Autor Thema: Tarifverhandlungen und die Inflation  (Read 703983 times)

Queen of Spades

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2670 am: 29.09.2022 13:49 »
https://www.klassegegenklasse.org/berliner-krankenhausbewegung-will-19-prozent-mehr-lohn/

Zitat
Am vergangenen Montag trafen sich etwa einhundert Kolleg:innen im Rahmen der Berliner Krankenhausbewegung, um über einen Vorschlag für Forderungen zur kommenden TVöD-Tarifrunde abzustimmen. Ihre Vorstellungen sind richtungsweisend: 19 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von 12 Monaten.

Unabhängig davon WER es fordert, genau SO


Kubus

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2671 am: 29.09.2022 14:35 »
...die Beschäftigten erwarten mindestens einen Informationsausgleich (zur Zeit 9 %) als Ergebnis und keine Forderung von 8%...
Wenn die Energiekosten etc im April im nächsten Jahr auf dem aktuellem Niveau sind, dann läuft es doch auf ne Inf Rate von -0,5% hin und was dann?

bei 50% Erzeugerpreisanstieg zieht die Inflation Stück für Stück erst nach. Alles, was späte rin der Kette kommt, wird nach und nach teurer. Daher ist das nicht so easy wie man sich das denkt :)

Mich freuts irgendwie, günstigere Aktien im Einkauf und die Immokredite verlieren schön an Wert. Der eine verliert, der andere gewinnt.

Immokredit verliert nur so lange an wert wenn am Ende deine Kaufkraft steigt. Zum Glück bin ich kurz vor dem Krieg komplett aus dem Aktienmarkt ausgestiegen. Wäre sonst ein katastrophaler Verlust

Die Kaufkraft muss nicht steigen, das Gehalt sollte über kurz oder lang entsprechend angepasst werden. Hier kommt dann die Zeitkomponente dazu.
Zb 10 Jahre, 50% Inflation, 5000€ Gehalt, 100.000 Kredit, 1000€ Rate = 20% Belastung
Bei 30% Anstieg des Gehalts = 6500€, Rate bleibt gleich ==> 1000/6500 = 15% Belastung

bei gleicher Kaufkraft hast du ja sogar 7500/Monat. Das wären dann sogar nur 13% vs 20.

TVWaldschrat

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2672 am: 29.09.2022 14:47 »
Das Ver.di in den letzten Jahren s. g. "Tarifabschlüsse" für den ö.D. trotz Rekordsteuereinnahmen unter Niveau erreicht hat..., ist erschreckend!
Ver.di wie schlecht seid ihr eigentlich?
Unbesetzte Planstellen..sind die Folge..
Lachhafte Werbung der Kommunen mit 6,65 € i.M. vermögenswirksamen Leistungen um Personal zu gewinnen ist die Folge..
Jetzt gehts ums Überwintern...: Ein "Energiepreisdeckel" muss und wird kommen..
Jetzt gehts ums Überleben von Industrie und Gesellschaft..
Nach/Noch Corona und jetzt dieser Krieg.., die Schuldenbremse muss unbedingt ausgesetzt werden..
Diese Krisen muss dann die nachfolgende Generation "ausbaden"..
Es geht nicht mehr ums billige Vererben von Häusern/Garagen/ein paar qm Land..
Es geht um die Zukunft Deutschlands..

Was interessiert Verdi, wie und wie nicht irgendwelche Planstellen besetzt werden? Sollen die AG-Vertreter doch mit einem besseren Angebot kommen, wenn sie Probleme haben Planstellen zu besetzen?

Kryne

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2673 am: 29.09.2022 15:01 »

Oje, du hast also früher mehr gelleistet als du deinem AG schuldest und willst jetzt weniger leisten als du ihm schuldest?  :P

Was ich meinem AG schulde weiß ich nichtmal genau, da ich seit mehreren Jahren auf eine detaillierte Stellenbeschreibung warte, in der mal genau aufgelistet wird was tatsächlich offiziell meine Aufgaben sind.

Mein direkter Vorgesetzter ist hier seit Jahren dran, weiß der Geier warum da nix "offizielles" existiert bzw. da ist. Aber das ist ein anderes Thema.


Ganz davon abgesehen arbeitet ja jeder mit verschiedenen Geschwindigkeiten. Wenn ich einen Brief schreiben soll, dann schreibe ich den natürlich. Durch die immer weiter steigende Inflation tippe ich jetzt z.B. halt etwas langsamer als vorher ;)

Ich meine, man wird ja auch nicht jünger und da kann es ja durchaus mal sein, dass die gewohnte Arbeitsgeschwindigkeit nachlässt, wenn man die Qualität mittlerer Art und Güte beibehalten möchte.

