Autor Thema: Tarifverhandlungen und die Inflation  (Read 236945 times)

BAT

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #765 am: 20.06.2022 15:25 »
Ist doch egal, der Wille ist nicht da. Ergebnis des Brexits, die Macht  und die Interessen der "Südländer" haben durch den Austritt vom UK überhand gewonnen.

Insofern sind auch weitere Aufnahmen in südlichen Bereichen aus deutscher Sicht mit Skepsis zu betrachten.


Platten

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #766 am: 20.06.2022 17:52 »
Die Preise werden weiter explodieren, bis die EZB ihren angedachten Job macht. Solange weiter die Südlander alimentiert werden, aber nichts gegen die Inflation getan wird, wird sich die Geldentwertung nur noch beschleunigen.
Euro Endgame.

Und was soll die EZB gegen die hohen Energiepreise und Nahrungsmittelpreise, sowie den gestörten Lieferketten machen (die treiber der Inflation sind)? Hüther und Rürüp haben in Ihrem Podcast (Economic Challenges)  gut erklärt, warum man dieser Inflation mit "bekannten Mitteln" (Zinserhöhung) nicht Herr werden kann.

Mit einer starken Währung wären die Auswirkungen aber weitaus weniger heftig. Schau dir nur mal kurz an, wie viel der Euro in den letzten 12 Monaten zum Dollar verloren hat. Und dann überleg mal, in welcher Währung sämtliche Waren auf dem Weltmarkt gehandelt werden - auch Öl und Gas..

WasDennNun

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #767 am: 21.06.2022 07:38 »
Die Preise werden weiter explodieren, bis die EZB ihren angedachten Job macht. Solange weiter die Südlander alimentiert werden, aber nichts gegen die Inflation getan wird, wird sich die Geldentwertung nur noch beschleunigen.
Euro Endgame.

Und was soll die EZB gegen die hohen Energiepreise und Nahrungsmittelpreise, sowie den gestörten Lieferketten machen (die treiber der Inflation sind)? Hüther und Rürüp haben in Ihrem Podcast (Economic Challenges)  gut erklärt, warum man dieser Inflation mit "bekannten Mitteln" (Zinserhöhung) nicht Herr werden kann.

Mit einer starken Währung wären die Auswirkungen aber weitaus weniger heftig. Schau dir nur mal kurz an, wie viel der Euro in den letzten 12 Monaten zum Dollar verloren hat. Und dann überleg mal, in welcher Währung sämtliche Waren auf dem Weltmarkt gehandelt werden - auch Öl und Gas..
Besser wäre es das nicht kurz anzuschauen, sondern lang:
Und wieviel in den letzten 10 Jahren? NULL
Und seit Einführung Euro? ebenfalls NULL
Welchen Vorteil hat ein schwacher Euro? Welchen Nachteil hat er?
In welcher Währung wird Russisch Gas verhandelt und bezahlt ? Nein nicht Rubel!
Der SPottmarkt ist in $ die langfristigen Verträge nicht unbedingt.

Kaiser80

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #768 am: 21.06.2022 08:18 »
Besser wäre es das nicht kurz anzuschauen, sondern lang:
Und wieviel in den letzten 10 Jahren? NULL
Und seit Einführung Euro? ebenfalls NULL
Welchen Vorteil hat ein schwacher Euro? Welchen Nachteil hat er?
In welcher Währung wird Russisch Gas verhandelt und bezahlt ? Nein nicht Rubel!
Der SPottmarkt ist in $ die langfristigen Verträge nicht unbedingt.
Aus eigener Erfahrung: in der Dom-Rep (Abkürzung für Dokomoiranische Republik) und Kenia nehmen werden lieber Euro denn Dollar angenommen, da Euro. als stabiler gilt.
Aber da fahr ich auch nicht mehr hin, die kaufen sich eh alle nur Pistolen von den Devisen ;D

DiVO

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #769 am: 21.06.2022 08:44 »
Die Preise werden weiter explodieren, bis die EZB ihren angedachten Job macht. Solange weiter die Südlander alimentiert werden, aber nichts gegen die Inflation getan wird, wird sich die Geldentwertung nur noch beschleunigen.
Euro Endgame.

Und was soll die EZB gegen die hohen Energiepreise und Nahrungsmittelpreise, sowie den gestörten Lieferketten machen (die treiber der Inflation sind)? Hüther und Rürüp haben in Ihrem Podcast (Economic Challenges)  gut erklärt, warum man dieser Inflation mit "bekannten Mitteln" (Zinserhöhung) nicht Herr werden kann.

