Autor Thema: Tarifverhandlungen und die Inflation  (Read 703942 times)

Kryne

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3420 am: 13.10.2022 15:09 »
Es gab doch mal Technikerzulagen im öffentlichen Dienst? Die sind doch vor noch garnicht so langer Zeit (ich meine um 2015) abgeschafft worden nachdem sie stetig gesunken sind.

Das hat man doch aus genau der Situation mal eingeführt, weil der öffentliche Dienst eben auch fähige Ingenieure braucht.

Ich hab noch eine, glorreiche 23€ im Monat :)  (Brutto natürlich!, bevor armerknecht gleich fragt)

Entspricht nächstem Jahr vermutlich einmal heiß duschen ;)

Bastel

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3421 am: 13.10.2022 15:10 »
Es gab doch mal Technikerzulagen im öffentlichen Dienst? Die sind doch vor noch garnicht so langer Zeit (ich meine um 2015) abgeschafft worden nachdem sie stetig gesunken sind.

Die Höhe dieser Zulage war noch aus DM Zeiten... 45 DM, das muss man sich mal geben...

Bernstein

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3422 am: 13.10.2022 15:33 »
Und nicht zu vergessen: Für die IT'ler gab es noch die Programmiererzulage.

E15

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3423 am: 13.10.2022 16:04 »
Und für die Trottel gibts auch eine Zulage. Nennt sich Trottelzulage.

Organisator

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3424 am: 13.10.2022 16:18 »
Und nicht zu vergessen: Für die IT'ler gab es noch die Programmiererzulage.
Beim Bund gibt's für ITler immernoch Zulagen. Bis 1.000 Euro monatlich.

ITheini

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3425 am: 13.10.2022 16:41 »
Nach Fachkräfterichtlinie gibt es die für IT'ler und Ingenieure auch immer noch (bis 2027). Da muss man sich allerdings mit der Personalabteilung drum streiten. Die gibt es nicht "einfach so"

Majon

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3426 am: 13.10.2022 16:51 »
Zunächst möchte ich darauf hinweisen, dass Verdi keinen Sockelbetrag, wie hier immer geschrieben wird, sondern einen Mindestbetrag in Höhe von 500 € gefordert hat.

Diese Unterscheidung ist durchaus relevant, da ein Sockelbetrag tatsächlich allen Entgeltgruppen und Stufen zu Gute kommen würde,  während von einem Mindestbetrag nur Diejenigen profitieren, die zurzeit unter 4.761,99 € brutto verdienen.

Letztlich führt zwar auch ein Sockelbetrag dazu, dass die unteren Entgeltgruppen prozentual mehr Geld bekämen, aber mit deutlich geringeren Auswirkungen, als bei einem Mindestbetrag. Die unterschiedlichen Auswirkungen von Sockelbetrag und Mindestbetrag auf die Entgelttabellen können im  Archiv bei den Tarifverhandlungen der VKA 2008 (Sockelbertrag i.H.v. 50,00 €) und 2014 (Mindestbetrag i.H.v. 90,00 €) in Augenschein genommen werden…

Darüber hinaus empfinde ich die Forderung die lineare Erhöhung betreffend als leider deutlich zu niedrig angesetzt, da 10,5% kaum die Inflation ausgleichen und selbstverständlich davon auszugehen ist, dass die Erhöhung m Endeffekt deutlich geringer ausfallen wird. So gesehen hätte Verdi mindestens 20% mehr fordern müssen, damit letztlich um 10% erhöht wird…

Und was die Neiddebatte betrifft:

Auch ich bin der Ansicht, dass in den Entgeltgruppen 1-8 bereits recht ordentlich bezahlt wird, während die Gehälter der höheren Entgeltgruppen leider deutlich zu niedrig ausfallen, was dazu führt, dass diese Stellen nicht besetzt werden können.

ABER: ich finde es absolut nachvollziehbar, dass Verdi  versucht für ihre Mitglieder, die nun einmal eher in den Entgeltgruppen 1 - 8 zu finden sein dürften, möglichst viel herauszuholen und denke daher, dass man dies der Gewerkschaft nicht vorwerfen kann!

Tatsächlich müssten meiner Meinung nach die Arbeitgeber versuchen, ein besseres Ergebnis für die höheren Entgeltgruppen zu vereinbaren, und in der Tarifrunde 2018 wurde diesbezüglich mit der Vereinbarung individueller Erhöhungen pro Entgeltgruppe und Stufe bereits ein 1. Schritt in die richtige Richtung unternommen!

