 14:16 »
Wie stark denkt ihr werden sich die Verhandlungsergebnisse TVöD und TV-L (dreiviertel Jahr später) unterscheiden?
Jetzt bald haben wir ja zB. Inflation von fast 10%, für in einem Jahr wird derzeit mit knapp "nur noch" 5% prognostiziert.

Auch wenn die Rate auf 5% sinkt. Die Steigerung der Kosten bleibt ja. Das wird ja gerne ignoriert.

100,- € Ausang. 10% nach einem Jahr 110. Dann 5 % macht 115,50 €.  Argumentation die Rate sei doch auf 5% gesunken. Mithin reicht 5% für euch. Allerdings bezogen auf einen Tabellenwert der 2-3 Jahre alt ist.....

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1831 am: 22.08.2022 14:20 »
Einfach mal nicht so schwarz malen. Die Chancen standen nie besser!
Denke mal, dass man schon 12-15% fordert, um sich dann auf 10% zu einigen. So behalten beide Seiten ihr Gesicht.

Ist nicht das normale Muster, dass man die Gewerkschaftsforderung im Ergebnis halbiert und auf die doppelte Zeit streckt? Also wenn man 12% für ein Jahr fordert, kämen 6% auf zwei Jahre verteilt dabei rum, also 3,2% im ersten und 2,7% im zweiten Jahr. Dafür stehen die Chancen wohl in der Tat nicht schlecht.

InVinoVeritas

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1832 am: 22.08.2022 14:30 »
Wie stark denkt ihr werden sich die Verhandlungsergebnisse TVöD und TV-L (dreiviertel Jahr später) unterscheiden?
Jetzt bald haben wir ja zB. Inflation von fast 10%, für in einem Jahr wird derzeit mit knapp "nur noch" 5% prognostiziert.

Auch wenn die Rate auf 5% sinkt. Die Steigerung der Kosten bleibt ja. Das wird ja gerne ignoriert.

100,- € Ausang. 10% nach einem Jahr 110. Dann 5 % macht 115,50 €.  Argumentation die Rate sei doch auf 5% gesunken. Mithin reicht 5% für euch. Allerdings bezogen auf einen Tabellenwert der 2-3 Jahre alt ist.....

Genau! Wenn man mal einen Inflationsrechner bedient findet man heraus, dass man jetzt in August 9,5 Prozent mehr Gehalt bekommen müsste um die Kaufkraft seit der letzten Erhöhung im Januar 2021 zu erhalten. Also nicht mal ne Erhöhung wäre das. Das Bezüglich TV-L.

öfföff

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1833 am: 22.08.2022 14:40 »
Wie stark denkt ihr werden sich die Verhandlungsergebnisse TVöD und TV-L (dreiviertel Jahr später) unterscheiden?
Jetzt bald haben wir ja zB. Inflation von fast 10%, für in einem Jahr wird derzeit mit knapp "nur noch" 5% prognostiziert.

Auch wenn die Rate auf 5% sinkt. Die Steigerung der Kosten bleibt ja. Das wird ja gerne ignoriert.

100,- € Ausang. 10% nach einem Jahr 110. Dann 5 % macht 115,50 €.  Argumentation die Rate sei doch auf 5% gesunken. Mithin reicht 5% für euch. Allerdings bezogen auf einen Tabellenwert der 2-3 Jahre alt ist.....

Genau so könnte ja in den TV-L Verhandlungen dann argumentiert werden..
Daher meine Frage ob ihr denkt dass das TV-L Ergebnis dann womöglich nur noch halb so hoch ausfallen wird?

Johann

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1834 am: 22.08.2022 16:39 »
Wie stark denkt ihr werden sich die Verhandlungsergebnisse TVöD und TV-L (dreiviertel Jahr später) unterscheiden?
Jetzt bald haben wir ja zB. Inflation von fast 10%, für in einem Jahr wird derzeit mit knapp "nur noch" 5% prognostiziert.

Auch wenn die Rate auf 5% sinkt. Die Steigerung der Kosten bleibt ja. Das wird ja gerne ignoriert.

