Autor Thema: Tarifverhandlungen und die Inflation  (Read 236952 times)

Johann

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #705 am: 10.06.2022 17:39 »
Das mit den unterschiedlichen Preisen hat ein Bäcker hier auch mal für ein paar Wochen gehabt.
Resultat war dann, dass Gäste ihre Bestellung für außer Haus gemacht und sich dann trotzdem hingesetzt haben. Was den Bäcker dann in die Bredouille bringt, die Gäste entweder zu verscheuchen oder sich ungewollt der Steuerhinterziehung strafbar zu machen.

Jetzt gibts wieder nur die vor Ort Preise.
oder hingehen und nachkassiern >:(

 macht er sich da der Steuerhinterziehung schuldig, oder der Kunde?

Ich denke der Stress, den das Finanzamt da macht, bis der Bäcker belegen konnte, dass der Kunde sich der Steuerhinterziehung an seiner statt schuldig gemacht hat, ist erstmal der selbe.

superbraz

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #706 am: 13.06.2022 06:27 »
Das mit den unterschiedlichen Preisen hat ein Bäcker hier auch mal für ein paar Wochen gehabt.
Resultat war dann, dass Gäste ihre Bestellung für außer Haus gemacht und sich dann trotzdem hingesetzt haben. Was den Bäcker dann in die Bredouille bringt, die Gäste entweder zu verscheuchen oder sich ungewollt der Steuerhinterziehung strafbar zu machen.

Jetzt gibts wieder nur die vor Ort Preise.
oder hingehen und nachkassiern >:(

 macht er sich da der Steuerhinterziehung schuldig, oder der Kunde?

Ich denke der Stress, den das Finanzamt da macht, bis der Bäcker belegen konnte, dass der Kunde sich der Steuerhinterziehung an seiner statt schuldig gemacht hat, ist erstmal der selbe.

egal, wer da Steuern hinterzieht - das ist ein herrliches Beispiel über Deutschland und seine Bürokratie...

WasDennNun

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #707 am: 13.06.2022 11:17 »
Das mit den unterschiedlichen Preisen hat ein Bäcker hier auch mal für ein paar Wochen gehabt.
Resultat war dann, dass Gäste ihre Bestellung für außer Haus gemacht und sich dann trotzdem hingesetzt haben. Was den Bäcker dann in die Bredouille bringt, die Gäste entweder zu verscheuchen oder sich ungewollt der Steuerhinterziehung strafbar zu machen.

Jetzt gibts wieder nur die vor Ort Preise.
oder hingehen und nachkassiern >:(

 macht er sich da der Steuerhinterziehung schuldig, oder der Kunde?

Ich denke der Stress, den das Finanzamt da macht, bis der Bäcker belegen konnte, dass der Kunde sich der Steuerhinterziehung an seiner statt schuldig gemacht hat, ist erstmal der selbe.

egal, wer da Steuern hinterzieht - das ist ein herrliches Beispiel über Deutschland und seine Bürokratie...
Obs die Bürokratie ist oder weil man es allen Recht machen will, sei dahingestellt.
Einfach bei allen Läden, wo man sich hinsetzten und konsumieren kann pauschal auf 19% setzen und die reinen Lebensmittelverkäufer auf 7% und schon kann da nicht mehr betrogen werden.
Sei es von unwissenden Kunden oder von betrügerischen Verkäufern.

Doof nur, dass dann das Brötchen und Schwarzbrot beim Bäcker teurer wird und beim Discounter billig bleibt.

Johann

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #708 am: 13.06.2022 12:17 »
Das mit den unterschiedlichen Preisen hat ein Bäcker hier auch mal für ein paar Wochen gehabt.
Resultat war dann, dass Gäste ihre Bestellung für außer Haus gemacht und sich dann trotzdem hingesetzt haben. Was den Bäcker dann in die Bredouille bringt, die Gäste entweder zu verscheuchen oder sich ungewollt der Steuerhinterziehung strafbar zu machen.

Jetzt gibts wieder nur die vor Ort Preise.
oder hingehen und nachkassiern >:(

 macht er sich da der Steuerhinterziehung schuldig, oder der Kunde?

Ich denke der Stress, den das Finanzamt da macht, bis der Bäcker belegen konnte, dass der Kunde sich der Steuerhinterziehung an seiner statt schuldig gemacht hat, ist erstmal der selbe.

egal, wer da Steuern hinterzieht - das ist ein herrliches Beispiel über Deutschland und seine Bürokratie...
Obs die Bürokratie ist oder weil man es allen Recht machen will, sei dahingestellt.
Einfach bei allen Läden, wo man sich hinsetzten und konsumieren kann pauschal auf 19% setzen und die reinen Lebensmittelverkäufer auf 7% und schon kann da nicht mehr betrogen werden.
Sei es von unwissenden Kunden oder von betrügerischen Verkäufern.

