Autor Thema: Tarifverhandlungen und die Inflation  (Read 432365 times)

DiVO

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2520 am: 26.09.2022 11:28 »


Ich denke wir werden eher 100 - 150 % locker sein - Spaß beiseite. Wo auch immer du diese gewürfelten Zahlen hernimmst, keine Ahnung. Der Benzinpreis an der Zapfsäule ist seit März wieder um 15 % gesunken und wird, wenn sich der Euro wieder ein wenig erholt, noch deutlich mehr sinken. Öl- und Gaspreise sinken seit einigen Wochen deutlich. Erdgas hat auf 12-Monatssicht "nur" noch 19 % Aufschlag. Mal schauen wo wir da dann beim Vergleich März 2022 zu März 2023 liegen.

Gas- und Strompreise sind durch die Anbieter bereits nach oben angepasst. Wenn die Preise an den Börsen so bleiben, werden hier auch bald die ersten Senkungen stattfinden. Sobald die Gasumlage zurückgezogen wird, ist doch auch hier die erste Entspannung spürbar.

Ansonsten mein Tipp: einfach mal durchatmen und nicht durchdrehen.

Wie gut die Ölmafia sinkende Preise weitergibt sehen wir ja seit Monaten ;) , wenn sich der Kunde erst mal mit einem Preislevel abgefunden hat, wird es da auch nicht mehr runter gehen.

Warum sollten die den Sprit jemals wieder unter 1,80 verkaufen, wenn die Leute jetzt sogar 2,20 und mehr bezahlen ? Es kann halt nicht jeder zum tanken ins Ausland fahren.

Lebensmittel sieht es doch genau so aus. Als ob auch nur ein einziges Supermarkprodukt nochmal günstiger wird. Wovon träumst du sonst so ? Milch bei Aldi ist ca. 50% teurer geworden bei mir. Ich gehe jede Wette ein, dass die nie wieder auch nur einen Cent günstiger wird.

Strom und Gas genau das gleiche. Die Preise werden grad massivst hoch geschraubt. Denkst du im Ernst die gehen nochmal aufs Level von 2020/21 zurück ? Bleib bitte realistisch.

Wenn die Gasumlage jetzt wirklich kippt, dann fallen die paar Cent halt wieder weg, weil die Grundlage für diese konkreten Cent halt weg ist. Das ist aber auch das einzige.


Ich habe den Eindruck manche geben sich immer noch der Illusion hin, dass wir im nächsten Jahr wieder völlig "normal" unterwegs sind.

Die richtigen Kracher kommen erst noch.

Warte mal ab bis nächstes Jahr im ganzen Land die Nebenkostenabrechnungen mit 1000-3000€ Nachzahlungsforderungen bei den Leuten einflattern und die Abschläge um 100-300€ angehoben werden :D

Wir werden nächstes Jahr nicht wieder auf dem Niveau von 2021 liegen, so realistisch bin ich. Öl und Gas sind börsengehandelte Rohstoffe. Die Preise werden also nicht im Hinterzimmer der Tanke festgelegt, sondern sind einigermaßen transparent. Und wie bereits geschrieben: Die Börsenpreise für diese Rohstoffe sinken bereits deutlich und Benzin kosten an der Zapfsäule Stand heute 40 Cent weniger als im März. Wenn der Euro wie im Frühjr stünde, dann wäre Benzin nochmal 20 Cent günstiger. Hier werden aktuell die günstigeren Einkaufspreise bereits weitergegeben. Das hat nichts mit Mafia zu tun.

Zum Thema Heizöl: Seit März ist der Preis um 20 % gesunken. Seit Ende August ist der Preis bereits um 10 % gesunken und wird die nächsten Wochen noch weiter sinken. Einfach durchatmen und warten.

Die Discounter sind die ersten, die Preisreduktionen an ihre Kunden weitergeben. Hier herrscht ein sehr harter Wettbewerb. Von daher gehe ich fest davon aus, dass die Milch bei Aldi wieder günstiger wird, sobald die Erzeugerpreise zurückgehen. Das sieht man doch schon am Butterpreis, der schon wieder zurückgegangen ist. Bei speziellen Angeboten ist hier der Preis schon wieder recht normal und fast auf Vorjahresniveau. Dazu noch folgende Anmerkungen: Wir kaufen seit Jahren viele Produkte regional. Da sind die Preise im Endeffekt gleich geblieben.

