Autor Thema: Tarifverhandlungen und die Inflation  (Read 703882 times)

Silentgalaxy

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3180 am: 11.10.2022 13:56 »

Ich kann durchaus lesen. Verstehe nur nicht wie man solche monetären Vorteile inkl. Dienstwagen und Spritflatrate so fahrlässig ausschlagen kann. Welche Vorteile hast du denn im ÖD? Gleitzeit und Homeoffice?

Geld ist nicht alles. Aber irgendwann ist halt ein Punkt erreicht an dem man die Reissleine ziehen muss und das wäre bei 6% über 2 Jahre oder ähnlich miesem Ergebnis halt so.

Ingenieure haben eh schon ne beschissene Stellung in der EGO und werden viel zu schlecht bezahlt. Dann noch die permanent miesen Tarifrunden und dann gehts halt irgendwann nicht mehr.

Aktuell habe ich für mich z.B. u.a. folgende Vorteile:

- Gleitzeit und wirklich die absolute Freiheit wann ich arbeiten möchte. Wenn ich an irgendeinem Tag mal um 11 Uhr schon gehen muss, warum auch immer, dann war das noch nie ein Problem. Und generell kann ich quasi kommen und gehen wann ich will, solange ich meine Stunden mache.

- Geregelte 39 Stunden Woche und Überstunden wurden mir bisher fast noch nie angeordnet

- "Deadlines" von Oben oder ähnliches gibt es nur sehr selten und bei sehr wenigen Projekten

Alleine diese Punkte sind nicht zu verachten, wenn man sich mal den Berufsalltag von Ingenieuren in Baufirmen oder Planungsbüros anschaut.

Gäbe es diese Vorteile nicht bei den meisten AGs im ÖD, dann würde vermutlich kein einziger Ingenieur in den Bauämtern sitzen. Denn wegen dem Geld sitzt keiner da und einen Ingenieur bekommst du auch nicht mit dem Argument "Jobsicherheit" :D

Dann kommen bei mir noch ein paar weitere weiche Faktoren dazu, wie der sehr kurze Arbeitsweg, ein super Vorgesetzter und tolle Kollegen. Mag für manche nicht wichtig sein, für mich ist es das. Ist aber natürlch jetzt nicht nur im ÖD so.


Aber das alles bringt mir nichts, wenn ich dann nächstes Jahr den Rotstift zücken muss, denn ich will ganz einfach auf nichts großartig verzichten und ich werde mir auch den Gürtel nicht enger schnallen, auch wenn uns das die hochbezahlten Politiker ja täglich nahelegen, dass wir alle mal solidarisch sein sollen und uns in Verzicht üben sollen.

Das kann ich natürlich verstehen.

Silentgalaxy

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3181 am: 11.10.2022 14:01 »
Es geht wieder los..................... wie spannend  :-\

Meine Glaskugel sagt:
1: verdi stellt Forderung, oder soll ich lieber sagen Wunschliste?
2: empörte Reaktion der AG Seite über maßlose Vorstellungen
3: lange Zeit nichts
4: zwischenzeitlich gönnen sich unsere Politer eine ordentliche Diätenerhöhung
5: Reaktion Verdi.............. nichts
6: Pseudo Warnstreiks
7: Am letzten Tag wird getagt bis mitten in der Nacht und das Bester Ergebnis aller Zeiten erzielt
8: Verdi stellt sich vor die Kameras und belügt dreist die eigenen Mitglieder. Das erneute Versagen wird wieder als heroische Verhandlung verkauft

1. Angebot AG nichts.
2. Angebot 3,1 Prozent auf 24 Monate. Mindestens jedoch 100€. LOL, da muss ich selbst lachen..
3. Angebot wird nicht wieder erhöht, die Kassen leer. Die Jobs sicher.
4. Über Nacht 5,5 Prozent über 24 Monate mit 1500 Euro unter E8 ab E9 1000€.
5. Verdi und AG liegen sich in den Armen und lachen über uns


Lio1896

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3182 am: 11.10.2022 14:04 »
Ich hätte nur einen Wunsch: Die Abschlüsse nur für Mitglieder umsetzen. Die Leute die immer am größten rumjaulen sind keine Mitglieder, nehmen aber gerne jeden Prozent Erhöhung mit.