Eine Wellness Behandlung hier und da, die einen jung hält, kann ich mir leider durch die Inflation nicht mehr leisten :)

Organisator

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2674 am: 29.09.2022 15:06 »
Das Ver.di in den letzten Jahren s. g. "Tarifabschlüsse" für den ö.D. trotz Rekordsteuereinnahmen unter Niveau erreicht hat..., ist erschreckend!
Ver.di wie schlecht seid ihr eigentlich?
Unbesetzte Planstellen..sind die Folge..
Lachhafte Werbung der Kommunen mit 6,65 € i.M. vermögenswirksamen Leistungen um Personal zu gewinnen ist die Folge..
Jetzt gehts ums Überwintern...: Ein "Energiepreisdeckel" muss und wird kommen..
Jetzt gehts ums Überleben von Industrie und Gesellschaft..
Nach/Noch Corona und jetzt dieser Krieg.., die Schuldenbremse muss unbedingt ausgesetzt werden..
Diese Krisen muss dann die nachfolgende Generation "ausbaden"..
Es geht nicht mehr ums billige Vererben von Häusern/Garagen/ein paar qm Land..
Es geht um die Zukunft Deutschlands..

Was interessiert Verdi, wie und wie nicht irgendwelche Planstellen besetzt werden? Sollen die AG-Vertreter doch mit einem besseren Angebot kommen, wenn sie Probleme haben Planstellen zu besetzen?

Zumal Verdi wohl kaum die Interessen der Beamten (= Planstelleninhaber) vertritt.

daseinsvorsorge

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2675 am: 29.09.2022 15:13 »
https://www.klassegegenklasse.org/berliner-krankenhausbewegung-will-19-prozent-mehr-lohn/

Zitat
Am vergangenen Montag trafen sich etwa einhundert Kolleg:innen im Rahmen der Berliner Krankenhausbewegung, um über einen Vorschlag für Forderungen zur kommenden TVöD-Tarifrunde abzustimmen. Ihre Vorstellungen sind richtungsweisend: 19 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von 12 Monaten.

Unabhängig davon WER es fordert, genau SO

Gute Aktion- aber: Es ist aber zu beachten, dass man nur das fordern sollte, was gegen die AGs auch halbwegs durchsetzbar erscheint. Denn wenn die AGs das zurückweisen, wovon ja auszugehen ist, muß es ja ausreichend Droh- und Druckpotential  seitens der Beschäftigten - sei es organisiert oder nichtorgansiert - geben, was die AGs beeindrucken könnte.

Dies hat in der Pflege bei den UKs funktioniert - aber auch erst nach 79 Tagen Dauerstreik und eines zuvor abgelaufenen !00 Tage -Ultimatums oder auch bei den Hafenarbeitern. Von den dazu notwendigen Rahmenbedingungen  sehe ich die Beschäftigten Bund/Kommune sehr, sehr weit entfrent-LEIDER.


JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2676 am: 29.09.2022 15:27 »
BAMF, Bundesnetzagentur, BAFA, Gesundheitsämter, Kitas, Müll, Kommunale Verkehrsunternehmen (die TV-N sind ja zu einem guten Teil an den TVÖD gekoppelt), Kläranlagen, Rettungsdienst, Leitstelle... Das sind doch Bereiche, die richtig weh tun können.

TVWaldschrat

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2677 am: 29.09.2022 15:35 »
BAMF, Bundesnetzagentur, BAFA, Gesundheitsämter, Kitas, Müll, Kommunale Verkehrsunternehmen (die TV-N sind ja zu einem guten Teil an den TVÖD gekoppelt), Kläranlagen, Rettungsdienst, Leitstelle... Das sind doch Bereiche, die richtig weh tun können.

Das sind auch die Gründe, warum der TVöD bessere Bedingungen hat als der TV-L/H

daseinsvorsorge

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2678 am: 29.09.2022 15:45 »
BAMF, Bundesnetzagentur, BAFA, Gesundheitsämter, Kitas, Müll, Kommunale Verkehrsunternehmen (die TV-N sind ja zu einem guten Teil an den TVÖD gekoppelt), Kläranlagen, Rettungsdienst, Leitstelle... Das sind doch Bereiche, die richtig weh tun können.

... wenn sich eine überwiegende Mehrheit der Beschäftigten für Ihre Belange wirklich einsetzen würden- tun sie aus verschiedenen Gründen aber nicht. Dies wissen auch die AGs (zu schätzen) und können - trotz Krise - den Tarifverhandlungen gelassen entgegensehen. Dies bildet sich ja auch in einem früheren Post ab, wonach die vka den Kommunen eine Tariferhöhung um ca. 5% prognostiziert.

