Autor Thema: Tarifverhandlungen und die Inflation  (Read 705215 times)

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3435 am: 13.10.2022 19:13 »
Was soll eine „soziale Komponente“ sein?

Majon

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3436 am: 13.10.2022 19:23 »
als die in den Entgeltgruppen 9-15, da die höheren Einkommen zum Beispiel die steigenden Preise für Lebensmittel viel besser  abfedern…

Diese Art der Argumentation bedeutet für mich: "Wer sich bemüht hat eine bessere Ausbildung und einen besseren Job zu bekommen hat halt jetzt weniger von seinem Geld, ergo selber Schuld. Wer sich dafür mit einer einfacheren Ausbildung und geringerem Job abgefunden hat wird jetzt unterstützt indem er mehr bekommt."

Mal davon abgesehen, dass eben nicht jeder dazu in der Lage ist, eine höherwertige Ausbildung zu bestehen - wer sich bemüht und eine bessere Ausbildung gemacht hat bekommt ja bereits mehr Gehalt und dieses steigt durch den Tarifabschluss ja ebenfalls... .

Wir leben in einem sozialen Rechtsstaat und das bedeutet zumindest für mich, dass in schwierigen Zeiten finanziell schlechter gestellte Menschen unterstützt werden müssen und dieses Sozialprinzip sollte sich, gerade auch im öffentlichen Dienst, auch in den Tarifverhandlungen widerspiegeln.


Majon

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3437 am: 13.10.2022 19:26 »
Was soll eine „soziale Komponente“ sein?

Der Mindestbetrag!

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3438 am: 13.10.2022 19:27 »
Ist das ein Synonym? Oder ein Beispiel? Und was ist daran sozial?

Organisator

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3439 am: 13.10.2022 19:32 »

Wir leben in einem sozialen Rechtsstaat und das bedeutet zumindest für mich, dass in schwierigen Zeiten finanziell schlechter gestellte Menschen unterstützt werden müssen und dieses Sozialprinzip sollte sich, gerade auch im öffentlichen Dienst, auch in den Tarifverhandlungen widerspiegeln.
Das Sozialprinzip spiegelt sich wider bei z.B. der Besteuerung, Sozialversicherung und bei Sozialleistungen. Zusätzlich noch eine soziale Komponente bei Gehältern führt lediglich dazu, dass der letzte Teil des Begriffs "soziale Marktwirtschaft" ad absurdum geführt wird. Gleichmacherei führt hier zu einer Verzerrung des Marktes und letztendlich zu weiterem Verlust der Wettbewerbsfähigkeit des Arbeitgeber öffentlicher Dienst.
Untere Gehaltsgruppen können nicht mehr eingestellt werden, da Outsourcing wirtschaftlicher ist und höhere Gehaltsgruppen sind im Vergleich zur Privatwirtschaft immer weniger attraktiv.

Gleiches Einkommen führt zu gleichen Leistungen, warum also noch anstrengen?

JesuisSVA

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3440 am: 13.10.2022 19:36 »
Das ist Ausfluss der konkreten Ausgestaltung des Sozialstaatsprinzips. Ein „Sozialprinzip“ war mir bislang nicht geläufig.

Emmi87

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3441 am: 13.10.2022 19:50 »
als die in den Entgeltgruppen 9-15, da die höheren Einkommen zum Beispiel die steigenden Preise für Lebensmittel viel besser  abfedern…

Diese Art der Argumentation bedeutet für mich: "Wer sich bemüht hat eine bessere Ausbildung und einen besseren Job zu bekommen hat halt jetzt weniger von seinem Geld, ergo selber Schuld. Wer sich dafür mit einer einfacheren Ausbildung und geringerem Job abgefunden hat wird jetzt unterstützt indem er mehr bekommt."

Mal davon abgesehen, dass eben nicht jeder dazu in der Lage ist, eine höherwertige Ausbildung zu bestehen - wer sich bemüht und eine bessere Ausbildung gemacht hat bekommt ja bereits mehr Gehalt und dieses steigt durch den Tarifabschluss ja ebenfalls... .

Wir leben in einem sozialen Rechtsstaat und das bedeutet zumindest für mich, dass in schwierigen Zeiten finanziell schlechter gestellte Menschen unterstützt werden müssen und dieses Sozialprinzip sollte sich, gerade auch im öffentlichen Dienst, auch in den Tarifverhandlungen widerspiegeln.

Die Sozialkomponente wird jeden Monat vom Vater Staat einbehalten. Die höheren Einkommen zahlen ja mehr Steuern, mehr Arbeitslosengeld, mehr Krankenkassenbeiträge etc. Tatsache ist das ein höheres Gehalt somit schon quer finanziert.

Platten

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3442 am: 13.10.2022 19:51 »
Sozialismuspauschale wäre die korrekte Bezeichnung..