Doof nur, dass dann das Brötchen und Schwarzbrot beim Bäcker teurer wird und beim Discounter billig bleibt.

Um beim Beispiel mit den Bäckern zu bleiben, ist es wirklich absurd. Sonntags dürfen normale Bäckereien lediglich für 3 Stunden Waren verkaufen. Außer es gibt Sitzgelegenheiten. Dann handelt es sich quasi um eine Gaststätte (bzw. um ein Café), die auch Sonntags beliebig lange geöffnet haben darf. :o

(Kommt allerdings auch stark auf die landeseigene Regelung zu Ladenöffnungszeiten an, hier wars nur ein Beispiel aus Bayern, weil die keine eigene Regel haben: https://www.tagesschau.de/inland/baeckerei-sonntagsoeffnung-101.html)

Silentgalaxy

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #709 am: 13.06.2022 15:13 »
Wie kann man 3 Seiten über so ein Thema diskutieren. Germany in a nutshell

WasDennNun

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #710 am: 13.06.2022 17:24 »
Wie kann man 3 Seiten über so ein Thema diskutieren. Germany in a nutshell
Weil auch nach 30 Seiten nur die hälfte verstanden wird.

WasDennNun

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #711 am: 13.06.2022 17:30 »
Das mit den unterschiedlichen Preisen hat ein Bäcker hier auch mal für ein paar Wochen gehabt.
Resultat war dann, dass Gäste ihre Bestellung für außer Haus gemacht und sich dann trotzdem hingesetzt haben. Was den Bäcker dann in die Bredouille bringt, die Gäste entweder zu verscheuchen oder sich ungewollt der Steuerhinterziehung strafbar zu machen.

Jetzt gibts wieder nur die vor Ort Preise.
oder hingehen und nachkassiern >:(

 macht er sich da der Steuerhinterziehung schuldig, oder der Kunde?

Ich denke der Stress, den das Finanzamt da macht, bis der Bäcker belegen konnte, dass der Kunde sich der Steuerhinterziehung an seiner statt schuldig gemacht hat, ist erstmal der selbe.

egal, wer da Steuern hinterzieht - das ist ein herrliches Beispiel über Deutschland und seine Bürokratie...
Obs die Bürokratie ist oder weil man es allen Recht machen will, sei dahingestellt.
Einfach bei allen Läden, wo man sich hinsetzten und konsumieren kann pauschal auf 19% setzen und die reinen Lebensmittelverkäufer auf 7% und schon kann da nicht mehr betrogen werden.
Sei es von unwissenden Kunden oder von betrügerischen Verkäufern.

Doof nur, dass dann das Brötchen und Schwarzbrot beim Bäcker teurer wird und beim Discounter billig bleibt.

Um beim Beispiel mit den Bäckern zu bleiben, ist es wirklich absurd. Sonntags dürfen normale Bäckereien lediglich für 3 Stunden Waren verkaufen. Außer es gibt Sitzgelegenheiten. Dann handelt es sich quasi um eine Gaststätte (bzw. um ein Café), die auch Sonntags beliebig lange geöffnet haben darf. :o

(Kommt allerdings auch stark auf die landeseigene Regelung zu Ladenöffnungszeiten an, hier wars nur ein Beispiel aus Bayern, weil die keine eigene Regel haben: https://www.tagesschau.de/inland/baeckerei-sonntagsoeffnung-101.html)
Eben, dieses Mischen von Funktionen um sich dann mal die Regel mal jene rauszunehmen ist halt der Quark.
Haste Stühle und verzehren die Leute bei dir, dann bist halt kein Bäcker mehr.
Aber die Brötchen wollen sie dann trotzdem mit 7% verkaufen.
Was da fehlt ist ein einfaches Schwarz / Weiß und basta.
Mal gewinnen die einen damit mal die anderen, aber die Deutsche Seele will es dann ja maximal Gerecht für maximal alle Ausnahmen gibt es ein sondern Wurscht, weil wäre ja fies.

WasDennNun

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #712 am: 13.06.2022 17:37 »
Ach ja, der Latte Macchiato ist ja kein Kaffee, da ja ein Milchgetränk, daher Grundnahrungsmittel, darum auch 7%
oder ? Ist doch Logisch!