Mit einer starken Währung wären die Auswirkungen aber weitaus weniger heftig. Schau dir nur mal kurz an, wie viel der Euro in den letzten 12 Monaten zum Dollar verloren hat. Und dann überleg mal, in welcher Währung sämtliche Waren auf dem Weltmarkt gehandelt werden - auch Öl und Gas..
Die Kursschwankung der letzten 12 Monate des Euro ist doch ein Witz. Die Inflation der vergangenen 18 Monate hat doch viel mit Einmal-Effekten zu tun. Zum 01.01.2021 wurde der temporär reduzierte MWSt-Satz von 16 % wieder auf die ursprünglichen 19 % zurückgesetzt. Zack - schon gabe es letztes Jahr erstmals seit langem wieder deutlich über 3 % Inflation. Anschließend sind vor allem die Preise für fossile Energieträger massiv gestiegen und haben sich z.T. verdoppelt. Zack wieder die Inflation mit hochgezogen. Ich glaube nicht, dass sich der Diesel-Preis an der Tankstelle in den nächsten 12 Monaten nochmal verdoppeln wird, dementsprechend wird sich die Inflation wieder auf niedrigerem Niveau einpendeln.

Zusätzlich wird derzeit Pankik geschürt was die Versorgung mit Erdgas angeht. Hier würde ich mir von der Regierung etwas mehr Besonnenheit in der Kommunikation mit dem Bürger wünschen und längst überfällige Gesetzeserleichertungen wie z.B. eine höhere Grenze bei der Errichtung von dezentralen Balkonkraftwerken.


WasDennNun

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #770 am: 21.06.2022 09:41 »
Ich glaube nicht, dass sich der Diesel-Preis an der Tankstelle in den nächsten 12 Monaten nochmal verdoppeln wird, dementsprechend wird sich die Inflation wieder auf niedrigerem Niveau einpendeln.
Schön das du auch nicht nur kurz denkst , sondern mal bisserl längere Zeiträume ansprichtst.

Die Inflation wird da evtl bei 3% sein, der Preis ist dann trotzdem auf einem höheren Stand haben als letztes Jahr.
Aber vergessen wird dabei, dass z.B. der Dieselpreis zwischen 2005 und 2021 komplett nur eine Seitwärtsbewegung gemacht hat. Oder anders gesagt: 2008 Dieselpreis 133,5 2020: 112,4 2021: 139,9
Da hat keine geschrien Hilfe Deflation oder ich brauche weniger Geld, weil das Pendeln günstiger wird.


Wenn man also Schreit EZB mach was, dann mal ein kleines Rechenbeispiel.
Inflationsziel 2%
Preis Diesel 2006: 1,67
Zielpreis Diesel bei 2% jährlicher Inflation im Jahre 2022: 2,29
Aktueller Dieselpreis???
Hilfe! Deflation des Dieselpreises: EZB Mach was, dass wir eine 2% Inflation haben (beim Dieselpreis)

Ja, Preisschocks sind immer Mist, aber an der Börse nennt man sowas Kurskorrektur.
Und es ist halt Mist, für die, die das feine Geld, was sie die letzten Jahre "gespart" haben durch die moderaten CO2 Energiepreise, nicht in Energieeffizienz gesteckt haben, sondern für andere Konsumgüte.

Jetzt tut es halt richtig weh

thesisko

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #771 am: 21.06.2022 09:53 »
Diesel kostete 2006 bisher durchschnittlich 1,109 Euro
https://www.was-war-wann.de/historische_werte/dieselpreise.html

Da sollten wir jetzt eher bei so 1,60 1,70 € liegen.

In gewissen Rahmen hast du wohl Recht. 2020 sind Preise teilweise sehr stark gesunken.

Der Strompreis ist allerdings kontinuierlich nach oben geklettert und das merken wir schon.

Aktuell kommt es zu einer Kumulation. Energie deutlich teurer, Lebensmittel seutlich teurer, Mieten teurer, Zinsen teurer und das in sehr kurzer Zeit. Wir haben 2020 ein energieeffizientes HAus gebaut. Unser Gaspreis ist von ca. 40,- € monatlich auf 90,- € geklettert und weitere Erhöhungen werden wohl kurzfristig kommen. Jetzt rechne aber, wenn jemadn bereits mit 200,- € im Monat gestartet ist.



WasDennNun

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #772 am: 21.06.2022 10:10 »
Diesel kostete 2006 bisher durchschnittlich 1,109 Euro
https://www.was-war-wann.de/historische_werte/dieselpreise.html

Da sollten wir jetzt eher bei so 1,60 1,70 € liegen.
UPS, glatt ne null weggerutscht
DANKE!
meine Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/779/umfrage/durchschnittspreis-fuer-dieselkraftstoff-seit-dem-jahr-1950/#:~:text=Die%20Jahresdurchschnittspreise%20von%20Dieselkraftstoff%20in,Dieselkraftstoff%20auf%20186%2C8%20Cent.

habe mich schon gewundert über diese Steigerung: Da 1,067 und preis jetzt bei 2% 1,47€
Diesel jetzt 2€ ist dann 4% Inflation!