DiVO

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3183 am: 11.10.2022 14:07 »
Nein, die, die wirklich an 10% glauben sind noch nicht lange im öD.

Ich gehe von 6% über 2 Jahre aus -  und eventuell einer zu versteuernden Einmalzahlung von 500 Euro.

Gehe ich auch, weshalb ich den gefühlt 87 Recruitern die mich täglich bei Xing und co. anschreiben inzwischen antworte, dass sie mir gerne mal nähere Infos schicken dürfen.

Bei 6% über 2 Jahre kann ich meinen Lebensstandard nicht mehr aufrechterhalten ohne Sparraten für die Altersvorsorge etc. zu kürzen und würde bei diesem Egebnis den ÖD dann tatsächlich verlassen.

In der PW hab ich sofort ohne jegliche Verhandlung eh schon 30% mehr und nen Firmenwagen mit Privatnutzung (Benzin inklusive). Reicht dann so oder so erstmal wieder für ein paar Jahre :)

Die Vorteile die ich im ÖD haben können den monetären Verlust dann einfach nicht mehr aufwiegen.

Dann wechsel doch direkt jetzt.

Wieso die Eile ?

Zumindest JSZ und LOB will ich definitiv noch abgreifen.

Und falls die Verdi Kasper eine Einmalzahlung aushandeln, dann werde ich natürlich auch im nächsten Jahr noch warten bis die auf dem Konto ist, bevor ich den Abflug mache.

Na da. Ich weiß natürlich nicht wie hoch bei der JSZ und LOB ausfallen, dass du dafür 30 % weniger Gehalt in Kauf nimmst, finde ich lustig. Wenn du woanders tatsächlich sofort 30 % mehr hast, dann versteh ich nicht wieso du noch da bist. Wenn ich heute woanders ad hoc 1000 Euro netto mehr bekomme, dann gehe ich da sofort hin und pfeiffe auf JSZ und LOB und nehme lieber die Boni in der freien Wirtschaft mit, die höher ausfallen können.

BATKFMaui

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3184 am: 11.10.2022 14:11 »
Es geht wieder los..................... wie spannend  :-\

Meine Glaskugel sagt:
1: verdi stellt Forderung, oder soll ich lieber sagen Wunschliste?
2: empörte Reaktion der AG Seite über maßlose Vorstellungen
3: lange Zeit nichts
4: zwischenzeitlich gönnen sich unsere Politer eine ordentliche Diätenerhöhung
5: Reaktion Verdi.............. nichts
6: Pseudo Warnstreiks
7: Am letzten Tag wird getagt bis mitten in der Nacht und das Bester Ergebnis aller Zeiten erzielt
8: Verdi stellt sich vor die Kameras und belügt dreist die eigenen Mitglieder. Das erneute Versagen wird wieder als heroische Verhandlung verkauft

9: Verzehr von Schnittchen!

LeKai

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3185 am: 11.10.2022 14:16 »
Man darf gespannt sein.

Es gibt bestimmt "einen kräftigen Schluck aus der Pulle"


Bernstein

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3186 am: 11.10.2022 14:17 »
Ich hätte nur einen Wunsch: Die Abschlüsse nur für Mitglieder umsetzen. Die Leute die immer am größten rumjaulen sind keine Mitglieder, nehmen aber gerne jeden Prozent Erhöhung mit.
Ich würde gerne für mich selbst mit meinem Arbeitgeber verhandeln. Der erklärt mir dann, dass er tarifgebunden sei und ich das nehmen müsste, was der Karnevalsverein letztlich aushandelt.