100,- € Ausang. 10% nach einem Jahr 110. Dann 5 % macht 115,50 €.  Argumentation die Rate sei doch auf 5% gesunken. Mithin reicht 5% für euch. Allerdings bezogen auf einen Tabellenwert der 2-3 Jahre alt ist.....

Genau! Wenn man mal einen Inflationsrechner bedient findet man heraus, dass man jetzt in August 9,5 Prozent mehr Gehalt bekommen müsste um die Kaufkraft seit der letzten Erhöhung im Januar 2021 zu erhalten. Also nicht mal ne Erhöhung wäre das. Das Bezüglich TV-L.

Du vergisst, dass der Ausgleich der gestiegenen Lebenshaltungskosten nicht im Interesse der aktuellen Regierenden ist. Wir (die privaten, lobbylosen deutschen Bürger, Anm. d. Red.) müssen sparen. Die wissen schon, dass sie mit Appellen nicht weiter kommen. Da hilft nur zum Sparen zwingen. Und wenn man nicht genug Geld hat, um das gleiche wie zuvor zu konsumieren, spart man automatisch.

Die wären ja schön blöd, wenn sie die Inflation voll auffangen würden.

BAT

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1835 am: 22.08.2022 17:15 »
Meines Wissens gibt es einen jahrelangen Konsens der Partei, der Forschungsinstitute, etc. die eine Entlastung der Mitte für richtig halten. Hätte man zeitig gehandelt, bräuchten wir uns um Inflation keine Gedanken machen.

Leider steht hier auch die von mir geliebte FDP wohl auf dem Bremspedal in Bezug auf die Ausgestaltung.

Britta2

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1836 am: 22.08.2022 18:47 »
Das Wort  die  MITTE  ist der Streitpunkt.
Klar wird immer zugesichert, endlich mal gezielt die MITTE  (diejenigen, die eigentlich alles finanzieren!) zu entlasten. Genau das aber wird sofort wieder zum Schweigen gebracht und gezielt gefordert "gefälligst nur die Armen, die ohne Job ..." und steuerlich entlastet werden die, die weit über der Mitte stehen. Die MITTE bleibt die blöde Schicht. Also wir. Weil irgendwie die Lobby fehlt. Die Mitte braucht doch kein H4 und lebt doch eh ganz gut ...(und hat einen sicheren Job!)

skiveren

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1837 am: 22.08.2022 21:48 »
Tja ver.di.., komba.., gew..u.a.., danke für die schlechten Tarifabschlüsse in den letzten Jahren.., sprudelnde Steuereinnahmen..
Bei den Beschäftigten im ö.D. kamen leider nur Krümel an...
Jetzt geht uns an den "Kragen"..., für eure Haushaltsplanung im nächsten Jahr zählt Strom und Wärmezahlung zusammen und nimmt das x 3...
Dann passt das Haushaltsbuch..
Der Winter wird spannend, nicht wegen der Tarifverhandlungen die beim Kaffee enden.., weil alle alles und mehr getan haben..
Schlimm sieht es für die Tarifbeschäftigten der Länder aus, deren Tarifvertrag ist eine Katastrophe..., der für die Länderbeschäftigten in Hessen übrigens auch...
Die verlieren jetzt schon über 10% Inflationsbereinigt von ihrem Tarifabschluss...
Alles in allem..., dass sieht auch für den Mittelstand übel aus..

skiveren

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1838 am: 22.08.2022 22:03 »
Das Wort  die  MITTE  ist der Streitpunkt.
Klar wird immer zugesichert, endlich mal gezielt die MITTE  (diejenigen, die eigentlich alles finanzieren!) zu entlasten. Genau das aber wird sofort wieder zum Schweigen gebracht und gezielt gefordert "gefälligst nur die Armen, die ohne Job ..." und steuerlich entlastet werden die, die weit über der Mitte stehen. Die MITTE bleibt die blöde Schicht. Also wir. Weil irgendwie die Lobby fehlt. Die Mitte braucht doch kein H4 und lebt doch eh ganz gut ...(und hat einen sicheren Job!)
Das Bürgergeld ( ehemals Hartz IV ) soll 2023 deutlich erhöht werden.
Alle Beschäftigten im öffentlichen Dienst unter E 4 werden ab 2023 weniger im Geldbeutel haben, d.h. wer unter E 4 arbeitet sollte sich dem Bürgergeld anvertrauen.., wissen wenige bisher!
Kein morgens Aufstehen, kein Stress mit Vorgesetzten.., einfach ausschlafen ..bringt mehr in die Geldbörse..
Man muss sich vorstellen.., der Mann/die Frau bei der Müllabfuhr..., räumen denen den Dreck weg und haben am Ende des Monats weniger wie der/die die Nixtun...
Das Aussetzen von Sanktionen für Arbeitsunwillige ist unfassbar ungerecht..
Schnappatmung!