Organisator

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #773 am: 21.06.2022 11:01 »
Unser Gaspreis ist von ca. 40,- € monatlich auf 90,- € geklettert und weitere Erhöhungen werden wohl kurzfristig kommen. Jetzt rechne aber, wenn jemadn bereits mit 200,- € im Monat gestartet ist.

Dann rentiert sich eine Andere Wärmequelle (z.B. Wärmepumpe) um so schneller! Und besser für die Umwelt ists ebenso.

WasDennNun

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #774 am: 21.06.2022 11:04 »
Der Strompreis ist allerdings kontinuierlich nach oben geklettert und das merken wir schon.
Sowohl bei Strom als auch Gas konnten man die letzte 15 Jahre ziemlich gut durch ständigem Wechseln den Preisanstieg ziemlich klein halten.
Bis dann die gasanbieter "pleite" gingen....

Und wer 200€ Heizkosten hat, der hat auch jede Menge Kapital für Modernisierung.

DiVO

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #775 am: 21.06.2022 11:22 »
Der Strompreis ist allerdings kontinuierlich nach oben geklettert und das merken wir schon.
Sowohl bei Strom als auch Gas konnten man die letzte 15 Jahre ziemlich gut durch ständigem Wechseln den Preisanstieg ziemlich klein halten.
Bis dann die gasanbieter "pleite" gingen....

Und wer 200€ Heizkosten hat, der hat auch jede Menge Kapital für Modernisierung.

Oder entsprechend günstig eine Immobilie erworben und auf diese Art in der Vergangenheit Geld gespart.

Wir wurden in unserer Familie belächelt, dass wir "nur" eine Neubauwohnung gekauft haben und nicht wie auf dem Land üblich ein gebrauchtes Haus gekauft und saniert haben oder ein Haus gebaut haben. Unsere Wohnung hat 2020 knapp doppelt so viel gekostet wie mein Bruder 2010 seine gebrauchte Doppelhaushälfte von 1980 gekauft hat. Renovierungskosten während dieser Zeit mal komplett außen vor gelassen.

Letzte Woche haben wir uns mal über unsere aktuellen Strom- und Gaskosten unterhalten. Er hat sich tierisch über seine Erhöhung des Gasabschlags von 160 auf 220 Euro Monat. Ich bin da ehrlich gesagt fast vom Stuhl gefallen. Bei uns ist die Steigerung von 50 auf 56 Euro...

thesisko

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #776 am: 21.06.2022 12:10 »
Unsere Stadtwerke haben halt Gas um 110% erhöht und im Herbst drohen die nächsten Steigerungen.

Ich finde unseren Verbrauch schon sehr gering.

In ALtbauten ist es mit einer Wärmepumpe so eine Sache. Wenn du ein klassisches Heizkörpersystem haben inklusive schlechter Daämmung, dann muss schon eine hohe Vrlauftemperatur gefahren werden. Da schaut die Jahresarbeitszahl nicht mehr so rosig aus. Man muss also im Verhältnis mehr Wärme durch Strom erzeugen und der wird auch immer teurer.


Bastel

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #777 am: 21.06.2022 13:01 »
Unser Gaspreis ist von ca. 40,- € monatlich auf 90,- € geklettert und weitere Erhöhungen werden wohl kurzfristig kommen. Jetzt rechne aber, wenn jemadn bereits mit 200,- € im Monat gestartet ist.

Dann rentiert sich eine Andere Wärmequelle (z.B. Wärmepumpe) um so schneller! Und besser für die Umwelt ists ebenso.

Viel Spaß den Altbau mit Strom zu heizen.

Bastel

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #778 am: 21.06.2022 13:02 »
Und wer 200€ Heizkosten hat, der hat auch jede Menge Kapital für Modernisierung.

Was hat das eine mit dem anderen zu tun?

Organisator

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Antw:Tarifverhandlungen und die Inflation
« Antwort #779 am: 21.06.2022 13:05 »
Unsere Stadtwerke haben halt Gas um 110% erhöht und im Herbst drohen die nächsten Steigerungen.

Ich finde unseren Verbrauch schon sehr gering.

In ALtbauten ist es mit einer Wärmepumpe so eine Sache. Wenn du ein klassisches Heizkörpersystem haben inklusive schlechter Daämmung, dann muss schon eine hohe Vrlauftemperatur gefahren werden. Da schaut die Jahresarbeitszahl nicht mehr so rosig aus. Man muss also im Verhältnis mehr Wärme durch Strom erzeugen und der wird auch immer teurer.

Einerseits gibts auch Wäremepumpen für "Hochtemperatur", natürlich mit weniger Effizienz, andererseits kann man bei besonders kalten Regionen auch bivalent, z.B. mit einer ergänzenden Holzheizung und einem großen Wärmespeicher arbeiten.