Wenn du es also schaffst, dass ich für mich verhandeln kann, dann verzichte ich gerne auf den lächerlichen Tarifabschluss, der auf uns zukommt.

veeam

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3187 am: 11.10.2022 14:21 »
Ich hätte nur einen Wunsch: Die Abschlüsse nur für Mitglieder umsetzen. Die Leute die immer am größten rumjaulen sind keine Mitglieder, nehmen aber gerne jeden Prozent Erhöhung mit.

Ich würde gerne einen AT Vertrag dem Schrott von Verdi vorziehen und selber mit meinem AG verhandeln, das ist aber ausgeschlossen, da wir dem kommunalen Arbeitgeberverband angeschlossen sind und der TVÖD kollektiv angewendet wird. Auch wenn es also formalrechtlich möglich wäre, wird dir hier nur der Tarif angeboten.

Insofern ist dieses ewige rumgeplärre von den Gewerkschaftsmarionetten, dass nur sie die Berechtigung hätten den Schrott den ihre Gewerkschaft da verzapft zu kommentieren, noch deutlich nerviger. Denn um Scheißforderungen und Scheißergebnisse zu erkennen, muss ich nicht in der Scheißgewerkschaft sein. Das erkennt man auch so ganz gut.

Wenn denn wenigstens mit aller Überzeugung, Ernsthaftigkeit und nötigen Willen vernünftige Forderungen aufgestellt und wenn nötig auch erkämpft würden, wäre ich der letzte der nicht 1% seines Bruttos dafür hergeben würde. Diese lachhaften Forderungen und lächerlichen Ergebnisse bedeuten abzüglich dieser 1% für die Gewerkschaft aber regelmäßig die Entscheidung ob man sich notgedrungen verarschen lassen will, oder dafür auch noch bezahlen soll.

Wenn Verdi heute vor das Mikrofon tritt und eine logische und nachvollziehbare Forderung von 20% auf 12 Monaten exklusive der Sonderzahlung aufstellt und diese auch erkämpfen will, bin ich sofort dabei. Bei einer Forderung von 12% auf 12 Monate und einem Ergebnis von 8 Prozent auf 24 Monate, sollte aber jeder der sich so verarschen lässt und das auch noch feiert mit dem Rücken an die Wand gestellt werden.


Bernstein

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3188 am: 11.10.2022 14:29 »
Mir tun heute schon die Müllwerker leid, wenn es zum Streikaufruf kommt. Die armen "Schw..." dürfen dann ihre Arbeit niederlegen für den einen Tag und müssen im Nachgang die Tonnen in den restlichen Tagen der Woche trotzdem leeren, was einen ordentlichen Zeitdruck bedeutet.
Als Ausgleich, oder vielleicht zur Belohnung, bekommen sie aber Fähnchen zum Winken und Trillerpfeifen.

TVWaldschrat

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3189 am: 11.10.2022 14:37 »
Ich hätte nur einen Wunsch: Die Abschlüsse nur für Mitglieder umsetzen. Die Leute die immer am größten rumjaulen sind keine Mitglieder, nehmen aber gerne jeden Prozent Erhöhung mit.

Ich würde gerne einen AT Vertrag dem Schrott von Verdi vorziehen und selber mit meinem AG verhandeln, das ist aber ausgeschlossen, da wir dem kommunalen Arbeitgeberverband angeschlossen sind und der TVÖD kollektiv angewendet wird. Auch wenn es also formalrechtlich möglich wäre, wird dir hier nur der Tarif angeboten.

Insofern ist dieses ewige rumgeplärre von den Gewerkschaftsmarionetten, dass nur sie die Berechtigung hätten den Schrott den ihre Gewerkschaft da verzapft zu kommentieren, noch deutlich nerviger. Denn um Scheißforderungen und Scheißergebnisse zu erkennen, muss ich nicht in der Scheißgewerkschaft sein. Das erkennt man auch so ganz gut.

