Autor Thema: Tarifverhandlungen und die Inflation  (Read 706819 times)

1896

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3315 am: 12.10.2022 13:53 »
So sieht es aus! Versteht Verdi leider nicht, weshalb man sich als E13er diesem Verein nicht anschließt. Nach deren Auffassung besteht der ÖD ausschließlich aus Hausmeistern und Datenerfassungskräften.

Das bekannte Lohnabstandsgebot wird seitens Verdi wiederholt mit Füßen getreten. Die werden es nie verstehen, dass es zahlreiche Stellen bzw. EG gibt, die ein Hochschulabschluss verlangen.
Nach meinen Erfahrungen gibt es vor allem hier einen erheblichen Bewerbermangel. Und diesen löst man nicht mit den Sockelbeträgen, die das Gehaltsgefüge zerstören.
Ggf. lohnt sich dann ja auch eine Herabgruppierung, weil man hier eine höhere Jahressonderzahlung erhält?

Vielmehr sollte man hier ansetzten und mal endlich Forderungen definieren, welche genau hier ansetzen und mit denen allen geholfen ist. Und das wäre ein vernünftiger Prozentsatz, der allen in der aktuellen Lage hilft!

thesisko

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3316 am: 12.10.2022 14:02 »
Das Tarifsystem dem Markt anzupassen, dass ist wirklich notwendig. Natürlich brauchen wir Leistungsträger mit einem Hochschulabschluss. Nur ist es seit einiger Zeit einfach so, dass auch Fachkräfte mit normalem Berufsabschluss sich über die angebotenen Vergütungen kaputtlachen.
Man kann doch nicht ernsthaft einem ausgelernten Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik in die E5 eingruppieren wollen. Wobei das eigentliche Problem nicht die willkürliche Zahl 5 ist, sondern die lächerliche monatliche Vergütung die dahinter steht.
Es gibt teilweise viele Leiter in hohen Entgeltgruppen, welche was auch immer leiten und fast 0 Verantwortung tragen. Fachkräfte, welche die Datensystem am Laufen halten oder die Gebäudetechnik oder oder oder, die stehen in Verantwortung und unter Druck. Spätestens, wenn Lamettas nicht läuft.
Auf den Tausendsten Bewerber mit einem Bachelor in einem Laberfach, auf den können wir schon eher verzichten.

Rumo1895

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3317 am: 12.10.2022 14:02 »
Und diesen löst man nicht mit den Sockelbeträgen, die das Gehaltsgefüge zerstören.

Ehrlich gesagt ist dass aber auch nicht das Problem von Verdi. Und wenn die AG es nicht schaffen dem Arbeitgeberverband das Problem angemessen zu kommunizieren um das in den Verhandlungen zu berücksichtigen scheint es aus AG-Sicht auch nicht so dramatisch zu sein.

Wenn man sich den im Forum wiederholt getätigt Hinweis zu mittlerer Art und Güte verinnerlich muss man das AG Problem ja auch nicht zum eigenen Problem machen.

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3318 am: 12.10.2022 14:05 »
Nein, das Problem von Verdi ist, dass jeder in der oberen Hälfte der Entgelttabelle auf Verdi scheisst, weil die ohnehin nicht dessen Interessen vertreten.

Bernstein

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3319 am: 12.10.2022 14:31 »
Ich verfolge hier die unterschiedlichen Argumente für und gegen die Tarif-Forderungen und die Argumente für und gegen verdi.

Ich persönlich halte die Forderung für vollkommen daneben, bin auch der Meinung, dass es sinnvoller gewesen wäre einen Betrag X für jeden Tabellenwert zu fordern und zusätlich für alle EG's einen gewissen Prozentsatz. Ist aber nicht.

Was ich aber sicher weiß, ist, dass die Forderungen nicht auch nur ansatzweise dem Tarifabschluss ähneln.