öfföff

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1839 am: 22.08.2022 22:52 »
Das Wort  die  MITTE  ist der Streitpunkt.
Klar wird immer zugesichert, endlich mal gezielt die MITTE  (diejenigen, die eigentlich alles finanzieren!) zu entlasten. Genau das aber wird sofort wieder zum Schweigen gebracht und gezielt gefordert "gefälligst nur die Armen, die ohne Job ..." und steuerlich entlastet werden die, die weit über der Mitte stehen. Die MITTE bleibt die blöde Schicht. Also wir. Weil irgendwie die Lobby fehlt. Die Mitte braucht doch kein H4 und lebt doch eh ganz gut ...(und hat einen sicheren Job!)
Das Bürgergeld ( ehemals Hartz IV ) soll 2023 deutlich erhöht werden.
Alle Beschäftigten im öffentlichen Dienst unter E 4 werden ab 2023 weniger im Geldbeutel haben, d.h. wer unter E 4 arbeitet sollte sich dem Bürgergeld anvertrauen.., wissen wenige bisher!
Kein morgens Aufstehen, kein Stress mit Vorgesetzten.., einfach ausschlafen ..bringt mehr in die Geldbörse..
Man muss sich vorstellen.., der Mann/die Frau bei der Müllabfuhr..., räumen denen den Dreck weg und haben am Ende des Monats weniger wie der/die die Nixtun...
Das Aussetzen von Sanktionen für Arbeitsunwillige ist unfassbar ungerecht..
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Quatsch...
--> https://oeffentlicher-dienst.info/c/t/rechner/tv-l/west?id=tv-l-2023&matrix=1

yamato

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1840 am: 23.08.2022 06:51 »
Das Bürgergeld ( ehemals Hartz IV ) soll 2023 deutlich erhöht werden.
Alle Beschäftigten im öffentlichen Dienst unter E 4 werden ab 2023 weniger im Geldbeutel haben, d.h. wer unter E 4 arbeitet sollte sich dem Bürgergeld anvertrauen.., wissen wenige bisher!
Kein morgens Aufstehen, kein Stress mit Vorgesetzten.., einfach ausschlafen ..bringt mehr in die Geldbörse..
Man muss sich vorstellen.., der Mann/die Frau bei der Müllabfuhr..., räumen denen den Dreck weg und haben am Ende des Monats weniger wie der/die die Nixtun...
Das Aussetzen von Sanktionen für Arbeitsunwillige ist unfassbar ungerecht..
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Hier empfiehlt sich dann ggf. ergänzend "bürgergeld " zu beantragen, wäre für den öffentlichen AG allerdings auch peinlich wenn viele seiner Beschäftigten auf ergänzende Sozialleistungen angewiesen wären.

Die Reform wie sie derzeit geplant ist, ist allerdings tatsächlich ein schlechter Witz.
Ein Extrembeispiel: Der Clansprössling, der gerade die MillionenVilla seiner Eltern ersteigert hat (war in der Presse zu lesen) könnte jetzt mit Frau und Kind für wenigstens 2 Jahre AlG2 beziehen, denn solange soll die Angemessenheit der Unterkunft nicht geprüft werden. Außerdem würden dieZinsen fürdie Hausfinanzierung und die Hauskosten bezahlt. Er könnte dazu ein legales Vermögen von 150.000 € haben
(60000 er, 60000 Frau, 30000 kind) und 2 Mercedes AMG (1 Auto pro arbeitsfähigen BG Mitglied ohne Wertprüfung) Wäre das Kind bereits 15 Jahre also sogar 3 Autos, denn ab 15 gilt man im SGB 2 als erwerbsfähig.
Hinzu käme das Altersvorsorgevermögen von 750 € je Lebensjahr je BG Mitglied.
Ich weiß nicht ob es sinnvoll ist, eine solche Familie mit Steuergeldern zu pampern ?