Was soll bei meinen Nebenkosten passieren? Meine Strom- und Gasabschläge habe ich im Blick.Da überrascht mich nichts. Stand heute kriegen wir bei beiden eine Rückzahlung, also wieder Geld zurück. Warum ist das so? Verbräuche gesenkt, Balkonkraftwerk installiert und seit je her vernünftige Verträge mit dem Grundversorger abgeschlossen und kein Vetragshopping betrieben.

Bei unserem Hausgeld ist seit je her ein Puffer von monatlich 50 Euro enthalten. Auch hier rechne ich mit keiner Überraschung, es sei denn der Aufzug geht kaputt und muss ersetzt werden. Aber das hat mit den Energiepreisen nichts zu tun...

Ich verstehe daher nicht wieso im ganzen Land Nebenkostenabrechnungen mit 1000 bis 3000 Euro Forderung reinflattern sollen. Wenn du dich in der Vergangenheit schlecht aufgestellt hast, ist das dein individuelles Problem.

Kaiser80

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2521 am: 26.09.2022 11:37 »
Der Benzinpreis an der Zapfsäule ist seit März wieder um 15 % gesunken und wird, wenn sich der Euro wieder ein wenig erholt, noch deutlich mehr sinken. ´

Ansonsten mein Tipp: einfach mal durchatmen und nicht durchdrehen.
Dem Tipp möchte ich mich grundsätzlich anschließen.

Aber welche Anzeichen deuten denn kurz-,mittel-, langfristig auf eine(signifikante) Erhohlung des Euro ggü Dollar hin... Die FED hat in der Zins-Guidiance angekündigt, dass der Leitzins bis Ende 2023 nicht nur mindestens zwei Prozentpunkte angehoben wird, sondern auch auf diesem hohen Niveau bleiben dürfte. Der Euro ist auch nicht die Krisenwährung Nummer 1. Das Vertrauen in den US-Dollar als die Währung, die im Zweifelsfall am stabilsten bleibt, wenn es zu einer weltweiten Krisensituation kommt, wie wir sie jetzt sehen, ist da doch offensichtlich ungebrochen. Die Zehnjährigen US-Staatsanleihen laufen richtung 4% Rendite. Alles spricht grds. mal gg den Euro und für den Dollar...

Herbert Meyer

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2522 am: 26.09.2022 11:42 »
Zitat
Zum Thema Heizöl: Seit März ist der Preis um 20 % gesunken. Seit Ende August ist der Preis bereits um 10 % gesunken und wird die nächsten Wochen noch weiter sinken. Einfach durchatmen und warten.

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Für deine Argumentation ist es natürlich vorteilhaft, auf den Peak als Referenz zu blicken. Der Chartverlauf und die Durchschnittswerte sprechen aber leider gegen eine baldige Entspannung. 

DiVO

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2523 am: 26.09.2022 11:49 »
Der Benzinpreis an der Zapfsäule ist seit März wieder um 15 % gesunken und wird, wenn sich der Euro wieder ein wenig erholt, noch deutlich mehr sinken. ´

Ansonsten mein Tipp: einfach mal durchatmen und nicht durchdrehen.
Dem Tipp möchte ich mich grundsätzlich anschließen.

Aber welche Anzeichen deuten denn kurz-,mittel-, langfristig auf eine(signifikante) Erhohlung des Euro ggü Dollar hin... Die FED hat in der Zins-Guidiance angekündigt, dass der Leitzins bis Ende 2023 nicht nur mindestens zwei Prozentpunkte angehoben wird, sondern auch auf diesem hohen Niveau bleiben dürfte. Der Euro ist auch nicht die Krisenwährung Nummer 1. Das Vertrauen in den US-Dollar als die Währung, die im Zweifelsfall am stabilsten bleibt, wenn es zu einer weltweiten Krisensituation kommt, wie wir sie jetzt sehen, ist da doch offensichtlich ungebrochen. Die Zehnjährigen US-Staatsanleihen laufen richtung 4% Rendite. Alles spricht grds. mal gg den Euro und für den Dollar...