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2679 am: 29.09.2022 15:50 »
Man kann aus dem Phlegma der Gewerkschafter ja nicht auf das große Heer der freien Arbeitnehmer schließen noch wäre zu vermuten, dass Gewerkschafter in einem der genannten Bereiche (oder auch anderswo) eine Gruppe von relevanter Größe stellen würden.

Kryne

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2680 am: 29.09.2022 16:51 »
Die 10% haben wir schon mal geknackt jetzt.

Experten rechnen bis zum Jahreswechsel mit 12%. (Diese Experten haben aber auch für den September nur mit 9% gerechnet).

Da aber die Energiekostenexplosion immer noch nicht komplett bei den Leuten ankommt, können wir wohl bis zum Ende der Verhandlungen im März mit ca. 15% rechnen.

Wenn wir dann die Warenkorbschummelei bereinigen, dürften das bei vielen eine persönliche Inflationsrate von locker 20-25% sein.


In Anbetracht dessen, sollte etwa folgendes Ergebnis erzielt werden:

- 15% Lohnplus für alle EGs ab dem 01.04.23

- 3000€ Einmalzahlung für alle EGs als Ausgleich für die letzten miesen Tarifrunden

- Ab 01.01.24 eine Erhöhung entsprechend der Inflation + 1,5% für alle EGs

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daseinsvorsorge

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2681 am: 29.09.2022 16:54 »

... In Anbetracht dessen, sollte etwa folgendes Ergebnis erzielt werden:

- 15% Lohnplus für alle EGs ab dem 01.04.23

- 3000€ Einmalzahlung für alle EGs als Ausgleich für die letzten miesen Tarifrunden

- Ab 01.01.24 eine Erhöhung entsprechend der Inflation + 1,5% für alle EGs

Laufzeit bis 31.12.2024

Warum erst ab dem 01.04.23 ?

Kryne

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2682 am: 29.09.2022 16:59 »

... In Anbetracht dessen, sollte etwa folgendes Ergebnis erzielt werden:

- 15% Lohnplus für alle EGs ab dem 01.04.23

- 3000€ Einmalzahlung für alle EGs als Ausgleich für die letzten miesen Tarifrunden

- Ab 01.01.24 eine Erhöhung entsprechend der Inflation + 1,5% für alle EGs

Laufzeit bis 31.12.2024

Warum erst ab dem 01.04.23 ?

Ah vertan, der läuft ja schon zum 31.12.22 jetzt aus.

Bin da etwas irritiert, warum man erst verhandelt wenn er ausläuft und nicht vorher, damit man zum 01.01. einen neuen hat.

Matti101

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2683 am: 29.09.2022 17:12 »


In Anbetracht dessen, sollte etwa folgendes Ergebnis erzielt werden:

- 15% Lohnplus für alle EGs ab dem 01.04.23

- 3000€ Einmalzahlung für alle EGs als Ausgleich für die letzten miesen Tarifrunden

- Ab 01.01.24 eine Erhöhung entsprechend der Inflation + 1,5% für alle EGs

Laufzeit bis 31.12.2024

...das wäre toll, aber an so einen Abschluss glaube ich nicht mal in meinen kühnsten Träumen.

Die Frage ist, wie wir mehr Druck aufbauen können. Bei 3 Mio. Beschäftigten könnte man doch Verwaltung, Kitas, Müllabfuhr lahm legen. Warum gelingt das anderen Branchen mit weitaus weniger Beschäftigten? Piloten fliegen nicht mehr, Lokführer fahren nicht mehr....

TVWaldschrat

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2684 am: 29.09.2022 17:12 »

... In Anbetracht dessen, sollte etwa folgendes Ergebnis erzielt werden:

- 15% Lohnplus für alle EGs ab dem 01.04.23

- 3000€ Einmalzahlung für alle EGs als Ausgleich für die letzten miesen Tarifrunden

- Ab 01.01.24 eine Erhöhung entsprechend der Inflation + 1,5% für alle EGs

Laufzeit bis 31.12.2024

Warum erst ab dem 01.04.23 ?

Ah vertan, der läuft ja schon zum 31.12.22 jetzt aus.

Bin da etwas irritiert, warum man erst verhandelt wenn er ausläuft und nicht vorher, damit man zum 01.01. einen neuen hat.

Weil der Tarifvertrag gekündigt werden muss, und erst dann die Verhandlungen los gehen können.. Der Tarifvertrag wird erst nach Ablauf der Mindestlaufzeit gekündigt (fristgerecht). Also können Verhandlungen erst ab 1.1. losgehen. Die Forderung wird aber idr vor Ablauf der Mindestlaufzeit verkündet.