Wenn denn wenigstens mit aller Überzeugung, Ernsthaftigkeit und nötigen Willen vernünftige Forderungen aufgestellt und wenn nötig auch erkämpft würden, wäre ich der letzte der nicht 1% seines Bruttos dafür hergeben würde. Diese lachhaften Forderungen und lächerlichen Ergebnisse bedeuten abzüglich dieser 1% für die Gewerkschaft aber regelmäßig die Entscheidung ob man sich notgedrungen verarschen lassen will, oder dafür auch noch bezahlen soll.

Wenn Verdi heute vor das Mikrofon tritt und eine logische und nachvollziehbare Forderung von 20% auf 12 Monaten exklusive der Sonderzahlung aufstellt und diese auch erkämpfen will, bin ich sofort dabei. Bei einer Forderung von 12% auf 12 Monate und einem Ergebnis von 8 Prozent auf 24 Monate, sollte aber jeder der sich so verarschen lässt und das auch noch feiert mit dem Rücken an die Wand gestellt werden.

Dir steht es nicht-organisierter allerdings auch frei, wie den organisierten auch, zu einem AG zu wechseln, der nicht Kollektiv nach Tarif bezahlt oder sogar AT Verträge anbietet.

Die Realität im öD ist nun mal, und das ist dir ja bekannt, dass es u.a. auch haushaltsrechtliche Gründe hat, warum der Tarif für alle gilt.

Neipotz

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3190 am: 11.10.2022 14:37 »
Ich finde eher die Tatsache erschreckend, das die Arbeitgeberverbände nicht mal auf den Tisch hauen und dem Sockelbetrag Einhalt gebieten. Bei Verdi kann man ja noch verstehen, dass sie ihr Klientel bestmöglich versorgt haben möchten. Aber bei den Arbeitgebern muss doch endlich mal ein Licht aufgehen, dass Sie keinen Vermessungsingenieur für E9B oder Projektleiterstellen (Digitalisierung) für E11 mehr bekommen. Da bewerben sich höchstens intern Leute oder direkt von der Verwaltungsschule. Wenn überhaupt. Bei uns gehen Ausschreibungen schon in dritte oder vierte Runden da sich keiner bewirbt.

Mit sicherem Arbeitsplatz und Homeoffice bekommt man heute keinen mehr. Auch der Arbeitsdruck ist zu den letzten Jahren gestiegen. Dieser entspricht zwar nicht dem der PW, aber es wiegt schon seit langem nicht mehr die Vorzüge des öffentlichen Dienstes auf.

In den nächsten Jahren fallen altersbedingt viele Fachkräfte weg, welche man nicht gleichwertig oder überhaupt ersetzten kann, solange es kein Umdenken gibt. Auch die Digitalisierung wird diese nicht auffangen können. Man sollte nochmal überdenken ob man die Ingenieursjobs und die IT nicht in separate Tarifverträge ausgliedert und mit anderen Gehaltsstrukturen ausstattet. Der Angleich an den Versorgertarif (TV-V) wäre ja schonmal etwas.

TVWaldschrat

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3191 am: 11.10.2022 14:41 »
Ich finde eher die Tatsache erschreckend, das die Arbeitgeberverbände nicht mal auf den Tisch hauen und dem Sockelbetrag Einhalt gebieten. Bei Verdi kann man ja noch verstehen, dass sie ihr Klientel bestmöglich versorgt haben möchten. Aber bei den Arbeitgebern muss doch endlich mal ein Licht aufgehen, dass Sie keinen Vermessungsingenieur für E9B oder Projektleiterstellen (Digitalisierung) für E11 mehr bekommen. Da bewerben sich höchstens intern Leute oder direkt von der Verwaltungsschule. Wenn überhaupt. Bei uns gehen Ausschreibungen schon in dritte oder vierte Runden da sich keiner bewirbt.

Mit sicherem Arbeitsplatz und Homeoffice bekommt man heute keinen mehr. Auch der Arbeitsdruck ist zu den letzten Jahren gestiegen. Dieser entspricht zwar nicht dem der PW, aber es wiegt schon seit langem nicht mehr die Vorzüge des öffentlichen Dienstes auf.