Wenn sich der Euro nicht erholt, dann kommen die niedrigeren Energiepreise eben nicht 1 zu 1 bei uns an, aber:

Es wird für das nicht Euro-Ausland lukrativer im Euro-Raum einzukaufen, d.h. die Exporte steigen. Also hat auch der günstige Euro einen gewissen Charme und wirkt sich positiv auf die Wirtschaft aus.

Ansonsten nochmal mein Tipp: durchatmen und nicht durchdrehen. Selbst Lösungen suchen wie man Kosten sparen kann und das dann umsetzen. Ein Balkonkraftwerk bietet hier für einen schmalen Taler eine gute Möglichkeit. Ach mal die eigene Komfortzone verlassen und nicht mit dem Auto zum Einkaufen zu fahren, sondern mit dem Rad oder zu Fuß. Den eigenen Konsum hinterfragen. Ist das 800 g Käsestück vom Discounter, von dem ich mehr als die Hälfte wegwerfe, wirklich günstiger als das vermeintlich teurere 250 g Stück vom Wochenmarkt, das ich aber ganz esse?

Kaufe ich die ägyptischen Kartoffeln bei Lidl oder doch lieber die Regionalen? Muss es jeden Tag Mango sein oder doch lieber mal eine Birne?

DiVO

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2524 am: 26.09.2022 11:55 »
Zitat
Zum Thema Heizöl: Seit März ist der Preis um 20 % gesunken. Seit Ende August ist der Preis bereits um 10 % gesunken und wird die nächsten Wochen noch weiter sinken. Einfach durchatmen und warten.

Heiz-l" border="0

Für deine Argumentation ist es natürlich vorteilhaft, auf den Peak als Referenz zu blicken. Der Chartverlauf und die Durchschnittswerte sprechen aber leider gegen eine baldige Entspannung.

Ich gehe davon aus, dass der Heizölpreis prinzipiell dem Ölpreis an der Börse folgt und hier gibt es noch Nachholbedarf, der mit Sicherheit bald realisiert sein wird. Ich gehe davon aus, dass viele Leute in Panik genauso ihre Tanks im Sommer vollgemacht haben wie andere Heizlüfter gekauft haben. Hier wurden, ähnlich wie beim Feuerholz, Käufe vorgezogen. Daher wird hier die nächsten Monate weniger Heizöl umgesetzt werden als in den Vorjahren.

Hugo Stieglitz

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2525 am: 26.09.2022 12:21 »
Zitat
Wenn sich der Euro nicht erholt, dann kommen die niedrigeren Energiepreise eben nicht 1 zu 1 bei uns an, aber:

Es wird für das nicht Euro-Ausland lukrativer im Euro-Raum einzukaufen, d.h. die Exporte steigen. Also hat auch der günstige Euro einen gewissen Charme und wirkt sich positiv auf die Wirtschaft aus.
Wenn die niedrigeren Energiepreise nicht 1 zu 1 bei uns ankommen, kommen sie natürlich auch nicht bei unseren außereuropäischen Kunden an. Stellt sich die Frage, ob die dann nicht woanders kaufen.

Abgesehen davon, müssen wir eine Menge Produkte zunächst importieren, bevor sie weiterverarbeitet exportiert werden können. Dies verteuert die Produkte zusätzlich. Ob der deutsche Wirtschaftsstandort damit dauerhaft konkurrenzfähig bleiben kann, wird die Zeit zeigen.

Kryne

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2526 am: 26.09.2022 12:33 »

Wir werden nächstes Jahr nicht wieder auf dem Niveau von 2021 liegen, so realistisch bin ich. Öl und Gas sind börsengehandelte Rohstoffe. Die Preise werden also nicht im Hinterzimmer der Tanke festgelegt, sondern sind einigermaßen transparent. Und wie bereits geschrieben: Die Börsenpreise für diese Rohstoffe sinken bereits deutlich und Benzin kosten an der Zapfsäule Stand heute 40 Cent weniger als im März. Wenn der Euro wie im Frühjr stünde, dann wäre Benzin nochmal 20 Cent günstiger. Hier werden aktuell die günstigeren Einkaufspreise bereits weitergegeben. Das hat nichts mit Mafia zu tun.

Börsenpreise bringen dir an der Zapfsäule bei 2,11€ pro Liter genau was ? Gehst du dann rein und hälst die Rohstoffpreise hin und verlangst Rabatt ?

