Autor Thema: Tarifverhandlungen und die Inflation  (Read 432372 times)

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2685 am: 29.09.2022 15:50 »
Man kann aus dem Phlegma der Gewerkschafter ja nicht auf das große Heer der freien Arbeitnehmer schließen noch wäre zu vermuten, dass Gewerkschafter in einem der genannten Bereiche (oder auch anderswo) eine Gruppe von relevanter Größe stellen würden.

Kryne

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2686 am: 29.09.2022 16:51 »
Die 10% haben wir schon mal geknackt jetzt.

Experten rechnen bis zum Jahreswechsel mit 12%. (Diese Experten haben aber auch für den September nur mit 9% gerechnet).

Da aber die Energiekostenexplosion immer noch nicht komplett bei den Leuten ankommt, können wir wohl bis zum Ende der Verhandlungen im März mit ca. 15% rechnen.

Wenn wir dann die Warenkorbschummelei bereinigen, dürften das bei vielen eine persönliche Inflationsrate von locker 20-25% sein.


In Anbetracht dessen, sollte etwa folgendes Ergebnis erzielt werden:

- 15% Lohnplus für alle EGs ab dem 01.04.23

- 3000€ Einmalzahlung für alle EGs als Ausgleich für die letzten miesen Tarifrunden

- Ab 01.01.24 eine Erhöhung entsprechend der Inflation + 1,5% für alle EGs

Laufzeit bis 31.12.2024


daseinsvorsorge

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2687 am: 29.09.2022 16:54 »

... In Anbetracht dessen, sollte etwa folgendes Ergebnis erzielt werden:

- 15% Lohnplus für alle EGs ab dem 01.04.23

- 3000€ Einmalzahlung für alle EGs als Ausgleich für die letzten miesen Tarifrunden

- Ab 01.01.24 eine Erhöhung entsprechend der Inflation + 1,5% für alle EGs

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Warum erst ab dem 01.04.23 ?

Kryne

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2688 am: 29.09.2022 16:59 »

... In Anbetracht dessen, sollte etwa folgendes Ergebnis erzielt werden:

- 15% Lohnplus für alle EGs ab dem 01.04.23

- 3000€ Einmalzahlung für alle EGs als Ausgleich für die letzten miesen Tarifrunden

- Ab 01.01.24 eine Erhöhung entsprechend der Inflation + 1,5% für alle EGs

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Warum erst ab dem 01.04.23 ?

Ah vertan, der läuft ja schon zum 31.12.22 jetzt aus.

Bin da etwas irritiert, warum man erst verhandelt wenn er ausläuft und nicht vorher, damit man zum 01.01. einen neuen hat.

Matti101

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2689 am: 29.09.2022 17:12 »


In Anbetracht dessen, sollte etwa folgendes Ergebnis erzielt werden:

- 15% Lohnplus für alle EGs ab dem 01.04.23

- 3000€ Einmalzahlung für alle EGs als Ausgleich für die letzten miesen Tarifrunden

- Ab 01.01.24 eine Erhöhung entsprechend der Inflation + 1,5% für alle EGs

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...das wäre toll, aber an so einen Abschluss glaube ich nicht mal in meinen kühnsten Träumen.

Die Frage ist, wie wir mehr Druck aufbauen können. Bei 3 Mio. Beschäftigten könnte man doch Verwaltung, Kitas, Müllabfuhr lahm legen. Warum gelingt das anderen Branchen mit weitaus weniger Beschäftigten? Piloten fliegen nicht mehr, Lokführer fahren nicht mehr....

TVWaldschrat

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2690 am: 29.09.2022 17:12 »

... In Anbetracht dessen, sollte etwa folgendes Ergebnis erzielt werden:

- 15% Lohnplus für alle EGs ab dem 01.04.23

- 3000€ Einmalzahlung für alle EGs als Ausgleich für die letzten miesen Tarifrunden

- Ab 01.01.24 eine Erhöhung entsprechend der Inflation + 1,5% für alle EGs

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Warum erst ab dem 01.04.23 ?

Ah vertan, der läuft ja schon zum 31.12.22 jetzt aus.

Bin da etwas irritiert, warum man erst verhandelt wenn er ausläuft und nicht vorher, damit man zum 01.01. einen neuen hat.

Weil der Tarifvertrag gekündigt werden muss, und erst dann die Verhandlungen los gehen können.. Der Tarifvertrag wird erst nach Ablauf der Mindestlaufzeit gekündigt (fristgerecht). Also können Verhandlungen erst ab 1.1. losgehen. Die Forderung wird aber idr vor Ablauf der Mindestlaufzeit verkündet.

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2691 am: 29.09.2022 17:14 »
Verhandeln könnte und dürfte man auch vorher, streiken aber nicht.

TVWaldschrat

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2692 am: 29.09.2022 17:19 »
Verhandeln könnte und dürfte man auch vorher, streiken aber nicht.

Ja, falsch ausgedrückt. Es wird idr auch vorher verhandelt, wenn die AG- oder Gewerkschaftsseite es will. Muss aber nicht. Die offiziellen Verhandlungsrunden werden aber idr nach der Kündigung angesetzt.

Die Verhandlungsführer sprechen natürlich auch schon vorab

TVWaldschrat

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2693 am: 29.09.2022 17:25 »


In Anbetracht dessen, sollte etwa folgendes Ergebnis erzielt werden:

- 15% Lohnplus für alle EGs ab dem 01.04.23

- 3000€ Einmalzahlung für alle EGs als Ausgleich für die letzten miesen Tarifrunden

- Ab 01.01.24 eine Erhöhung entsprechend der Inflation + 1,5% für alle EGs

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...das wäre toll, aber an so einen Abschluss glaube ich nicht mal in meinen kühnsten Träumen.