Was aber man aber dabei auch nicht außer Acht lassen darf, ist dass durch die aktuellen enormen Preissteigerungen die Mitarbeiter aus den Entgeltgruppen 1-8 deutlich mehr belastet werden, als die in den Entgeltgruppen 9-15, da die höheren Einkommen zum Beispiel die steigenden Preise für Lebensmittel viel besser  abfedern…

OrganisationsGuy

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3427 am: 13.10.2022 16:59 »
als die in den Entgeltgruppen 9-15, da die höheren Einkommen zum Beispiel die steigenden Preise für Lebensmittel viel besser  abfedern…

Diese Art der Argumentation bedeutet für mich: "Wer sich bemüht hat eine bessere Ausbildung und einen besseren Job zu bekommen hat halt jetzt weniger von seinem Geld, ergo selber Schuld. Wer sich dafür mit einer einfacheren Ausbildung und geringerem Job abgefunden hat wird jetzt unterstützt indem er mehr bekommt."

armerknecht

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3428 am: 13.10.2022 16:59 »
Der Trödeltrupp zeigt  seit Jahren wie es funktioniert, man fordert 50€ für Ware X um am Ende die 25€ zu erhalten die man einplant. Was plant Verdi ein wenn man mit 10.5% startet, Inflationsausgleich ?
"Mehr als 333.000 Bundesbürger haben nach einer Corona-Impfung gesundheitliche Schäden gemeldet."
https://www.welt.de/wirtschaft/plus243843025/Corona-Impfung-Danach-war-fuer-mich-klar-dass-ich-klagen-will.html
2,5 Millionen Patienten meldeten Corona-Impfnebenwirkungen , Quelle: welt.de

Schokobon

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3429 am: 13.10.2022 17:02 »
Was für ein Quatsch.
Nachdem E10 S1 weniger verdient als E8 S6 ist mir nicht klar, wie die E10 steigende Preise von lebenswichtigen Gütern besser abfedern können sollte als die E8.
Außerdem kommt es darauf im Hinblick auf Entgelttabellen auch überhaupt nicht an.
Wir reden von Entgelttabellen. Nicht Sozialhilfesätzen.

Organisator

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3430 am: 13.10.2022 17:06 »
Was aber man aber dabei auch nicht außer Acht lassen darf, ist dass durch die aktuellen enormen Preissteigerungen die Mitarbeiter aus den Entgeltgruppen 1-8 deutlich mehr belastet werden, als die in den Entgeltgruppen 9-15, da die höheren Einkommen zum Beispiel die steigenden Preise für Lebensmittel viel besser  abfedern…
Entgelt ist die Gegenleistung für Arbeit. Laut EntgO je höherwertiger die Arbeit, desto höher das Entgelt. Kosten für Lebensmittel sind da kein Regelungsbestandteil. Ansonsten möchte ich bitte aufgenommen wissen, dass ein neuer Porsche auch höhere Entgeltgruppen sehr stark belastet.

Bastel

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3431 am: 13.10.2022 17:17 »
Der Trödeltrupp zeigt  seit Jahren wie es funktioniert, man fordert 50€ für Ware X um am Ende die 25€ zu erhalten die man einplant. Was plant Verdi ein wenn man mit 10.5% startet, Inflationsausgleich ?

Den Trödeltrupp ziehst du auch alle Jahre wieder aus dem Keller? Wie siehts eigentlich mit Lachs für alle aus?

Opa

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3432 am: 13.10.2022 17:23 »

Hatte der Vorgänger (Bsirske) mit all seinen Vorstandsvergütungen und Gewerkschaftsgehalt, nicht über 500.000 €/Jahr?

Auf jeden Fall genug, um Urlaub auf Krk machen zu können.
Also hat es nichtmal für eine Insel mit Vokalen gereicht  ;D

Trelle79

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3433 am: 13.10.2022 18:44 »
Nach Veröffentlichung der Forderung hab ich mir heute erstmal ein neues Auto bestellt ...

Majon

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3434 am: 13.10.2022 19:06 »
Was für ein Quatsch.
Nachdem E10 S1 weniger verdient als E8 S6 ist mir nicht klar, wie die E10 steigende Preise von lebenswichtigen Gütern besser abfedern können sollte als die E8.
Außerdem kommt es darauf im Hinblick auf Entgelttabellen auch überhaupt nicht an.
Wir reden von Entgelttabellen. Nicht Sozialhilfesätzen.

Auch jemand in Entgeltgruppe 10 Stufe 1 würde ja vom Mindestbetrag profitieren und dadurch 14,32% mehr Gehalt bekommen.

Und mir ist selbstverständlich klar, dass es um Entlohnung und nicht um Sozialhilfeleistung geht, aber Tarifverhandlungen beinhalten nun einmal sehr oft auch eine soziale Komponente und in der augenblicklichen Situation, die Geringverdienende deutlich mehr belastet, als Gutverdienende, sollte diese soziale Komponente meiner Meinung nach höher ausfallen!

Mich belasten die gestiegenen Preise nicht in dem Maße, wie jemanden, der deutlich weniger Einkommen hat, als ich und deshalb bin ich auch nicht neidisch, wenn Kollegen, die weniger Einkommen zur Verfügung haben, durch den Mindestbetrag eine prozentual größere Gehaltserhöhung bekommen, als ich.