Ich habe im März übrigens auf dem Weg zur Arbeit keine Tankstelle gesehen die 2,51€ genommen hätte. Weiß also nicht wo du deine 40 Cent hernimmst.

Wenn man den Ölpreis betrachtet, hätte der Sprit schon die ganze Zeit viel günstiger sein müssen. Ist halt nicht so und wird er auch nicht mehr. Die Ölmafia wird da schon genug Argumente finden wie gestiegene Raffinierie Kosten, Transportkosen uvm.

Zitat

Zum Thema Heizöl: Seit März ist der Preis um 20 % gesunken. Seit Ende August ist der Preis bereits um 10 % gesunken und wird die nächsten Wochen noch weiter sinken. Einfach durchatmen und warten.

Er ist seit dem absoluten Peak um 20% gesunken. Dann sei so ehrlich und erwähne bitte auch, dass er trotzdem wesentlich höher liegen als im Vorjahr.

Als Kunde zahle ich bei den meisten Lieferanten aktuell ca. immernoch das doppelte. 20% weniger seit März ist toll, es sind für die Endkunden trotzdem ~100% mehr als bei der letzten Betankung, je nachdem wann die war.

Zitat
Die Discounter sind die ersten, die Preisreduktionen an ihre Kunden weitergeben. Hier herrscht ein sehr harter Wettbewerb. Von daher gehe ich fest davon aus, dass die Milch bei Aldi wieder günstiger wird, sobald die Erzeugerpreise zurückgehen. Das sieht man doch schon am Butterpreis, der schon wieder zurückgegangen ist. Bei speziellen Angeboten ist hier der Preis schon wieder recht normal und fast auf Vorjahresniveau. Dazu noch folgende Anmerkungen: Wir kaufen seit Jahren viele Produkte regional. Da sind die Preise im Endeffekt gleich geblieben.

Weiß jetzt nicht welche Butter du kaufst, bei unserem Rewe, Edeka oder Aldi sind da keine Preise zurückgegangen. Käse/Milchprodukte sind sogar gerade letzte Woche wieder teurer geworden.

Bergader Almzeit Mini Weichkäse. Vor einem Jahr noch 0,99€ bei Aldi. Im Früjahr dann 1,29. Im Sommer auf 1,39 und letzte Woche auf 1,49€ erhöht worden. Nehme ich mal als Beispiel weil ich den echt gerne gekauft habe früher. Jetzt nicht mehr.

Regionale Erzeuger geben auch ungern gestiegene Preise an die Endkunden weiter, weil die auf eine starke Kundenbindung angewiesen sind. Werden aber auch deine Quellen nicht langfristig drum rumkommen, denn auch die brauchen Energie in irgendeiner Art und Weise.

Bei uns hat kürzlich schon der erste Traditionsbäcker der noch eine eigene Backstube hatte zugemacht, weil er die gestiegenen Preise nicht an die Kunden weitergeben wollte. Hat gesagt er schließt den Laden lieber, bevor er seinen Kunden diese Preise zumutet.

Zitat

Was soll bei meinen Nebenkosten passieren? Meine Strom- und Gasabschläge habe ich im Blick.Da überrascht mich nichts. Stand heute kriegen wir bei beiden eine Rückzahlung, also wieder Geld zurück. Warum ist das so? Verbräuche gesenkt, Balkonkraftwerk installiert und seit je her vernünftige Verträge mit dem Grundversorger abgeschlossen und kein Vetragshopping betrieben.

Was soll passieren ? Naja ganz einfach, das was bei Millionen von Leuten gerade passiert und in Kürze passieren wird. Nach Ablauf der Preisgarantie wird dein Preis erhöht und Abschlag angepasst.

Das bei laufenden Verträgen ohne Preisänderung keine Überraschung zu erwarten ist, ist mir klar. Auch wenn du anscheinend anderer Auffassung bist, sitzt bei mir keine Schraube locker.

Ich hab auch noch einen Stromvertrag mit 22,5 cent pro kwh. Ist natürlich toll. Ich gebe mich aber nicht der Illusion hin, dass dies so bleibt. Würde ich jetzt beim gleichen Anbieter einen neuen Vertrag machen (nein kein kleiner Billiganbieter durchs Vertragshopping, sondern ein großer Anbieter bei dem ich seit 6 Jahren bin) dann wäre ich bei 69,5 cent pro kwh. Meine Monatskosten würden sich also knapp verdreifachen.

