Autor Thema: Tarifverhandlungen und die Inflation  (Read 489231 times)

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2745 am: 30.09.2022 11:43 »
Und das hätte jetzt was mit "Wer im Parteienspektrum von rot bis schwarz lauter Linksextremisten erkennt" zu tun?

Rumo1895

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2746 am: 30.09.2022 11:46 »
Zurück zum Thema, unseren Wunschvorstellungen und der nüchternen Realität bei Verdi.

Tarifabschlüsse und Inflation

JahrAbschlussInflation
20200,96%0,5%
20211,4%3,1%
20221,8%7,9%
2023...8,8%*

*Die 8,8% werde aktuell nur angenommen. Tatsächlich ist eine Inflation im zweistelligen Bereich denkbar.

Lassen wir unser tolles Ergebnis aus 2020 mal außen vor, -muss- Verdi hier eine Forderung ganz ganz dicht an der 20% Marke aufstellen. Das Klinikum mit 19% Forderung ist von der Realität die wir im Mittelstand erfahren nicht weit weg. Wenn Verdi hier ähnlich Versagt wie 2021  gehört diese Gewerkschaft abgeschafft.

Wie realistisch ist das ? Wenn selbst die eher kampffreudige und selbstbewusste IG Metall nach meiner Kenntnis 8% fordert ? Und den Bürgern eine zweistellige Forderung quasi nicht vermittelbar sein dürfte ?

mrkanister

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2747 am: 30.09.2022 11:52 »
Und das hätte jetzt was mit "Wer im Parteienspektrum von rot bis schwarz lauter Linksextremisten erkennt" zu tun?

Ich kann eigentlich kaum glauben, dass das eine ernstgemeinte Frage ist, aber ich versuche darauf zu antworten.

Der genannte User behauptet Antifaschisten wären "linksradikale Terroristen", anschließend behauptet er, dass diese vom gesamten Parteienspektrum "rot bis schwarz" geduldet bzw. unterstützt werden würden.

FGL

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2748 am: 30.09.2022 11:54 »
Wer Faschismus als legitime Ausprägung des politischen Spektrums versteht [...]
Das hat niemand hier getan. Wer "rechts" mit Faschismus gleichsetzt, sollte gleichsam "dringend etwas hinsichtlich seiner politischen Bildung unternehmen".

Das hängt am Ende vermutlich vom eigenen politischen Kompass ab - wer die CSU als faschistisch einschätzt hat offensichtlich ähnliche Justierungsprobleme wie jemand der die Grünen für eine linksradikale Partei hält (und die NPD für eine legitime rechte Partei).
Das hängt eher mit fehlendem Wissen darüber zusammen, wie "rechts" definiert ist.

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2749 am: 30.09.2022 11:55 »
Und das hätte jetzt was mit "Wer im Parteienspektrum von rot bis schwarz lauter Linksextremisten erkennt" zu tun?

Ich kann eigentlich kaum glauben, dass das eine ernstgemeinte Frage ist, aber ich versuche darauf zu antworten.

Der genannte User behauptet Antifaschisten wären "linksradikale Terroristen", anschließend behauptet er, dass diese vom gesamten Parteienspektrum "rot bis schwarz" geduldet bzw. unterstützt werden würden.

Und das hätte jetzt was mit "Wer im Parteienspektrum von rot bis schwarz lauter Linksextremisten erkennt" zu tun?

veeam

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2750 am: 30.09.2022 11:58 »
Wie realistisch ist das ? Wenn selbst die eher kampffreudige und selbstbewusste IG Metall nach meiner Kenntnis 8% fordert ? Und den Bürgern eine zweistellige Forderung quasi nicht vermittelbar sein dürfte ?

Sicher nicht sehr realistisch. Das sollte auch klar sein, aber wer nur mit 10% ins Rennen geht, bekommt keine 10% im Abschluss.