Ich habe die Info erhalten, dass zusätzlich auch noch die Verlängerung der Altersteilzeit eine Forderung ist.

Wie seht ihr die Chancen, dass, gerade unter dem Gesichtspunkt des Fachkräftemangels, die Altersteilzeit verlängert wird?

Dean

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3320 am: 12.10.2022 14:57 »
Der Beitrag zeigt in erster Linie, dass Du von Eingruppierung überhaupt keine Ahnung hast.

Muss ich auch nicht, ist nicht mein Bereich.

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Das Zusammenstreichen war ein Vorschlag und ist auch kein Bestandteil der anstehenden Tarifverhandlung. Ob er umgesetzt werden kann, ist auch nicht mein Problem.

z.B.
E1-E4 macht man 2
E5-E9a macht man 2-3
E9b-E12 macht man 2-3
E13-E15Ü macht man 2
JSZ alle gleich
Bei den Stufen braucht es keine 6, da reichen auch 2 völlig aus.

Aus 19 EG´s werden 8-10 und es sollte ein ordentlicher Lohnabstand möglich sein. Da braucht es keine Sockelbeträge oder irgendeinen anderen Firlefanz.

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3321 am: 12.10.2022 15:07 »
Dann solltest Du vielleicht auch einfach keine Ideen zu Dingen entwickeln, von denen Du keine Ahnung hast. Wie sollte weniger Ausdifferenzierung denn irgendwas besser machen? Und wie kommst Du auf die Idee, man müsse Entgeltgruppen, in die man überhaupt nicht eingruppiert werden kann, wie die E15ü mit irgendwelchen anderen Entgeltgruppen zusammenlegen?

Dean

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3322 am: 12.10.2022 15:32 »
Hauptsache du hast ein Stöckchen gefunden zum drüberhüpfen.

Ideen entwickeln von denen man keine Ahnung hat. Würde das niemand machen, würdest du noch mit dem Stöckchen um das Lagerfeuer tanzen.

Kryne

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3323 am: 12.10.2022 15:37 »
....
Auf den Tausendsten Bewerber mit einem Bachelor in einem Laberfach, auf den können wir schon eher verzichten.

Würde ja schon helfen die EGO so anzupassen, dass die MINT Berufe einfach mal entsprechend marktgerecht eingestuft werden.

Einen Ingenieur lässt man dann eben mal nicht mit EG10 starten, sondern mit EG12 oder gar EG13.

Für Ingenieure gibt es eh nur einen wirklichen Grund im ÖD zu arbeiten und das ist die geregelte Arbeitszeit, die man in der freien Wirtschaft fast nie hat.

Was bringen mir 30% mehr Geld, wenn ich Freitags erst um 20 Uhr Zuhause bin und die Geschäfte zu haben in denen ich das Geld ausgeben könnte ?

Aber da findet bei den Planungsbüros und Baufirmen in den letzten Jahren auch ein großer Umbruch statt. Die merken halt, dass auch der Nachwuchs keinen Bock mehr auf 12 Stunden Tage hat und das sich das auch nicht damit lösen lässt die Leute mit mehr Geld zuzuwerfen.

Ein für uns tätiger Planer hat mir gerade erst vom Leid geklagt, dass aktuell mehrere Bewerber nach dem Gespräch doch wieder abgesagt haben, weil Ihnen dort nicht genug für die Work-Life Balance geboten wird. War ihm völlig unverständlich. Ist halt schon über 30 Jahre im Job und damals hat halt noch ein anderes Arbeitsklima geherrscht.

Viele Projekte für die wir externe Büros brauchen, mussten wir schon um Jahre verschieben, weil die einfach nicht genug Planer und Bauleiter haben um alle zu bedienen.

Bin mir daher sicher, dass da vor allem in der Baubranche viel passieren wird in den nächsten paar Jahren und die öffentlichen AGs können sich dann schon mal warm anziehen.