Beim Gas sieht das nochmal komplett anders aus. Das hat der Vermieter mit Zentralheizung komplett alleine in der Hand. Und so geht es mehr als Hälfte aller Deutschen. Okay, ein paar Mieter haben eigene Gasanschlüsse oder Wärmetauscher und damit ihre Kosten selbst im Griff.

Der Großteil hat aber entweder ne Gaszentralheizung oder Ölzentralheizung im Keller und keinerlei Handhabe auf irgendwas, außer den eigenen Verbrauch.

Wenn der Vermieter jetzt den Öltank vollmacht, dann tut er das zu einem Preis der in den Abschlägen bisher nicht vorgesehen war. Sofern also die Abschläge nicht eh viel zu hoch waren, kommt man da um eine Nachzahlung garnicht drum rum.

Wenn der Gasanbieter vom Vermieter jetzt die Preisschraube hochdreht, dann kommt der Mieter da auch nicht drum rum. Selbst wenn man in Spanien überwintert und die Bude nicht heizt werden mindestens 30% der Heizkosten nach m² umgelegt. Macht man also auch kein Geschäft mit ;)

Zitat
Bei unserem Hausgeld ist seit je her ein Puffer von monatlich 50 Euro enthalten. Auch hier rechne ich mit keiner Überraschung, es sei denn der Aufzug geht kaputt und muss ersetzt werden. Aber das hat mit den Energiepreisen nichts zu tun...

Keine Sorge, wenn der Aufzug kaputt geht, werdet ihr eh keinen Handwerker finden der das in den nächsten 12 Monaten reparieren könnte ;)


Zitat
Ich verstehe daher nicht wieso im ganzen Land Nebenkostenabrechnungen mit 1000 bis 3000 Euro Forderung reinflattern sollen. Wenn du dich in der Vergangenheit schlecht aufgestellt hast, ist das dein individuelles Problem.

Wie gesagt, der Großteil der Bundesbürger ist abhängig vom Vermieter und hat keinen Einfluss auf die Heizkosten, außer den Verbrauch zu reduzieren. Wer das in den letzten Jahren aber eh noch nicht getan hat, hat sowieso gepennt.

Wir haben z.B. schon vor Jahren smarte Thermostate verbaut und die Räume mittels Zeitprogramm auf Idealtemperaturen gebracht.

Aber 20% Energie einsparen bringt am Ende nicht viel, wenn der Vermieter am Ende vom Winter 300% gestiegene Heizkosten hat, die er an die Mieter weitergibt natürlich.



Ich glaube du lebst aktuell in einer ziemlichen bequemen Bubble und redest dir da oben ziemlich viel noch schön, weil bei dir einfach noch nicht wirklich was angekommen ist von der Situation.


heike2106

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2527 am: 26.09.2022 12:37 »
Mir kommt das Grauen, wenn ich bei Verdi auf Facebook lese, dass die Einmalzahlung in der Tarifverhandlungen zur Entlastung der Beschäftigten drin haben wollen.

Gerade für die jüngeren Beschäftigten ein Schlag in die Fresse.
Wir wissen alle was das bedeutet:
Weniger Prozente, 2023 Nullrunde

Den ganzen Boomern, die kurz vor der Rente stehen, denen gönne ich die Einmalzahlung. Die haben ihre Rente sicher, und die Prozente bringen nicht mehr so viel.
Ich muss noch 30+ Jahre, ich will keine Einmalzahlung!

Ich könnte schreien, wenn ich die Kommentare lese, die das forcieren.
« Last Edit: 26.09.2022 12:50 von heike2106 »

Kryne

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2528 am: 26.09.2022 12:46 »
Mir kommt das Grauen, wenn ich bei Verdi auf Facebook lese, dass die Einmalzahlung in der Tarifverhandlungen zur Entlastung der Beschäftigten drin haben wollen.

Gerade für die jüngeren Beschäftigten ein Schlag in die Fresse.
Wir wissen alle was das bedeutet:
Weniger Prozente, 2022 Nullrunde

Den ganzen Boomern, die kurz vor der Rente stehen, denen gönne ich die Einmalzahlung. Die haben ihre Rente sicher, und die Prozente bringen nicht mehr so viel.
Ich muss noch 30+ Jahre, ich will keine Einmalzahlung!