Die IG Metall muss die Gesamtwirtschaft im Auge behalten und hat in den vielen vielen vergangenen Jahren keine so schlechten Abschlüsse geschaffen wie Verdi. Für die IG Metall stellen die Forderungen auch Umsätze in der Marktwirtschaft voraus. Im öffentlichen Dienst orientieren wir uns zumeist nur an Inflation und dem Haushalt. Der Haushalt ist seit 2020 Jahr für Jahr so potent wie nie zuvor. Die Inflation steigt zunehmend. Außerdem ist es auch wieder eine Chance der Annäherung des öffentlichen Sektors an den Privatsektor um langfristig das Gehaltsgefüge etwas anzugleichen. So wird auch der öffentliche Dienst mit seinem jahrelang zu beklagenden Fachkräftemangel wieder attraktiver für junge Menschen.

Diese Gründe sollte die Erwartung an eine entsprechend hohe Forderung noch weiter antreiben.
Nicht nur das Verdi das Versagen und den Reallohnverlust der Jahre 2021 und 2022 in dieser Runde berücksichtigen muss, sie müssen auch die prognostizierte Inflation 2023 einplanen. Jedes einstellige Ergebnis bei einer Laufzeit von 12 Monaten ist ein Schlag ins Gesicht für jedes Gewerkschaftsmitglied. Um ein zweistelliges Ergebnis zu erreichen muss auch hoch angesetzt werden. Das lässt Spielraum für Verhandlungen nach unten bei einer Laufzeit von 12 Monaten oder aber schafft Möglichkeiten einer Staffelung über 24 Monate.

Die Sünden der vergangenen Abschlüsse dürfen hier einfach nicht vergessen werden. Wir erleben seit 2021 einen dauerhaften, spürbaren und anhaltenden Rückgang unserer Kaufkraft.

mrkanister

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2751 am: 30.09.2022 11:59 »
Und das hätte jetzt was mit "Wer im Parteienspektrum von rot bis schwarz lauter Linksextremisten erkennt" zu tun?

Ich kann eigentlich kaum glauben, dass das eine ernstgemeinte Frage ist, aber ich versuche darauf zu antworten.

Der genannte User behauptet Antifaschisten wären "linksradikale Terroristen", anschließend behauptet er, dass diese vom gesamten Parteienspektrum "rot bis schwarz" geduldet bzw. unterstützt werden würden.

Und das hätte jetzt was mit "Wer im Parteienspektrum von rot bis schwarz lauter Linksextremisten erkennt" zu tun?

Naja, weil der User das gesagt hat?

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2752 am: 30.09.2022 12:07 »
Nein.

marco17358

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2753 am: 30.09.2022 12:11 »
Und das hätte jetzt was mit "Wer im Parteienspektrum von rot bis schwarz lauter Linksextremisten erkennt" zu tun?

Ich kann eigentlich kaum glauben, dass das eine ernstgemeinte Frage ist, aber ich versuche darauf zu antworten.

Der genannte User behauptet Antifaschisten wären "linksradikale Terroristen", anschließend behauptet er, dass diese vom gesamten Parteienspektrum "rot bis schwarz" geduldet bzw. unterstützt werden würden.

Haben Sie sich überhaupt einmal mit der Antifaschistischen Aktion beschäftigt? Ich empfehle Ihnen dringend die entsprechende Lektüre.

https://www.verfassungsschutz.de/SharedDocs/hintergruende/DE/linksextremismus/die-antifa-antifaschistischer-kampf-im-linksextremismus.html


Archivsekretärin

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2755 am: 30.09.2022 12:39 »
Hätte ich früher gewusst, wie man sich hier in Catfight-Manier an den Kragen springt, hätte ich hier schon öfter reingeschaut  ;D ;D ;D

Unterhaltsam allemal an einem Freitagvormittag, wenn die Batterien schon fast leer sind...