DiVO

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1841 am: 23.08.2022 08:11 »
Tja ver.di.., komba.., gew..u.a.., danke für die schlechten Tarifabschlüsse in den letzten Jahren.., sprudelnde Steuereinnahmen..
Bei den Beschäftigten im ö.D. kamen leider nur Krümel an...
Jetzt geht uns an den "Kragen"..., für eure Haushaltsplanung im nächsten Jahr zählt Strom und Wärmezahlung zusammen und nimmt das x 3...
Dann passt das Haushaltsbuch..
Macht euch doch nicht alle verrückt. Ich erkenne in meinem Umfeld folgendes Muster bei den Leuten, die über die hohen Energiekosten jammern:

- jahrelang von einem Energieanbieter zum anderen gewechselt, weil man da sooo viel Geld sparen kann und auch immer einen Wechselbonus dazubekommt - und das jährlich!
- die ältesten Elektrogeräte daheim und davon dann auch noch mehrere - ich brauche mindestens einen Kühlschrank für die Lebensmittel, einen für Bier, einen für die Limo, einer läuft leer als Reserve und dann noch drei Gefrierschränke
- wieso soll ich denn bitteschön mein Haus isolieren und so Energie sparen - das rechnet sich doch nie!!1!1!!
- überdimensioniert großer Wohnraum - natürlich muss Opa Bertel mit 80 Jahren noch alleine das 200 m2 Haus bewohnen, das p.a. 20.000 kWh Energie benötigt und total vergammelt, weil ihn die Hütte überfordert. Aber hey - wenn er heute in eine kleinere Wohnung zieht, dann geht er ein wie eine Blume ohne Wasser. Weil er nutzt ja noch aktiv zwei Räume des Hauses und die kann man ihm nicht wegnehmen.

Ganz ehrlich: wir haben die letzten Jahre unseren Verbrauch optimiert, bewusst Energiesparende Elektrogeräte gekauft, haben "nur" eine Wohnung und kein Haus gekauft, haben vor drei Wochen eine kleine PV-Anlage montiert und siehe da: wir kommen nach allen Preiserhöhungen (die letzte kam gestern) mit kleinem Kind auf monatlich 120 Euro für Strom und Heizung zusammen (Puffer für weitere Preiserhöhung bereits eingerechnet).

Klar, wenn ich in den vergangenen Jahren meine Prioritäten anders gesetzt habe, dann überrollen mich jetzt die Kosten. Aber war diese Preisentwicklung denn wirklich so wenig absehbar?

Aus meiner Sicht war es doch nur eine Frage der Zeit bis sich die Preise in diese Richtung entwickeln und jeder hatte Zeit sich darauf vorzubereiten. Ich gebe zu, dass der Krieg in der Ukraine diese Entwicklung beschleunigt hat. Absehbar waren diese Preise dennoch.

Organisator

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1842 am: 23.08.2022 08:28 »
Macht euch doch nicht alle verrückt. Ich erkenne in meinem Umfeld folgendes Muster bei den Leuten, die über die hohen Energiekosten jammern:

- jahrelang von einem Energieanbieter zum anderen gewechselt, weil man da sooo viel Geld sparen kann und auch immer einen Wechselbonus dazubekommt - und das jährlich!
- die ältesten Elektrogeräte daheim und davon dann auch noch mehrere - ich brauche mindestens einen Kühlschrank für die Lebensmittel, einen für Bier, einen für die Limo, einer läuft leer als Reserve und dann noch drei Gefrierschränke
- wieso soll ich denn bitteschön mein Haus isolieren und so Energie sparen - das rechnet sich doch nie!!1!1!!
- überdimensioniert großer Wohnraum - natürlich muss Opa Bertel mit 80 Jahren noch alleine das 200 m2 Haus bewohnen, das p.a. 20.000 kWh Energie benötigt und total vergammelt, weil ihn die Hütte überfordert. Aber hey - wenn er heute in eine kleinere Wohnung zieht, dann geht er ein wie eine Blume ohne Wasser. Weil er nutzt ja noch aktiv zwei Räume des Hauses und die kann man ihm nicht wegnehmen.