Britta2

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #713 am: 14.06.2022 06:37 »
Soll das jetzt als Argument in unsere kommenden Tarifverhandlungen so wörtlich übernommen werden als Begründung? Siehe Überschrift Threat ...  8)  Der ÖD verlangt günstige Milchmixgetränke und steuervergünstigte Stühle auf der Straße sonntags!  ;) ;D

superbraz

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #714 am: 14.06.2022 06:50 »
Ach ja, der Latte Macchiato ist ja kein Kaffee, da ja ein Milchgetränk, daher Grundnahrungsmittel, darum auch 7%
oder ? Ist doch Logisch!

Ich seh das noch ganz anders: Alles, was ich essen kann > Nahrungsmittel > 7%, fertig.
Egal was, egal wo.

Nur weil Kaviar für den Pöbel als "Genussmittel" zählt, kann es für einen anderen doch ein Grundnahrungsmittel sein. Wer legt denn bitte fest, was teuer, selten, Genussmittel ist???

Kaiser80

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #715 am: 14.06.2022 06:55 »
Nur weil Kaviar für den Pöbel als "Genussmittel" zählt, kann es für einen anderen doch ein Grundnahrungsmittel sein. Wer legt denn bitte fest, was teuer, selten, Genussmittel ist???
Der Gesetz- und Verordnungsgeber.
Anlage 2 zum USTG gehört jedenfalls (endlich mal) kräftig entrümpelt...

Kaiser80

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #716 am: 14.06.2022 07:14 »
Soll das jetzt als Argument in unsere kommenden Tarifverhandlungen so wörtlich übernommen werden als Begründung? Siehe Überschrift Threat ...  8)  Der ÖD verlangt günstige Milchmixgetränke und steuervergünstigte Stühle auf der Straße sonntags!  ;) ;D
Sicher verlieren wir uns hier ein bissl in Details, schon richtig.
Das aber Umsatzsteuer ein "Preistreiber" für den Endkonsumenten ist und somit auch eine Lenkungsfunktion bzgl der Inflation haben könnte, dürfte wohl unumstritten sein.

Aber was Hilft's... Wird die USt gesenkt oder abgeschafft, sacken die Unternehmen eh den Großteil ein. Kann mich noch lebhaft dran erinnern wie 19/20 die USt auf Monatshygiene von 19 auf 7 gesnkt wurde und Johnson & Johnson direkt mal die Preise für den Handel angehoben hat. Auch die befristete Steuersenkung 2020 wurd nicht vollständig an die Kunden weitergegeben.

Flying

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #717 am: 14.06.2022 08:34 »
Wenn jeder an sich selbst denkt, dann ist doch an alle gedacht..

WasDennNun

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #718 am: 14.06.2022 11:06 »
Ach ja, der Latte Macchiato ist ja kein Kaffee, da ja ein Milchgetränk, daher Grundnahrungsmittel, darum auch 7%
oder ? Ist doch Logisch!

Ich seh das noch ganz anders: Alles, was ich essen kann > Nahrungsmittel > 7%, fertig.
Egal was, egal wo.

Nur weil Kaviar für den Pöbel als "Genussmittel" zählt, kann es für einen anderen doch ein Grundnahrungsmittel sein. Wer legt denn bitte fest, was teuer, selten, Genussmittel ist???
Aber das Nahrungsmittel ist halt teil der Dienstleistung. Also getrenntes Ausweisen des Nahrungsmittels und der Dienstleistung, na das ist ja noch komplizierter.

Im übrigen kriege ich Kekse beim Frisör, also auch nur noch 7% 8)

WasDennNun

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #719 am: 14.06.2022 11:09 »
Soll das jetzt als Argument in unsere kommenden Tarifverhandlungen so wörtlich übernommen werden als Begründung? Siehe Überschrift Threat ...  8)  Der ÖD verlangt günstige Milchmixgetränke und steuervergünstigte Stühle auf der Straße sonntags!  ;) ;D
Sicher verlieren wir uns hier ein bissl in Details, schon richtig.
Das aber Umsatzsteuer ein "Preistreiber" für den Endkonsumenten ist und somit auch eine Lenkungsfunktion bzgl der Inflation haben könnte, dürfte wohl unumstritten sein.

Aber was Hilft's... Wird die USt gesenkt oder abgeschafft, sacken die Unternehmen eh den Großteil ein. Kann mich noch lebhaft dran erinnern wie 19/20 die USt auf Monatshygiene von 19 auf 7 gesnkt wurde und Johnson & Johnson direkt mal die Preise für den Handel angehoben hat. Auch die befristete Steuersenkung 2020 wurd nicht vollständig an die Kunden weitergegeben.
Aber hohe Steuer auf Artikel die der Pöbel selten braucht und der Reiche eher, sorgt halt dafür, dass die Verteilung der Steuer "gerechter" wird.