TVWaldschrat

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2756 am: 30.09.2022 12:45 »
Meine Güte, das ist hier ja in kürzester Zeit zu einer überalkoholisierten Stammtisch-"Diskussion" ausgeartet.

marco17358

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2757 am: 30.09.2022 12:51 »
So ist das, wenn man einen Thread für seinen Klassenkampf regelrecht kapert, dabei keinerlei Sachargumente hat und ein Framing vom Feinsten betreibt. Ich war hier auch nur stiller Mitleser und an Gedanken zum Thema interessiert. Scheinbar nicht möglich, wenn hier gefährliche Ideologien verherrlicht werden.

Ich bin übrigens klar gegen eine Einmalzahlung und wäre mit einer Forderung von 12% d'accord. Wenn es dann viel zu geringe (!) 9% geben würde, muss man wohl zufrieden sein (...) Eine Laufzeit von 12 Monaten ist wie immer unrealistisch.

Rumo1895

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2758 am: 30.09.2022 12:57 »
Außerdem ist es auch wieder eine Chance der Annäherung des öffentlichen Sektors an den Privatsektor um langfristig das Gehaltsgefüge etwas anzugleichen. So wird auch der öffentliche Dienst mit seinem jahrelang zu beklagenden Fachkräftemangel wieder attraktiver für junge Menschen.

[...]

Die Sünden der vergangenen Abschlüsse dürfen hier einfach nicht vergessen werden. Wir erleben seit 2021 einen dauerhaften, spürbaren und anhaltenden Rückgang unserer Kaufkraft.

Das dürften aber beides Argumente sein mit denen man "den Bürger" als mittelbaren Arbeitgeber nicht gut erreicht, schließlich dürfte Ott-Normal-Wähler da wenig Bedarf für eine Angleichung der Verhältnisse sehen.
Nicht falsch verstehen - ich fände einen deutlich Abschluss gut und angemessen, ich befürchte nur dass der Tarifpartner mit entsprechenden Argumenten und Verweis auf die krisenbedingt ausufernden öffentlichen Haushalte Lohnzurückhaltung anmahnen wird.

Am Ende läuft es immer darauf hinaus wer den längeren Atem im Arbeitskampf hat und da kann ich mir für die Breite des ÖD z.B. kaum einen 79-Tage-Streik wie an den Uni-Kliniken vorstellen.

tonystaks

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #2759 am: 30.09.2022 13:19 »
Außerdem ist es auch wieder eine Chance der Annäherung des öffentlichen Sektors an den Privatsektor um langfristig das Gehaltsgefüge etwas anzugleichen. So wird auch der öffentliche Dienst mit seinem jahrelang zu beklagenden Fachkräftemangel wieder attraktiver für junge Menschen.

[...]

Die Sünden der vergangenen Abschlüsse dürfen hier einfach nicht vergessen werden. Wir erleben seit 2021 einen dauerhaften, spürbaren und anhaltenden Rückgang unserer Kaufkraft.

Das dürften aber beides Argumente sein mit denen man "den Bürger" als mittelbaren Arbeitgeber nicht gut erreicht, schließlich dürfte Ott-Normal-Wähler da wenig Bedarf für eine Angleichung der Verhältnisse sehen.
Nicht falsch verstehen - ich fände einen deutlich Abschluss gut und angemessen, ich befürchte nur dass der Tarifpartner mit entsprechenden Argumenten und Verweis auf die krisenbedingt ausufernden öffentlichen Haushalte Lohnzurückhaltung anmahnen wird.

Am Ende läuft es immer darauf hinaus wer den längeren Atem im Arbeitskampf hat und da kann ich mir für die Breite des ÖD z.B. kaum einen 79-Tage-Streik wie an den Uni-Kliniken vorstellen.

Dann bliebe nur, sich in der Arbeitsleistung ebenfalls in Zurückhaltung zu üben. Oder anders ausgedrückt, wenn mein Chef denkt er bezahlt mich gut, tue ich so, als arbeite ich gut.