Ich könnte schreien, wenn ich die Kommentare lese, die das forcieren.

75% der Leute sind halt einfach "doof".

Wenn ich diese Kommentare lese, würd ich die gerne schnappen und mal richtig durchrütteln.

Das sind dann auch die Pfeiffen, die dann die 3000€ nehmen sich davon nen neuen Fernseher mit Soundanlage kaufen und im nächsten Monat nix mehr von übrig haben.

Ganz davon ab, dass es never 3000€ für alle geben würde, selbst bei 3 Jahren Nullrunde würde es das niemals geben :D

heike2106

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2529 am: 26.09.2022 12:54 »
Das bezweifle ich auch stark.
Ich denke auch nicht, dass Arbeitszeitverkürzung eine Rolle spielen wird.
Der Osten erreicht (traurigerweise) erst 2023 erstmalig die 39 Stunden Woche. Never ever gehen die erneut runter.

Kaiser80

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2530 am: 26.09.2022 13:48 »
Mir kommt das Grauen, wenn ich bei Verdi auf Facebook lese, dass die Einmalzahlung in der Tarifverhandlungen zur Entlastung der Beschäftigten drin haben wollen.

Ersnthaft: DAS überrascht dich? Nachdem Scholz auf der AG Tagung nochmal ausdrücklich "wenn Arbeitgeber und Gewerkschaften sich darauf einigen" war doch sonnenklar das die Gewrkschaften den Ball aufnehmen.

Danke übrigens, dass du dir das Grauen angetan hast...Ein solche Site würde ich ne besuchen...

Majon

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2531 am: 26.09.2022 14:24 »
Mit 3.000 Euro netto (ohne eventuelle Steuerrückerstattung) zu jammern, dass man damit unzufrieden ist macht mich dann doch ein wenig sprachlos und ich überlege, ob ich für dich sammeln gehe.

Warme Bude: 1000€
Auto mit allem Pipapo: 500€
Rücklagen: 500€

Bleiben dir 1000€ zum verballern. Wenn man Bafög oder einen Studienkredit zurückzahlen darf, wirds noch weniger.

Ich habe nicht behauptet dass man verhungert...

Und das ist schon recht simpel gerechnet.

Lebenserhaltungskosten müssten vor dem verballern noch raus. Lebensmittel, Getränke, Haushalts- und Hygieneartikel.

Kann man pro Person und Monat bei den aktuellen Preisen locker mal 200-300€ annehmen, wenn man mal von einer gesunden und ausgewogenen Ernährung ausgeht, aber mit Discounter Produkten. Wenn man Wert auf regionale Bio Produkte legt, kannste nochmal 100€ draufpacken.

Dann kommen noch etwaige Versicherungen dazu. (Private Altersvorsorge sofern die nicht in den Rücklagen einberechnet war, Haftpflicht, Hausrat, Zahnzusatz und was man sonst noch so alles hat).

Weitere Kosten wie Telefon + Internet.

Ich wage zu Behaupten, dass die meisten selbst bei 3000 Netto davon nächstes Jahr keine 500€ mehr zurücklegen können, außer durch massive Einschränkungen im Lebensstandard.

Ich wage hingegen zu behaupten, dass hier wieder auf sehr hohem Niveau gemeckert wird. Die Hauptsache ist, die eigenen Ausgaben und das private (schlechte) Wirtschaften nicht kritisch hinterfragen zu müssen.

Wer von 3.000 Netto (als Single) nichts mehr zurücklegen kann, finanziert m. E. damit a) ein übermäßiges Konsumverhalten, dass den Planeten sowieso gegen die Wand fährt oder b) eine Horde an Nachwuchs, die durch ihre Existenz dazu beiträgt, den Planeten sowieso gegen die Wand zu fahren oder c) einen übermäßigen Fuhrpark, der... dürfte bekannt sein. Oder sogar Kombinationen von a), b) und c).

Und eine Immobilienfinanzierung ist nichts anderes als ein gehebelter Vermögensaufbau, zählt also als "zurücklegen".