Ganz ehrlich: wir haben die letzten Jahre unseren Verbrauch optimiert, bewusst Energiesparende Elektrogeräte gekauft, haben "nur" eine Wohnung und kein Haus gekauft, haben vor drei Wochen eine kleine PV-Anlage montiert und siehe da: wir kommen nach allen Preiserhöhungen (die letzte kam gestern) mit kleinem Kind auf monatlich 120 Euro für Strom und Heizung zusammen (Puffer für weitere Preiserhöhung bereits eingerechnet).

Klar, wenn ich in den vergangenen Jahren meine Prioritäten anders gesetzt habe, dann überrollen mich jetzt die Kosten. Aber war diese Preisentwicklung denn wirklich so wenig absehbar?

Aus meiner Sicht war es doch nur eine Frage der Zeit bis sich die Preise in diese Richtung entwickeln und jeder hatte Zeit sich darauf vorzubereiten. Ich gebe zu, dass der Krieg in der Ukraine diese Entwicklung beschleunigt hat. Absehbar waren diese Preise dennoch.

Ein sehr schönes Beispiel! Zumal man bei den Energiekosten - zumindest für die eigene Wohnung - die Lösung selber in der Hand hat. Ergänzend dazu - muss wirklich jeder Raum durchgehend 22 Grad haben? Klar, es ist schön, vor allem wenn man sich daran gewöhnt hat. Aber wirklich notwendig?

Bastel

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1843 am: 23.08.2022 08:38 »
Das Wort  die  MITTE  ist der Streitpunkt.
Klar wird immer zugesichert, endlich mal gezielt die MITTE  (diejenigen, die eigentlich alles finanzieren!) zu entlasten. Genau das aber wird sofort wieder zum Schweigen gebracht und gezielt gefordert "gefälligst nur die Armen, die ohne Job ..." und steuerlich entlastet werden die, die weit über der Mitte stehen. Die MITTE bleibt die blöde Schicht. Also wir. Weil irgendwie die Lobby fehlt. Die Mitte braucht doch kein H4 und lebt doch eh ganz gut ...(und hat einen sicheren Job!)
Das Bürgergeld ( ehemals Hartz IV ) soll 2023 deutlich erhöht werden.
Alle Beschäftigten im öffentlichen Dienst unter E 4 werden ab 2023 weniger im Geldbeutel haben, d.h. wer unter E 4 arbeitet sollte sich dem Bürgergeld anvertrauen.., wissen wenige bisher!
Kein morgens Aufstehen, kein Stress mit Vorgesetzten.., einfach ausschlafen ..bringt mehr in die Geldbörse..
Man muss sich vorstellen.., der Mann/die Frau bei der Müllabfuhr..., räumen denen den Dreck weg und haben am Ende des Monats weniger wie der/die die Nixtun...
Das Aussetzen von Sanktionen für Arbeitsunwillige ist unfassbar ungerecht..
Schnappatmung!

Quatsch...
--> https://oeffentlicher-dienst.info/c/t/rechner/tv-l/west?id=tv-l-2023&matrix=1

Quatsch? E4, Verheiratet, 2 Kinder kommt mit Kindergeld auf ca. 2500€ Netto.
Was hat die Hartzi Familie? 2.200-2.300€? + Anspruch auf Tafel, GEZ Befreiung usw.

bbdhs

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #1844 am: 23.08.2022 08:44 »
Macht euch doch nicht alle verrückt. Ich erkenne in meinem Umfeld folgendes Muster bei den Leuten, die über die hohen Energiekosten jammern:

- jahrelang von einem Energieanbieter zum anderen gewechselt, weil man da sooo viel Geld sparen kann und auch immer einen Wechselbonus dazubekommt - und das jährlich!
- die ältesten Elektrogeräte daheim und davon dann auch noch mehrere - ich brauche mindestens einen Kühlschrank für die Lebensmittel, einen für Bier, einen für die Limo, einer läuft leer als Reserve und dann noch drei Gefrierschränke
- wieso soll ich denn bitteschön mein Haus isolieren und so Energie sparen - das rechnet sich doch nie!!1!1!!
- überdimensioniert großer Wohnraum - natürlich muss Opa Bertel mit 80 Jahren noch alleine das 200 m2 Haus bewohnen, das p.a. 20.000 kWh Energie benötigt und total vergammelt, weil ihn die Hütte überfordert. Aber hey - wenn er heute in eine kleinere Wohnung zieht, dann geht er ein wie eine Blume ohne Wasser. Weil er nutzt ja noch aktiv zwei Räume des Hauses und die kann man ihm nicht wegnehmen.

Ganz ehrlich: wir haben die letzten Jahre unseren Verbrauch optimiert, bewusst Energiesparende Elektrogeräte gekauft, haben "nur" eine Wohnung und kein Haus gekauft, haben vor drei Wochen eine kleine PV-Anlage montiert und siehe da: wir kommen nach allen Preiserhöhungen (die letzte kam gestern) mit kleinem Kind auf monatlich 120 Euro für Strom und Heizung zusammen (Puffer für weitere Preiserhöhung bereits eingerechnet).

Klar, wenn ich in den vergangenen Jahren meine Prioritäten anders gesetzt habe, dann überrollen mich jetzt die Kosten. Aber war diese Preisentwicklung denn wirklich so wenig absehbar?

Aus meiner Sicht war es doch nur eine Frage der Zeit bis sich die Preise in diese Richtung entwickeln und jeder hatte Zeit sich darauf vorzubereiten. Ich gebe zu, dass der Krieg in der Ukraine diese Entwicklung beschleunigt hat. Absehbar waren diese Preise dennoch.

Ein sehr schönes Beispiel! Zumal man bei den Energiekosten - zumindest für die eigene Wohnung - die Lösung selber in der Hand hat. Ergänzend dazu - muss wirklich jeder Raum durchgehend 22 Grad haben? Klar, es ist schön, vor allem wenn man sich daran gewöhnt hat. Aber wirklich notwendig?

Ja, es stimmt schon. Wir leben auf großem Fuß. Reduzieren, überlegen, ob man wirklich das alles braucht ist schon gut. Wir haben auch das Haus umgebaut und aus einem 1-Parteien ein Zwei-Parteien Haus gemacht, haben alles neu gedämmt, neue Fenster und als nächstes kommt die (große) PV-Anlage und die Wärmepumpe. ABER: bei manchen geht es halt nicht sich Eigentum (Wohnung oder Haus) zu kaufen und dort Energiemaßnahmen zu ergreifen. Selbst der sparende Kühlschrank, Waschmaschine etc. ist für manche eine Investition, die sich nicht stemmen lässt (obwohl die sich von den Kosten wohl innerhalb von ein paar Jahren amortisieren würde).
Aber die Inflation bezieht sich ja derzeit auf viel mehr als nur Energie, daher wird es uns in Zukunft einfach "schlechter" gehen. Uns geht's dann ja immer noch (sehr) gut - wir müssen einfach lernen oder akzeptieren, dass es jetzt mal einen Dämpfer gibt. In den vergangenen 30-40 Jahren ging es ja eigentlich nur aufwärts. Und das ist vorbei - ich denke nicht, dass der Tarifabschluss die Inflation ausgleichen wird, also Verzicht. Ob wir das wolen oder nicht, ob wir das gutheißen oder nicht, am Ende geht's uns (und damit meine ich speziell die Personen hier im Forum, aber auch allgemein allen in Deutschland) eigentlich doch gut (gerade im Vergleich mit dem Rest der Welt).
Und das ist ja noch nicht das Ende. Unser Konsum wird ja zu einem Großteil von der günstigen Produktion in China gedeckt - warten wir mal ab was da noch kommt.