In den nächsten Jahren fallen altersbedingt viele Fachkräfte weg, welche man nicht gleichwertig oder überhaupt ersetzten kann, solange es kein Umdenken gibt. Auch die Digitalisierung wird diese nicht auffangen können. Man sollte nochmal überdenken ob man die Ingenieursjobs und die IT nicht in separate Tarifverträge ausgliedert und mit anderen Gehaltsstrukturen ausstattet. Der Angleich an den Versorgertarif (TV-V) wäre ja schonmal etwas.

Die Arbeitgeber haben anscheinend die Weitsicht gar nicht, solche Themen in den Verhandlungen einfließen zu lassen... oder blockiert Verdi solche Dinge? Weiß das jemand?

Im TV-L gab es letztens schon Verbesserungen für die IT-EGO, wer hat die eigentlich vorgeschlagen?

BAT

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3192 am: 11.10.2022 14:45 »
Kommunale Arbeitgeber haben auch eine Interesse, dass die Wirtschaft vor Ort floriert. Was also in den öD abgeworben wird, fehlt evtl. in der PW.

Bleibt also nur Bildungsoffensive oder Entbürokratisierung.

Neipotz

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3193 am: 11.10.2022 14:50 »
Ich finde eher die Tatsache erschreckend, das die Arbeitgeberverbände nicht mal auf den Tisch hauen und dem Sockelbetrag Einhalt gebieten. Bei Verdi kann man ja noch verstehen, dass sie ihr Klientel bestmöglich versorgt haben möchten. Aber bei den Arbeitgebern muss doch endlich mal ein Licht aufgehen, dass Sie keinen Vermessungsingenieur für E9B oder Projektleiterstellen (Digitalisierung) für E11 mehr bekommen. Da bewerben sich höchstens intern Leute oder direkt von der Verwaltungsschule. Wenn überhaupt. Bei uns gehen Ausschreibungen schon in dritte oder vierte Runden da sich keiner bewirbt.

Mit sicherem Arbeitsplatz und Homeoffice bekommt man heute keinen mehr. Auch der Arbeitsdruck ist zu den letzten Jahren gestiegen. Dieser entspricht zwar nicht dem der PW, aber es wiegt schon seit langem nicht mehr die Vorzüge des öffentlichen Dienstes auf.

In den nächsten Jahren fallen altersbedingt viele Fachkräfte weg, welche man nicht gleichwertig oder überhaupt ersetzten kann, solange es kein Umdenken gibt. Auch die Digitalisierung wird diese nicht auffangen können. Man sollte nochmal überdenken ob man die Ingenieursjobs und die IT nicht in separate Tarifverträge ausgliedert und mit anderen Gehaltsstrukturen ausstattet. Der Angleich an den Versorgertarif (TV-V) wäre ja schonmal etwas.

Die Arbeitgeber haben anscheinend die Weitsicht gar nicht, solche Themen in den Verhandlungen einfließen zu lassen... oder blockiert Verdi solche Dinge? Weiß das jemand?

Im TV-L gab es letztens schon Verbesserungen für die IT-EGO, wer hat die eigentlich vorgeschlagen?

Aber auch hier geht die EGO nicht weit genug, es gibt zwar Möglichkeiten der Einmalzahlung oder Zulagen aber am Grundgehalt ändert sich kaum etwas. Wenn man z.B. VKA und TV-V vergleicht liegen hier bei E10 Stufe 4 300 Netto unterschied. Gerade in Bereichen, in welchen man keine Fachkräfte findet (Ingenieure, IT usw.), sollte man die Tarifverträge herauslösen.

Britta2

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3194 am: 11.10.2022 15:01 »
Hatte nicht Verdi angekündigt, heute ihre Forderungen bekannt zu geben?
Wo? Lediglich eine kurze vage Info vom Beamtenbund ist zu finden (Verweis auf die Metaller) ...