_______________

Von 2,8k monatlich kann ich ~1,5k sparen und dass trotz 800€ für die warme (Single-)Bude mit allen sonstigen NK, einschließlich (Öko-)Strom, Internet, Handy etc. und ca. 50% Biolebensmitteln.

Dem kann ich nur zustimmen! Wer als Single mit 3.000 € Netto nicht in der Lage ist, mindestens 500 € monatlich zu sparen, macht definitiv etwas falsch!

Ich habe mit E9a, Stufe 6 VKA inkl. Jahressonderzahlung und LOB ein durchschnittliches Nettoeinkommen von ~2.700 € pro Monat. Davon finanzieren ich den Lebensunterhalt von meinem Lebensgefährten, der über kein Einkommen verfügt, und mir.
 
Unsere 107 m² große Altbauwohnung verursacht dabei folgende Kosten: 700 € Kaltmiete zuzüglich 350 € für Nebenkosten inkl. Heizkosten (~ 20.000 kwH Gas) zuzüglich 100 € für Strom (~2.000 kwH Ökostrom), also bisher 1.150 € für die Wohnung.
 
Dazu kommen noch zwei Mobilfunkverträge für je 10 € und ein Internetvertrag für 30 €.
An Versicherungen haben wir eine Hausrat für 80 € und je eine Privathaftpflicht für 50 € im Jahr.

Ein Auto haben wir nicht. Fahrkosten, um in Büro zu kommen, entstehen auch nicht, da ich das Glück habe, nur einen Arbeitsweg von knapp 2 km zu haben, den ich zu Fuß zurücklege.

Nach Abzug der Fixkosten (~1.215 €) und der Kosten für Lebensmittel und weitere Verbrauchsgüter (~600 € - wir kaufen unsere Lebensmittel überwiegend bei Aldi, Lidl und Penny und mein Lebensgefährte kocht jeden Tag selbst) bleiben in der Regel  ~800 € monatlich über, die ich spare - im Jahr 2021 belief sich die Sparsumme auf insgesamt 10.200 €.

Davon gönnen wir uns jedes Frühjahr 4 Wochen Urlaub auf Fuerteventura, der mit ~3.000 € zu Buche schlägt (je 1.000 € für das Apartment, die Business Class Flüge und die Lebenshaltungskosten), und der Rest wird für eine zusätzlich Altersversorgung gespart.

Noch knapp 9 Jahre, dann beabsichtige ich mit 63 Jahren und leider horrenden Abschlägen nach 45 Arbeitsjahren in Rente zu gehen. Je nach Entwicklung arbeite ich eventuell auch bis 65, da ich dann nach derzeit geltendem Recht ohne Abschläge in Rente gehen könnte - schaun mer mal…

Und da wir beabsichtigen, nach Fuerteventura auszuwandern, sobald ich nicht mehr arbeiten muss, muss ich mir im Alter zumindest um Heizkosten keine Sorgen machen!

Kaiser80

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2532 am: 26.09.2022 14:41 »
Wer als Single mit 3.000 € Netto nicht in der Lage ist, mindestens 500 € monatlich zu sparen, macht definitiv etwas falsch!

...blubb...

Vielen Dank, dass wir anhand deiner nahezu wissenschaftlichen Abhandlung nun erkannt haben, dass ein Single mit >=EG9aS6, der nicht mindestens 500€ p.M. zurucklegen kann "definitiv" etwas falsch macht.

Oder ist das doch eher anekdotisch?

Kryne

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2533 am: 26.09.2022 15:05 »
Für mich klingt das auch eher nach "Überleben" und nicht nach "Leben". Aber jedem das seine.

BAT

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2534 am: 26.09.2022 15:08 »
Majon, das hört sich nach Stadt an.

Jetzt guck mal bei auf dem Land, brauchst Du ein Auto, kannst ein paar hundert Euro monatlich für rechnen. Zudem die Eigentumsbildung an der ETW, auch noch mal 200 bis 300 € mehr pro Monat als die Miete (wobei das Abbezahlen ja eigentlich sparen ist, ist halt eine Definitionsfrage).

Dafür kann ich aber auch durch den Verkauf entweder ab 53 halbe Tage in einer niedrigen EG machen bis zur Rente, oder alternativ weiter mit 34 Stunden arbeiten und dann ab Ende 50 als Privatier in Rente gehen.