Die Frage ist, wie wir mehr Druck aufbauen können. Bei 3 Mio. Beschäftigten könnte man doch Verwaltung, Kitas, Müllabfuhr lahm legen. Warum gelingt das anderen Branchen mit weitaus weniger Beschäftigten? Piloten fliegen nicht mehr, Lokführer fahren nicht mehr....

Was ist denn der Organisationsgrad bei Bund und Kommunen? Davon hängt es ab. Und auch von der Streikbereitschaft der Belegschaft. Beides ist je nach Bereich höher oder niedriger. Verwaltungströten dürften einen geringeren Organisationsgrad haben als Müllwerker oder Erzieher, aber wenn die gesamte Streikbereitschaft niedrig ist... nun

Der Organisationsgrad sowie die Streikbereitschaft bei Piloten und Lokführern ist deutlich höher als in anderen Bereichen, daher auch die guten Ergebnisse.

daseinsvorsorge

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2694 am: 29.09.2022 17:28 »


Die Frage ist, wie wir mehr Druck aufbauen können. Bei 3 Mio. Beschäftigten könnte man doch Verwaltung, Kitas, Müllabfuhr lahm legen. Warum gelingt das anderen Branchen mit weitaus weniger Beschäftigten? Piloten fliegen nicht mehr, Lokführer fahren nicht mehr....

Die Antwort liegt doch glatt auf der Hand; haben Sie denn den Post des franzö. Forumsgott nicht gelesen? Dort beschreibt er ja, dass man "aus dem Phlegma der Gewerkschafter ja nicht auf das große Heer der freien Arbeitnehmer schließen kann".

Ich bin gespannt, wie die Nichtorgansierten das Heft in die Hand nehmen und Verwaltung, Kitas, Müllabfuhr lahm legen. Und das wahrscheinlich nicht nur für einen Tag, sondern über Wochen.

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2695 am: 29.09.2022 17:33 »
Der Organisationsgrad ist doch völlig unbedeutend. Es besteht kein Zusammenhang zwischen Gewerkschaftszugehörigkeit und Streikbereitschaft, Frankreich hat den zweitniedrigsten Organisationsgrad in Europa, dürfte aber zu den streikfreudigsten Ländern zählen. Wenn man sich die Gewerkschaftsbüttel hier im Forum anschaut, dürfte ein niedriger Organisationsgrad das beste sein, was passieren kann.

TVWaldschrat

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2696 am: 29.09.2022 17:37 »
Der Organisationsgrad ist doch völlig unbedeutend. Es besteht kein Zusammenhang zwischen Gewerkschaftszugehörigkeit und Streikbereitschaft, Frankreich hat den zweitniedrigsten Organisationsgrad in Europa, dürfte aber zu den streikfreudigsten Ländern zählen. Wenn man sich die Gewerkschaftsbüttel hier im Forum anschaut, dürfte ein niedriger Organisationsgrad das beste sein, was passieren kann.

Frankreich und die Streikbereitschaft als Vergleich ranzuholen, ist aber auch sehr weit hergeholt. Alleine die Streikrechte sind so enorm unterschiedlich... Das hat nichts mit Gewerkschaften zu tun. Kulturell ist es dort auch noch mal ein anderes Brot als hier.

Der Organisationsgrad ist enorm bedeutend, ohne gibt es kein Druckmittel. Wer etwas anderes behauptet, kann nur Arbeitgeber sein. Denn das ist ein Fakt ;)

Ich verhandle auch lieber für mich selbst, aber das kann ich nur, weil wir uns in einem Arbeitnehmermarkt in gewissen Bereichen befinden.

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2697 am: 29.09.2022 18:03 »
Inwiefern sollte man auch nur in Erwägung ziehen, der Organisationsgrad sei „enorm bedeutend“, geschweige denn, dass man dies gar als Fakt behaupten könne?

Matti101

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2698 am: 29.09.2022 18:08 »


Die Frage ist, wie wir mehr Druck aufbauen können. Bei 3 Mio. Beschäftigten könnte man doch Verwaltung, Kitas, Müllabfuhr lahm legen. Warum gelingt das anderen Branchen mit weitaus weniger Beschäftigten? Piloten fliegen nicht mehr, Lokführer fahren nicht mehr....

Die Antwort liegt doch glatt auf der Hand; haben Sie denn den Post des franzö. Forumsgott nicht gelesen? Dort beschreibt er ja, dass man "aus dem Phlegma der Gewerkschafter ja nicht auf das große Heer der freien Arbeitnehmer schließen kann".

Ich bin gespannt, wie die Nichtorgansierten das Heft in die Hand nehmen und Verwaltung, Kitas, Müllabfuhr lahm legen. Und das wahrscheinlich nicht nur für einen Tag, sondern über Wochen.

...das Besondere an der kommenden Verhandlung dürfte doch sein, dass der Druck der Arbeitnehmer in der Krisensituation besonders hoch ist (hohe Inflation, steigende Preise...). Deshalb auch mehr Potenzial zum Kampf. Oder sitzen wirklich alle phlegmatisch hinterm Schreibtisch....?

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2699 am: 29.09.2022 18:11 »
Nur die Gewerkschafter.