Sehe es hier bei unserem regionalen Energieversorger wenn ich immer mal zu ner Baubesprechung o.ä. bei deren Hauptsitz bin. Die haben inzwischen auch Gleitzeit für alle, seien das die Montagetrupps für die Baustellen (was bei denen erhebliche Probleme verursacht, weil sich die Kolonnen natürlich nie einig sind wann sie arbeiten und man viel gesplitte hat) oder die Bürokräfte. Große Kaffeebar mit eigenem Barista (kostenlos für alle), große Pausenräume mit Tischkicker, Videospielkonsolen und allem was man sich dort so vorstellen kann und dann bekommen die Leute auch noch eine marktgerechte Vergütung.

Hat sich dort auch erst die letzten Jahre über entwickelt, weil die eben was tun mussten um überhaupt noch Fachkräfte zu finden.

Bei uns steht ne Filterkaffeemaschine von 1998 in der Küche, von deren Kanne vor ein paar Jahren der Griff abgebrochen ist und Kaffee muss sich jeder selbst mitbringen.

Für die öffentlichen AGs wird es ganz ganz schwer werden. Mit Voraussicht haben öffentliche Stellen eh noch nie irgendwas gemacht. Man rennt immer nur hinterher. Also dürfen wir auch nicht auf die AG Seite hoffen, die ist laut VKA ja eh pleite.

Irgendwann gibts halt mal einen Knall und dann ist das geschrei groß und man wurde davon ja total überrascht.

Genauso wie es total überraschend war, dass man viel mehr Erzieherpersonal und Kitas benötigt. Auf die Geburtenstatistiken hat man ja nicht geschaut.

ITheini

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3324 am: 12.10.2022 15:43 »
Was regt ihr euch jetzt schon auf? Am Ende wird es wie immer keinen Sockelbetrag geben (weder 500, noch 300 oder 100 Euro), sondern 9% verteilt auf 3 Jahre. Diese rechnerischen 3% pro Jahr werden uns dann sowohl die AG, als auch Verdi, als "fast 10% verkaufen".  :-\

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3325 am: 12.10.2022 15:46 »
Hauptsache du hast ein Stöckchen gefunden zum drüberhüpfen.

Ideen entwickeln von denen man keine Ahnung hat. Würde das niemand machen, würdest du noch mit dem Stöckchen um das Lagerfeuer tanzen.

Meine Fragen waren nicht rhetorischer Natur. Also? Wenn Du sie nicht beantworten kannst, solltest Du besser die nuhrsche Regel beachten.

Dean

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3326 am: 12.10.2022 15:47 »
Hauptsache du hast ein Stöckchen gefunden zum drüberhüpfen.

Ideen entwickeln von denen man keine Ahnung hat. Würde das niemand machen, würdest du noch mit dem Stöckchen um das Lagerfeuer tanzen.

Meine Fragen waren nicht rhetorischer Natur. Also? Wenn Du sie nicht beantworten kannst, solltest Du besser die nuhrsche Regel beachten.

Ja Spid, du hast recht!

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3327 am: 12.10.2022 15:50 »
Das beantwortet keine der Fragen noch befolgst Du die nuhrsche Regel. Also?

Dean

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3328 am: 12.10.2022 15:53 »
Das beantwortet keine der Fragen noch befolgst Du die nuhrsche Regel. Also?

Wenn du eine Frage stellst und die Antwort gleich mitlieferst, ist sie von rhetorischer Natur.

Also: Ja Spid, du hast recht!

BAT

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3329 am: 12.10.2022 15:57 »

Ich habe die Info erhalten, dass zusätzlich auch noch die Verlängerung der Altersteilzeit eine Forderung ist.

Wie seht ihr die Chancen, dass, gerade unter dem Gesichtspunkt des Fachkräftemangels, die Altersteilzeit verlängert wird?

Die ist doch schon so oft verlängert worden, warum jetzt nicht? Die läuft bestimmt weiter...