Johannes1893

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3443 am: 13.10.2022 19:56 »
Allein um den Reallohnverlust aus dem mickrigen Ergebnis 2022 (1,4%) und der erwarteten Inflation 2023 auszugleichen wären ca. 15% für 12 Monate erforderlich. Da ich niemanden kenne der ab 2024 mit einer Deflation rechnet sondern maximal im besten Fall mit einem Rückgang der Inflation auf Normalmaß sollte das Mindestergebnis in dieser Höhe sein.


superbraz

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3444 am: 14.10.2022 06:39 »
Wie stehen die Sozialismusgeprägten unter euch eigentlich gegenüber den Reinigungskräften, welche über Dumpingpreise euer Büro im Amt reinigen? E5 darf gern 20% Erhöhung bekommen, ab E10 reichen 10,5%...
warum nicht auch bei E5 auf die 20% verzichten und denen geben, die noch ärmer sind?
Oder auch die könnten verzichten und wir bekommen einfach alle ein T-Shirt auf dem steht

"0% mehr Gehalt - 100% Sozial!"

...und nehmen einfach die zur Verfügung stehenden Mittel, um das Bürgergeld bereits vor Einführung noch etwas aufzustocken!?

Oder wir schicken die Kohle in noch ärmere Länder.

Wie wärs, wenn wir einfach nach unten verhandeln? Weniger Gehalt, mehr Soziales-Good-Feeling!

Dpunkt

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3445 am: 14.10.2022 06:56 »
Eigene Reinigungskräfte? Gibt es sowas überhaupt noch? Ich denke mal, dass 95% der Kommunen/Gemeinden Reinigungskräfte ausgesourced haben. Alles andere ist Geldverschwendung der öffentlichen Hand.

Emmi87

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3446 am: 14.10.2022 07:31 »
Wie stehen die Sozialismusgeprägten unter euch eigentlich gegenüber den Reinigungskräften, welche über Dumpingpreise euer Büro im Amt reinigen? E5 darf gern 20% Erhöhung bekommen, ab E10 reichen 10,5%...
warum nicht auch bei E5 auf die 20% verzichten und denen geben, die noch ärmer sind?
Oder auch die könnten verzichten und wir bekommen einfach alle ein T-Shirt auf dem steht

"0% mehr Gehalt - 100% Sozial!"

...und nehmen einfach die zur Verfügung stehenden Mittel, um das Bürgergeld bereits vor Einführung noch etwas aufzustocken!?

Oder wir schicken die Kohle in noch ärmere Länder.

Wie wärs, wenn wir einfach nach unten verhandeln? Weniger Gehalt, mehr Soziales-Good-Feeling!

Unsere Reinigungskräfte sind von einer Fremdfirma und auf die Bezahlung habe ich keinen Einfluss. Als kleines danke schön bekommt die reinigungskraft ein Gutschein zu Weihnachten von uns, also von uns privat die im Büroraum arbeiten. Zusätzlich darf sich die Reinigungskraft bei uns jederzeit am Kaffee bedienen. Die Tasse spülen wir sogar. Also wir sind nicht Herzlos.

xap

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3447 am: 14.10.2022 07:42 »
Kaffee und Gutschein für alle E6er. 500€ streichen. Gar keine schlechte Idee.

Britta2

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3448 am: 14.10.2022 08:42 »
Eigene Reinigungskräfte? Gibt es sowas überhaupt noch? Ich denke mal, dass 95% der Kommunen/Gemeinden Reinigungskräfte ausgesourced haben. Alles andere ist Geldverschwendung der öffentlichen Hand.

Bei uns auch und aller 2 Jahre wird der Vertrag gekündigt und wird der dann die zum Zeitpunkt wieder (spott-)preisgünstige Reinisungsfirma unter Vertrag genommen. Mal hatten wir nur Männer (mit Bewährungsauflagen), mal junge ausländische Frauen, die kein einziges Wort Deutsch sprachen ... Ja, man fühlt sich schlecht dabei als Angestellter. Mehr als privat danken kann man nicht.

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #3449 am: 14.10.2022 09:41 »
Eigene Reinigungskräfte? Gibt es sowas überhaupt noch? Ich denke mal, dass 95% der Kommunen/Gemeinden Reinigungskräfte ausgesourced haben. Alles andere ist Geldverschwendung der öffentlichen Hand.

Bei uns auch und aller 2 Jahre wird der Vertrag gekündigt und wird der dann die zum Zeitpunkt wieder (spott-)preisgünstige Reinisungsfirma unter Vertrag genommen. Mal hatten wir nur Männer (mit Bewährungsauflagen), mal junge ausländische Frauen, die kein einziges Wort Deutsch sprachen ... Ja, man fühlt sich schlecht dabei als Angestellter. Mehr als privat danken kann man nicht.
Da kannst du dich bei Verdi bedanken und den Leuten,.die Sockelbeträge gut finden